Achtundzwanzigstes Lebensjahr

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Mit dem 28. Lebensjahr wird die Verstandes- oder Gemütsseele geboren. Der Mensch strebt, hingehend auf das achtundzwanzigste Lebensjahr, auf eine Art Nullpunkt zu. Die kosmischen Kräfte, die ihn bis dahin getragen haben, nehmen immer mehr ab und der Mensch muss die Erneuerung seiner Kräfte zunehmend in die eigene Hand nehmen. Rudolf Steiner spricht auch von einem Hypomochlion. Ist dieser Punkt bei einem Menschen nach hinten oder nach vorne verschoben, so kann es zu Störungen kommen, welche die Verantwortungsfähigkeit eines Menschen beeinträchtigen:

"Der Mensch ist voller Verantwortlichkeit, wenn dieser Punkt normal ist, wenn man das ganze menschliche Leben so beurteilen kann nach der Lebensäußerung des Menschen, dass dieser Punkt normal ist.

Liegt dieser Punkt zu stark nach der Jugend zurück, das heißt, hört die Welt zu früh auf, auf den Menschen zu wirken, dann muss dieser Mensch geprüft werden daraufhin, ob er nicht leicht, wenn auch im leisen Grade, unter Zwangsideen leidet, ob er nicht leicht seelisch determiniert sein kann, so dass man ihm nicht die volle Verantwortlichkeit zuschreiben kann für seine Taten. Liegt dieser Punkt zu spät, wird man sich fragen müssen, ob der Mensch nicht durch seine innere Natur gehindert ist daran, die volle Freiheit der Seele zu entwickeln, ob er nicht physisch zu stark determiniert ist, und man ihm deshalb wieder nicht die volle Verantwortlichkeit zuschreiben kann. (Lit.: GA 318, S. 63)


Verläuft die Entwicklung normal, so wird ein Mensch im achtundzwanzigsten Lebensjahr durch die Geister des Lichtes reif sein, um im öffentlichen Leben zu wirken. Die Geister der Finsternis versuchen diese Entwicklung bis zum achtundzwanzigsten Lebensjahr zu verhindern und den Menschen zu einem früheren Eintritt in das öffentliche Leben zu zwingen.

"Diese Tatsache, dass die Menschen in unserer fünften nachatlantischen Zeit naturgemäß entwicklungsfähig bleiben bis in die Zwanzigerjahre hinein, diese Tatsache bildet eine wichtige Grundlage für das Zusammenwirken der Angeloi mit den Archangeloi. Denn die Normalgeister, die Geister des Lichtes, die möchten die Sache in einer bestimmten Weise in der Menschheitsentwickelung dirigieren. Das ist so: Bis in die Zwanzigerjahre ist der Mensch naturgemäß entwicklungsfähig; diese Entwicklungsfähigkeit möchten nun die Geister des Lichtes intim halten, so dass sie sich im Menschen abspielt möglichst ohne Rumor, und im achtundzwanzigsten Jahre, zwischen dem achtundzwanzigsten und fünfunddreißigsten Jahre, sollte dann das, was still im Innern des Menschen sich abspielt, herauskommen. Also fassen Sie das wohl auf. Dasjenige, was im Blute bis zum achtundzwanzigsten Jahre hin im Menschen sich entwickelt, das soll dann vom achtundzwanzigsten Jahre ab dem Menschen mehr ins Selbstbewusstsein dringen, es soll dem Blute selbstbewusst übergeben werden. Also der Mensch soll gewissermaßen nach der Absicht der normalen Geister, der Geister des Lichtes, still im Innern, anspruchslos, selbstlos sein Seelenleben entwickeln, und dann soll es erst in Aktion treten, dann soll er gewissermaßen aus den Lehrjahren heraus in die Wanderjahre und in die Meisterjahre eintreten, wenn er das achtundzwanzigste Jahr überschritten hat. Dagegen lehnen sich die herabgestoßenen Geister, die Geister der Finsternis, auf. Die wollen bewirken, dass der Mensch in den Zwanzigerjahren nicht die intime innere Entwickelung durchmacht, sondern schon da mit der äußeren Intellektualität, mit allem, was äußere Aktionsfähigkeit, Meisterschaft ist, in das Leben eingreift.

Jetzt haben Sie direkt eine soziale Erscheinung auf ihre spirituelle Grundlage zurückgeführt. Ein Kampf findet unter uns statt, denken Sie, ein bedeutungsvoller Kampf: Die Geister des Lichtes möchten uns erst nach dem achtundzwanzigsten Jahre so reif machen, daß wir hinaustreten ins öffentliche Leben, aktionsfähig werden. Die Geister der Finsternis möchten, daß der Zeitpunkt hereingeschoben, vor das achtundzwanzigste Jahr gerückt wird; sie möchten den Menschen früher hinausstoßen in das öffentliche Leben. Und alles, was in unserem sozialen Leben an Kräften spielt, die ein Spiegelbild sind von solchen Dingen, rührt davon her, wenn so zum Beispiel da oder dort wiederum ein Antrag gestellt wird, das wahlfähige Alter noch mehr gegen die Zwanzigerjahre herabzusetzen oder gar vor die Zwanzigerjahre hin. Da haben Sie die Ursprünge für diese Dinge." (Lit.: GA 177, S. 253)

Beispiele aus unserer Zeit:

- Bologna-Prozess und die daraus entstandenen verkürzten Studiengänge

- Das Abitur nach Klasse 12 (auch achtjähriges Gymnasium, kurz G8)

- Forderungen nach einem Wahlalter: 16 J.

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern. Pastoral-Medizinischer Kurs., GA 318 (1994), Vierter Vortrag, Dornach, 11. September 1924
  2. Rudolf Steiner: Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis, GA 177 (1999), ISBN 3-7274-1771-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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