Arzt

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Albert Anker: Hippokrates von Kos (* um 460 v. Chr.; † um 370 v. Chr.)

Ein Arzt (von mhd. arzât , über lat. archiater, aus griech. ἀρχίατρος archiatros „Oberarzt, Leibarzt“; abgeleitet von: ἀρχή archéAnfang, Prinzip, Ursprung, Herrschaft, Kommando“ und ἰατρός iatros „Arzt, Heilkundiger“; lat. medicus „Mediziner“ bezeichnete ursprünglich den Wundarzt) hat die Aufgabe, seine Patienten bei der Heilung von Krankheiten und Verletzungen zu unterstützen. Alle Heilkunde beruht nach Rudolf Steiner letztlich darauf, das Leben so einzurichten, daß der Mensch die Kräfte beherrscht, die seine fortwährende Ausscheidung, Auflösung und Wiedererneuerung und damit seine Gesundung bzw. Gesunderhaltung bewirken:

„Würde man dasjenige aber sehen, was da fortwährend als Kräfte dem Auflösungs- und Erneuerungsprozeß zugrunde liegt, dann würde mit dem gegeben sein eine medizinische Wissenschaft, jene geistige medizinische Wissenschaft, die allerdings eine andere Gestalt haben würde, als die heutige medizinische Wissenschaft sie schon hat. Jene medizinische Wissenschaft können Sie nicht etwa danach beurteilen, daß Sie sagen: Nun ja, mit dieser medizinischen Wissenschaft werden also Krankheiten geheilt! - Es werden nicht Krankheiten geheilt, weil es sich nicht darum handeln kann, Krankheiten so zu heilen, wie es die heutigen Menschen haben wollen. Man kann mit wirklicher geistiger medizinischer Wissenschaft nur die gesundenden Kräfte in ihrer Totalität erhalten. Die wahre Heilkunde würde darinnen bestehen, das Leben so einzurichten, daß der Mensch die Kräfte beherrscht, die seine fortwährende Ausscheidung, Auflösung und Wiedererneuerung bewirken. Dann brauchte man keine Apothekerwaren, wenn nicht nur ein einzelner Mensch dies auf seine menschliche Persönlichkeit anzuwenden weiß, sondern mit den andern Menschen zusammen so lebt, daß es Eingang gewinnen könnte in das ganze menschliche Geschlecht.“ (Lit.:GA 184, S. 293)

In diesem Sinn ist alle Heilung letztlich Selbstheilung, die aber in vielen Fällen durch äußere therapeutische Maßnahmen unterstützt und angeregt werden muss. Da der Ätherleib der Träger des Lebens ist, ist er der eigentliche Heiler des Organismus.

„Der wirkliche Arzt, er muß erkennen kosmologisch die Heilmittel, er muß erkennen anthropologisch oder eigentlich anthroposophisch die innere menschliche Organologie. Er muß erkennend die äußere Welt durch Inspiration begreifen, die innere Welt durch Imagination begreifen, und er muß sich erheben zur Therapie durch eine wirkliche Intuition.“ (Lit.:GA 322, S. 86)

„Es führt aber dazu, daß eigentlich der Arzt immer mehr und mehr der wirkliche Praktiker werden muß, wiederum der umgekehrte Gang von dem, den die Entwickelung in der neueren Zeit unter dem Einfluß des Materialismus gemacht hat. Der Arzt ist nach und nach ganz zum Wissenschafter geworden, und das hat keinen Sinn. Der Arzt hat nur Sinn, wenn er die Naturgesetze in lebender Regsamkeit immer handhaben kann, nicht wenn er sie nur im abstrakten Sinn erkennt. Durch das Erkennen im abstrakten Sinn des Wortes kommt man noch nicht zur Handhabung der Naturgesetze.“ (Lit.:GA 318, S. 127)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben. Die kosmische Vorgeschichte der Menschheit., GA 184 (2002), ISBN 3-7274-1840-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern, GA 318 (1994), ISBN 3-7274-3181-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Grenzen der Naturerkenntnis, GA 322 (1981), ISBN 3-7274-3220-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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