Ego

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Ego (lat. ego, griech. ἐγώ; lautlich verwandt mit ἠχώ, Echo), die Egoität, ist das im Egoismus verhärtete niedere Ich, das niedere Selbst des Menschen, das sich als Nachklang des eigentlichen, höheren Ich in dem durch den luziferisch Einfluss von überwiegenden egoistischen Antipathiekräften erfüllten Astralleib als verzerrtes Echo abbildet. Des Ego entspricht dem Kama-Manas nach indisch-theosophischer Bezeichnung.

Dem Eingeweihten erscheint seine niedere Wesenheit wie ein eigenständiges Wesen als Doppelgänger bzw. als der kleine Hüter der Schwelle vor dem geistigen Blick:

"In allen Geheimlehren gibt es Eingeweihte. Heute erleben diese genau dasselbe wie damals, indem sie über ihr niederes Ich hinauswachsen, den geistigen Wesenskern in sich entwickeln und in diesem Leben schon Bürger einer höheren Welt werden. Zu gleicher Zeit aber wird uns klargemacht, daß in einer gewissen Stunde die ganze niedere Natur vor sie hintritt. In jedem Menschen ist eine Summe von Leidenschaften, Begierden und Wünschen, die seiner niederen Natur anhängen. Aus alledem muß der Mensch erst heraus. Dann tritt es wie eine Wesenheit vor ihm auf. Steigt der Mensch hinauf in seine höhere Natur, dann ist seine niedere Natur wie etwas, was außer ihm ist, wahrend er sonst drinnensteckt in den Trieben, Begierden und Leidenschaften. Ebensowenig wie jemand sein Gehirn auf einen Teller legen und es ansehen kann, ebensowenig kann man sein inneres Leben, seine innere niedere Natur sehen. Man nennt diese abgelöste Wesenheit den Hüter der Schwelle. Als eine Wesenheit steht neben dem Menschen seine niedere Natur, und er muß sich einmal sagen: Das bist du! Das mußt du ablegen! — Das nennt man bei allen Einweihungen die Höllenfahrt. Man hat da Genosse zu werden der höllischen Mächte, hinunterzusteigen in die Tiefen der Welt, weil der Mensch einfach drinnensteckt und seine höhere Natur nur halb in ihm lebt. Den Hüter der Schwelle nennt man diese Wesenheit, weil die Menschen, die sich nicht Mut und Geistesgegenwart aneignen, nicht darüber hinauskommen. Diejenigen, welche diese Schwelle überschritten haben, nennt man Eingeweihte." (Lit.: GA 54, S. 379)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Welträtsel und die Anthroposophie, GA 54 (1983), ISBN 3-7274-0540-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.