Alte Sonne

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Die alte Sonne, nicht zu verwechseln mit unserer gegenwärtigen Sonne, war die zweite Verkörperung (→ Weltentwicklungsstufen) unserer Erde bzw. unseres ganzen Planetensystems. Die alte Sonnenwelt wird gelegentlich auch als Kosmos der Stärke bezeichnet. (Lit.: GA 104, S 169) Ihre Entwicklung wurde von den Geistern der Weisheit geleitet. Der höchste Regent der Sonnenentwicklung war der Christus.

Die Weltenmission der alten Sonne war es, den Ätherleib des Menschen auszugestalten, und nach innen aus dem fortströmenden Element der Weisheit das Gefühl zu ermöglichen. (Lit.: GA 121, S 86ff)

Die alte Sonnenentwicklung wird auch als zweiter Schöpfungstag bezeichnet: Dies Solis = Sonnentag (=Sonnengott, den Dies und Deus sind gleichen Ursprungs). (Lit.: GA 099, S 93ff)

Die alte Sonne ist der wiederauferstandene alte Saturn und trat mit schicksalsmäßiger Notwendigkeit deshalb in die äußere Erscheinung, weil die Geister der Persönlichkeit auf dem alten Saturn nicht alle Wärme-Eier aus eigener Kraft wieder in sich aufgenommen und in ein rein inneres Dasein geführt hatten. Jetzt differenzierte sich die Wärme, aus der der alte Saturn einzig bestanden hatte, in Licht und Rauch (→ siehe auch Feuerluft, Ruach), so dass die Sonnensphäre nun innerlich aus Luft, aus strömendem Gas bestand und nach außen in strahlendem Licht erglänzte.

Im Licht der alten Sonne machten die Erzengel (Archangeloi) ihre Menschheitsstufe durch, d.h. sie erwarben sich hier ihr Ich.

"Die Sonne war selbst eine Art von Luftmasse. Das, was sie umgab, war jene Stofflichkeit, die früher den Saturn selbst gebildet hatte: das Feuer, die Wärme. Der Teil, der sich verdichtet hatte, hatte die gasförmige Sonne gebildet, und was sich nicht verdichten konnte, war ein wogendes Feuermeer. Diese Wesenheiten konnten also auf der Sonne so leben, daß sie Wärme, Feuer ein- und ausatmeten. Daher nennt man diese Geister die Feuergeister. Sie standen auf der Sonne auf der Stufe der Menschheit, und sie arbeiteten in dem Dienst der Menschheit. Sonnen- oder Feuergeister nennt man diese Wesenheiten. Der Mensch war damals auf der Stufe des Schlafbewußtseins. Diese Sonnen-Feuergeister hatten schon das Ich-Bewußtsein. Sie haben sich seither auch weiterentwickelt und höhere Bewußtseinsstufen erstiegen. Man nennt sie in der christlichen Esoterik Erzengel. Und der am höchsten entwickelte Geist, der auf der Sonne war als Feuergeist, der sich heute noch auf der Erde betätigt, mit höchstentwickeltem Bewußtsein, dieser Sonnenoder Feuergeist, das ist der Christus, ebenso wie der höchstentwickelte Saturngeist der Vatergott ist. Für die christliche Esoterik war daher in dem fleischlichen Leibe des Christus Jesus ein solcher Sonnen-Feuergeist verkörpert, und zwar der höchste, der Regent der Sonnengeister. Damit er auf die Erde kommen konnte, mußte er einen physischen Leib benutzen. Er mußte unter denselben irdischen Bedingungen stehen wie der Mensch, um sich hier betätigen zu können." (Lit.: GA 099, S 100)

Indem die Archangeloi das strömende Gas in ihr Wesen aufnahmen und wieder abgaben enstand ein Einatmen Sonnen-Nacht und Ausatmen Sonnen-Tag, durch den sich die alte Sonne rhythmisch wechselnd verdunkelte und wieder leuchtend erstrahlte. Dadurch unterscheidet sich auch die alte Sonne von unserer heutigen Sonne, die kontinuierlich leuchtet. Die ursprünglichen Wärme-Eier gestalteten sich durch diese Vorgänge zu regelmäßigen, innerlich lebendigen Gebilden um.

Der Mensch, von dem damals nur der physische Leib und der Ätherleib veranlagt waren, hatte ein traumloses Schlaf-Bewusstsein, wie es heute die Pflanzen haben.

Indem dem Menschenwesen der Ätherleib verliehen wurde, ist zugleich im physischen Leib das Drüsensystem veranlagt worden. Drüsen sind vom Ätherleib umgewandelte Anlagen der Sinnesorgane vom alten Saturn.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik, GA 11 (1904-1908), Kapitel Das Leben der Sonne
  2. Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1909), Kapitel Die Weltentwicklung und der Mensch
  3. Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99, Neunter Vortrag, München, 2. Juni 1907
  4. Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985)
  5. Rudolf Steiner: Die Mission einzelner Volksseelen, GA 121 (1982), Fünfter Vortrag, Kristiania, 11. Juni 1910
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

  1. Adobepdf small.gif GA 11: Aus der Akasha-Chronik (1904/05) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
  2. Adobepdf small.gif GA 13: Die Geheimwissenschaft im Umriss (1910) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
  3. GA 121: Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie - Der gesamte Text online.
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