Eisen

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Hämatit (von griech. αιματoεις, haimatoeis = blutig), auch Blutstein, Eisenglanz, Specularit, Iserin, Roteisenstein, Roteisenerz oder Rötel genannt, ist ein sehr häufig vorkommendes mineralisches Eisenoxid (Fe2O3). Hämatit läuft mit der Zeit bunt an und wird durch Verwitterung rot.

Eisen (mhd. isen; vergleichbar mit kelt. isara „kräftig“, got. eisarn und aiz, lat. aesErz“; das Wort scheint Germanen und Kelten gemeinsam gewesen zu sein, die Abstammung von einer gemeinsamen indogermanischen Wurzel ist jedoch nicht sicher geklärt) ist ein metallisches chemisches Element mit dem chemischen Zeichen Fe (lat. ferrum,). Es zählt nach okkulter Tradition zu den sieben Planetenmetallen und wird dem Mars zugeordnet.

"Eisen ruft im Menschen eine gewisse Erregung der sinnlichen Natur hervor. Als die Erde sich mit dem Mars begegnete, wurde auch jene Eigenschaft im Blut erzeugt. Der Okkultist greift nicht gerne rein eiserne Gegenstände an." (Lit.: GA 097, S. 298)

Vorkommen und physikalisch-chemische Eigenschaften

Eisen ist das zehnthäufigste chemische Element im Kosmos und bildet den Endpunkt der exothermen (wärmeabgebenden) Kernfusionsprozesse in den Sternen. Noch höhere Elemente werden nur durch endotherme Kernreaktionen bei Supernovaexplosionen gebildet. Am Gesamtaufbau der Erde inklusive Erdkern, der vermutlich aus einer Nickel-Eisen-Legierung besteht, ist Eisen mit etwa 35% beteiligt und damit noch vor vor Sauerstoff (30 %), Silicium (15 %) und Magnesium (13 %) das häufigste chemische Element auf Erden. Zugleich ist es mit einem Anteil von 4,7 Prozent eines der häufigsten Elemente der Erdkruste.

Wegen seiner hohen Rostempfindlichkeit kommt Eisen nur sehr selten gediegen vor, so etwa in Legierung mit Nickel in Eisenmeteoriten oder in Basalten, wo es durch Reduktionsprozesse gebildet wird. Wichtige Eisenerze sind Magnetit (Fe3O4), Roteisenstein, Hämatit (Fe2O3), Brauneisenstein (Limonit) (Fe2O3·n H2O), Siderit (FeCO3), Magnetkies (FeS) und Pyrit (Eisenkies) (FeS2).

Die Marskräfte des Eisens

Mars zugeordnet dem Eisen
Quelle: Anonymos (Salomon Trismosin): Splendor solis oder Sonnen-Glantz, 16. Jh.

"Die Marskräfte bewahren uns vor dem Verfließen in dem Wärmeelemente. Würden die Marskräfte nicht in der richtigen Weise da sein, so würde der Mensch in der Wärme ausfließen. Es ist das sogar das Wichtigste im Menschen, denn weil er in sich mehr Wärme hat, als in seiner Umgebung vorhanden ist, ist er fortwährend in der Gefahr, im Wärmeelemente auszufließen. Daher müssen die Marskräfte geradezu im Menschen konzentriert sein. Und das geschieht durch das Eisen, das der Mensch im Blute hat. Das Eisen enthält Kräfte, die mit den Marskräften gleich sind." (Lit.: GA 213, S. 59)

Tatsächlich entstammt das irdische Eisen nach den okkulten Forschungen Rudolf Steiners auch substanziell der Marssphäre. Das irdische Eisen ist ein Überbleibsel des sog. Marsdurchganges, der sich etwa zu der Zeit ereignete, als sich der Mond von der Erde loslöste:

"Gleichzeitig mit der Trennung der Sonne und des Mondes von der Erde fand ein anderes Weltereignis statt: der Durchgang des Mars durch die Erde. Die Substanzen der beiden Weltkörper Mars und Erde waren dazumal so dünn, daß der Mars seiner Substanz nach durch den Erdenkörper hindurchgehen konnte. Er ließ einen Stoff zurück, den die Erde früher nicht hatte: das Eisen." (Lit.: GA 101, S. 88)

Das Blut ist das primäre Werkzeug des menschlichen Ichs und das Eisen im Blut ist das Inkarnationsmetall schlechthin. Es verbindet Kosmos und Erde und ermöglicht es dem Menschen sein geistiges Wesen, sein Ich, mit seinem irdischen Wesen, mit seinem Leib zu verbinden.

Eisen und freier Wille

Eisen ist für den Menschen wesentlich, um den freien Willen zu entfalten.

"Wir haben bemerkt, daß alles dasjenige, was regelmäßig im Weltenall vor sich geht, also sagen wir zum Beispiel dasjenige, was Tag und Nacht bewirkt im Sonnenlauf, oder was die Jahreszeiten bewirkt, daß das auch mit dem im Zusammenhang steht, was im Menschen notwendig ist. Im Menschen ist notwendig, daß bei der Abwechslung von Wachen und Schlafen Nahrungsaufnahme und so weiter eintritt. Beim Menschen ist in einer weiteren Regelmäßigkeit notwendig die Atmung, der Blutumlauf und so weiter. Wenn wir das alles im Menschen überschauen, so hängt das zusammen mit dem, was nun durch die Astronomie als regelmäßig berechnet werden kann. Dasjenige dagegen, was nicht so regelmäßig auftritt- was ja auch in einem gewissen Sinne berechnet werden kann, aber eben in der Weise nicht regelmäßig auftritt, zum Beispiel die Kometen und Meteore -, diese Erscheinungen, die hängen mit all demjenigen im Menschen zusammen, was freier Wille ist, was also aus dem Menschen heraus den freien Willen erzeugt.

Da muß man vor allen Dingen auf einen Stoff hinschauen, der ganz besonders wichtig ist, ein Stoff, der viel auf unserer Erde vorkommt, der aber überall im Weltenall auch vorkommt, und der, wenn solche Meteore herunterfallen auf die Erde, eben in diesen Meteoren enthalten ist. Das ist das Eisen. Eisen ist ja so viel auf unserer Erde vorhanden, daß man sagen kann: Dem Eisen verdankt ja eigentlich die ganze neuere Kultur und Zivilisation ihr Dasein. — Denken Sie nur» wozu alles das Eisen verwendet wird! Erst jetzt fängt man an, aus gewissen Dingen, die nicht Eisen sind, allerlei zu erzeugen; aber durch die zwei letzten Jahrhunderte hindurch ist wirklich alles dasjenige, was eigentlich aufgekommen ist, was sowohl die gegenwärtigen großen Fortschritte wie auch die gegenwärtigen sozialen Zustände hervorgerufen hat, durch das Eisen geschehen. Im Weltenall müssen Sie das Eisen überall vermuten, aus dem Grunde, weil eben, wenn irgend etwas herunterfällt auf die Erde, es aus Eisen ist.

Nun schauen wir uns das Eisen aber an in unserem eigenen menschlichen Körper. Da ist es sehr merkwürdig, daß der Mensch, wenn er ins Erdenleben hereintritt, dasjenige genießt, was am wenigsten Eisen enthält: die Milch. Die Muttermilch enthält kaum irgend etwas Eisen. So daß wir also sagen können: Der Mensch fängt erst an im Laufe seines Lebens, das Eisen mit der Nahrung in sich aufzunehmen. - Was bedeutet denn das?

Ja, meine Herren, wenn Sie das Kind anschauen, so zappelt es ja allerdings viel; es träumt auch schon. Aber das Kind hat noch weder ein willkürliches Denken, noch einen sonstigen freien Willen. In dem Maße, in dem das Kind zu seinem freien Willen kommt, ist es darauf angewiesen, das Eisen in sich aufzunehmen. Sie sehen also daraus, daß das Eisen eigentlich notwendig ist für den freien Willen. Und wenn man zum Beispiel bei einem Menschen, der heiser ist, in irgendeiner Weise heiser ist, der eine schwache Stimme hat, darauf kommen will, was eigentlich zugrunde liegt, so muß man vor allen Dingen die Untersuchung daraufhin anlegen, ob er genügend Eisen hat. Denn bei dem, der zu wenig Eisen hat, zeigt sich das vor allen Dingen in dieser Willkür, in diesem freien Willen, der durch die Sprache zum Vorschein kommt. Wenn Sie also einen Menschen sehen, der gut brüllen kann, dann brauchen Sie nicht Sorge zu haben, daß er zuwenig Eisen hat; wenn Sie aber einen Menschen haben, der kaum seine Worte hervorbringt, dann können Sie darüber nachdenken, inwiefern diesem Menschen das Eisen fehlt. So also kann man sagen: Es zeigt sich schon äußerlich an diesem, daß der Mensch das Eisen braucht gerade zu seinem freien Willen. - So können wir es auch leicht begreifen, daß dasjenige, was im Weltenall als Eisen herumfliegt, was in der Erde als Eisen ist, zusammenhängt mit dem, was menschliche Willkür ist, was menschlicher freier Wille ist." (Lit.: GA 351, S. 99f)

Michael und das Eisen

Wenn gegen Ende August die Meteoritenströme der Perseiden die Erde erreichen und das kosmische Eisen in sprühenden Funken auf die Erde fällt, stärker als in jeder anderen Jahreszeit, dann liegen darin die Heilkräfte, die uns aus der Umklammerung der ahrimanischen Mächte befreien können. Die Imagination Michaels leuchtet vor unserem geistigen Auge auf, der mit der Feuerkraft seines Herzens die von allen Seiten heransprühenden glühenden Meteoritenfunken zu seinem Flammenschwert schmiedet, mit dem er den aus den Tiefen aufsteigenden ahrimanischen Schwefeldrachen, der in der Sommerzeit besonders regsam geworden ist, besiegt.

Und was im Kosmos die Meteoritenfunken sind, das ist in unserem Blut das fein verteilte Eisen. Vom Kopf aus sprüht es, sichtbar dem geistigen Blick, in mächtig strahlenden Funken hinab und wirft die aus den Leibestiefen aufsteigenden leuchtenden ahrimanischen Schwefelwolken zurück. Mut, geistige Stärke und ein waches Selbstbewusstsein verleiht uns das unser Blut durchsprühende Eisen und die darin wirkende Michaelskraft und drängt den sinnvernebelnden glühenden Hass, die Angst und die Furcht zurück, die Ahriman in uns erregt.

Michael bezwingt den ahrimanischen Drachen, indem er den aus vulkanischen Tiefen aufsteigenden Schwefelprozess mit den kosmischen Eisenkräften durchdringt. Im Pyrit, dem Schwefelkies (FeS2), auch als „Katzengold“ oder richtiger als „Ketzergold“ bekannt, haben wir draußen in der Natur ein sichtbares Realsymbol dieser immer wiederkehrenden Tat Michaels. Und nicht ganz zu Unrecht werden dem Pyrit heilende Kräfte zugeschrieben, die das Selbstbewusstsein fördern und von Ängsten befreien. Mit diesen Kräften gestärkt leben wir der Winterzeit entgegen. (Das Meteoreisen gibt es bei Wala auch als Heilmittel, ebenso Ferrum sidereum in D 20 bei Weleda gegen Erschöpfungszustände).

Eisenbewusstsein

"Konzentrieren wir uns scharf auf das Eisen, nachdem wir es gut kennengelernt haben, dann fühlen wir, wie wenn unser Bewußtsein aus dem Herzen herausstiege, bis zum Kehlkopf dringt. Hat man noch nicht genügend Übungen gemacht, dann kommt eine leise Ohnmacht. Durch dieses Aufsteigen des Bewußtseins kommt man an jene Welt heran, wo man die Tiere mit ihren Gattungsseelen sieht. Jetzt ist man aber in der Astralwelt drinnen dadurch, daß man sich auf die Metallität des Eisens konzentriert hat. Wenn man vollbewußt, exakt bewußt in diesen Zustand hineinkommt, hat man das Gefühl, man ist nicht mehr derselbe Mensch wie früher, man ist ätherisch geworden. Der Weg vom Gold zum Eisen ist der Weg ins Weltenall hinaus." (Lit.: GA 243, S. 57f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das christliche Mysterium, GA 97 (1998), ISBN 3-7274-0970-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole, GA 101 (1992) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Menschenfragen und Weltenantworten, GA 213 (1987) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Das Initiaten-Bewußtsein. Die wahren und die falschen Wege der geistigen Forschung., GA 243 (2004) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Mensch und Welt. Das Wirken des Geistes in der Natur. Über das Wesen der Bienen, GA 351 (1999), ISBN 3-7274-3510-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Weblinks

  1. Eisen - Artikel in der deutschen Wikipedia.
  2. Eisen - Inkarnationsmetall und Lebenselixier.