Christentum

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Das Christentum (von griech. christianismós) ist mit über 2,1 Milliarden Anhängern vor dem Islam (ca. 1,3 Milliarden) und dem Hinduismus (rund 800 Millionen) die größte Religion der Erde.

"Wenn aber die Religion aufgehen wird in der Erkenntnis, wenn dem Menschen nicht mehr nach der alten Form Religion gegeben sein wird, daß er bloß dem Glauben nach auf die Weisheit hingewiesen sein wird, welche die Evolution leitet, wird dann auch das Christentum nicht mehr sein? Keine andere Religion wird sein, die auf bloßen Glauben gebaut ist. Das Christentum wird bleiben, denn das Christentum ist zwar in seinem Anfang Religion gewesen, aber das Christentum ist größer als alle Religion! Das ist die Rosenkreuzerweisheit. Umfassender war das religiöse Prinzip des Christentums in seinem Anfange als das religiöse Prinzip aller anderen Religionen. Aber das Christentum ist noch größer als das religiöse Prinzip selbst. Wenn die Glaubenshüllen fortfallen werden, wird es Weisheitsform sein. Es kann ganz und gar die Glaubenshüllen abstreifen und Weisheitsreligion werden, und dazu wird Geisteswissenschaft helfen, die Menschen vorzubereiten. Die Menschen werden ohne die alten Religions- und Glaubensformen leben können, aber sie werden nicht leben können ohne das Christentum; denn das Christentum ist größer als alle Religion. Das Christentum ist dazu da, alle Religionsformen zu sprengen, und das, was als Christentum die Menschen erfüllt, das wird noch sein, wenn die Menschenseelen hinausgewachsen sind über alles bloße religiöse Leben." GA 102, S. 115f

"Nach dem Christentum - das ist ganz klar für den, der die Begründung des Christentums kennt - kann eine neue Religion nicht mehr begründet werden. Man würde das Christentum unrichtig verstehen, wenn man glauben würde, daß eine neue Religion begründet werden könne." GA 211, S. 139

"Das Christentum hat begonnen als Religion, aber es ist grösser, als alle Religionen. Das, was das Christentum gibt, wird mitgenommen werden in alle Zeiten der Zukunft und wird noch einer der wichtigsten Impulse der Menschheit sein, wenn es keine Religion mehr geben wird. Selbst wenn die Menschen das religiöse Leben überwunden haben werden, wird das Christentum doch bleiben. Daß es erst Religion war, hängt mit der Entwickelung der Menschheit zusammen; aber das Christentum ist als Weltauffassung größer als alle Religionen." GA 102, S. 161

"Vor Raffaels Blick mag gestanden haben, was in der Apostelgeschichte steht: Wie einer unter die Athener tritt und sagt - sogar die Gebärde ist dort dargestellt -: Ihr Leute von Athen, ihr habt den Göttern Opfer gebracht in äußeren Zeichen. Es gibt aber eine Erkenntnis jenes Gottes, der in allen Leben lebt und webt. Das ist der Christus, der durch den Tod gegangen und auferstanden ist, und der dadurch den Menschen den Impuls gegeben hat zur Auferstehung. - Die einen hörten nicht zu und die anderen fanden es sonderbar. In Raffaels Gemüt wurde das zu jenem Bilde, das wir heute im Vatikan finden, das den unrichtigen Namen trägt «Die Schule von Athen». In Wirklichkeit zeigt es die Gestalt des Paulus, die Athener belehrend über das Grundwesen des Christentums. Da hat Raffael etwas gegeben, was wie eine Heroldschaft des über den Konfessionen stehenden Christentums erscheint. Wenig ist das verstanden worden bisher, der tiefe Sinn dieses Bildes ist den Menschen noch nicht aufgegangen." GA 143, S. 178

"Über dieses Bild, das man oftmals - aber erst später - «Schule von Athen» genannt hat, haben die Leute im Laufe der Zeit alles mögliche darübergemalt, und so ist ja bei dem einen Mann, der in der Mitte steht, «Etica» auf das Buch daraufgemalt, bei dem anderen «Timeo», das alles ist erst später darübergemalt. Das Bild ist vielfach ruiniert, und man bekommt natürlich heute in Rom nicht mehr eine richtige Vorstellung von dem Bilde, wie es ursprünglich war. Zu Raffaels Zeiten hat man das niemals «Die Schule von Athen» genannt, sondern das ist erst später gekommen; aber dann haben die Leute Theorien darüber gemacht." GA 292, S. 266

"Wenn wir das eine Bild betrachten, die sogenannte «Schule von Athen» - es ist nicht meine Ansicht, daß diese Bezeichnung berechtigt ist, aber man verständigt sich so am leichtesten -, wenn man dieses Bild auf sich wirken läßt, sieht man, vielleicht ohne daß es voll im Bewußtsein Raffaels gelebt hat, daß es darstellt, was die menschliche Seele erkennen kann, wenn sie den Blick auf die äußere sinnliche Wirklichkeit hinrichtet und sich des Verstandes bedient, der an das menschliche Gehirn, die menschliche Persönlichkeit gebunden ist. In allen Einzelheiten tritt uns das in wunderbarer Weise entgegen. Wenn wir den Blick hinwenden nach der rechten Gruppe des Bildes, sehen wir, wie astronomisch allerlei Dinge festgestellt, errechnet werden, und dann fühlen wir: Da wird nicht nur Gewöhnliches gerechnet, sondern es werden aus der Bewegung der Sterne große Ereignisse der Weltgeschichte erschlossen; da wird Wissenschaft im kosmischen Sinn entfaltet. Und wenn wir dann den Blick nach links wenden und sehen an den Mienen, die das Rechte mit dem Linken verbinden, wie links aufgeschrieben wird, was rechts abgelesen wird aus den Sternkonstellationen und wie, wenn wir die Bücher wirklich vor unsere Augen bekommen könnten, auf der linken Seite geschrieben werden Weltengeheimnisse, die durch sinnenfällige Beobachtung festgestellt werden, da sehen wir: Raffael braucht sich nicht dessen bewußt gewesen zu sein, aber darin lag die Tradition der damaligen Zeit, wie in sie tief hineingeheimnißt worden ist das, was das Wesen des [aufgehenden Christentums gegenüber dem Griechentum] ausmacht. Und ob wir uns auf den Standpunkt derjenigen stellen, die in der Mittelfigur Plato und Aristoteles sehen, oder daß wir es auf der linken Seite mit einem Evangelisten zutun haben: in beiden Fällen ist das jetzt Auseinandergesetzte durchaus verständlich." ( aus: Raffael im Lichte der Geisteswissenschaft, Öffentlicher Vortrag. München, 11. März 1913)

Paulus ist also derjenige links in der Mitte im roten Gewand, meist als Platon aufgefaßt (wegen des Timaios in seiner Hand), mit den Zügen Leonardo da Vincis (vgl. Die Schule von Athen).




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