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Vitriol
Als Vitriol (von lateinisch vitrum = „Glas“) wurden früher verschiedene kristallwasserhaltige Sulfate (Salze der Schwefelsäure) zweiwertiger Metalle bezeichnet. Bekannte Beispiele sind Zinksulfat (ZnSO4 · 7 H2O, weißer Vitriol, Mineral Goslarit), Eisen(II)-sulfat (FeSO4 · 7 H2O, grüner Vitriol, Mineral Melanterit) und Kupfersulfat (CuSO4 · 5 H2O, blauer Vitriol, Mineral Chalkanthit). Aus grünem Eisenvitriol wurde früher Schwefelsäure, das sogenannte Vitriolöl, gewonnen. Das sogenannte Adlervitriol ist ein Gemisch aus Eisenvitriol und Kupfervitriol.
Der grüne Vitriol und der Stein der Weisen
Grüner Vitrol war auch eine verschlüsselte Bezeichnung mancher Alchemisten für die prima materia, den geheimnisvollen Ausgangsstoff zur Bereitung des Stein der Weisen. Es handelt sich dabei nicht um gewöhnliches Eisen(II)sulfat, vielmehr ist das Wort Vitriol(um) hier von folgendem, in den Schriften des legendären Basilius Valentinus angeführten (Lit.: Schmieder, S 192), lateinischen Satz abgeleitet:
| Visita Interiora Terrae Rectificando Invenies Occultum Lapidem (Veram Medicinam) «Siehe in das Innere der gereinigten Erde, und du wirst finden den geheimen Stein, die wahre Medizin.» |
Daher auch die deutliche Mahnung der Alchemisten: «Du mußt zu unserem Werk den Vitriol der Weisen und nicht den gemeinen nehmen.» Synonym wurde dieser grüne Vitriol auch als grüner Löwe oder grüner Drache bezeichnet.
Literatur
- Karl Christoph Schmieder: Die Geschichte der Alchemie, Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-003-X
Weblinks
- Beat Krummenacher: Grünspan, grüner Löwe und Vitriol – Die Grundlage zum Stein der Weisen
- Karl Hollerbach: Wer zähmt den grünen Löwen - hier wird die Herstellung eines Eisen-Kupfervitriols beschrieben