Christliche Tugend

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die drei theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe ( 1780 ) von Johann Georg Unruhe (Pfarrkirche St. Michael in Untergriesbach).
Oben der Glaube mit Kreuz, Kelch und leuchtender Hostie, daneben erhöht das Lamm Gottes; rechts die Liebe als weibliche Gestalt mit Kindern und einem flammenden Herz in der rechten Hand, rechts daneben der Pelikan, als Symbol für den Christus, der sich die Brust aufreist und sich hinopfert, um seine Jungen mit seinem eigenen Herzblut zu nähren; links die Hoffnung mit Anker und Zweig.
Glaube, Liebe und Hoffnung. Farbige Zeichnung von Julius Schnorr von Carolsfeld.

Die drei christlichen oder theologischen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung werden erstmals im 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher (1 Thess 1,3 LUT) erwähnt.

„2 Wir danken Gott für euch alle, sooft wir in unseren Gebeten an euch denken; 3 unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater, an das Werk eures Glaubens, an die Opferbereitschaft eurer Liebe und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung auf Jesus Christus, unseren Herrn.“

1. Brief des Paulus an die Thessalonicher: (1 Thess 1,3 EU)

Weitere Erwähnungen finden sich in 1 Kor 13,13 EU, Eph 1,16-18 EU, Kol 1,4 EU und Hebr 10,22-24 EU.

Zusammen mit den vier schon von Platon genannten Kardinaltugenden bilden sie im christlich-abendländischen Kulturkreis die sieben hauptsächlichen Tugenden, die den entsprechenden 7 Hauptlastern entgegengestellt werden. Am bekanntesten ist ihre Besprechung im Hohelied der Liebe im 1. Korintherbrief:

„1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen1 und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. 4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. 13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Paulus von Tarsus: (1 Kor 13,1-13 LUT)

Anders als die zehn Gebote sind sie keine Handlungsgebote bzw. -verbote, sondern beziehen sich unmittelbar auf die zentralen und sorgsam zu pflegenden Tugenden unserer leiblichen Wesensglieder. Der Glaube ist die höchste Tugend des Astralleibs; die Liebekraft soll den Ätherleib durchströmen, und die Hoffnung bezieht sich auf den physischen Leib (Lit.: GA 130, S. 172ff).

Ikonographisch wird der Glaube durch ein Kreuz oder einen Kelch mit Hostie symbolisiert, die Liebe durch das Herz oder eine Frau mit Kindern und die Hoffnung durch einen Anker, einen Vogel oder einen Zweig.

Die drei paulinischen Tugenden korrespondieren darüber hinaus mit den 3 höchsten Regionen der Seelenwelt:

Siehe auch

Literatur


Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.