Ackerbau und Viehzucht

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Die Jungsteinzeit (fachsprachlich das Neolithikum) ist eine Epoche der Menschheitsgeschichte, deren Beginn wir in Mittel- und Westeuropa mit dem Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen definieren. Im Einflussbereich der ehemaligen Sowjetunion wurde und wird das Neolithikum durch die Gegenwart von Keramik und die Abwesenheit von Metallen definiert, was insbesondere bei Zitaten, z. B. aus David. W. Anthony, der dieser Praxis für die osteuropäischen Gebiete folgt, zu erheblichen Missverständnissen führt, da es sowohl „unser“ Mesolithikum, als auch „unser“ keramisches Neolithikum bedeuten kann.

Der Übergang zur neolithischen Wirtschaftsweise (fachsprachlich Neolithische Revolution oder Neolithisierung) vollzog sich weltweit unterschiedlich. Nomadische Lebensweise wurde im Zuge von Ackerbau und Viehhaltung gegen Sesshaftigkeit in Dorfgemeinschaften eingetauscht. Der Ackerbau schuf die Grundlage zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Nahrungsproduktion und Vorratshaltung führten zu einer größeren Unabhängigkeit von der natürlichen Umwelt und bildeten die Basis für Bevölkerungswachstum. Dieser Prozess vollzog sich vor etwa 12.000 Jahren erstmals im Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds, vor allem an den Südrändern von Taurus- und Zagrosgebirge. Noch bevor der dörfliche Hausbau aus Holz oder Stein archäologisch belegt ist, gab es in dieser Region bereits monumentale Tempelanlagen, wie auf dem Göbekli Tepe oder in Nevalı Çori (Südosttürkei).

Das Ende der Jungsteinzeit wurde mit der regional einsetzenden Verarbeitung von Kupfer eingeleitet (Kupfersteinzeit), aber erst durch die Bronzezeit abgelöst. In Afrika folgte auf die Jungsteinzeit direkt die Eisenzeit.

Siehe auch

Literatur

Monographien

  • Hans-Jürgen Beier (Hrsg.): Studien zum Siedlungswesen im Jungneolithikum. Beiträge der Sitzung der AG Neolithikum, gehalten in Kempten/Allgäu 1995 In: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Band 10 Beier & Beran, Weißbach 1996
  • MediaCultura (Hrsg.): Die ältesten Monumente der Menschheit. Vor 12.000 Jahren in Anatolien. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 3-8062-2090-5 (DVD-ROM).
  • Steven Mithen: After the Ice. A Global Human History, 20.000–5000 BC. Weidenfeld & Nicolson, London 2003, ISBN 0-297-64318-5.
  • Josef H. Reichholf: Warum die Menschen sesshaft wurden. 2. Aufl. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-062943-2.
  • Daniel Zohary, Maria Hopf: Domestication of Plants in the Old World. The Origin and Spread of Cultivated Plants in West Asia, Europe and the Nile Valley. 3. Aufl. Oxford University Press, Oxford 2000, ISBN 0-19-850357-1.

Aufsätze

  • Christopher S. Troy u. a.: Genetic evidence for Near-Eastern origins of European cattle. In: Nature. Band 410, 2001, April, S. 1088–1091.
  • Lounès Chikhi u. a.: Y genetic data support the Neolithic demic diffusion model. In: PNAS. Band 99, 2002, S. 11008–11013.
  • Gordon Hillmann u. a.: New evidence of Lateglacial cereal cultivation at Abu Hureyra on the Euphrates. In: The Holocene. Band 11, Nr. 4, 2001, S. 383–393.
  • Simcha Lev-Yadun, Avi Gopher, Shahal Abbo: The Cradle of Agriculture. In: Science. Band 288, Nr. 5471, 2000, S. 1602–1603.
  • Dolores R. Piperno u. a.: Processing of wild cereal grains in the Upper Palaeolithic revealed by starch grain analysis. In: Nature. Band 430, 2004, S. 670–673.
  • Kevin O. Pope u. a.: Origin and Environmental Setting of Ancient Agriculture in the Lowlands of Mesoamerica. In: Science. Band 292, Nr. 5520, 2001, S. 1370–1373.

Weblinks

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