Asasel

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Asasel-Darstellung aus dem 19. Jahrhundert

Asasel (hebr. עזאזל, auch Azazel, Azaël, Asael) ist ursprünglich der Name eines Wüstendämons, dem beim jüdischen Sühnenfest, mittels des sprichwörtlichen Sündenbocks, die Sünden des Volkes Israel aufgeladen wurden. Nach Agrippa von Nettesheim ist Azazel einer der «vier Fürsten des bösen Geistes, in den Elementen verderblich»[1]; die anderen sind Samael, Azael und Mehazael.

Ritual des Sündenbocks

Am 10. Tag des Monats Tischri begingen die Israeliten den Versöhnungstag, ein Sühnefest, in dessen Verlauf zwei Böcke herbeigeführt wurden. Es wurde ausgelost, einer für den Herrn, der geschlachtet wurde, zum Zeichen der Sühne, der andere für Asasel. Dem Bock Asasels wurden vom Hohepriester die gesamten Sünden des versammelten Volkes auferlegt, anschließend wurde er in die Wüste, zu Asasel, geschickt (Lev 16,5–10 EU.26EU). Dies ist allerdings auch die einzige Bezugnahme der (kanonischen) Bibel auf Asasel. Wer oder was er ist, wird an dieser Stelle nicht erklärt. Generell wird die Zeremonie dahingehend gedeutet, dass die Sünde symbolisch aus der Mitte Israels verbannt wird, und zu ihrem Ursprung (zum Teufel) zurück gejagt wird.

In der Vulgata wird Asasel mit caper emissarius übersetzt, dies deutet darauf hin, dass das Wort ursprünglich kein Eigenname war, sondern eine Bezeichnung der Funktion, die der Bock hat (עז אזל = 'es 'osel Bock der wegträgt statt עזאזל = 'asasel). Dagegen scheint zu sprechen, dass 'es (עז) meist ein weibliches Tier bezeichnet, allerdings wird im gleichen Abschnitt (in Lev 16,5 EU) ebenfalls dieses Wort benutzt, um die beiden (ausdrücklich männlichen!) Böcke als Ziegenböcke zu bezeichnen.

Asasel in den Apokryphen

In späteren Traditionen wird Asasel mit den gefallenen Engeln in Verbindung gebracht. Laut des apokryphen 1. Buches Henoch lehrte er die Menschen die Metallbearbeitung, den Gebrauch von Waffen, Edelsteinen und Färbemitteln, sowie die Kunst des Schminkens,[2] wodurch er zur Verderbnis der Menschen beitrug und − darin ähnlich Prometheus − die Geheimnisse des Himmels den Menschen verriet.[3] Zur Strafe wurde er von dem Engel Raphael gebunden, gesteinigt und in die Finsternis geworfen:

„Mache in der Dudael-Wüste eine Grube, und wirf ihn hinein. Lege scharfe, spitze Steine unter ihn und bedecke ihn mit Finsternis. Laß ihn dort für immer wohnen und bedecke sein Antlitz, damit er kein Licht schaue. Am Tag des Endgerichts soll er in den Feuerpfuhl geworfen werden! […] Die ganze Erde war doch durch die von Asasel gelehrten Werke verdorben worden.“[4]

In späteren dämonologischen Werken gilt Asasel als ein bocksgestaltiger Dämon zweiten Ranges, und erster Bannerträger der Höllenarmeen, wird aber auch mit Samael gleichgesetzt. In der islamischen Tradition ist Azazil der Name des Iblis vor seinem Fall.

Wirkung auf den Esoteriker

Azazel wirkt beim Esoteriker besonders auf den Lichtäther.

"Ferner müssen wir unsere Aufmerksamkeit richten auf alles, was mit der Unwahrhaftigkeit zusammenhängt. Wir begehen zwar durch unsere Erziehung keine groben Unwahrheiten, dennoch haben wir stets den Hang, besser zu scheinen, als wir im Grunde wirklich sind. Oder aber, wenn es uns um Hals und Kragen geht, die Wahrheit zu gestehen, sie lieber zu verschweigen und zu verschleiern. Dies alles wirkt ebenfalls schädigend auf das Weltgeschehen und somit auf den Menschen selber vernichtend zurück. Die Wirkungen solcher Unwahrhaftigkeiten wirken auf unseren Astralleib, dann auf unseren Ätherleib, und zwar auf denjenigen Teil, den wir Lichtäther nennen. Von hier aus wirken solche schädigende Einflüsse auf den physischen Leib, besonders auf das Nervensystem. Diese luziferischen Wesenheiten, die hiermit zusammenhängen, deren Anführer Azazel ist, offenbaren sich dem Hellseher auch menschenähnlich, meistens als Kopf mit Rabenflügeln. - Wer zu Unwahrhaftigkeiten neigt, wird meistens ein würgendes, kratzendes Gefühl im Halse verspüren können, auch hat er oft das Gefühl, als würde er gezwickt mit Zangen und von tausend Armen gepeinigt. Jeder, der genau sich selbst beobachtet, wird dann merken, wie tief er noch in der Lüge und Verstellung verstrickt ist!" (Lit.: GA 266b, S. 130f)

Anmerkungen

  1. Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim: Die magischen Werke, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, S 198
  2. 1. Henoch 8,1
  3. 1. Henoch 9,6
  4. 1. Henoch 10,4–6.8

Literatur

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Weblinks

  • Henrike Frey-Anthes: Sündenbock/Asasel. In: Michaela Bauks, Klaus Koenen (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex)

Einzelnachweise


Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Asasel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.