Atlantis

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Gesüdete Fantasiekarte von Atlantis aus Athanasius Kirchers Mundus Subterraneus von 1665

In der atlantischen Zeit, nach theosophischer Tradition auch als vierte Wurzelrasse [1] bezeichnet, lebte die Menschheit vorwiegend auf dem atlantischen Festland, der Atlantis (Ἀτλαντὶς νῆσος Atlantìs nēsos „Insel des Atlas“), die nach den Angaben Rudolf Steiners zwischen dem heutigen Europa und Amerika lag. Ganz anders als heute war damals das Klima. Die kühle eiszeitliche Luft war mit Wasserdampf gesättigt und erfüllt von Nebeldünsten. Nach Rudolf Steiner begann die atlantische Zeit auf der geologischen Zeitskala annähernd mit dem Känozoikum (Lit.: GA 300a, S 107), dessen Beginn vor etwa 66 Millionen Jahren angesetzt wird. Vor etwa 10.000 Jahren ging das atlantische Zeitalter zu Ende. Erst am Ende der atlantischen Zeit begannen sich die Nebelmassen niederzuschlagen und der Meeresspiegel stieg sehr schnell infolge der raschen Erwärmung, sodass die Atlantis schließlich in einer gewaltigen Flutkatastrophe unterging. Der Boden dieses Landes bildet heute den Grund des Atlantischen Ozeans. Plato erzählt noch von dem letzten Rest dieses Landes, der Insel Poseidonis, die westwärts von Europa und Afrika lag.

In der Frühzeit der Atlantis war die Menschengestalt noch weich beweglich, wässrig-knorpelig. Noch war die Arbeit der regelmäßigen Geister der Form (-> Hierarchien) nicht abgeschlossen, das Knochensystem noch nicht verhärtet. Der Ätherleib ragte noch weit über den physischen Leib hinaus, namentlich im Kopfbereich. Unser alltäglich gewohntes, gegenständliches Sinnesbewusstsein war noch kaum entfaltet, und ein natürliches Hellsehen war den Menschen eigen.

Bereits auf der alten Lemuria, wo der Mensch die feste Erde betrat, erwarb er sich - als Folge des Mondenaustrittes - die aufrechte Haltung. Zu dieser Zeit trat auch die Geschlechtertrennung ein. Die Sprache wurde dann vornehmlich auf der alten Atlantis ausgebildet, wenngleich die Anfänge bereits in der spätlemurischen Zeit liegen. Die dafür nötige Ausbildung des Kehlkopfes setzt einerseits bereits die aufrechte Haltung voraus, hängt aber anderseits eng mit der West-Wanderung der Menschheit von der Lemuria auf die Atlantis zusammen.

Die regelmäßigen Geister der Form wirkten von der Sonne bzw. vom Mond (Jahve) aus. Diese Kräfte, entweder mehr sonnenhaft männlich, oder stärker mondenhaft weiblich, liegen auch der Geschlechtertrennung zugrunde, und sie prägten dem Menschenleib die allseitige ichhafte Form auf.

Einseitig und frühzeitig verhärtend wirkten nun aber die abnormen Geister der Form von den restlichen fünf Planeten herein. Weil sie zurückgebliebene Geister sind, wirkten sie, wie es noch auf dem alten Mond üblich war, auf den Astralleib und nicht Ich-bildend wie die Elohim. Dadurch entstanden zunächst die 7 atlantischen Rassen, wobei allerdings die Rassemerkmale anfangs noch nicht physisch verhärtet, sondern erst ätherisch vorgebildet waren. Entsprechend konnte sich der physische Menschenleib zunächst noch leicht an wechselnde Bedingungen anpassen, wie bereits oben erwähnt wurde. Erst mit dem fortschreitenden Untergang der Atlantis entstanden die heutigen Rassen, und zwar dadurch, dass die atlantischen ätherisch beweglichen Rassen geeignet durchmischt wurden, teilweise auch noch mit Resten der ehemals lemurischen Bevölkerung, namentlich in den südlichen und südöstlichen Erdgebieten. Diese sekundär gebildeten Rassen wurden dann auf bestimmten Territorien, die im wesentlichen unseren heutigen Kontinenten entsprechen und die ihre heutige Form erst im Zuge des Untergangs der Atlantis erhalten haben, festgehalten und zu ihrer jetzigen Gestalt verhärtet. 7 ist, wie auch die Zahl der Erdentwicklungsperioden zeigt, die Zahl der zeitlichen, d.h. aber zugleich der ätherischen Entwicklung. Daher gab es auch 7 sich auf der Atlantis entfaltende Rassen, von denen Rudolf Steiner in seinen Berichten Aus der Akasha-Chronik (Lit.: GA 011) ausführlich spricht, so dass hier eine kurze Übersicht genügen mag:

  1. Rmoahals (Gefühle, Sinnesgedächnis, Sprache)
  2. Tlavatli (Erinnerung, Ahnenkult)
  3. Ur-Tolteken (persönliche Erfahrung)
  4. Ur-Turanier (persönliche Machtfülle)
  5. Ur-Semiten (Urteilskraft, Rechnen)
  6. Ur-Akkadier (Anwendung der Urteilskraft, "Gesetze")
  7. Ur-Mongolen (verlieren die Macht über die Lebenskräfte, behalten aber den Glauben daran)

Sieben ist die Zahl der ätherischen Entwicklung; in der Fünfzahl vollendet sich die physische Gestaltung des Menschenwesens, die frei beweglichen Bildekräfte gerinnen zur festen, der Außenwelt angepaßten Form. Nicht zufällig ist die heutige feste Erde in fünf für die Menschheitsentwicklung wesentliche Kontinente geteilt, nicht zufällig zeigt die menschliche Gestalt mit Kopf und vier Gliedmaßen einen fünfstrahligen Bau, und nicht zufällig sind Hände und Füße, mit denen wir am stärksten der äußeren Welt begegnen, fünfzählig. Und so entstanden auch durch Durchmischung und Erstarrung aus den 7 ätherischen atlantischen Rassen unsere heutigen 5 physischen Hauptrassen. Sie sind ebenso entwicklungsnotwendig wie die fünf Finger für die Gebrauchsfähigkeit der Hand unerläßlich sind.

Auf der alten Atlantis waren die Menschen noch wenig für die Sinneswelt erwacht, verfügten dafür aber, wie erwähnt, über ein natürliches Hellsehen, das wesentlich von der körperlichen Konstitution abhängig war, die sich in den verschiedenen Rassen ausdrückt. Es war zugleich ein Naturhellsehen, das jene geistigen Kräfte zu schauen vermochte, die die Natur gestalten und auch bei der Rassebildung mitwirkten. In den atlantischen Orakelstätten befaßte man sich mit diesen Kräften ganz besonders. In den Orakelstätten wurden gewissenhaft jene Gleichgewichtspunkte auf der Erde gesucht, die für die Bildung der verschiedenen Rassen in Betracht kamen, und danach wurden gezielt die Auswanderungs- und Kolonisationsströme gelenkt.

Alle Atlantier hatten großen Einfluss auf die Lebenskräfte, sowohl auf die ihres eigenen Leibes, als auch auf die ihrer natürlichen Umgebung. Die gewaltige Flutkatastrophe, durch die die Atlantis schließlich unterging, wurde durch den Mißbrauch dieser Ätherkräfte hervorgerufen.

Fähigkeiten, die sehr stark auf diesen ätherischen Bildekräften beruhen, konnten von den Atlantiern ausgebildet werden, insbesondere das Gedächtnis, die Sprache und eine anfängliche, aber noch keineswegs ichbewusste, sondern vielmehr instinktive Urteilskraft. Diese letztere Fähigkeit bildete sich vor allem bei den unter dem Einfluss der Sonnenkräfte stehenden Ur-Semiten aus, von denen ein kleines Häuflein die nachatlantische Zeit nach den Eiszeitkatastrophen vorbereitete. Die hier bereits vorbereitete Urteilskraft in das wache Ich-Bewusstsein zu heben ist die hauptsächliche Aufgabe unserer nachatlantischen Kulturepochen. Dieser geradezu instinktive, treffsichere Intellekt ist auch heute noch gerade bei den semitischen Völkern sehr rege und hat das abendländische Geistesleben vielfältig befruchtet und erst zu dem gemacht, was es heute ist. Mit der erwachenden Urteilskraft verdämmerte aber zugleich das natürliche ätherische Hellsehen und das sinnliche Gegenstandsbewusstsein wurde immer klarer.

Eine äußere Kultur gab es auf der alten Atlantis, abgesehen von einigen primitiven Werkzeugen, noch kaum.

"Eine atlantische Ansiedlung - das geht wohl schon aus allem Beschriebenen hervor - trug einen Charakter, der in nichts dem einer modernen Stadt glich. In einer solchen Ansiedlung war vielmehr noch alles mit der Natur im Bunde. Nur ein schwach ähnliches Bild gibt es, wenn man etwa sagt: In den ersten atlantischen Zeiten - etwa bis zur Mitte der dritten Unterrasse - glich eine Ansiedlung einem Garten, in dem die Häuser sich aufbauen aus Bäumen, die in künstlicher Art mit ihren Zweigen ineinandergeschlungen sind. Was Menschenhand damals erarbeitete, wuchs gleichsam aus der Natur heraus. Und der Mensch selbst fühlte sich ganz und gar mit der Natur verwandt. Daher kam es, daß auch sein gesellschaftlicher Sinn noch ein ganz anderer war als heute. Die Natur ist ja allen Menschen gemeinsam. Und was der Atlantier auf der Naturgrundlage aufbaute, das betrachtete er ebenso als Gemeingut, wie der heutige Mensch nur natürlich denkt, wenn er das, was sein Scharfsinn, sein Verstand erarbeitet, als sein Privatgut betrachtet." (Lit.: GA 011)

In allgemeinen Umrissen schildert Rudolf Steiner den atlantischen Menschen und seine Umwelt so:

"Wenn wir einige tausend Jahre in Europa selbst zurückgehen, so finden wir Europa vereist. Die Gletscher der Alpen ragten damals tief herunter bis in die norddeutsche Tiefebene hinein. Die Gegenden, in denen wir jetzt leben, waren damals kalt und rauh. Darin lebte ein Menschengeschlecht, welches sich noch höchst einfacher und primitiver Werkzeuge bediente. Gehen wir etwa eine Million Jahre zurück, so finden wir aut demselben Boden ein tropisches Klima, wie es heute nur in den heißesten Gegenden Afrikas zu finden ist; in einzelnen Teilen mächtige Urwälder, darin Papageien, Affen, besonders der Gibbon, und Elefanten lebten. Kaum aber würden wir, wenn wir diese Wälder durchschweiften, etwas von dem jetzigen Menschen und auch nicht von dem der späteren Perioden vor einigen tausend Jahren antreffen. Die Naturwissenschaft kann aus gewissen Erdschichten, die entstanden sind zwischen jenen beiden Zeitaltern, einen Menschen nachweisen, bei dem sich das Vorderhirn noch nicht so ausgebildet hatte wie jetzt, und bei dem die Stirne weit zurückliegend war. Nur der hintere Teil des Gehirns war ausgebildet. Wir kommen da zurück in Zeiten, in denen die Menschen noch nicht das Feuer gekannt haben und sich Waffen durch Abschleifen von Steinen herstellten. Der Naturforscher vergleicht diesen Zustand des Menschen gerne mit dem Entwickelungszustand der Wilden oder demjenigen des unbeholfenen Kindes. Überreste von solchen Menschen hat man im Neandertal und in Kroatien gefunden. Sie haben einen affenähnlichen Schädel, und an den Funden in Kroatien ist zu erkennen, daß sie, ehe sie gestorben sind, gebraten worden sind, daß also damals dort Kannibalen gewohnt haben.

Nun sagt sich der materialistische Denker: Wir verfolgen so den Menschen bis in die Zeiten, in denen er noch unentwickelt und unbeholfen war, und nehmen an, daß sich der Mensch von dieser kindlichen Stufe des Daseins bis zur heutigen Kulturstufe der Menschheit entwickelt hat, und daß sich dieser primitive Mensch herausentwickelt hat aus menschenähnlichen Tieren. - Er macht also da einfach einen Sprung in dieser Entwickelungstheorie vom primitiven Menschen zu den menschenähnlichen Tieren. Der Naturforscher nimmt an, daß sich immer das Vollkommenere aus dem Unvollkommeneren entwickelt hat. Dies ist aber nicht immer der Fall. Verfolgen wir zum Beispiel den einzelnen Menschen zurück bis zur Kindheit, so kommt dann nichts Unvollkommeneres mehr, denn das Kind stammt ja von Vater und Mutter ab. Das heißt, wir kommen also zu einem primitiven Zustand, der wieder von einem höheren Zustand kommt. Das ist wichtig, denn das hängt damit zusammen, daß das Kind schon bei der Geburt die Anlage zu einem späteren Vollkommenheitsgrad hat, während das Tier auf der unteren Stufe zurückbleibt.

Wenn der Naturforscher bis zu der Stufe zurückgegangen ist, auf der der Mensch noch kein Vorderhirn und noch keinen Verstand hatte, dann sollte er sich sagen: Ich muß voraussetzen, daß der Ursprung des Menschen anderswo zu suchen ist.

Geradeso wie ein Kind von einem Elternpaar abstammt, so stammen alle jene primitiven Menschen von anderen Menschen ab, die schon einen gewissen Vollkommenheitsgrad erreicht hatten. Diese Menschen nennen wir die Atlantier. Sie haben gelebt auf dem Boden, der jetzt bedeckt ist mit den Fluten des Atlantischen Ozeans. Die Atlantier hatten noch weniger Vorderhirn und eine noch weiter zurückliegende Stirne. Aber sie hatten noch etwas anderes als die späteren Menschen. Sie hatten noch einen viel stärkeren, kräftigeren Ätherkörper. Der Ätherkörper der Atlantier hatte gewisse Verbindungen mit dem Gehirn noch nicht ausgebildet gehabt; sie entstanden erst später. So war noch über dem Kopf ein mächtig großer Ätherkopf entwickelt; der physische Kopf war verhältnismäßig klein und in einen mächtigen Ätherkopf eingebettet. Die Funktionen, die die Menschen jetzt mit Hilfe des Vorderhirns ausführen, wurden bei den Atlantiern mit Hilfe von Organen im Ätherkörper ausgeführt. Dadurch konnten sie mit Wesenheiten in Verbindung treten, zu denen uns der Zugang heute versperrt ist, weil eben der Mensch das Vorderhirn entwickelt hat. Bei den Atlantiern war sichtbar eine Art feuriger farbiger Bildung, die ausströmte aus der Öffnung des physischen Kopfes zu dem Ätherkopf hin. Er war zugänglich für eine Menge psychischer Einflüsse. Ein solcher Kopf, der als Ätherkopf denkt, hat Gewalt über das Ätherische, während ein Kopf, der im physischen Gehirn denkt, allein über das Physische Gewalt hat, über das Zusammenfügen rein mechanischer Dinge. Er kann sich physische Werkzeuge machen. Dagegen kann ein Mensch, der noch im Äther denkt, ein Samenkorn zum Aufblühen bringen, so daß es wirklich wächst. Die atlantische Kultur hing wirklich noch mit dem Wachstum des Natürlichen, Vegetabilischen zusammen, über das der heutige Mensch die Macht verloren hat. Der Atlantier hat zum Beispiel nicht die Dampfkraft zur Bewegung von Fahrzeugen gebraucht, sondern die Samenkraft der Pflanzen, mit der er seine Fahrzeuge vorwärtsgetrieben hat. Erst vom letzten Drittel der atlantischen Zeit, von der Zeit der Ursemiten an bis zu der Zeit, als Atlantis von den Fluten des Atlantischen Ozeans bedeckt wurde, hat das ätherische Vorderhaupt das Vorderhirn ausgebildet. Dadurch verlor der Mensch die Macht, das Pflanzenwachstum zu beeinflussen und bekam nun die Fähigkeit des physischen Gehirns, den Verstand. Mit vielen Dingen mußte er nun neu anfangen. Er mußte anfangen mechanische Verrichtungen zu erlernen. Da war er noch wie ein Kind, unbeholfen und ungeschickt, während er es in der Entfaltung des Vegetabilischen vorher schon zu einer großen Geschicklichkeit gebracht hatte. Der Mensch muß durch die Intelligenz hindurchgehen und dann das wiedergewinnen, was er früher schon konnte. Höhere geistige Mächte hatten damals einen Einfluß auf den unfreien Willen; durch das offen gelassene ätherische Haupt wirkten sie durch ihren Verstand." (Lit.: GA 093a, S 137ff)

Über das Bewusstsein der (späteren) atlantischen Menschheit heißt es:

"Da müssen wir uns in Seelen der letzten atlantischen Bevölkerung versetzen. Wir müssen uns erinnern, dass in der atlantischen Zeit der Mensch in der Nacht nicht bewusstlos war, sondern dass er dann ebenso wahrnahm, wie er bei Tage wahrnahm, wenn man überhaupt in dieser Zeit von Tag und Nacht sprechen darf. Bei Tage nahm er die erste Spur dessen wahr, was wir heute so klar sehen als die Welt der Sinneswahrnehmungen. Bei Nacht war er ein Genosse der göttlich-geistigen Wesenheiten. Er brauchte keinen Beweis dafür, dass es Götter gab, ebensowenig wie wir heute einen Beweis dafür brauchen, dass es Mineralien gibt. Die Götter waren seine Genossen, er selbst war in der Nacht eine geistige Wesenheit. In seinem Astralleib und seinem Ich wandelte er in der geistigen Welt umher. [...] In diesem Zustande, der allgemein menschlich war, nahm man, auch wenn man während des Tages bewusst war, die umliegenden Gegenstände anders wahr als heute, auch das Tagesbewusstsein war anders, und wir müssen versuchen zu verstehen, wie dieses letzte Bewusstsein der Atlantier war. Es ist beschrieben worden, wie dem Menschen sich die göttlichen Wesenheiten entzogen, wenn er morgens hinuntertauchte in seinen physischen Leib. Er sah die Gegenstände wie mit einem Nebel umhüllt. So waren die Bilder des damaligen Tagwachens. Diese Bilder hatten aber eine andere eigentümliche Eigenschaft, die wir ganz genau erfassen müssen. Denken wir uns, eine solche Seele näherte sich einem Teiche. Das Wasser in dem Teiche sah diese Seele nicht so scharf begrenzt wie heute; aber wenn die Seele ihre Aufmerksamkeit darauf richtete, dann erlebte sie etwas noch ganz anderes, als wenn sich heute jemand einem Teiche nähert. Beim Annähern an den Teich, schon durch die bloße Anschauung, stieg in ihr ein Gefühl auf, wie wenn sie einen Geschmack bekäme von dem, was da physisch vor ihr lag, ohne dass sie das Wasser des Teiches zu trinken brauchte. Durch das bloße Anschauen würde sie gefühlt haben: das Wasser ist süß oder salzig. überhaupt war es nicht so, wie wenn wir heute Wasser sehen. Wir sehen heute nur die Oberfläche, aber ins Innere kommen wir nicht hinein. Derjenige, der früher, als es noch dämmerhaftes Hellsehen gab, sich dem Teiche näherte, der hatte nicht das Gefühl der Fremdheit diesem gegenüber, er fühlte sich darinnen in den Eigenschaften des Wassers; er stand dem Gegenstande gar nicht so gegenüber wie heute, es war so, als wenn er in das Wasser hätte eindringen können. Nehmen wir an, wir wären einem Salzklotz entgegengetreten, wir hätten, indem wir uns annäherten, den Geschmack gemerkt. Heute müssen wir das Salz erst kosten, damals wäre das durch die Anschauung gegeben worden. Der Mensch war wie darinnen in dem ganzen, und er nahm die Dinge wie beseelt wahr. Er nahm sozusagen die Wesenheiten wahr, die zum Beispiel dem Dinge den salzigen Geschmack verliehen. So beseelte sich ihm alles. Luft, Erde, Wasser, Feuer, alles, alles verriet ihm etwas. Das was heute dem Bewusstsein als seelenlose Gegenstände erscheint, gab es damals nicht. Daher empfand der Mensch auch alles mit Sympathie und Antipathie, weil er das Innere sah. Er fühlte, er erlebte das innere Wesen der Gegenstände. [...]

Der Mensch nimmt damals wahr, wie das Wasser schmeckt, indem er sich dem Teiche nähert. Da sieht er eine geistige Wesenheit, die dem Wasser den Geschmack gibt. Diese geistige Wesenheit kann er in der Nacht treffen, wenn er sich neben das Wasser legt und einschläft. Bei Tage sieht er das Materielle, bei Nacht sieht er das, was alles durchlebt. Bei Tage sieht er die Gegenstände, Steine, Pflanzen, Tiere, er hört den Wind wehen, das Wasser rauschen; bei Nacht sieht er in seinem Inneren das, was er bei Tage empfindet, in seiner wirklichen Gestalt, da sieht er die Geister, die in allem leben. Wenn er sagte: In den Mineralien, in den Pflanzen, im Wasser, in den Wolken, im Winde, da leben Geister, überall leben Geister – so waren das für ihn ganz und gar keine Dichtungen, das war ihm keine Phantasie, das war etwas, das er wahrnehmen konnte." (Lit.: GA 106, S 41ff)

Anmerkungen

  1. Der Begriff Wurzelrasse entstammt der damals gebräuchlichen Terminologie der Theosophischen Gesellschaft und wurde von Rudolf Steiner später ebenso wie der Begriff «Unterrasse» nicht mehr verwendet. Steiner hat wiederholt darauf hingewiesen, dass der Begriff «Rasse» in der nachatlantischen Zeit eigentlich nicht mehr berechtigt ist, da nun nicht mehr die körperliche, sondern die seelisch-geistige Entwicklung in den Vordergrund rückt. Die Gliederung der Menschheit in Rassen wird allmählich völlig überwunden werden und ist schon heute für die geistige Entwicklung der Menschheit bedeutungslos.

Literatur

  1. Ignatius Donelly: Atlantis, The Antediluvian World, 1882
  2. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik, GA 11 (1904 - 1908), Kapitel Unsere atlantischen Vorfahren
  3. Rudolf Steiner: Grundelemente der Esoterik, GA 93a (1976), Berlin, 16. Oktober 1905
  4. Rudolf Steiner: Ägyptische Mythen und Mysterien, GA 106 (Dornach 1992), Vortrag vom 4.09.1908
  5. Andreas Delor: Kampf um Atlantis. Ein Beitrag zur anthroposophischen Atlantis-Diskussion, Info 3 Vlg., Frankfurt a.M. 2004
  6. Andreas Delor: Atlantis nach neuesten hellsichtigen und wissenschaftlichen Quellen, Bände 1 - 7, Vlg. Ch. Möllmann, Borchen 2011 - 2014 ( http://www.andreas-delor.com/index.php?id=43 )

Kritische Literatur

  1. William Scott-Elliot: The Story of Atlantis, 1896
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

  1. Atlantis-Scout - Portal mit umfangreichen Informationen zum Thema Atlantis.
  2. Ignatius Donelly: Atlantis, The Antediluvian World - der gesamte Text mit sämtlichen Abbildungen.
  3. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik - der gesamte Text online.

Kritische Weblinks

  1. Adobepdf small.gif William Scott-Elliot: The Story of Atlantis - Der gesamte Text als PDF-Dokument.
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