Blut

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Das warme Blut (lat. sanguis, griech. αἷμα haima, hebr. דָּם dam) ist der unmittelbare physische Ausdruck des menschlichen Ich. Voraussetzung für den Entstehung des roten Blutes war das Eisen, das der Mars der Erde in ihrer ersten Entwicklungshälfte gab. Es ist ein reines Produkt der Erdentwicklung und in dieser Form in den vorangegangenen planetarischen Weltentwicklungsstufen noch nicht vorhanden. Das warme rote Blut entstand in der lemurischen Zeit und hängt zusammen mit dem luziferischen Einfluss. Luzifer hat unmittelbaren Einfluss auf das Blut (Blut ist ein ganz besonderer Saft - Faust).

Das Blut als reines Produkt der Erdentwicklung

"Da stellt sich uns das Blut - ich spreche vom Menschen - dar als dasjenige, was in die menschliche Organisation gekommen ist durch die Vorgänge, die im besonderen Erdenvorgänge sind. Das Blut ist durchaus Erdenwesen. Sie wissen ja, daß der Mensch lange, lange bevor es eine Erde gab, durch Saturn-, Sonnen- und Mondendasein vorbereitet worden ist. Was da vorbereitet worden ist, das alles hat das Blut noch nicht in sich. Das Blut, so wie es als menschliches Blut heute durch unsere Adern fließt, ist hinzugekommen durch die Erdenorganisation. Dagegen ist in der Konstruktion, in der ganzen Formung und Bildung des Nervenwesens dasjenige enthalten, was lange, lange vorbereitet worden ist durch den Saturn-, Sonnen- und Mondenprozeß, durch die Vorprozesse unserer Erdenorganisation." (Lit.: GA 169, S. 37)

Herz und Blutkreislauf

Physiologie des menschlichen Blutkreislaufs

Aus dem strömenden Blutkreislauf beginnt sich das Herz schon ab der 3. Woche der Embryonalentwicklung zu bilden und fängt ab dem 23. oder 24. Tag der Schwangerschaft eigenständig zu pulsieren an. Nach Ansicht Steiners ist die Gestalt des Herzens ein Ergebnis der sich stauenden Kräfteströmungen von links-rechts bzw. rechts-links und von oben und unten. Durch den Rückstau dieser Strömungen entstehen Verdickungen, aus denen sich die vier Herzkammern bilden. Aber nicht nur die Gestalt, sondern auch die Tätigkeit des Herzens ist nach Steiner ein Ergebnis der lebendigen Bewegung des Blutkreislauf. Das Herz fungiert seiner Ansicht nach nicht als Pumpe, die das Blut durch den Körper treibt, sondern der Blutkreislauf versetzt das Herz in Bewegung. Die linke Herzhälfte empfängt dabei das sauerstoffreiche Blut aus dem kleinen Lungenkreislauf, die rechte Herzhälfte das sauerstoffarme Blut aus dem großen Körperkreislauf.

"Dieses Herz hat die mechanisch-materialistische Anschauung zu einer Pumpe gemacht, die das Blut durch den menschlichen Körper treibt. Es ist das Gegenteil, dieses Herz: Ein Lebendiges ist die Blutzirkulation - die Embryologie kann es exakt nachweisen, wenn sie nur will - , und das Herz wird durch das innerlich bewegte Blut in Tätigkeit versetzt. Das Herz ist dasjenige, worinnen sich die Bluttätigkeit schließlich statuiert, worinnen die Bluttätigkeit hereingenommen wird in die ganze menschliche Individualität. Die Tätigkeit des Herzens ist eine Folge der Bluttätigkeit, nicht die Bluttätigkeit eine Folge der Herztätigkeit." (Lit.: GA 74, S. 92f)

"Lernt man erkennen das rhythmische System, wie es sich ausprägt in der Gestaltung des Atmungsverlaufes, des Blutsverlaufes, so bricht man mit dem Aberglauben, daß das Herz eine Pumpe ist, die das Blut wie irgendein Gewässer durch den Organismus treibt. Dann lernt man erkennen, daß das Geistige eingreift in die Blutzirkulation, daß also da der Rhythmus den Stoffwechsel ergreift, die Blutzirkulation bewirkt und dann im Verlaufe der menschlichen Entwickelung, schon in der Embryonalentwickelung, das Herz herausplastiziert aus dem, was der Blutkreislauf ist, so daß das Herz aus dem Blutkreislauf heraus, also aus dem Geistigen heraus gebildet ist." (Lit.: GA 203, S. 151f)

Im Okkultismus wird es der Sonne und dem damit verbundenen Metall, dem Gold, zugeordnet. William Harvey, der Entdecker des Blutkreislaufs, schreibt über das Herz:

„Das Herz der Lebewesen ist der Grundstock ihres Lebens, der Fürst ihrer aller, der kleinen Welt Sonne, von der alles Leben abhängt, alle Frische und Kraft ausstrahlt. Gleicherweise ist ein König der Grundstock seiner Reiche und die Sonne seiner kleinen Welt, des Staates Herz, von dem alle Macht ausstrahlt, alle Gnade ausgeht. Diese Schrift hier über die Bewegung des Herzens habe ich Seiner Majestät (wie es Sitte dieser Zeit ist) um so mehr zu widmen gewagt, als […] beinahe alle menschlichen Taten wie auch die meisten Taten eines Königs unter der Eingebung des Herzens sich vollziehen.“

William Harvey: Die Bewegung des Herzens und des Blutes (übersetzt nach der lateinische Originalausgabe von 1628).

Der polare Gegensatz von Blut und Nerv

Das Blut bildet den polaren Gegensatz zum Nervensystem:

"Während das Nervensystem eigentlich zum Leben im Kosmos draußen, außerirdisch, bestimmt ist und in uns tot ist, ist das Blut bestimmt, in uns tot zu sein und erlangt ein Leben von außen. Das Nervensystem gibt gewissermaßen sein Leben ab an das Blut, und so ist das Nervensystem verhältnismäßig tot, das Blut verhältnismäßig das Lebendige. So wahr das Nervensystem kosmisch Leben und irdisch Tod hat, so wahr hat das Blut umgekehrt durch sich irdisch Tod und erborgtes, ihm aufgedrängtes kosmisches Leben. Das Leben ist überhaupt nicht von unserer Erde. Daher muß das Nervensystem gewissermaßen den Tod aufnehmen, damit es irdisch werden kann, und das Blut muß lebend werden, damit der Mensch, insofern er irdische Substanz ist, der außerirdischen Welt sich zuwenden kann." (Lit.: GA 169, S. 37)

"Alles Seelische drückt sich aus, offenbart sich im Leiblichen, so daß sich auf der einen Seite alles das im Leiblichen offenbart, was sich ausdrückt in Antipathie, Gedächtnis und Begriff. Das ist gebunden an die Leibesorganisation der Nerven. Indem die Nervenorganisationen gebildet werden im Leibe, wirkt darin für den menschlichen Leib alles Vorgeburtliche. Das seelisch Vorgeburtliche wirkt durch Antipathie, Gedächtnis und Begriff herein in den menschlichen Leib und schafft sich die Nerven. Das ist der richtige Begriff der Nerven. Alles Reden von einer Unterscheidung der Nerven in sensitive und motorische ist, wie ich Ihnen schon öfter auseinandergesetzt habe, nur ein Unsinn.

Und ebenso wirkt Wollen, Sympathie, Phantasie und Imagination in gewisser Beziehung wieder aus dem Menschen heraus. Das ist an das Keimhafte gebunden, das muß im Keimhaften bleiben, darf daher eigentlich nie zu einem wirklichen Abschluß kommen, sondern muß im Entstehen schon wieder vergehen. Es muß im Keime bleiben, es darf der Keim in der Entwickelung nicht zu weit gehen; daher muß es im Entstehen vergehen. Hier kommen wir zu etwas sehr Wichtigem im Menschen. Sie müssen den ganzen Menschen verstehen lernen: geistig, seelisch und leiblich. Nun wird im Menschen fortwährend etwas gebildet, das immer die Tendenz hat, geistig zu werden. Aber weil man es in großer Liebe, allerdings in egoistischer Liebe, im Leibe festhalten will, kann es nie geistig werden; es zerrinnt in seiner Leiblichkeit. Wir haben etwas in uns, was materiell ist, aber aus dem materiellen Zustand fortwährend in einen geistigen Zustand übergehen will. Wir lassen es nicht geistig werden; daher vernichten wir es in dem Moment, wo es geistig werden will. Es ist das Blut - das Gegenteil der Nerven.

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Nerv

Blut

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Das Blut ist wirklich ein «ganz besonderer Saft». Denn es ist derjenige Saft, welcher, wenn wir ihn aus dem menschlichen Leibe entfernen könnten - was innerhalb der irdischen Bedingungen nicht geht -, so daß er noch Blut bliebe und durch die anderen physischen Agenzien nicht vernichtet würde, dann als Geist aufwirbeln würde. Damit nicht das Blut als Geist aufwirbele, damit wir es so lange, als wir auf der Erde sind, bis zum Tode in uns behalten können, deshalb muß es vernichtet werden. Daher haben wir immerwährend in uns: Bildung des Blutes - Vernichtung des Blutes, Bildung des Blutes - Vernichtung des Blutes und so weiter durch Einatmung und Ausatmung." (Lit.: GA 293, S. 38f)

Blutsverwandtschaft

Die engen Blutsbande waren die Grundlage für das ehemalige gruppenseelenhafte Bewusstsein der Menschheit und die damit verbundenen alten hellseherischen Fähigkeiten. Bis in die ägyptische Zeit wurde die Nahehe gepflegt, um diese Fähigkeiten zu konservieren. Durch die Fernehe wurde das Blut immer weniger geeignet, zum sich Träger dieser alten Weisheit zu machen. Es wurde statt dessen immer mehr zum Werkzeug des Egoismus, damit aber auch für die Selbstständigkeit des Menschen.

Durch das Blut wurde es dem Menschen ermöglicht, sich immer mehr in das materielle Dasein einzuleben. Es musste aber der Zeitpunkt kommen, wo das überschüssige Blut und damit der überschüssige Egoismus geopfert werden musste. Das geschah durch das Opfer des Christus auf Golgatha.

Im Blut tobt ein fortwährender Kampf zwischen Leben und Tod. Der blaue Blutstrom ertötet in jedem Augenblick das Leben, das im roten Blut dahinströmt. Nur dadurch, indem sich das Blut ständig erzeugt und wieder vernichtet, kann sich unser Ich im physischen Dasein verankern. Das Blut vermittelt dem Menschen das Bewusstsein seines Ich, indem es nur für einen kurzen Moment physisch wird und dann wieder zurückschießt ins Geistige. In diesen Prozess greift Luzifer störend ein.

Ätherisation des Blutes

Dem hellsichtigen Blick zeigt sich, wie sich das Blut in seinen feinsten Teilen im Herzen beständig ätherisiert, d.h. wieder in den ätherischen Zustand übergeht, aus dem es sich ursprünglich verdichtet hat. Dieses ätherisierte Blut strömt fortwährend vom Herzen nach dem Kopf hin.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Philosophie des Thomas von Aquino, GA 74 (1993), ISBN 3-7274-0741-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Weltwesen und Ichheit, GA 169 (1998), ISBN 3-7274-1690-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwickelung durch seinen geistigen Zusammenhang mit dem Erdplaneten und der Sternenwelt, GA 203 (1989), ISBN 3-7274-2030-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik, GA 293 (1992), ISBN 3-7274-2930-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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