Aufwachen

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Beim Aufwachen tauchen das Ich und der Astralleib, die sich im Schlaf aus den oberen Bereichen des belebten Körpers herausgehoben hatten, wieder in diesen ein. In der Übergangsphase, wenn der Astralleib bereits den Ätherleib durchdringt, das Ich aber noch heraussen ist, kann der Aufwach-Traum erlebt werden. Erst wenn auch das Ich den Körper durchdringt, erwacht das volle Tagesbewusstsein. Eigentlich müsste dabei das Bewusstsein für das Innere des physischen Leibes und des Ätherleibs erwachen. Das geschieht aber nicht, sondern die Aufmerksamkeit wird abglenkt auf die sinnliche Aussenwelt, um den Menschen davor zu bewahren, einem übermässigen Egoismus zu verfallen.

„Wenn er aufwacht und untertaucht in den physischen Leib und Ätherleib, würde er eigentlich erleben müssen das Innere des physischen Leibes und des Ätherleibes. Das tut er aber nicht. Im Augenblick des Aufwachens wird er verhindert, hineinzuschauen in das Innere seiner Leiblichkeit, denn da wird gleich die Aufmerksamkeit auf die äußeren Erlebnisse gelenkt. Da wird nicht seine Sehkraft, seine Erkenntniskraft dahin gelenkt, sein Inneres zu durchschauen, sondern sie wird abgelenkt auf die Außenwelt. Würde der Mensch sich im Inneren ergreifen, so würde genau das Gegenteil eintreten von dem, was eintritt, wenn sich der Mensch bewußt beim Einschlafen in die geistige Welt hineinbegeben könnte. Alles, was der Mensch sich schon im Verlaufe des Erdenlebens an Geistigem durch sein Ich errungen hat, das würde sich zusammendrängen und es würde jetzt im physischen Leibe und Ätherleibe nach dem Untertauchen mit aller Kraft auf ihn wirken. Das würde zur Folge haben, daß alles, was nur irgendwie egoistische Eigenschaft ist, sich mit aller Macht entfalten würde. Und der Mensch würde hinuntertauchen mit seinem Ich und würde mit jedem Stück, mit dem er hinuntertaucht, seine Leidenschaf ten,Triebe und Begierden in einem immer kraftvolleren Egoismus ergießen. Aller Egoismus würde sich ergießen in sein Triebleben. Damit das nicht geschieht, werden wir abgelenkt auf die Außenwelt und nicht mit unserem Bewußtsein in unser Inneres hineingelassen.

Daß das so ist, kann auch aus den Berichten derjenigen hervorgehen, die als Mystiker versuchten, wirklich hineinzukommen in das menschliche Innere. Sehen Sie sich um bei Meister Eckart, bei Johannes Tauler oder bei sonstigen Mystikern des Mittelalters, welche wirklich den Gang in das menschliche Innere unternommen haben. Da haben Sie Mystiker, welche sich hingegeben haben einem Zustand, wo sie ihre Aufmerksamkeit vollständig ablenkten von dem, was sie an der Außenwelt interessieren konnte, um hinunterzusteigen in das eigene Innere. Lesen Sie die Biographien der Heiligen oder der Mystiker, die in das eigene Innere hineinzusteigen versuchten. Was haben sie erfahren? Versuchungen, Anfechtungen und dergleichen, die sie in lebendigen Farben schildern. Das war dasjenige, was sich aus dem zusammengepreßten astralischen Leib und Ich als eine Widerkraft geltend machte. Daher haben diejenigen, welche sozusagen ungeschoren als Mystiker in das eigene Innere hinuntersteigen wollten, mit aller Macht darauf gedrungen, daß in demselben Maße, als sie hinunterstiegen, das Ich ausgelöscht würde. Ein schönes Wort hat sogar Meister Eckart gefunden, um dieses Hinuntersteigen in die eigene Leiblichkeit zu bezeichnen. Er spricht von «Entwerdung», das heißt Auslöschen des Ich. Und lesen Sie in der «Deutschen Theologie», wie der Verfasser darstellt den mystischen Gang in das menschliche Innere, wie er darauf dringt, daß derjenige, der hinuntersteigen will in die Leiblichkeit, nicht mehr aus seinem Ich handelt, sondern daß in ihm der Christus handelt, mit dem er sich ganz durchdrungen hat. Auslöschen wollten solche Mystiker ihr Ich. Nicht sie sollen denken, fühlen und wollen, sondern der Christus in ihnen soll denken, fühlen und wollen, damit nicht dasjenige aus ihnen herauskommt, was in ihnen als Leidenschaften, Trieb und Begierde lebt, sondern damit dasjenige herauskommt, was sich als der Christus in sie ergießt. Daher sagt Paulus: «Nicht ich, sondern der Christus in mir»! Aus solchen Tiefen gehen solche Dinge hervor.“ (Lit.:GA 120, S. 118ff)

„Nehmen wir an, wir könnten nicht schlafen. Ich habe schon einmal gesagt, die Menschen behaupten manchmal, sie können nicht schlafen, aber sie schlafen doch, wenn sie auch das Schlafen unterbrechen und oftmals aufwachen. Denn die Zeit, die manche Menschen angeben, in der sie nicht geschlafen hätten, ist so groß, daß sie längst tot sein müßten, wenn es wahr wäre. Also das Schlafen ist schon für die gesamte Wesenheit des Menschen notwendig. Aber wenn wir nicht schlafen würden - nehmen wir das an -, dann würden wir fortwährend in unserem physischen und Ätherleib darinnen wirtschaften mit unserem astralischen Leib und unserem Ich. Aber das vertragen physischer Leib und Ätherleib gar nicht. Der physische Leib folgt den Gesetzen der Erde. Der astralische Leib gehört ja der Erde gar nicht an, der bearbeitet den physischen Leib fortwährend im Gegensatz zu den Gesetzen der Erde. Der physische Leib würde, wenn der Mensch nicht schlafen kann, ganz untauglich, weil er fortwährend von außerirdischen Gesetzen bearbeitet wird. Wie wenn einer ein Feld des Mineralreiches fortwährend mit Hacken und mit Spaten bearbeiten und es dadurch ganz zerpulvern würde, so fängt unser astralischer Leib an, den physischen Leib zu bearbeiten. Der physische Leib muß wieder die irdischen Gesetze in sich geltend machen, damit er in gewisser Weise gefestigt wird. Und der Ätherleib wird dumm gemacht von dem astralischen Leib. Ich meine es nicht so schlimm, es gibt auch gescheite Leute, man braucht es den Leuten nicht immer vorzuwerfen, daß sie gescheit sind; aber tatsächlich, kosmisch angesehen, wirkt er so. Dann muß wiederum einmal der ätherische Leib dem Kosmos ausgesetzt sein, damit er eine Zeitlang diesen dumpfenden Einfluß los bekommt. Und so muß der Mensch mineralischer und vegetabilischer Kosmos werden, damit dasjenige, was in ihm ist, gedeihen kann, so daß ein bestimmter Zustand hergestellt ist, wenn wir aufwachen. Ich rede jetzt vom normalen Leben. Bei abnormen Erscheinungen schläft und wacht der Mensch natürlich auch.

Was wird nun für ein Zustand herbeigeführt, wenn wir aufwachen? Der Zustand, der da herbeigeführt ist, besteht darin, daß unser Seelisches, nämlich der astralische Leib und das Ich, zunächst nicht ganz hineinkönnen in den physischen Leib und in den Ätherleib. Sie können nämlich nie ganz hinein. Oh, was wären wir für gescheite Individuen, wenn wir ganz in unseren Ätherleib hinein könnten. Aber das zehrte uns auch auf, wir könnten es nicht ertragen. Es ist schon wirklich so, dieser astralische Leib ist im Grunde furchtbar egoistisch. Der ätherische Leib, der eigentlich seinem Wesen nach identisch ist mit dem Kosmos, er ist kein Egoist. Er ist auch nicht neidisch, er hat es auch nicht nötig. Aber der astralische Leib ist unterbewußt furchtbar neidisch auf den ätherischen Leib, der so weise ist, die Gedanken der ganzen Welt in sich enthält, - ist furchtbar neidisch. Und nun ist schon dafür gesorgt, daß die Sinne selbständig bleiben, Ich und astralischer Leib selbständig bleiben während des Tages. Da kommen dann allmählich Ich und astralischer Leib immer mehr und mehr in die Lage, sich tiefer hineinzusenken in den physischen Leib und in den Ätherleib. Aber das macht sie nur von der Sehnsucht durchdrungen, wiederum herauszugehen. Sie wollen dann schlafen, und daher werden sie müde, das Ich und der astralische Leib. Denn dadurch ist der Mensch überhaupt in der Lage, sich als ein selbständiges Wesen zu bewähren, daß er nicht aufgesogen wird während des Wachens vom physischen und vom ätherischen Leib. Würde der Mensch nach Ich und astralischem Leib aufgesogen, dann wüßten wir von uns und von der Welt nichts, sondern wir befänden uns in dem Inneren unseres physischen Organismus, der bis zur Haut ginge, würden die Vorgänge in unserem physischen Organismus verfolgen, wüßten überhaupt nur von unserem Inneren etwas, und dann wüßten wir noch, daß in das Innere großartige, weisheitdurchdrungene Gedanken hereinsprühen, aber wir kämen auch da über diese Gedanken nicht hinaus. Von irgendeinem andern Menschen, von Tieren auf der Erde, von andern Wesen auf der Erde wüßten wir überhaupt nichts, wenn wir ganz aufgingen in unserem physischen und Ätherleib. Wenn wir nicht die Selbständigkeit bewahrten, daß wir in unseren physischen Leib und Ätherleib nicht ganz hineingehen, so könnten wir niemals Beziehungen begründen zur Welt, könnten nur etwas wissen von unserem physischen Leib und unserem eigenen Ätherleib.“ (Lit.:GA 224, S. 102ff)

„Würde das Ich beim Aufwachen voll untertauchen in den physischen Leib bewußt, oder halbbewußt wie im Traume, dann würden aus dem ganzen physischen Leibe des Menschen die furchtbarsten Träume aufsteigen. Nur der Umstand, daß wir im rechten Augenblicke ins unbewußte Wollen untertauchen, dampft die leise hinhuschenden bildhaften Träume ab, und läßt uns wiederum als ordentliche Iche und ordentliche astralische Leiber in die Region des unbewußten Wollens untertauchen. Das ist so klar für den, der unbefangen diese Dinge anschaut, daß jeder Traum dem Menschen zeigen kann, welche Disharmonie besteht im gegenwärtigen Leben zwischen dem Ich und dem astralischen Leibe in bezug auf dasjenige, was sich diese im gegenwärtigen Leben angeeignet haben und dem vollentwickelten physischen und ätherischen Leibe. Da muß sich erst dasjenige, was moralisch sich gewoben hat, vereinigen bei dem Durchgang zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit dem Geistkeim des physischen Leibes. Dann wird dasjenige, was wir im jetzigen Leben zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen weben, so mächtig, daß es im nächsten Kindheitsleben, in diesem träumerischen, halb schlafenden Kindheitsleben wirklich durch die Jahre der Kindheit untertauchen kann in den physischen und in den ätherischen Leib und den dann als Werkzeug für das Erdenleben benutzen kann.“ (Lit.:GA 226, S. 73)

Nur mit einer höheren Erkenntnisart, mit der inspirierten Erkenntnis, lässt sich der Moment des Aufwachens bewusst erfassen:

„Aber wenn für denjenigen, der mit inspirierter Erkenntnis begabt ist, dieser Moment des Aufwachens bewußt wird, dann zeigt es sich schon, daß dieses Hereinkommen des astralischen Leibes einer ganz andern Welt angehört als der, in der wir sonst sind, und vor allen Dingen ist es sehr häufig stark wahrzunehmen, wie schwer es der astralische Leib hat, wiederum in den physischen und Ätherleib zurückzukommen. Da sind Hemmnisse vorhanden. Man kann sagen, daß derjenige, der beginnt, diesen Vorgang des Zurückkehrens des astralischen Leibes in den physischen Leib und in den Ätherleib wahrzunehmen, geistige Gewitter erlebt mit allerlei Gegenschlägen, geistige Gewitter mit solchen Gegenschlägen, die zeigen, daß der astralische Leib untertaucht in den physischen und in den Ätherleib, daß aber jetzt der physische und der Ätherleib bei diesem Untertauchen nicht so ausschauen, wie der Anatom und der Physiologe sie beschreiben, sondern daß sie etwas sind, was auch einer geistigen Welt angehört. Was sonst der unschuldige physische Leib ist, oder was vermutet wird als der etwas nebulose unschuldige Ätherleib, das stellt sich dar als in einer geistigen Welt wurzelnd. In seiner Wahrheit stellt sich der physische Leib als etwas ganz anderes dar, als was er äußerlich in einem sinnlichen Abbilde für das Auge oder für die gewöhnliche Wissenschaft erscheint.

In tausendfachen Mannigfaltigkeiten kann dieses Untertauchen des astralischen Leibes in den physischen und in den Ätherleib erscheinen, wie etwa, wenn ein brennendes Holzstück untertaucht mit Gebrause in Wässeriges. Das ist noch die einfachste, die abstrakteste Art, die demjenigen, der eben anfängt, so etwas zu erkennen, zunächst erscheinen kann. Dann aber konkretisiert sich der Vorgang innerlich sehr mannigfaltig, durchgeistigt sich aber nachher damit, daß dasjenige, was vorerst nur, ich möchte sagen, sich in seiner Erscheinung mit brausendem Gewitter, mit aufsteigenden Stürmen vergleichen läßt, daß das sich mit harmonischen Bewegungsvorgängen durchdringt, die aber in allen ihren Teilen zu gleicher Zeit etwas sind, von dem man sagen muß: Es spricht, es sagt etwas, es kündet etwas an. Zunächst allerdings kleidet sich das, was sich da ankündigt, in Reminiszenzen aus dem gewöhnlichen Leben. Aber das formt sich im Laufe der Zeit um, und man erfährt nach und nach eben vieles von einer Welt, die auch um uns ist, und in der man Dinge erlebt, von denen man nicht sagen kann, daß sie Reminiszenzen sind aus dem gewöhnlichen Wahrnehmen, weil sie ganz und gar anderer Natur sind, weil man wirklich bei diesem Erleben weiß, daß man es mit einer andern Welt zu tun hat. Da merkt man, daß der Mensch, indem er mit seinem astralischen Leib aus seiner Umgebung in seinen physischen und Ätherleib hereinkommt, das jetzt auf dem Wege des Vollatmungsprozesses tut. Der astralische Leib, der in den Sinnen tätig ist, berührt die feinen Verzweigungen des Atmungsvorganges, greift gewissermaßen in die feinen Rhythmen ein, in denen sich der Atmungsvorgang in die Sinnesgebiete fortsetzt. Der beim Aufwachen aus der Außenwelt in den physischen und Ätherleib hereinziehende Astralleib ergreift den ganzen Atmungsprozeß, der sich zwischen dem Einschlafen und Aufwachen selbst überlassen ist. Auf den Bahnen der Atmungsprozesse, der Atmungsbewegungen, kommt der astralische Leib hinein in den physischen und Ätherleib, breitet sich aus, wie sich der Atem selber ausbreitet.

Das gewöhnliche Bewußtsein stößt, möchte ich sagen, rasch beim Aufwachen hinein in die Wahrnehmung der äußeren Welt, verbindet schnell das Erleben des Atmungsprozesses mit dem gesamtorganischen Erleben. Das inspirierte Bewußtsein kann dieses Fortlaufen des astralischen Leibes auf den Bahnen des Atmungsrhythmus trennen und den übrigen organischen Prozeß gesondert wahrnehmen. Er verläuft natürlich nicht gesondert. Nicht nur in diesem Augenblicke, sondern in jedem Augenblicke steht natürlich im menschlichen Organismus die Atmungsbewegung in innigem Zusammenhang mit den übrigen Vorgängen im Organismus. Aber in der Erkenntnis, in der inspirierten Erkenntnis kann das abgetrennt werden. Man verfolgt, wie der astralische Leib auf den Wegen des Atmungsrhythmus in den physischen Leib hereinkommt, und lernt da etwas kennen, was sonst völlig unbewußt bleibt. Nachdem man alle die Zustände durchgemacht hat, welche objektive - nicht subjektive - Gefühlszustände sind, die dieses Hereinkommen begleiten, weiß man, daß, indem der Mensch nun nicht bloß ein Sinnenwesen, sondern ein Atmungswesen ist, er in derjenigen Welt wurzelt, welche ich in meiner «Geheimwissenschaft» die Welt der Archangeloi genannt habe. Geradeso wie die eine Stufe über den Menschen stehenden Wesenheiten der übersinnlichen Welt in seinem Sinnesprozeß tätig sind, sind tätig in seinem Atmungsprozesse die zwei Stufen über den Menschen stehenden geistigen Wesenheiten. Sie gehen gewissermaßen ein und aus mit unserem Einschlafen und Aufwachen.

Nun stellt sich uns, wenn wir diese Vorgänge betrachten, etwas sehr Bedeutsames für das menschliche Leben vor unsere Seele. Wenn wir ein Leben hätten, das nicht vom Schlafe unterbrochen wäre, so würden wir Eindrücke der Außenwelt empfangen, aber diese Eindrücke würden nur kurz vorhalten. Ein bleibendes Erinnerungsvermögen könnten wir nicht entwickeln. Sie wissen, wie flüchtig die Bilder in den Sinnen als Nachbilder wirken. Allerdings, was tiefer im Organismus angeregt wird, wirkt länger. Aber es wirkte doch nicht länger als einige Tage nach, wenn wir nicht schlafen würden [...]

Diese Erinnerungskraft verdanken wir in der Tat dem Vorgange während unseres Schlafes. Vom Einschlafen bis zum Aufwachen sind wir in der Welt der Archangeloi, und mit den Wesen der Hierarchie der Archangeloi zusammen bilden wir diese Kraft unseres Gedächtnisses aus. So wie wir die Kraft des sinnlichen Wahrnehmens und des Kombinierens der sinnlichen Wahrnehmungen mit den Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi ausbilden, so bilden wir diese mehr verinnerlichte, mehr mit dem Zentrum zusammenhängende Kraft des Erinnerns in der Welt der Archangeloi aus.“ (Lit.:GA 219, S. 111ff)

Aufwachen und Karma

„Die ganze karmische Vergangenheit, sie zieht mit jedem Schlafe an dem Menschen vorüber. Während der Mensch vorzugsweise in dem, was er erleben kann beim Einschlafen, einen kleinen Vorgeschmack hat von dem werdenden Karma, das sich da ausbildet für die Zukunft, hat er, wenn er aufwacht in diesem Gefühl, das ich beschrieben habe, eine leise, allerdings eine sehr leise Empfindung von dem Karma, das er trägt. Der Moment des Aufwachens ist ein solcher, von dem man sagen muß: er bedeutet eine leise Andeutung alles dessen, was der Mensch in sich trägt von seinen vergangenen Erdenleben. Das wird allerdings aufgefangen durch alles das, durch das der astralische Leib und das Ich hindurchstrahlen, wenn sie sich von den Fingerspitzen und den Zehenspitzen aus in den Menschen hinein verbreiten. Aber es ist doch so, daß ein sehr beschwerliches Karma, ein Karma, an dem man stark trägt, die Eigentümlichkeit hat, daß es einem gewissermaßen in den Kopf hinaufstrahlt alles dasjenige, was ungesunde abgelagerte Stoffe sind, während ein gutes Karma eigentlich die guten abgelagerten Stoffe hinaufstrahlt. Und da ist es, wo Geistiges und Natürliches sich berühren. Das Gute im Karma des Menschen strahlt die gesunden Zustände des Organismus am Morgen in den Kopf hinauf, macht den Kopf frei; es dünstet nicht so viel Krankhaftes in den Kopf hinauf vom guten Karma. Vom bösen Karma, von dem Nachgebliebenen alles dessen, was wir im bösen Sinne vollbracht haben, werden alle möglichen ungesunden Ablagerungen im menschlichen Organismus zu einer Art Hinaufdünsten in den Kopf gebracht. Man spürt dann den Kopf brummig und dumpf von dem, was das böse Karma ist. Man kann schon gerade an den Zuständen, die man da am Morgen hat, bis ins Physische hinein das Walten und Weben des Karma empfinden. Und das Karma bildet sich ja aus in der Wechselwirkung von Schlafen und Wachen.“ (Lit.:GA 239, S. 242f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Offenbarungen des Karma, GA 120 (1992), ISBN 3-7274-1200-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt. Die geistige Kommunion der Menschheit., GA 219 (1994), ISBN 3-7274-2190-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Die menschliche Seele in ihrem Zusammenhang mit göttlich-geistigen Individualitäten. Die Verinnerlichung der Jahresfeste., GA 224 (1992), ISBN 3-7274-2240-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Menschenwesen, Menschenschicksal und Welt-Entwickelung, GA 226 (1988), ISBN 3-7274-2260-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Fünfter Band, GA 239 (1985), ISBN 3-7274-2390-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.