Ätherisches Vorgrat

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Das ätherische Vorgrat, Zeichnung aus GA 266/2, S 119

Das ätherische Vorgrat, eine Art von zweiter Wirbelsäule, ist ein ätherisches Organ, das künftig als Gegenpart und Ergänzung zum Rückgrat, mit dem es sich später zu einem geschlossenen System verbinden wird, an der Vorderseite des Menschen ausgebildet wird. Durch geistige Schulung, wenn sie in richtiger Weise erfolgt, wird diese Entwicklung heute schon bis zu einem gewissen Grad vorweggenommen (Lit.: GA 266b, S. 119).

Das Vorgrat, das vorne vom Kopf aus heruntergeht, wird durch die gemeinsame Tätigkeit der Epiphyse und der Hypophyse organisiert und kündigt sich heute schon im der Kette der Lotosblumen an, die allerdings keine ätherischen, sondern astrale Organe sind. Diese Seelenorgane, die sich im Astralleib durch die Meditation ausbilden und aktiviert werden, drücken sich im Ätherleib ab und bilden so allmählich das Vorgrat aus. Es liegt hinter dem Brustbein, das der Mensch im 7. nachatlantischen Zeitalter, wenn das Vorgrat zur Reife gelangt, allerdings nicht mehr haben wird.

"Die Strömungen, die im Ätherleib im allgemeinen liegen, ergeben sich in ihrem Zusammenwirken in solch einem Gebilde, das nach vorne beim Menschen liegt, wie beim physischen Leibe nach rückwärts die Knochenbildungen des Rückgrates mit dem Rückenmarkskanal liegen. Wir haben im physischen Leibe dieses vertikal verlaufende Rückgrat mit dem Rückenmarkskanal, und wir haben im ätherischen Leibe ein Zusammenströmen, Zusammenstrahlen in einer Art Gegenrückgrat, das aber, wenn man den physischen Leib ins Auge faßt, an der vorderen Seite des Menschen liegt. Und wie von dem physischen Rückgrat die Nervenstränge, aber auch zum Beispiel die Rippenknochen ausgehen, so verlaufen die erwähnten Strahlungen und Strömungen in dem ätherischen Leibe so, daß sie jetzt nicht ausgehen von diesem Gegenrückgrat, sondern in ihm gewissermaßen zusammenströmen, mit alldem, was sie haben, an der Vorderseite des menschlichen ätherischen Leibes zusammenwirken. Das gibt ein ungemein schönes, großartiges, gewaltiges ätherisches Organ, das aber insbesondere in einer glitzernden, leuchtenden, tönenden, in allerlei Wärmewirkungen sich entladenden, aber auch innerlich sprechenden Wesenheit besteht und sich insbesondere so enthüllt während des Schlafzustandes des Menschen. Und man bekommt, wenn man genauer zusieht, durchaus eine Anschauung davon, wie dann dieses Organ dasjenige durchsetzt, was ich als Lotusblumen charakterisiert habe. So daß Sie erkennen können, wie durch dieses Organ, das aus dem Ätherleibe zusammenströmend sich selber erwirkt und dann mit den Strömungen des astralischen Leibes die Lotusblumen formt, wie durch dieses Organ der Mensch eben weiter seinen Anschluß findet an die äußerliche astralische, kosmische Welt." (Lit.: GA 224, S. 40f)

Im Zuge dieser Entwicklung wird die Wundheilfähigkeit durch die besser organisierte Tätigkeit des Ätherleibs gesteigert; allerdings können auch Gebrechen des physischen Leibes, die früher verdeckt waren, nun hervorbrechen, was gewisse Schmerzen und Leiden verursachen kann.

Moralische Festigkeit und ein starkes Ich sind nötig, damit sich diese Vorgrat in rechter Weise ausbilden kann.

"Es muß durchaus betont werden, daß die Ausbildung der Lotusblumen, die bei dem sich heranbildenden Hellseher gleichsam in dem Geistleib des Menschen sich kristallisieren, daß dieses Heranbilden der Lotusblumen auch geschehen kann – aber eben nicht geschehen sollte – mit Außerachtlassung der moralischen Stärkungsmittel. Diese Lotusblumen müssen da sein, wenn der Mensch die Verwandlungsfähigkeit haben will; denn letztere besteht darin, daß die Lotusblumen ihre Blätter in Bewegung von dem Menschen hinweg entfalten und die geistige Welt umfassen, sich an sie anschmiegen. Was man als Verwandlungsfähigkeit entwickelt, drückt sich für das hellseherische Anschauen in der Entfaltung der Lotusblumen aus. Was man als verstärktes Ich- Gefühl heranbildet, ist innere Festigkeit, die man nennen könnte ein elementarisches Rückgrat. Beides muß man entsprechend entwickelt haben: Lotusblumen, daß man sich verwandeln kann, und etwas Ähnliches wie ein Rückgrat in der physischen Welt, ein elementarisches Rückgrat, damit man sein verstärktes Ich in der elementarischen Welt entwickeln kann." (Lit.: GA 147, S. 64f)

Ist die moralische Entwicklung ungenügend, so wird das elementarische Rückgrat und das System der Lotosblumen sehr leicht zu einem Angriffspunkt der Widersachermächte:

"So wie schon erwähnt worden ist, daß dasjenige, was – in geistiger Art entwickelt – zu hohen Tugenden in der geistigen Welt führen kann, wenn man es in die Sinneswelt hinunterströmen läßt, zu den stärksten Lastern führen kann, so ist es auch in bezug auf die Lotusblumen und das elementarische Rückgrat. Es ist auch möglich, daß man durch gewisse Verrichtungen die Lotusblumen und auch das elementarische Rückgrat erweckt, ohne daß man moralische Festigkeit sucht, aber kein gewissenhafter Hellseher wird das anempfehlen. In dem Augenblick, wo man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, kommt man in ganz anderer Weise, als man ihnen in der physisch-sinnlichen Welt gegenübertritt, in die Nähe der luziferischen und ahrimanischen Wesen. Und man erlebt das Eigentümliche, sobald man die Schwelle überschritten hat, das heißt, sobald man Lotusblumen und ein Rückgrat hat, daß man sogleich die luziferischen Mächte herankommen sieht. Diese haben das Bestreben, die Blätter der Lotusblüten zu ergreifen. Sie strecken die Fangarme aus nach unseren Lotusblüten, und man muß in der richtigen Weise sich entwickelt haben, damit man diese Lotusblüten zur Erfassung der geistigen Vorgänge verwendet, und daß sie einem nicht erfaßt werden von luziferischen Mächten. Dies ist aber nur möglich, wenn man mit Befestigung der moralischen Kräfte in die geistige Welt hinaufsteigt. Ich habe schon angedeutet, daß in der physisch-sinnlichen Welt die ahrimanischen Kräfte mehr von außen, die luziferischen mehr von innen in der Seele an den Menschen herankommen. In der geistigen Welt ist es umgekehrt: da kommen die luziferischen Wesenheiten von außen und wollen die Lotusblumen ergreifen, und die ahrimanischen Wesenheiten kommen von innen und setzen sich fest in dem elementarischen Rückgrat. Und jetzt schließen, wenn man nicht in Moraliät hinaufgestiegen ist in die geistige Welt, einen merkwürdigen Bund miteinander die ahrimanischen und die luziferischen Mächte. Wenn man mit Ehrgeiz, Eitelkeit, mit Machtgelüsten, mit Stolz hinaufgestiegen ist, dann gelingt es Ahriman und Luzifer miteinander einen Bund zu schließen. Ich werde zwar ein Bild gebrauchen für das, was dann Luzifer und Ahriman tun, aber dieses Bild entspricht der Wirklichkeit. Luzifer und Ahriman knüpfen die Blätter der Lotusblumen an das elementarische Rückgrat an. Alle Blätter der Lotusblumen werden mit dem elementarischen Rückgrat zusammengebunden, der Mensch wird in sich selber zusammengeschnürt, in sich selber gefesselt durch seine entwickelten Lotusblumen und durch sein elementarisches Rückgrat. Und das hat zur Folge, daß ein Grad von Egoismus und Grad von Liebe zur Täuschung eintritt, die ganz undenkbar sind, wenn der Mensch in der physischen Welt nur stehenbleibt." (Lit.: GA 147, S. 65f)

Die Ausbildung des Vorgrates ist verwandt dem Prozess der Gedächtnisbildung. Diese beruht darauf, daß einerseits ein Strom ätherisierten Blutes vom Herzen aufströmt und die Zirbeldrüse umspielt, die diese Kräfte nun wie feine Lichtstrahlen aussendet. Anderseits strömt mit der Lymphflüssigkeit aus dem unteren Organismus ein zweiter Ätherstrom aufwärts bis zur Hypophyse. Das Gedächtnis bildet sich, indem sich die Spannung zwischen diesen beiden Strömungen ausgleicht und das zu Erinnernde in die Tiefe des Organismus aufgenommen wird. Das gilt auch für jene Kräfte, die in den Organen für die nächste Inkarnation aufgespeichert werden. Bei der herkömmlichen wird Gedächtnisbildung das, was zunächst dem Ätherleib eingeprägt wird, bis an den physischen Leib weitergereicht. Bei der geistigen Schulung geschieht das nicht. Da bleiben alle Kräfte im Ätherleib, werden verstärkt und machen dadurch den Ätherleib zum geeigneten lebendigen Spiegelungsorgan, durch das die Erlebnisse der Lotosblumen bewußt werden können.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Geheimnisse der Schwelle, GA 147 (1997)
  2. Rudolf Steiner: Die menschliche Seele in ihrem Zusammenhang mit göttlich.geistigen Individualitäten. Die Verinnerlichung der Jahresfeste., GA 224 (1992)
  3. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912, GA 266/2 (1996), S 119


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