Das Absolute

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Das Absolute (von lat. absolutum, das Losgelöste) im philosophischen Sinn besteht nur in und durch sich selbst, losgelöst von jeder äußeren Bestimmung, Begrenzung oder Abhängigkeit und steht damit im Gegensatz zu dem bloß Relativen, das nur durch die Beziehung zu etwas anderem besteht.

In der griechischen Philosophie seit Platon ist das Absolute das An-sich-Seiende (kath' hauto) und zugleich die Quelle alles Seins überhaupt, für Platon identisch mit der höchsten Idee, mit der Idee des Guten. Aristoteles identifiziert es mit dem Unbewegten Beweger; für Plotin ist es Das Eine.

In der Scholastik bedeutet das Absolute das »purum«, »sine ulla conditione«, »non dependens ab alio« und wird schon von den lateinischen Kirchenvätern als Kennzeichen Gottes gebraucht und schließlich von Nikolaus von Kues unmittelbar mit Gott gleichgesetzt.

Christian Wolff definiert das Absolute als »dasjenige Ding, welches den Grund seiner Wirklichkeit in sich hat und also dergestalt ist, daß es unmöglich nicht sein kann«, d.h. ein »selbständiges Wesen«, das »von allen Dingen unabhängig ist«. Nach Immanuel Kant ist bedeutet "absolut", »daß etwas von einer Sache an sich selbst betrachtet und also innerlich gelte« oder »daß etwas in aller Beziehung (uneingeschränkt) gültig ist«. Johann Gottlieb Fichte spricht vom absoluten Ich und Hegel vom absoluten Geist. Für Schelling ist das Absolute, als der Urgrund aller Dinge, die Einheit von Natur und Geist, die Identität von Schöpfung und Schöpfer.

In der östlichen philosophischen Tradition des Buddhismus ist das Absolute gleichzusetzten mit der absoluten Leere (Shunyata) bzw. dem Nicht-Selbst (Anatta).