Christosophie

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Schon Christosophia (der Weg zu Christo), die einzige Schrift, die Jakob Böhme selbst 1621 veröffentlichte, beschäftigte sich mit dem Gedanken einer Christosophie.

Tatsächlich wurden seine Ansätze durch eine anthroposophische Strömung wiederbelebt, die auf Willi Seiß und vor allem auf Valentin Tomberg zurückgeht.

Willi Seiß erachtete es als das höchste anthroposophische Ideal ein wahres Verständnis der Wesenheit Christi zu erlangen. Im Werk Rudolf Steiners, in dem dieses Ideal bereits angelegt ist, wird diese Lehre noch als die sehr umfassend beschriebene Christologie innerhalb der Anthroposophie bezeichnet. Erst innerhalb der Christengemeinschaft wurden daraus theologische Ansätze begründet.

Insbesondere Valentin Tomberg suchte nach seiner Konversion zur katholischen Kirche einen Begriff, der seine Weltanschauung von der Anthroposophie abgrenzte. Er fand ihn in einer umfassenden Christosophie, die sich jedoch nur in kirchendogmatischen Fragen wesentlich von Rudolf Steiners Anthroposophie zu unterscheiden vermag.

Literatur

  • Jakob Böhme: Christosophia - Ein christlicher Einweihungsweg, herausgegeben von Gerhard Wehr, Aurum Vlg., Freiburg i.Br. 1979
  • Willi Seiss: Kampf und Widerstand gegen eine geisteswissenschaftlich erforschte Christologie und Christosophie und gegen deren Verfasser Valentin Tomberg. Teil A. Achamoth, Schönach 1996, ISBN 3-923302-10-X
  • Willi Seiss: Der Kampf gegen Valentin Tomberg und seine geisteswissenschaftlich erforschte Christosophie. Dokumentiert an Hand des Briefwechsels zwischen Valentin Tomberg und Marie Steiner. Teil B – Briefwechsel. Achamoth, Schönach 1999, ISBN 3-923302-11-8
  • Klaus von Stieglitz: Die Christosophie Rudolf Steiners. Voraussetzungen, Inhalt und Grenzen, Luther-Verlag, Witten-Ruhr 1955