Abel

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Zeichnung von Kain und Abel
Die Ermordung Abels durch Kain als Gemälde von Jan van Eyck auf dem Genter Altar

Abel (hebr. הבל Hevel = „Atem, Hauch“; arab. هابيل Habil) war im Alten Testament und im Koran der zweite Sohn Adams und Evas und ist die griechische Transkription der hebräischen Bezeichnung in der Septuaginta. Er wurde von seinem älteren Bruder, dem Ackerbauern Kain aus Neid erschlagen, da Gott das Opfer des Hirten Abel den geopferten Feldfrüchten Kains vorzog (Gen 4,1–16 EU; Sure 5:27–31[1]).

Weitere Erwähnung in der Bibel gibt es in Mt 23,35 EU, Hebr 11,4 EU; 12,24 EU und 1 Joh 3,12 EU. In den Apokryphen des alten Testaments findet sich Abel auch unter dem Namen Amilabes.

Das Motiv des Bruderzwistes tritt hier erstmals auf und zieht sich weiter durch die Literatur (siehe z. B.: Jakob und Esau).

Interpretationen des Brudermordes sind ausgesprochen vielschichtig. Sie reichen von Abel als erstem Märtyrer über die erzählerische Gestaltung des (möglichen und wahrscheinlichen) jungsteinzeitlichen Konflikts der aufkommenden Ackerbaukulturen mit der älteren nomadischen Lebensweise und eventuell deren Sesshaftwerdung bis hin zu Kain als Vegetarier, der Tieropfer radikal ablehnt.

Die Abstammung Abels nach der Tempellegende

Anders dargestellt wird die Abstammung von Kain und Abel in der Tempellegende, die nach Rudolf Steiner von Christian Rosenkreutz selbst gegeben wurde:

„Es gab eine Zeit, da schuf einer der Elohim den Menschen; einen Menschen, den er Eva nannte. Mit Eva verband sich der Elohim selbst und es wurde von Eva Kain geboren. Darauf schuf der Elohim Jahve oder Jehova den Adam. Adam verband sich ebenfalls mit Eva und aus dieser Ehe ging Abel hervor.

Wir haben es also bei Kain mit einem unmittelbaren Göttersohn zu tun und bei Abel mit einem Sprößling des als Mensch geschaffenen Adam und der Eva. Nun geht der Mythus weiter.

Die Opfergaben, welche Abel dem Gotte Jahve darbrachte, waren dem Gotte angenehm. Aber die Opfergaben des Kain nicht, denn Kain war nicht auf direktes Geheiß von Jahve entstanden. Die Folge davon war, daß Kain den Brudermord beging. Er erschlug Abel. Deshalb wurde er von der Gemeinschaft mit Jahve ausgeschlossen. Er ging in entfernte Gegenden und wurde dort der Stammvater eines eigenen Geschlechts.

Adam verband sich weiterhin mit Eva und zum Ersatz von Abel wurde Seth geboren, der auch in der Bibel vorkommt. So entstanden zwei Menschengeschlechter: das erste von Eva und dem Elohim abstammend, das Geschlecht Kains; und das zweite von den bloßen Menschen abstammend, die auf Geheiß des Jahve sich verbunden haben.

Von dem Geschlecht des Kain stammen alle ab, die auf der Erde Künste und Wissenschaften ins Leben gerufen haben, zum Beispiel Methusael, der die Schrift, die Tau-Schrift erfunden hat und Tubal-Kain, der die Bearbeitung der Erze und des Eisens lehrte. So entstand in dieser Linie, direkt von dem Elohim abstammend, die Menschheit, die sich in Künsten und Wissenschaften ausbildet. Aus diesem Geschlecht der Kains ging auch hervor Hiram. Der war der Erbe alles dessen, was innerhalb der verschiedenen Generationen der Kainssöhne an Wissen, Kunst und Technik aufgespeichert worden war. Hiram war der bedeutendste Baukünstler, den man sich denken kann.

Aus der anderen Linie, aus dem Geschlechte Seths stammte Salomo, der sich auszeichnete in alledem, was von Jahve oder Jehova herrührte. Er war ausgestattet mit der Weisheit der Welt, mit alledem, was die ruhige, klare, abgeklärte Weisheit bei den Jehovasöhnen liefern kann. Dies war eine Weisheit, die man wohl mit Worten aussprechen kann, die dem Menschen tief ins Herz gehen, ihn erheben kann, aber nicht eine solche, welche das unmittelbare Objekt angreifen und etwas Wirkliches an Technik, Kunst und Wissenschaft hervorbringen kann. Es war eine Weisheit, die eine unmittelbare inspirierte Gabe des Gottes ist, nicht eine von unten herausgearbeitete, aus der menschlichen Leidenschaft, aus dem Menschenwollen hervorquillende Weisheit. Die fand sich bei den Kainssöhnen, bei denen, die unmittelbar von dem anderen Elohim abstammten. Das waren die strengen Arbeiter, die alles selbst erarbeiten wollten.“ (Lit.:GA 93, S. 59ff)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Tempellegende und die Goldene Legende , GA 93 (1991), ISBN 3-7274-0930-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Weblinks

Commons-logo.png Commons: Kain und Abel - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema
  • Renate Brandscheidt: Artikel Kain und Abel; in: Michaela Bauks, Klaus Koenen (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), 2007ff.

Einzelnachweise

  1. Online Qoran Project (OQP): Al-Maaida (Sure 5)
Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Abel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.