Alte Sonne

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die alte Sonne, nicht zu verwechseln mit unserer gegenwärtigen Sonne, war die zweite Verkörperung (→ Weltentwicklungsstufen) unserer Erde bzw. unseres ganzen Planetensystems. Der alten Sonnenwelt ging der alte Saturn, eine reine Wärmewelt, voran und der alte Mond folgte ihr. Die alte Sonnenwelt wird gelegentlich auch als Kosmos der Stärke bezeichnet. (Lit.: GA 104, S. 169) Ihre Entwicklung wurde von den Geistern der Weisheit geleitet. Der höchste Regent der Sonnenentwicklung war der Christus. Auf der alten Sonne enstand der Lichtäther und das Luftelement. Die Weltenmission der alten Sonne war es, den Ätherleib des Menschen auszugestalten, und nach innen aus dem fortströmenden Element der Weisheit das Gefühl zu ermöglichen. (Lit.: GA 121, S. 86ff) Die alte Sonnenentwicklung wird auch als zweiter Schöpfungstag bezeichnet: Dies Solis = Sonnentag (= Sonnengott, denn Dies und Deus sind gleichen Ursprungs). (Lit.: GA 99, S. 93ff)

Licht und Gas als Substanzen der alten Sonne

Die alte Sonne ist der wiederauferstandene alte Saturn und trat mit schicksalsmäßiger Notwendigkeit deshalb in die äußere Erscheinung, weil die Geister der Persönlichkeit auf dem alten Saturn nicht alle Wärme-Eier aus eigener Kraft wieder in sich aufgenommen und in ein rein inneres Dasein geführt hatten. Jetzt differenzierte sich die Wärme, aus der der alte Saturn einzig bestanden hatte, in Licht und Rauch (→ siehe auch Feuerluft, Ruach), so dass die Sonnensphäre nun innerlich aus Luft, aus strömendem Gas bestand und nach außen in strahlendem Licht erglänzte. Das Licht wurde also durch das brennende Gas erzeugt. Im Sonnenleib hätte man verschiedene Gasströme gesehen, was wie ein Atemprozess angemutet hätte.

Die alte Sonne als Werk der zweiten Hierarchie

Der alte Saturn, der der Sonnenentwicklung vorangegangen ist, war das gemeinsame Werk der ersten Hierarchie, also der Seraphim, Cherubim und Throne. Die alte Sonne wurde durch die zweite Hierarchie, die Kyriotetes, Dynamis und Exusiai, hervorgebracht.

Tafel 1

"Man redete so, daß man, wenn man von Elementen redete, vom Elemente der Wärme, darunter eigentlich Cherubim, Seraphim, Throne verstand. Und das ist das saturnische Dasein.

Nun ging man weiter, und man sagte sich dann: Nur die Seraphim, Cherubim, Throne haben die Macht, so etwas hervorzubringen, so etwas hinzustellen in den Kosmos. Nur diese höchste Hierarchie hat die Fähigkeit, so etwas hinzustellen in den Kosmos. Aber indem diese höchste Hierarchie im Ausgangspunkte eines Weltenwerdens so etwas hingestellt hat, konnte die Entwickelung weitergehen. Es konnten gewissermaßen die Söhne der Seraphim, Cherubim und Throne die Entwickelung weiterleiten. ~ Und das geschah dann auf die Weise, daß wirklich die von den Seraphim, Cherubim und Thronen hervorgebrachten Wesenheiten der zweiten Hierarchie, die Kyriotetes, Dynamis, Exusiai, daß diese nun eindrangen in diesen Raum, sagen wir, der hier durch Seraphim, Cherubim und Throne saturnisch gestaltet worden war, saturnisch warm gebildet worden war. Da drangen dann die jüngeren, natürlich kosmisch jüngeren Wesenheiten ein. Diese kosmisch jüngeren Wesenheiten, wie wirkten sie? Wahrend die Cherubim, Seraphim und Throne für sich im Elemente der Wärme sich offenbarten, so offenbarten sich die Wesenheiten der zweiten Hierarchie im Elemente des Lichtes. Hier (auf der Zeichnung, roter Hintergrund) das Saturnische ist dunkel, liefert Wärme. Und innerhalb der dunklen finsteren Welt des saturnischen Daseins ersteht dasjenige, was durch die Söhne der ersten Hierarchie, durch die Exusiai, Dynamis, Kyriotetes entstehen kann.

Was da entsteht innerhalb dieses saturnisch Warmen, das entsteht dadurch, daß das Eindringen der zweiten Hierarchie bedeutet ein innerliches Durchleuchtetwerden. Dieses innerliche Durchleuchtetwerden ist verknüpft mit einer Verdichtung der Wärme. Es wird aus dem aus dem bloßen Wärmeelement Luft. Und wir haben auf der einen Seite eindringend in der Offenbarung des Lichtes die zweite Hierarchie. Aber Sie müssen sich jetzt klar vorstellen, in Wirklichkeit dringen Wesenheiten ein. Für ein Wesen mit entsprechender Wahrnehmungsfähigkeit dringt Licht ein. Licht ist dasjenige, was die Wege dieser Wesenheiten bezeichnet. Wenn irgendwo Licht hinkommt, so entsteht unter gewissen Bedingungen Schatten, Finsternis, finsterer Schatten. Durch das Eindringen der zweiten Hierarchie in Form des Lichtes entstand auch Schatten. Was war dieser Schatten? Die Luft. Und tatsächlich, bis ins 15., 16. Jahrhundert hat man gewußt, was die Luft ist. Heute weiß man nur, die Luft besteht aus Sauerstoff, Stickstoff und so weiter, womit nicht viel anderes gesagt ist, als wenn einer meinetwillen von einer Uhr weiß, sie besteht aus Glas und Silber, womit über die Uhr gar nichts gesagt ist. Es ist über die Luft gar nichts gesagt als kosmische Erscheinung, wenn man sagt, sie besteht aus Sauerstoff und Stickstoff, aber es ist viel über die Luft gesagt, wenn man weiß: Aus dem Kosmos heraus ist die Luft der Schatten des Lichtes. - So daß man also jetzt tatsächlich mit dem Eindringen der zweiten Hierarchie in das saturnisch Warme das Eindringen des Lichtes hat (weiße Strahlen) und den Schatten des Lichtes, die Luft (grüne Schlangenlinien). Und wo das entsteht, ist Sonne." (Lit.: GA 233a, S. 16ff)

Die alte Sonne als Heimatplanet der Erzengel

Im Licht der alten Sonne machten die Erzengel (Archangeloi) ihre Menschheitsstufe durch, d.h. sie erwarben sich hier ihr Ich.

"Die Sonne war selbst eine Art von Luftmasse. Das, was sie umgab, war jene Stofflichkeit, die früher den Saturn selbst gebildet hatte: das Feuer, die Wärme. Der Teil, der sich verdichtet hatte, hatte die gasförmige Sonne gebildet, und was sich nicht verdichten konnte, war ein wogendes Feuermeer. Diese Wesenheiten konnten also auf der Sonne so leben, daß sie Wärme, Feuer ein- und ausatmeten. Daher nennt man diese Geister die Feuergeister. Sie standen auf der Sonne auf der Stufe der Menschheit, und sie arbeiteten in dem Dienst der Menschheit. Sonnen- oder Feuergeister nennt man diese Wesenheiten. Der Mensch war damals auf der Stufe des Schlafbewußtseins. Diese Sonnen-Feuergeister hatten schon das Ich-Bewußtsein. Sie haben sich seither auch weiterentwickelt und höhere Bewußtseinsstufen erstiegen. Man nennt sie in der christlichen Esoterik Erzengel. Und der am höchsten entwickelte Geist, der auf der Sonne war als Feuergeist, der sich heute noch auf der Erde betätigt, mit höchstentwickeltem Bewußtsein, dieser Sonnen- oder Feuergeist, das ist der Christus, ebenso wie der höchstentwickelte Saturngeist der Vatergott ist. Für die christliche Esoterik war daher in dem fleischlichen Leibe des Christus Jesus ein solcher Sonnen-Feuergeist verkörpert, und zwar der höchste, der Regent der Sonnengeister. Damit er auf die Erde kommen konnte, mußte er einen physischen Leib benutzen. Er mußte unter denselben irdischen Bedingungen stehen wie der Mensch, um sich hier betätigen zu können." (Lit.: GA 99, S. 100)

Indem die Archangeloi das strömende Gas in ihr Wesen aufnahmen und wieder abgaben enstand ein Einatmen Sonnen-Nacht und Ausatmen Sonnen-Tag, durch den sich die alte Sonne rhythmisch wechselnd verdunkelte und wieder leuchtend erstrahlte. Dadurch unterscheidet sich auch die alte Sonne von unserer heutigen Sonne, die kontinuierlich leuchtet. Die ursprünglichen Wärme-Eier gestalteten sich durch diese Vorgänge zu regelmäßigen, innerlich lebendigen Gebilden um. Die Feuergeister hatten eine besondere Vorliebe für den Sonnentag, da dieser ihnen durch das Licht das Hinauswandern und das Ausbreiten im Universium ermöglichte. In diesem Zustand fühlten sie sich sehr wohl. Das Zurückkehren zur alten Sonne in der Sonnennacht war ihnen hingegen unangenehm, sie empfanden das Dasein in der dunklen Sonnennacht als beengt und niedriger als das Aufgehen im Universum am Sonnentage. Durch den Einfluss der Cherubim wurde es ihnen möglich, ihren Aufenthalt im Lichtäther in die Länge zu ziehen. Diese waren rings um die alte Sonne verteilt und nahmen die Erzengelwesen auf. Besagter Aufenthalt war ein solcher in der geistigen Welt. Die Cherubim wirkten belebend auf die Archangeloi.

"Wenn nichts anderes eintreten würde als das, was ich im letzten Vortrag und jetzt beschrieben habe, dann würden die Erzengel, die da Menschen sind auf der alten Sonne, in den Sonnentagen mit den Lichtstrahlen hinauseilen in das Universum, würden sich verbreiten im Universum, und sie müßten in den Sonnennächten wiederum zurückkehren zur Sonne. Ein Aus- und Einatmen des Lichtes und damit auch der im Licht webenden und wesenden Geschöpfe würde da sein. Aber so ist es nicht. Und ich möchte jetzt wiederum in einer einfachen Weise, ich möchte sagen, fast trivial charakterisieren das Wesen dieser Erzengel oder Archangeloi. Es gefällt ihnen sozusagen zu gut, wenn sie da hinausschweben in das Universum; es gefällt ihnen besser das Hinaus- schweben und Aufgehen in dem Geist des Universums als das Wiedersichzusammenziehen. Das ist ihnen wie ein sie beengendes Dasein, ein niedrigeres Dasein. Das Leben im Lichtäther gefällt ihnen also besser. Nun könnten sie dieses Leben im Lichtäther nimmermehr über eine gewisse Grenze hinaus ausdehnen, wenn ihnen nicht irgend etwas zu Hilfe käme dabei. Wenn diese Wesenheiten auf der alten Sonne allein auf sich angewiesen wären, ganz unmöglich könnten sie etwas anderes tun als, sagen wir, brav wieder zurückkehren zur Sonne in den Sonnennächten. Dennoch haben sie es nicht getan, sondern sie haben sozusagen die Zeit ihres Verweilens in der Welt draußen immer länger und länger ausgedehnt, haben sich immer mehr und mehr aufgehalten in der geistigen Welt. Was kam ihnen da zu Hilfe?

Wenn wir uns vorstellen, dieser Kreis sei der alte Sonnenball, so streben nach allen Seiten hinaus von diesem alten Sonnenball in den Weltenraum die Erzengel, es verbreitet sich geistig das Wesen der Erzengel in das Universum. Zu Hilfe kam den Erzengeln bei dieser Ausbreitung der Umstand, daß ihnen Wesen aus dem Universum entgegenkamen. So wie früher bei dem alten Saturn eingeströmt sind aus dem Universum die Feuerelemente der Throne, so kommen jetzt den Erzengeln, die da hinausgehen, andere Wesenheiten entgegen, Wesenheiten, die noch höher sind als die Throne; und sie helfen ihnen, so daß sie länger da draußen in der geistigen Welt bleiben können, als sie es sonst hätten können.

Diese Wesenheiten, die den Erzengeln aus dem geistigen Raum entgegengekommen sind und die Erzengel aufgenommen haben, nennen wir Cherubim. Das ist eine besonders erhabene Art von geistigen Wesenheiten, denn sie haben die Macht, sozusagen mit offenen Armen aufzunehmen die Erzengelwesen. Wenn diese Erzengelwesen hinaus sich verbreiten, kommen ihnen die Cherubim aus dem Weltenall entgegen. Also wir haben rings um den alten Sonnenball herum die sich nahenden Cherubim. Wie, wenn ich den Vergleich gebrauchen darf, unsere Erde von ihrer Atmosphäre umgeben ist, so ist die alte Sonne umgeben gewesen von dem Reich der Cherubim zur Wohltat der Erzengel. Diese Erzengel schauten also, wenn sie hinausgingen in den Weltenraum, sie schauten ihre großen Helfer an." (Lit.: GA 110, S. 70f)

Die Cherubim nahmen das Licht, welches der Feuermaterie entsprang, in sich auf und veredelten es. Als Ausgleich dazu wurde die erste Anlage zum Tierreich in den dunklen Rauch der Sonnennacht hineingemalt (→ Das Tierreich und die okkulte Sonne). Tritt im Universum eine Erhöhung ein, muss dieser eine Involution entgegengestellt werden.

Die Menschheit und die okkulte Sonne

Der Mensch, von dem damals nur der physische Leib und der Ätherleib veranlagt waren, hatte ein traumloses Schlaf-Bewusstsein, wie es heute die Pflanzen haben.

Indem dem Menschenwesen der Ätherleib verliehen wurde, ist zugleich im physischen Leib das Drüsensystem veranlagt worden. Drüsen sind vom Ätherleib umgewandelte Anlagen der Sinnesorgane vom alten Saturn.

Das Tierreich und die okkulte Sonne

In der Sonnennacht, in welcher die Cherubim nicht in der Weise auf die Erzengel einwirken konnten, in der sie es am Sonnentage taten, beeinflussten sie das dunkle Gas der alten Sonne. Dadurch entwickelte sich aus dem alten Sonnennebel heraus die erste Anlage zum heutigen Tierreich. Diese war eine Spiegelung der Cherubim. Aufgrund dieses Zusammenhanges der Geister der Harmonien mit den Tieren wurden sie in der Vergangenheit auch von denjenigen, denen derselbe durch die Mysterien geläufig war, als Tierkreis bezeichnet.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik, GA 11 (1904-1908), Kapitel Das Leben der Sonne pdf mobi epub
  2. Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1909), Kapitel Die Weltentwicklung und der Mensch pdf mobi epub
  3. Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99, Neunter Vortrag, München, 2. Juni 1907 pdf mobi epub
  4. Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985) pdf mobi epub
  5. Rudolf Steiner: Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt, GA 110, Vierter Vortrag, Düsseldorf, 13. April 1909 pdf mobi epub
  6. Rudolf Steiner: Die Mission einzelner Volksseelen, GA 121 (1982), Fünfter Vortrag, Kristiania, 11. Juni 1910 pdf mobi epub
  7. Rudolf Steiner: Mysterienstätten des Mittelalters, GA 233a (1991), ISBN 3-7274-2335-8 pdf mobi epub
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

  1. GA 11: Aus der Akasha-Chronik (1904/05) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
  2. GA 13: Die Geheimwissenschaft im Umriss (1910) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
  3. GA 121: Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie - Der gesamte Text online.