Alter Mond

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Der alte Mond, nicht zu verwechseln mit unserem gegenwärtigen Mond, war die dritte Verkörperung unserer Erde bzw. unseres ganzen Planetensystems. Er wird auch als Kosmos der Weisheit bezeichnet. Der Name leitet sich davon ab, dass man zur Erforschung dieses alten Mondenzustandes von der hellsichtigen Betrachtung des heutigen Mondes ausgehen muss. (Lit.: GA 136, S. 140ff) Dem alten Mond, auf den unsere Erdentwicklung folgte, gingen die Weltentwicklungsstufen des alten Saturns und der alten Sonne voran.

Die Geister der Bewegung als Regenten der alten Mondentwicklung

Die Mondenentwicklung wurde von den Geistern der Bewegung geleitet. Der höchste Mondenregent war der Heilige Geist. Die Mondenentwicklung wird in der okkulten Sprache auch als dritter Schöpfungstag, Dies Lunae = Mondtag, bezeichnet. (Lit.: GA 99, S. 103)

Die Weltenmission des alten Mondes war es, den Astralleib des Menschen auszugestalten und die Möglichkeit des Denkens zu begründen. (Lit.: GA 121, S. 97)

Der alte Mond als Werk der dritten Hierarchie

Der alte Saturn, der der Sonnenentwicklung vorangegangen ist, war das gemeinsame Werk der ersten Hierarchie, also der Seraphim, Cherubim und Throne. Die alte Sonne wurde durch die zweite Hierarchie, die Kyriotetes, Dynamis und Exusiai, hervorgebracht. Die dritte Hierarchie, die Angeloi, Archangeloi und Archai, wirkten wesentlich an der Entwicklung des alten Mondes mit.

"Nun gehen wir weiter. Die weitere Entwickelung wird nun wiederum durch die Söhne der zweiten Hierarchie, durch Archai, Archangeloi, Angeloi, geleitet. Diese Wesenheiten bringen ein Neues in das leuchtende Element, das zunächst durch die zweite Hierarchie, eingezogen ist, das seinen Schatten, die luftige Finsternis nach sich gezogen hat - nicht die gleichgültige neutrale Finsternis, die saturnische, die einfach Abwesenheit des Lichtes war, sondern die, welche den Gegensatz des Lichtes herausgearbeitet hat. Zu dieser Entwickelung hinzu bringt die dritte Hierarchie, Archai, Archangeloi, Angeloi, durch ihre eigene Wesenheit ein Element hinein, das ähnlich ist unserem Begehren, unseren Trieben, etwas zu erlangen, nach etwas sich zu sehnen.

Dadurch kam folgendes, dadurch kam zustande, daß, sagen wir, ein Archai- oder Angeloiwesen hier hereinkam (siehe Zeichnung S. 17, Punkt auf dem Lichtstrahl rechts) und auftraf auf ein Element des Lichtes, ich möchte sagen, auf einen Ort des Lichtes. In diesem Ort des Lichtes empfing es durch die Empfänglichkeit für dieses Licht den Drang, das Begehren für die Finsternis. Es trug das Angeloiwesen das Licht in die Finsternis herein, oder ein Angeloiwesen trug die Finsternis in das Licht herein. Diese Wesenheiten werden die Vermittler, die Boten zwischen Licht und Finsternis. Und die Folge davon war, daß dann dasjenige, was früher nur im Lichte erglänzte und seinen Schatten, die dunkle luftige Finsternis, nach sich gezogen hat, daß das anfing in allen Farben zu schillern, daß Licht in Finsternis, Finsternis in Licht erschien. Die dritte Hierarchie ist es, die die Farbe hervorgezaubert hat aus Licht und Finsternis. Sehen Sie, hier haben Sie auch sozusagen etwas historisch Dokumentarisches vor Ihre Seele hinzustellen. In der Aristoteles-Zeit hat man noch gewußt, wenn man, ich möchte sagen, innerhalb des Mysteriums sich gefragt hat, woher die Farben kommen, daß damit die Wesenheiten der dritten Hierarchie zu tun haben. Daher sprach es Aristoteles in seiner Farbenharmonie aus, daß die Farbe ein Zusammenwirken des Lichtes und der Finsternis bedeutet. Aber dieses geistige Element, daß man hinter der Wärme die Wesenheiten der ersten Hierarchie, hinter dem Lichte und seinem Schatten, der Finsternis, die Wesenheiten der zweiten Hierarchie, hinter dem farbigen Aufglitzern in einem Weitenzusammenhange die Wesenheiten der dritten Hierarchie zu sehen hat, das ging verloren. Und es blieb nichts anderes übrig als die unglückselige Newtonsche Farbenlehre, über die bis ins 18. Jahrhundert herein die Eingeweihten gelächelt haben, und die dann das Glaubensbekenntnis derjenigen wurde, die eben physikalische Fachleute sind.

Man muß eben wirklich von der geistigen Welt gar nichts mehr wissen, wenn man im Sinne dieser Newtonschen Farbenlehre sprechen kann. Und wenn man noch innerlich aufgestachelt ist von der geistigen Welt, wie es bei Goethe der Fall war, da sträubt man sich dagegen. Man stellt, wie er es getan hat, das Richtige hin und schimpft furchtbar. Denn Goethe hat nie so geschimpft als bei der Gelegenheit, wo er über Newton zu schimpfen hatte; er schimpfte furchtbar über das unsinnige Zeug. Solche Dinge kann man ja heute nicht begreifen, aus dem einfachen Grunde, weil heute jemand vor den Physikern ein Narr ist, der nicht die Newtonsche Farbenlehre anerkennt. Aber die Dinge liegen doch nicht so, daß etwa in der Goethe-Zeit Goethe ganz allein dagestanden hätte. Unter denen, die nach außen diese Dinge aussprachen, stand er allein da, aber die Wissenden, auch noch am Ende des 18. Jahrhunderts, sie wußten eben durchaus auch, wie innerhalb des Geistigen die Farbe erquillt.

Aber sehen Sie, die Luft ist der Schatten des Lichtes. Und geradeso, wie, wenn das Licht ersteht, unter gewissen Bedingungen der finstere Schatten da ist, so ersteht, wenn Farbe da ist und diese Farbe als Realität wirkt - und das konnte sie, solange sie eindrang in das luftige Element -, so entsteht, wenn die Farbe hinsprüht im luftigen Elemente, wirkt im luftigen Elemente, also etwas ist, nicht bloß ein Abglanz ist, nicht bloß die Reflexfarbe ist, sondern eine Realität, die hinsprüht im luftigen Elemente: dann entsteht, wie durch Druck Gegendruck entsteht unter gewissen Bedingungen, aus dem realen Farbigen das flüssige, das wäßrige Element. Wie der Schatten des Lichtes Luft ist, kosmisch gedacht, so ist das Wasser der Abglanz, die Schöpfung des Farbigen im Kosmos. Sie werden sagen: Das verstehe ich nicht. - Aber versuchen Sie nur einmal, tatsächlich das Farbige zu fassen in seinem realen Sinne.

Zeichnung aus GA 233a, S 20

Rot - nun ja, glauben Sie, daß das Rot wirklich in seiner Wesenheit nur die neutrale Fläche ist, als die man es gewöhnlich anschaut? Das Rot ist doch etwas, was eine Attacke auf einen macht. Ich habe es oftmals erwähnt. Man möchte davonlaufen vor dem Rot, es stößt einen zurück. Das Blauviolett, man möchte ihm nachlaufen, es läuft immer vor einem davon, es wird immer tiefer und tiefer. In den Farben lebt ja alles. Die Farben sind eine Welt, und das seelische Element fühlt sich in der Farbenwelt tatsächlich so, daß es gar nicht auskommen kann ohne Bewegung, wenn es den Farben mit dem seelischen Erleben folgt.

Sehen Sie, der Mensch glotzt heute den Regenbogen an. Wenn man nur mit einiger Imagination nach dem Regenbogen hinschaut, da sieht man Elementarwesen, die am Regenbogen sehr tätig sind. Diese Elementarwesen zeigen sehr merkwürdige Erscheinungen. Hier (bei Rot und Gelb) sieht man fortwährend aus dem Regenbogen herauskommen gewisse Elementarwesen. Die bewegen sich dann so herüber. In dem Augenblicke, wo sie ankommen an dem unteren Ende des Grüns, werden sie angezogen. Man sieht sie hier verschwinden (bei Grün und Blau). Auf der anderen Seite kommen sie wieder heraus. Der ganze Regenbogen zeigt für den, der ihn mit Imagination anschaut, ein Herausströmen des Geistigen, ein Verschwinden des Geistigen. Er zeigt tatsächlich etwas wie eine geistige Walze, wunderbar. Und zu gleicher Zeit bemerkt man an diesen geistigen Wesenheiten, daß, indem sie da herauskommen, sie mit einer großen Furcht herauskommen, indem sie da hineingehen, gehen sie mit einem ganz unbesieglichen Mut hinein. Wenn man nach dem Rotgelb hinschaut, da strömt Furcht aus, wenn man nach dem Blauviolett hinschaut, bekommt man das Gefühl: Da lebt ja alles wie Mut, wie Courage.

Nun stellen Sie sich vor, daß nicht bloß der Regenbogen da ist, sondern wenn ich jetzt hier einen Schnitt zeichne (siehe Zeichnung, Tafel 2 oben) und der Regenbogen so steht (um 90° gedreht), so kommen die Wesenheiten da heraus, da verschwinden sie; hier Angst, hier Mut (siehe Zeichnung S. 22). Der Mut verschwindet wiederum. So wäre jetzt das Auge gerichtet, hier ist der Regenbogen, hier ist jetzt

Zeichnung aus GA 233a, S 22

Rot, Gelb und so weiter. Da bekommt der Regenbogen eine Dicke. Und da werden Sie sich schon vorstellen können, daß wäßriges Element daraus entsteht. Und in diesem wäßrigen Element leben nun geistige Wesenheiten, die wirklich auch eine Art von Abbild sind der Wesenheiten der dritten Hierarchie. Man kann schon sagen: Kommt man an die Wissenden des 11., 12., 13. Jahrhunderts heran, so muß man solche Dinge verstehen. Sie können nicht einmal die Späteren mehr verstehen, Sie können nicht den Albertus Magnus verstehen, wenn Sie ihn lesen mit dem, was heute der Mensch weiß. Sie müssen ihn lesen mit einer Art von Wissen, daß solches Geistiges für ihn noch eine Realität war; dann verstehen Sie erst, wie er die Worte gebraucht, wie er sich ausdrückt. Und auf diese Weise treten auf wie ein Abglanz der Hierarchien Luft, Wasser. Indem die Hierarchien selber eindringen, dringt die zweite Hierarchie ein in Form des Lichtes, die dritte Hierarchie ein in Form des Farbigen. Damit aber, daß dieses sich bildet, ist das Mondendasein erreicht." (Lit.: GA 233a, S. 18ff)

Die Mondentwicklung und die Entstehung des Bösen

Zu Beginn der Mondenentwicklung wiederholte sich auf höherer Stufe die Saturn- und Sonnenentwicklung. Dann trennte sich der alte Mond von der Sonne ab und kreiste etwa dort, wo der heutige Mars seine Bahnen zieht, um die Sonne, wobei er sich während eines Rundgangs nur einmal um sich selbst drehte. Diese Sonne, die das Zentrum der alten Mondenwelt bildete, glich weder der ursprünglichen alten Sonne, aus die Mondenwelt hervorgegangen war, noch unserer heutigen Sonne.

Der alte Mond entwickelte sich aus der alten Sonne dadurch, dass die Geister der Bewegung die Masse der alten Sonne bis zur Grenze der heutigen Marsspäre zusammendrängten. Dadurch verdichtete sich die Luft teilweise zu Wasser. Zugleich verfeinerte sich aber der Lichtäther, der während des alten Sonnendaseins entstanden war, teilweise zum Klangäther. Diese Ätherkäfte trennten sich später mit der Sonne ab und wirkten nur mehr von außen auf den Mond herein. Die fortgeschrittenen geistigen Kräfte gingen mit der Sonne, während die zurückgebliebenen Mächte auf dem Mond verblieben. Letztere wurden zu luziferischen Wesenheiten und es entstand die erste Anlage zum Egoismus, damit aber auch zur Selbstständigkeit. Diese Entwicklung war mit heftigen Auseinandersetzungen verbunden, die in der Esoterik als Streit am Himmel bezeichnet werden, und desssen Spuren wir heute in dem Trümmerfeld der Planetoiden zwischen der Mars- und Jupiterbahn beobachten können. Es entstand so die Möglichkeit des Bösen auf dem alten Mond.

Das weibliche Gemeinschaftsbewusstsein des alten Mondes

Der alte Mond hatte in hohem Grade ein gemeinsames Bewusstsein, das als weiblich empfunden wurde (Isis). Die von außen hereinstrahlende Sonne wurde als männlich empfunden (Osiris). Zu gewissen Zeiten, wenn der alte Mond in einer bestimmten Stellung zur Sonne war, ertönte der ganze Mond, wenn die einzelnen Wesen ihren Trieb, der eine Art Keim des Fortpflanzungstriebes war, in den Kosmos hinausschrien, aber nicht aus ihrem einzelnen Erleben heraus, sondern als kollektiver Ausdruck dieser kosmischen Konstellation.

Die Naturreiche des alten Mondes

Der alte Mond war ein flüssiger bis zähflüssiger Weltkörper, umgeben mit einer von Feuchtigkeit durchzogenen Atmosphäre aus Feuerluft. Die Naturreiche waren sehr eigenartig gestaltet. Die Grundsubstanz glich einer Art Pflanzenbrei, der ähnlich einer innerlich halblebendig wachsenden Torfmoormasse war. Ein festes Mineralreich in unserem irdischen Sinn gabe es noch nicht, sondern das unterste Naturreich war so etwas wie ein Mineralpflanzenreich, das auf einer Entwicklungsstufe stand, die zwischen unseren heutigen Mineralien und unseren heutigen Pflanzen lag. Darüber erhob sich ein innerlich empfindsames Pflanzentierreich, das entwicklungsmäßig zwischen unseren heutigen Tieren und Pflanzen stand. Als drittes Naturreich folgte, zwischen Tier und Mensch stehend, ein Tiermenschenreich, dem der Mensch in seinem damaligen Entwicklungsgrad angehörte. Ursprünglich hatte es auf dem alten Mond ein Menschenreich, ein Tierreich und ein Pflanzenreich gegeben. Durch den Austritt der Sonne wurden diese jeweils um eine halbe Entwicklungsstufe gehoben, so dass die genannten Zwischenreiche entstanden.

"Nicht bloß während unserer Erdentwickelung, sondern vorbereitend schon während der Mondentwickelung geht die Sonne einmal heraus aus dem gemeinsamen Weltenkörper; so daß wir in der Mitte der Mondentwickelung zwei Körper haben, den Mondleib - Erde plus Mond - und die Sonne, die mit den vorgeschrittensten Wesenheiten sich herausgetrennt hat, weil diese Wesenheiten für ihre Weiterentwickelung einen erhabeneren Schauplatz brauchten. Dadurch nun, daß die feineren Kräfte und Wesenheiten hinausgingen, blieben auf der Erde die gröberen zurück, und dieser Weltkörper - Erde plus Mond - erfuhr dadurch sozusagen eine Verdichtung. Wir sehen also, daß schon damals in der alten Mondzeit die Sonne mit ihren Wesenheiten von außen her während einiger Zeit auf den zurückbleibenden Mondkörper gewirkt hat. Nun wird es nötig sein, Ihnen diesen zurückbleibenden Körper ein wenig näher zu beschreiben, denn wir haben ja einen Teil unserer Entwickelung auf ihm durchgemacht. Auf dem Saturn gab es nur den physischen Leib; der Mensch hatte den Wert eines Minerals. Auf der Sonne erhob sich der Mensch zu dem Werte einer Pflanze, denn er hatte physischen und Ätherleib. Nun waren aber gewisse Wesenheiten zurückgeblieben, indem sie auf der alten Sonne nicht mit hinaufstiegen zum Menschen-Pflanzendasein, sondern auf der Stufe des Saturn stehen blieben. Das sind die Vorläufer gewisser heutiger Tiere. Sie sehen, der heutige Mensch reicht in bezug auf seine Vergangenheit zurück bis zu dem alten Saturn, während erst auf der Sonne die Vorläufer eines Teiles unserer heutigen Tiere auftreten als ein zweites Reich neben dem Menschen. Aus demselben Grunde, aus einem Zurückbleiben gewisser Wesenheiten, war der Mensch, der sich auf dem Monde zu einem dreigliedrigen Wesen emporgearbeitet hatte, von zwei anderen Reichen umgeben: von einem Reiche, das auf dem Monde in der Stufe der Pflanze zurückgeblieben war - die Vorläufer unserer heutigen Tiere -, und von dem, was sich jetzt auf dem Monde noch auf der Stufe des Minerals befand, die Vorläufer unserer heutigen Pflanzen. Das, was heute Mineral ist, das gab es noch nicht auf dem Monde, das ist erst am spätesten entstanden als eine Aussonderung der anderen Reiche. Natürlich weiß derjenige, der solche Dinge behauptet, ganz genau, daß es Unsinn ist, im heutigen Sinne davon zu reden, daß die Pflanzen ohne die Grundlage eines Mineralreichs entstehen könnten; aber es waren eben früher ganz andere Verhältnisse. In der Tat entwickelte sich auf dem alten Monde der Mensch sozusagen im Tierreich, das Tier im Pflanzenreich, die Pflanze im Mineralreich, und als der Mond sich von der Sonne trennte, erfuhren alle Reiche eine Verschiebung, die in folgender Weise geschah.

Wenn wir uns den alten Mond denken, dann sind zunächst die drei oben genannten Reiche vorhanden:

  1. das Menschenreich - eigentlich Tierreich, aus physischem, ätherischem und Astralleib bestehend;
  2. das Tierreich - eigentlich Pflanzenreich, aus physischem und ätherischem Leibe bestehend;
  3. das Pflanzenreich - eigentlich Mineralreich, weil es nur physischen Leib hat.

Unser heutiges Mineralreich also besteht noch nicht. Als nun Mond und Sonne sich trennen, sind die Wesenheiten und Kräfte der Sonne ganz befreit von den groben Stoffen des Mondes und können um so stärker wirken. Dadurch werden nun alle drei Reiche um eine Stufe heraufgehoben. Das, was menschlicher Astralleib ist, wird aus seiner innigen Verbindung mit physischem und Ätherleib herausgehoben, so daß, wenn Sie sich den Menschen mit seinem physischen, seinem Äther- und Astralleib im Beginn des Mondendaseins denken, Sie später eine wesentliche Veränderung wahrnehmen: Dadurch, daß die Sonne heraustritt und von außen zu scheinen beginnt, werden der Astralleib und der Ätherleib zum Teil befreit. Die Folge davon ist, daß etwas entsteht, was Sie sich etwa so vorstellen müssen: Denken Sie sich einmal, der heutige Mensch bestünde aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib, und nun käme eine äußere Kraft, die den Astralleib und den Ätherleib heraustriebe; dann würden für den Hellseher Ihr Astralleib und Ihr Ätherleib außerhalb Ihrer vorhanden sein. Sie selbst aber würden dadurch, daß diese beiden Leiber von der Schwere des physischen Leibes befreit werden, um eine halbe Stufe hinaufgehoben werden. Und so etwas geschah auch damals. Der Mensch wurde auch hinaufgehoben, er wurde ein Wesen, welches zwischen dem heutigen Menschen und dem heutigen Tiere mitten drinnen steht, welches aber in geistiger Beziehung gelenkt und geleitet wurde von den erhabenen Sonnenmächten. Ebenso wurden die beiden anderen Reiche um ein Stück hinaufgehoben, so daß wir in der Mitte der Mondentwickelung nicht unsere heutigen Reiche haben, sondern Zwischenreiche: ein Tiermenschenreich, ein Reich zwischen Tier und Pflanze stehend, und ein Pflanzenmineralreich. Und geradeso wie unsere Mineralien den festen Boden bilden, auf dem wir herumwandeln, so gingen die Wesenheiten des alten Mondes herum auf dem, was das niedrigste Reich des Mondes war, auf dem Pflanzenmineral. Diese Grundsubstanz des Mondes war nicht wie auf der Erde heute eine mineralische Substanz, sondern eine Art halblebendigen Wesens. Wenn Sie sich heute denken würden etwas wie Torfmoor oder wie Kochsalat oder gekochten Spinat, einen solchen Brei, aber dabei lebendig, aufbrodelnd - dann ungefähr hätten Sie eine Vorstellung von dem, was damals die Grundmasse war. Und nicht Felsen ragten aus dieser Masse heraus, sondern Gebilde wie etwa das Holz, verdichtete Pflanzenmasse, Horngebilde, das war damals anstelle der heutigen Felsen. Und für den hellseherischen Blick zeigt sich das so, daß man auf einer pflanzlich-mineralischen Grundlage wandelte, die eine Verdichtung erfuhr, und das sind die Gesteine. Da wachsen nun heraus, mehr oder weniger festgewurzelt, die Tierpflanzen, viel beweglicher als heute; aus dem zähflüssigen Element wachsen sie heraus. Sie hatten eine Art von Empfindung, wenn man sie anrührte. Und aus den feinsten Substanzen hob sich der Tiermensch heraus, der keineswegs bis in die gröbsten Substanzen hinunterreichte, sondern seinen physischen Leib aus den feinsten Substanzen hatte. Und dieser physische Leib, der in fortwährender Verwandlung sich befand, sah recht merkwürdig aus; einen solchen Menschenkopf, wie ihn der Mensch heute hat, den kann der Hellseher nicht entdecken auf dem alten Monde. Er entdeckt im physischen Leibe, wenn dieser auch noch so weich und flüssig ist, nur tierähnliche Kopfformen, und was aus dieser tierähnlichen Kopfform herausragt, das ist der Äther- und der Astralleib. Für den physischen Blick hatten alle Tiermenschen also die verschiedensten Formen, die an Tiere erinnern, aber auch nur erinnern, und erst wenn man vom physischen Sehen zum astralischen Schauen aufsteigt, dann erblickt man die höhere Natur dieses Mondtiermenschen. So ist die Bevölkerung des alten Mondes." (Lit.: GA 105, S. 85ff)

"Die ganze Grundmasse des Mondes ist gebildet aus einer halblebendigen Substanz, die in einer bald trägen, bald lebhaften Bewegung ist. Eine mineralische Masse im Sinne der Gesteine und der Erdbestandteile, auf denen der gegenwärtige Mensch herumwandelt, ist das noch nicht. Man könnte von einem Reiche von Pflanzenmineralien sprechen. Nur hat man sich vorzustellen, daß der ganze Grundkörper des Mondes aus dieser Pflanzen- Mineralsubstanz besteht, wie heute die Erde aus Gesteinen, Ackererde usw. besteht Wie gegenwärtig sich Felsenmassen auftürmen, so lagerten sich der Mondenmasse härtere Teile ein, die sich mit harten Holzgebilden oder mit Formen aus Horn vergleichen lassen. Und wie sich jetzt Pflanzen aus dem Mineralboden erheben, so war der Mondengrund bedeckt und durchdrungen von dem zweiten Reich, bestehend aus einer Art von Pflanzentieren. Ihre Substanz war weicher als die Grundmasse und in sich beweglicher. Wie ein zähes Meer zog sich dieses Reich über das andere dahin. Und der Mensch selbst kann als Tiermensch bezeichnet werden. Er hatte in seiner Natur die Bestandteile der andern beiden Reiche. Aber seine Wesenheit war ganz durchdrungen von einem Lebensleib und astralischen Leib, auf weiche die von der abgeschiedenen Sonne ausgehenden Kräfte der höheren Wesenheiten wirkten. So wurde seine Gestalt veredelt. Während ihm die «Geister der Form» eine Gestalt gaben, durch die er dem Mondenleben angepaßt war, machten ihn die Sonnengeister zu einer Wesenheit, die ihn über dieses Leben hinaushob. Er hatte die Kraft, mit den ihm von diesen Geistern geschenkten Fähigkeiten seine eigene Natur zu veredeln, ja dasjenige, das mit den niederen Reichen verwandt war, auf eine höhere Stufe emporzuheben." (Lit.: GA 13, S. 192f)

"Als die Erde noch in dem Zustande war, den wir den Mond nennen, da gab es auf der Erde noch kein Mineralreich. Es war der ganze Mond damals wie eine Art Pflanze, ähnlich wie ein Torfmoor, weich und lebendig. Auf dieser pflanzenmineralischen Erde lebten Pflanzen darinnen. Mineralisches war noch nicht da. Nur zogen sich festere Bestandteile hindurch in der Art, wie Baumstämme sind. Felsen hätte man damals nicht besteigen können; die waren nicht da. Das Feste, was man damals angetroffen hätte, wäre nur so gewesen wie heute das Holzige der Pflanzen. In dieser lebendigen Pflanzenerde lebten solche Pflanzen, die, wenn man sie angefaßt hätte, geschrien haben würden; denn sie hatten Empfindung, waren Tierpflanzen. Ein Rest von diesen Mondpflanzen ist die Mistel, die deshalb auch nur auf anderen Pflanzen, also auf Lebendigem nur gedeihen kann, weil sie sich diese Natur noch vom Monde her bewahrt hat. Daher ist sie auch ganz anders gestaltet und hat besondere okkulte Eigenschaften, die zur Mondentwicklung in Beziehung stehen. Es waren also auf dem Monde:

  1. ein Pflanzenmineralreich, das höher stand als das heutige Mineralreich;
  2. ein Tierpflanzenreich von empfindenden Pflanzen;
  3. ein Reich von Menschentieren, die höher standen als das jetzige Tierreich und tiefer als das jetzige Menschenreich.

Auf dem Monde lebten die Wesen alle in hohem Maße von Stickstoff. Der Mond war von einer Stickstoffatmosphäre umgeben. An einem Überfluß von Stickstoff ist der Mond zugrunde gegangen. Die Pilze, die auch jetzt auf einem mehr pflanzlichen Boden leben, enthalten noch sehr viel Stickstoff und sind deshalb ungünstig für die okkulte Entwicklung. Sie sind noch mehr eine Art Tierpflanze wie die Tierpflanzen auf dem Monde." (Lit.: GA 266a, S. 150)

Wie aus den Naturreichen des alten Mondes die irdischen Naturreiche entstanden

Aus den Tiermenschen des alten Mondes sind größtenteils, soweit sie sich nicht weiter fortentwickeln konnten, unsere heutigen Tiere entstanden. Ebenso aus den Pflanzentieren unsere heutigen Pflanzen und aus den Mineralpflanzen die Mineralien. In einzelnen Fällen lassen sich die Spuren dieser Entwicklung noch deutlich an den heutigen Gestaltungen ablesen; ein simples, aber vielsagendes Beispiel sind die Eisblumen an unseren winterlichen Fenstern. Die Spaltung der alten Mondennaturreiche in die heutigen irdischen Naturreiche fand statt, als sich währen der Erdentwicklung der Mond von der Erde trennte.

"Wollen wir nun die abgetrennte Erde noch einmal genauer ins Auge fassen. Sie ist noch eingehüllt in einer Luftmasse, die aber ganz anders aussah als unsere heutige Luft. Sie müssen sich nicht etwa denken, daß diese Luft so etwas war wie ein glühender Ofen in seinem Inneren, obwohl die Temperatur eine viel höhere war als heute. Es waren auch viele der Stoffe, die heute fest sind, flüssig in der Erde vorhanden. Eine Luft, dicht angefüllt mit Dünsten der verschiedensten Substanzen, umhüllte die Erde, etwas, was man als Feuerluft etwa bezeichnen kann, ein Wiederholungszustand des früheren Mondenzustandes. Als die Erde nach der Trennung vom heutigen Mond selbständig geworden war, da war sie von einer merkwürdigen Atmosphäre umgeben, die man als Feuerluft bezeichnen könnte. Dadurch, daß sich die Erde von der Atmosphäre, die mit dem Mond fortgegangen war, befreit hatte, wurden die Wesen fähig, gewisse höhere Stufen zu erreichen. Innerhalb dieser Atmosphäre hatten die vorgeschrittensten Tiermenschen eine höhere Stufe erreicht, als sie auf dem Monde hatten, aber nur jene, welche später zu Menschen geworden sind. Eine große Anzahl dieser Tiermenschen blieb auf der Mondstufe stehen. Und die Folge davon war, daß sie nicht bloß stehenblieben, sondern, weil jetzt ganz neue Verhältnisse eintraten — denn es konnte nur auf dem Monde noch Tiermenschen geben -, sanken sie um eine halbe Stufe herunter und wurden Tiere, die es damals auf dem Monde noch nicht gegeben hat. So haben wir zwei Reiche: Menschen, und das zurückgebliebene Tiermenschenreich, das allmählich heruntersank zu Tieren.

Ebenso war es mit den Pflanzentieren. Eine gewisse Anzahl hatte sich höher entwickelt, zu Tieren; andere sind stehengeblieben und wurden Pflanzen. Und das Pflanzenmineralreich hat sich eben so verteilt, daß einige zu schweren Mineralien geworden sind, und andere sich zu Pflanzen hinaufentwickelt haben. Es ist nicht alles nach einem Maßstabe entstanden; was wir heute als Tiere kennen, ist zum Beispiel zum Teil so entstanden, daß die Menschentiere sich hinunterentwickelt, und zum Teil so, daß die Pflanzentiere sich hinaufentwickelt haben. Ebenso haben wir im Pf lanzenreich nebeneinander Pflanzenmineralien im Aufstieg und Pflanzentiere im Abstieg. Die Pflanzen, die heute vorzugsweise unsere ästhetische Pflanzendecke bilden, sind jene, die entstanden sind durch Hinaufentwickelung der Pflanzenmineralien des Mondes, das Veilchen zum Beispiel. Dagegen ist alles, was uns wie moderig anklingt, in absteigender Entwickelung, während unsere grünen Laubpflanzen in der Zukunft höhere Stufen erreichen werden.

Unsere Mineralien haben sich überhaupt auf der Erde entwickelt. Auf dem Monde gab es noch nichts Mineralisches, wie es heute ist. Dies ist das heruntergesunkene Pflanzenmineralreich, das als feste Kruste sich der Erde einlagerte. In der Zeit, in welcher die Erde den Mond hinauswarf, war das, was zurückblieb und später Mineral, festes Metall und so weiter wurde, selbst noch ganz und gar eine flüssige Masse. Was damals schon fest war, wurde eben in den Weltenraum hinausgeschleudert, weil sich die Erde nicht hätte höherentwickeln können, wenn sie diese Substanzen für sich behalten hätte. Dann entstanden Einschlüsse derjenigen Metalle, die am ehesten fest wurden. Merkwürdige Formen hatten sie zum Teil. Was Ihnen heute als Granit, als Gneis im Gebirge begegnet, zeigte damals noch ganz deutlich, daß es entstanden ist, indem sich Pflanzenwesen heruntergebildet haben, Steine geworden sind." (Lit.: GA 100, S. 133f)

Aus dem Menschentierreich entstanden auch die zwei Geschlechter:

"Auch das Reich der Menschentiere hat sich gespalten in zwei Reiche, und zwar in die zwei Geschlechter.* Damit entstand bei den Menschen die physische Liebe, welche wieder das Band zwischen den beiden Geschlechtern bildete und andererseits die Möglichkeit zur Höherentwicklung, zur geistigen Erkenntnis. Dadurch, daß sich das Menschenreich spaltete und die physische Liebe entstand, konnten die Götter sich höher entwickeln auf Kosten der Menschen, da für die Götter die physische Liebe der Menschen ebenso Lebensluft war, wie für den Menschen und das Tier der Sauerstoff der Pflanzen, wie für die Pflanze das vom Mineralreich zurückgestrahlte Licht. Es wird in der griechischen Sage erzählt, daß die Götter von Nektar und Ambrosia leben. Das ist die männliche und weibliche Liebe der Menschen. Zu gleicher Zeit entwickelte sich in den Menschen das Herz, die Lungen und das warme Blut - vorher atmeten die Menschen durch Kiemen. Sie lebten in einer Atmosphäre, die man nicht durch Lungen hätte einatmen können. - Nun verwandelten sich die Atmungsorgane allmählich, um den Sauerstoff der Luft einatmen zu können.

Der Aufstieg und die Fortentwicklung besteht nun darin, daß die Menschen die physische Liebe überwinden. Die Trennung in die beiden Geschlechter war notwendig, damit sich im Menschen der Intellekt entwickeln konnte. Er wurde dadurch in eine niedere und eine höhere Natur gespalten. Nun muß aber das, was die beiden Geschlechter zusammen verbindet, auch wieder überwunden werden. Es ist eine Stufe des Aufstiegs, wenn der Mensch die Kräfte der physischen Liebe opfert und in höhere Kräfte umwandelt. Dadurch, daß er diese niederen Kräfte opfert, kann das Höhere in ihm zutage treten." (Lit.: GA 266a, S. 151f)[1]

Abtrennung der Sonne

Nachdem sich die Sonne von dem alten Mond abgetrennt hatte, gab es dort drei unterschiedliche typische Gattungen der Tiermenschen: Stiermenschen, Löwenmenschen und Adlermenschen. Es spiegelt sich darin die dreifache Entwicklung auf Saturn, Sonne und Mond wider. Ihre Urbilder hatten sie in den engelartigen Gruppenseelen, die mit der Sonne hinausgegangen waren: Stiergeister, Löwengeister und Adlergeister. Sie leiteten ihre verhärteten Abbilder auf dem Mond von außen her und konnten diese am Ende der Mondenentwicklung, als sich der Mond wieder mit der Sonne vereinigte, wieder in sich aufnehmen.

"Die Tier-Menschen auf dem Monde traten ganz wesentlich verschieden in drei Stufen auf, die man in der Geisteswissenschaft bezeichnet als die Stufe des «Stieres», des «Löwen» und des «Adlers». Das sind gleichsam typische Gestaltungen der Tierheit. Es waren also auf dem alten Monde drei verschiedene Gruppierungen: Stier-Menschen, Löwen-Menschen und Adler-Menschen. Wenn wir auch mit diesen Namen durchaus nicht die heutigen Tiere Stier, Löwe und Adler bezeichnen dürfen, so ist doch in einer gewissen Weise die herabgekommene Natur jener Urmenschen, die man auf dem Monde als Löwen-Menschen bezeichnen muß, in den Katzenarten ausgedrückt. Und in dem Charakter der Huftiere ist ausgedrückt die herabgekommene Natur derjenigen Menschen, die man als Stier-Menschen bezeichnet, und so weiter. Das war die vergröberte Natur nach einer dreistufigen Entwickelung. Auf der Sonne aber waren die geistigen Gegenbilder davon vorhanden. Da waren auch drei Gruppen. Während die Entwickelung des Astralischen auf dem Monde diese drei verschiedenen Tier-Menschen bildete, entstanden die entsprechenden geistigen Menschen auf der Sonne, und zwar als engelartige Wesenheiten, geistige Wesenheiten, die man auch bezeichnet - jetzt aber als geistige Gegenbilder - als Löwe, Adler und Stier. Wenn Sie also nach der Sonne hinblicken, so haben Sie geistige Wesenheiten, von denen Sie sich sagen: Sie stellen mir dar die schönen, weisheitgestalteten Urbilder! Und auf dem alten Mond haben Sie etwas wie verhärtete Abbilder dessen, was da oben auf der Sonne ist. Aber es gibt noch etwas, was dahinter als ein Geheimnis ruht.

Diese Abbilder unten auf dem Mond sind nicht ohne Zusammenhang mit ihren geistigen Gegenbildern auf der Sonne. Da haben wir auf dem alten Mond eine Gruppe von Urmenschen, die Stier-Menschen, oben auf der Sonne eine Gruppe von Geistwesen, die man als die Stier- Geister bezeichnet, und es besteht ein geistiger Zusammenhang zwischen Urbild und Abbild. Denn die Gruppenseele ist das Urbild und wirkt als Urbild auf die Abbilder. Die Kräfte gehen von der Gruppenseele aus und dirigieren unten das Abbild: der Löwen-Geist dirigiert die Wesenheiten, die als Löwen-Menschen sein Abbild sind, der Adler- Geist die Adler-Menschen und so weiter. Wären diese Geister, die da oben sind, mit der Erde vereinigt geblieben, wären sie gebunden geblieben an ihre Abbilder, hätten sie in ihren Abbildern wohnen müssen, so hätten sie sich nicht rühren können, hätten die Kräfte nicht ausüben können, die sie ausüben mußten zum Heil und zur Entwickelung der Abbilder. Sie mußten sich sagen: Wir müssen jetzt in einem höheren Stile sorgen für das, was sich auf dem Monde entwickeln muß! Der Stier-Geist sagte sich: Ich muß sorgen für die Stier-Menschen. Auf dem Monde unten kann ich für mein eigenes Fortkommen nicht die Bedingungen finden. Dazu muß ich auf der Sonne wohnen und muß von der Sonne aus meine Kräfte herunterschicken zu den Stier-Menschen. - Ebenso war es mit dem Löwen-Geist und ebenso mit dem Adler-Geist. So ist der Sinn der Entwickelung. Gewisse Wesenheiten brauchten einen höheren Schauplatz als die Wesenheiten, die sozusagen ihr physisches Abbild waren. Diese physischen Abbilder brauchten einen niederen, minderen Schauplatz. Damit die geistigen Wesenheiten wirken konnten, mußten sie sich die Sonne herausziehen und von außen her ihre Kräfte niedersenden. So also sehen wir, wie auf der einen Seite eine Entwickelung sozusagen heruntergeht, auf der anderen Seite eine Entwickelung hinaufsteigt.

Nun geht die Entwickelung des alten Mondes weiter. Dadurch, daß die geistigen Wesenheiten von außen auf ihre Abbilder wirken, vergeistigen sie den Mond, so daß er sich später wieder mit der Sonne vereinigen kann. Die Urbilder nehmen wieder die Abbilder auf, saugen sie gleichsam auf. Es bildet sich wieder ein Welten-Devachan, eine Weltennacht. - Man nennt das auch ein «Pralaya», während man jene Zustände, wie Saturn, Sonne, Mond, «Manvantaras» nennt. - Nach dieser Weltennacht geht aus dem Dunkel des Weltenschoßes hervor unser Erdenzustand, der dazu berufen ist, den Menschen so weit zu bringen, daß er zu dem physischen, Äther- und astralischen Leib noch das Ich oder den Ichträger hinzufügen kann." (Lit.: GA 112, S. 55ff)

"Geistig gesehen können die hier in Betracht kommenden Vorgänge in der folgenden Art geschildert werden. Der Menschenvorfahr war veredelt worden von Wesenheiten, die vom Sonnenreiche abgefallen waren. Diese Veredelung erstreckte sich vor allem auf alles, was im Wasserelemente erlebt werden konnte. Auf dieses Element hatten die Sonnenwesen, die Herrscher im Wärme- und Luftelemente waren, den geringeren Einfluß. Für den Menschenvorfahren hatte dies zur Folge, daß sich in seiner Organisation zweierlei Wesenheiten geltend machten: der eine Teil dieser Organisation war ganz durchdrungen von den Wirkungen der Sonnenwesen. In dem andern wirkten die abgefallenen Mondenwesen. Dadurch war der letzte Teil selbständiger als der erste. Im ersten konnten nur Bewußtseinszustände entstehen, in denen die Sonnenwesen lebten; in dem letzteren lebte eine Art Weltbewußtsein, wie es dem Saturnzustande eigen war, nur jetzt auf einer höheren Stufe. Der Menschenvorfahr kam sich dadurch als «Abbild der Welt» vor, während sich sein «Sonnenteil» nur als «Abbild der Sonne» fühlte. — Es traten nun in der Menschennatur diese beiden Wesenheiten in eine Art Kampf. Und durch den Einfluß der Sonnenwesenheiten wurde für diesen Kampf ein Ausgleich dadurch geschaffen, daß durch ihn die stoffliche Organisation, welche das selbständige Weltbewußtsein ermöglichte, gebrechlich, vergänglich gemacht wurde. Es mußte nun von Zeit zu Zeit dieser Teil der Organisation ausgeschieden werden. Während und einige Zeit nach der Ausscheidung war der Menschenvorfahr ein bloß vom Sonneneinfluß abhängiges Wesen. Sein Bewußtsein wurde unselbständiger; er lebte in demselben ganz dem Sonnenleben hingegeben. Dann erneuerte sich der selbständige Mondenteil wieder. Nach einiger Zeit wiederholte sich stets dieser Vorgang. So lebte der Menschenvorfahr auf dem Monde in Wechselzuständen helleren und dumpferen Bewußtseins; und der Wechsel war begleitet von einer Wandelung seines Wesens in stofflicher Beziehung. Er legte von Zeit zu Zeit seinen Mondenkörper ab und nahm ihn später wieder an. Physisch gesehen zeigt sich in den angeführten Reichen des Mondes eine große Mannigfaltigkeit Die Mineralpflanzen, Pflanzentiere und Tiermenschen sind nach Gruppen verschieden. Man wird das verstehen, wenn man bedenkt, daß durch das Zurückbleiben der Gebilde auf jeder der früheren Stufen der Entwickelung Formen in den mannigfaltigsten Qualitäten verkörpert worden sind. Es sind Gebilde da, welche noch die Anfangseigenschaften des Saturn zeigen, solche der mittleren Epoche dieses Weltkörpers, solche vom Ende. Ein Gleiches gilt für alle Entwickelungsstufen der Sonne." (Lit.: GA 013, S. 193ff)

Das Menschenwesen auf dem alten Mond

Der Mensch bestand damals aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Was heute innere Blutwärme ist, hatte der Mensch auf dem alten Mond als Atmungswärme. Er hatte eine Feueratmung, mit der er die Feuernebel der Mondenatmosphäre aufnahm. Atmung und Ernährung waren noch nicht gesondert voneinander. Einen geschlossenen Blutkreislauf hatte der Mensch damals noch nicht, aber die Feuerluft-Strömungen waren rhythmisch wechselnd einmal von dichterer, einmal von weniger dichter blutähnlicher Substanzialität durchzogen. Manchmal erschienen diese Strömungen wie ein kosmischer Nabelstrang, der sich in die Atmosphäre streckte und die Stoffe in den menschlichen Leib brachte. Es war die Arbeit der Engel, die diese Blutsäfte in das Menschenwesen einfließen ließen. Sie absolvierten dabei ihre eigene Menschheitsentwicklung und bildeten ihr Ich aus. Indem die Blutströme in den Menschen einzogen, begann das Menschenwesen zum Ausdruck des kollektiven, noch nicht individuellen seelischen Erlebens von innen her zu ertönen (s.o.).

Mit dem Keim des Egoismus, der Absonderung, der durch die notwendig gewordene Abtrennung der Sonne in die Mondenwelt gelegt wurde, entstand auch die Sehnsucht, die Sehnsucht nach Wiedervereinigung, das Heimweh nach der verlorenen Sonnenwelt. Diese Sehnsucht konnte von den Geistern der Bewegung zunächst nicht der Wirklichkeit nach befriedigt werden, sondern nur durch Bilder, die sie in das Bewusstsein der Mondmenschen legten. So entstand das Bilder-Bewusstsein, der Menschenvorfahren auf dem alten Mond, bei denen erst der physische Leib, der Ätherleib und der Astralleib veranlagt waren, die aber noch kein eigenständiges Ich hatten. (Lit.: GA 132, S. 61ff)

Indem dem Menschenwesen auf dem alten Mond der Astralleib eingegliedert wurde, ist zugleich im physischen Leib das Nervensystem veranlagt worden. Der Astralleib ist der Erbauer des Nervensystems.

Wechselnde Bewusstseinszustände

"Aber es gab schon, wie gesagt, auf dem Monde, während der Zeit, wo die Sonne draußen war, einen Bewußtseinswechsel; es gab Zeiten, in denen das Bewußtsein lebhafter, und Zeiten, wo es dumpfer war. Heute wechseln Tag- und Nachtzeiten ab. Der Mensch geht heute des Morgens in seinen physischen und Ätherleib hinein; dadurch taucht die Welt der äußeren Gegenstände und Wesenheiten vor ihm auf. Es wird licht und hell um ihn dadurch, daß er sich seiner Sinne bedient. Dann aber, wenn er abends mit seinem Ich und dem Astralleib hinausgeht, dann hat er zunächst kein Werkzeug, um wahrzunehmen; es wird dunkel um ihn. So wechselt das traumlose Schlafbewußtsein, das dem Menschen zuerst auf der Sonne geschenkt worden ist, mit dem Wachbewußtsein, mit dem Erdenbewußtsein ab. Vorbereitet hat sich das schon auf dem alten Monde. Schon da waren der Ätherleib und der Astralleib nicht fortwährend herausgehoben, sondern es gab Zeiten, wo sie sich in den physischen Leib hineinsenkten; denn der alte Mond bewegte sich schon um die Sonne herum, und diese Umdrehung bewirkte, daß der Mensch zu Zeiten von der Sonne beschienen wurde, zu Zeiten nicht. Dadurch geschah ein Aus- und Eintreten des Ätherleibs und des Astralleibs in den physischen Leib. Freilich war der Wechsel nicht von solchem Kontrast wie heute. Wenn der Mensch auf dem alten Monde herausrückte, wenn er von den Kräften der Sonne beschienen wurde, dann war er in einem hellen Bewußtsein, in einem geistigen Bewußtsein; er nahm intensiv das Geistige wahr. Und wenn sich sein Äther- und Astralleib in den physischen Leib hineinsenkten, dann verdunkelte sich sein Bewußtsein - Sie sehen, es war umgekehrt wie heute. So wechselten also auf dem Monde in viel, viel längeren Zeiten helle und dunkle Bewußtseinszustände ab, und in den dunklen Bewußtseinszuständen war es, daß, ohne daß der Mensch es wußte, dasjenige vor sich ging, was man die Befruchtung nennt. Um die Fähigkeit der Fortpflanzung zu entwickeln, um die Befruchtung zu bewirken, um zu gebären, senkte sich die höhere Wesenheit des Menschen nieder in seinen physischen Leib, und wenn der Vorgang abgeschlossen war, dann ging sie wieder hinauf in die höhere Welt. Es hat sich nach und nach vorbereitet, was sich auf der Erde vollständig entwickelt hat. Und dadurch, daß die Sonne sich abgesondert hatte, dadurch, daß sie ihren Wesenheiten stärkere Kraft gegeben hatte, konnte der Mensch, und alle anderen Wesenheiten, höher entwickelt werden. Wenn nämlich die Sonnenkräfte die Hemmung durch den alten Mond weiter gehabt hätten, dann hätten sie nicht so kräftig wirken können. Nun waren sie selbst befreit von dem Hemmnis der Mondsubstanzen, und dadurch rückte der Mond mit allen seinen Wesenheiten so rasch vorwärts, daß er nach einer bestimmten Zeit die Reife erlangt hatte, wieder von der Sonne aufgenommen zu werden. Es trat ein Zustand ein, wo alle abgesonderten Weltkörper wieder aufgenommen werden konnten, wo sie gemeinsam in einen geistigen, in einen Ruhestand traten, den wir Pralaya nennen. Und dann trat nach dieser Pause das wieder hervor, was wir den ersten ätherischen Keim des Erdenkörpers nennen können, und aus dem sich später wieder alles abgesondert hat." (Lit.: GA 105, S. 90f)

Anmerkungen

  1. In zwei anderen, sonst gleichlautenden handschriftlichen Mitschriften heißt es:
    «Damit entstand bei den Menschen die physische Liebe. Dadurch konnte sich über das Reich der Menschen noch erheben das Reich der Götter. Diese leben von der physischen Liebe der Menschen, so wie Menschen und Tiere von dem Sauerstoff, den die Pflanzen ausströmen, und wie die Pflanzen von dem aus der Mineralwelt zurückgestrahlten Lichte. Es wird in der griechischen Sage erzählt, daß die Götter von Nektar und Ambrosia leben, das ist die männliche und weibliche Liebe der Menschen.
    Der Aufstieg des Menschen vollzieht sich zunächst durch die Überwindung der physischen Liebe; zweitens durch die Regelung des Atmungsprozesses, das Verzichtleisten auf das Leben der Pflanze, den Sauerstoff; drittens durch Entwicklung des Kundalinilichtes, das Zurückgeben des vom Mineralreich zurückgestrahlten Lichtes.»

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik, GA 11 (1904-1908), Kapitel Das Leben auf dem Monde pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1909), Kapitel Die Weltentwicklung und der Mensch pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99, Zehnter Vortrag, München, 3. Juni 1907 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Welt, Erde und Mensch , GA 105 (1983), ISBN 3-7274-1050-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  6. Rudolf Steiner: Das Johannes-Evangelium im Verhältnis zu den drei anderen Evangelien, besonders zu dem Lukas-Evangelium, GA 112 (1984) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  7. Rudolf Steiner: Die Mission einzelner Volksseelen, GA 121 (1982), Fünfter Vortrag, Kristiania, 11. Juni 1910 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  8. Rudolf Steiner: Die Evolution vom Gesichtspunkte des Wahrhaftigen, GA 132 (1987), Vierter Vortrag, Berlin, 21. November 1911 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  9. Rudolf Steiner: Mysterienstätten des Mittelalters, GA 233a (1991), ISBN 3-7274-2335-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  10. Rudolf Steiner: Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen, GA 136 (1984), Achter Vortrag, Helsingfors, 11. April 1912 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  11. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266/1 (1995), ISBN 3-7274-2661-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Weblinks

  1. GA 11: Aus der Akasha-Chronik (1904/05) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
  2. GA 13: Die Geheimwissenschaft im Umriss (1910) - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
  3. GA 121: Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie - Der gesamte Text online.