Deutsche Sprache

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Deutsch-niederländisches Sprachgebiet mit den folgenden dialektalen Großgruppen:
  • Niederdeutsch
  • Ehemaliges niederdeutsches Sprachgebiet. Seit 1945/50 praktisch nicht mehr existent.
  • Mitteldeutsch
  • Ehemaliges mitteldeutsches Sprachgebiet. Seit 1945/50 praktisch nicht mehr existent.
  • Oberdeutsch
  • Ehemaliges oberdeutsches Sprachgebiet. Seit 1945/50 praktisch nicht mehr existent.
  • Niederfränkisch
  • Das ehemalige deutsche Sprachgebiet in Ostmitteleuropa ist aufgehellt dargestellt.
    Kontinentalwestgermanische Sprachen, die nicht zum deutsch-niederländischen Dialektkontinuum gehören:
  • Friesisch
  • Die deutsche Sprache bzw. Deutsch [dɔʏ̯t͡ʃ], abgekürzt Dt. od. Dtsch., ist eine westgermanische Sprache.

    Die verschiedenen Varianten der deutschen Sprache werden in zwei Abteilungen zusammengefasst, in Hochdeutsch und in Niederdeutsch. Als hochdeutsche Sprache bezeichnet man zunächst alle kontinentalwestgermanischen Dialekte, die im frühen Mittelalter an der zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung beteiligt waren (Alemannisch, Bairisch, Ost-, Rhein-, Mittelfränkisch, Ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die kontinentalwestgermanischen Dialekte, die diese zweite Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht haben, bezeichnet man seit der frühen Neuzeit als niederdeutsche Sprachen (Niedersächsisch und Niederfränkisch).

    Ihr Sprachraum umfasst Deutschland, Österreich, die Deutschschweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien, Südtirol, das Elsass und Lothringen sowie Nordschleswig. Außerdem ist sie eine Minderheitensprache in einigen europäischen und außereuropäischen Ländern, z. B. in Rumänien und Südafrika, sowie Nationalsprache im afrikanischen Namibia.

    Die Standardsprache, das Standarddeutsche, setzt sich aus Standardvarietäten der Dachsprache zusammen. Der deutsche Sprachraum bestand ursprünglich allein aus einer Vielzahl von hochdeutschen und niederdeutschen Mundarten, die innerhalb des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums miteinander verbunden sind.

    Die Germanistik erforscht, dokumentiert und vermittelt die deutsche Sprache und Literatur in ihren historischen und gegenwärtigen Formen.

    Definition

    Mit dem Begriff „deutsche Sprache“ wird heute zunächst die auf der Grundlage von mitteldeutschen und oberdeutschen Mundarten entstandene hochdeutsche Standardsprache (Standard-Hochdeutsch) verstanden. Die Mundarten des Dialektkontinuums werden dagegen nur teilweise von dieser Sprache überdacht.

    Zum Deutschen werden darüber hinaus die historischen Vorgängersprachen Althochdeutsch (Sprachcodes nach ISO 639-2 & 639-3: goh) und Mittelhochdeutsch (Sprachcodes nach ISO 639-2 & 639-3: gmh) gezählt sowie neuere umgangssprachliche Varietäten oder Mischsprachen (z. B. Missingsch) innerhalb des Geltungsbereiches der deutschen Standardsprache.

    Das Luxemburgische sowie manche Auswandererdialekte (z. B. Pennsylvania Dutch) oder Übergangsdialekte (z. B. Kollumerpompsters) gehen zurück auf Varietäten des Dialektkontinuums.

    Das Jiddische, das auf das Mittelhochdeutsche zurückgeht, hat sich vor allem unter slawischen und hebräischen Einflüssen eigenständig und mit einer eigenen Schriftsprache weiterentwickelt und auch die lexikalisch auf dem Deutschen basierende Kreolsprache Unserdeutsch.

    Siehe auch

    Literatur

    Wörterbücher

    Zum deutschen Wortschatz (Erb-, Lehn- und Fremdwörter)

    • Harald Wiese: Eine Zeitreise zu den Ursprüngen unserer Sprache. Wie die Indogermanistik unsere Wörter erklärt. 2. Auflage. Logos Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8325-1601-7.

    Zur Sprachentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik

    • Theodor Constantin: Plaste und Elaste: ein deutsch-deutsches Wörterbuch mit Zeichnungen von Titus, Edition Jule Hammer, Haude & Spener, Berlin 1983, ISBN 3-7759-0249-X.

    Zu Sprachkontakten der deutschen Sprache

    • Johannes Bechert, Wolfgang Wildgen: Einführung in die Sprachkontaktforschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-03266-7.
    • Csaba Földes: Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit. Gunter Narr, Tübingen 2005, ISBN 3-8233-6160-0.
    • Claudia Maria Riehl: Sprachkontaktforschung. Narr, Tübingen 2004, ISBN 3-8233-6013-2.
    • Uriel Weinreich: Languages in contact. French, German and Romansh in twentieth-century Switzerland. Benjamins, Amsterdam 2011, ISBN 978-90-272-1187-3.

    Zur Geschichte

    • Jochen A. Bär: Die Zukunft der deutschen Sprache. In: Ekkehard Felder (Hg.): Sprache. Springer, Berlin, Heidelberg 2009 (Heidelberger Jahrbücher Bd. 53 (2009)), e-ISBN 978-3-642-00342-4, S. 59-106
    • Wolfgang Krischke: Was heißt hier Deutsch? – Kleine Geschichte der deutschen Sprache. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59243-0. Allgemeinverständliche Darstellung.
    • Ulrich Ammon: Die Stellung der deutschen Sprache in der Welt. Walter de Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-019298-8.
    • Peter von Polenz: Geschichte der deutschen Sprache. 10., völlig neu bearb. Auflage. De Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-017507-3.
    • Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Band I: Einführung, Grundbegriffe, 14. bis 16. Jahrhundert. 2., überarb. u. erw. Auflage. De Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-012458-0.
    • Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Band II: 17. und 18. Jahrhundert. 2. Auflage. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-031454-0.
    • Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Band III: 19. und 20. Jahrhundert. De Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-016426-4.

    Weblinks

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