Elija

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Elias wird vom Raben ernährt (Gillis van Coninxloo, Ende 16. Jahrhundert)

Elija (auch Elia; Ilia; Elias; Elijah; hebr. אליהו‎) war ein biblischer Prophet, der in der Zeit der Könige Ahab und Ahasja im 2. Viertel des 9. Jh.s v. Chr. im Nordreich Israel wirkte. Sein Name bedeutet „Mein Gott ist der Herr (Jahwe)”. „«Elias» heißt - ja es ist schwer, das Wort im Deutschen auszudrücken — die weisende Kraft, das, was die Richtung, den Impuls gibt.“ (Lit.: GA 104, S. 184f) Der Koran kennt Elija unter dem Namen Ilyas. Das Wirken Elijas ist Thema des Oratoriums „Elias” von Felix Mendelssohn Bartholdy.


Der Bibelbericht (1. Könige 17 bis 2. Könige 2)

Nach dem Buch der Könige stammt Elija aus Tischbe im Ostjordanland. Er wird zudem als Tischbiter bezeichnet, das heißt, er gehört zu den Israeliten ohne Grundbesitz (vgl. Albertz, Religionsgeschichte). Im 9. Jahrhundert entwickelte sich das Großgrundbesitztum in Israel. Elija gehörte zu den ersten Benachteiligten. Der Bibelbericht erwähnt ihn zum ersten Mal, als Jahwe das Land mit einer Dürre belegt, die zuvor von Elija angekündigt wird. Da das Nordisraelitische Königreich zu diesem Zeitpunkt dem Baal von Tyrus dient (auch Melkart genannt, Sohn des El), ist dies eine Kampfansage an diesen Gott, da Melkart unter anderem als Herrscher über Regen und Fruchtbarkeit galt. Insgesamt dauerte die Dürre drei Jahre und sechs Monate. Elija selbst wandert in das Wildbachtal Kerith, das östlich des Jordan liegt. Hier wird er auf wundersame Weise durch Raben ernährt. Die Dürre erreicht das Wildbachtal Kerith und Elija wandert nach Zarephath („Sarepta, das zu Sidon gehört“, 1 Kön 17,9 EU, welches außerhalb Israels im heutigen Libanon liegt. Elija kehrt bei einer Witwe ein, die ihre letzte Ration Mehl und Öl zubereitet. Elija wird bewirtet und durch Gottes Segen wird der Vorrat immer wieder aufgestockt. Während der Zeit bei der Witwe stirbt ihr Sohn. Durch ein Wunder erweckt Elija diesen Sohn von den Toten auf. 1 Kön 17,1 EU

König Ahab lässt überall nach dem Propheten suchen und will Elija umbringen. Schließlich wird Elija angewiesen, sich Ahab zu zeigen. Es stellt sich heraus, dass jeder den jeweils anderen für die Dürre verantwortlich machte.

„Und als Ahab Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du nun da, der Israel ins Unglück stürzt? Er aber sprach: Nicht ich stürze Israel ins Unglück, sondern du und deines Vaters Haus dadurch, daß ihr des HERRN Gebote verlassen habt und wandelt den Baalen nach.“

1 Könige: 1 Kön 18,17-19 LUT

Es kommt zur Machtprobe auf dem Berg Karmel. Elija lässt durch Ahab die 450 Baalspropheten und die 400 Propheten des Heiligen Pfahls der Aschera versammeln. Ein Stier soll mit Feuer verzehrt werden, jedoch soll der Gott der jeweiligen Propheten dieses Feuer entfachen. Elija schlägt diese Probe vor, und das Volk ist damit einverstanden. Er sagt: „Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott.“ Die Propheten beten bis zum Mittag, schneiden sogar nach ihren Ritualen ins eigene Fleisch. Elija verspottet sie und das bringt sie in noch größere Raserei. Elija sagt:

„Ruft lauter! Er ist doch Gott. Er könnte beschäftigt sein, könnte beiseite gegangen oder verreist sein. Vielleicht schläft er und wacht dann auf.“

1 Könige: 1 Kön 18,27 LUT

Elija selber lässt das Opfer mit sehr viel Wasser übergießen, er füllt den Graben des Altars mit Wasser (welcher immerhin eine Fläche von 32 m² einschließt). Elija betet einmal zu Jahwe, und Feuer vom Himmel verzehrt das ganze Opfer mitsamt dem Wasser im Graben. Das Volk erkennt nun, dass die Baalspropheten nichts als Scharlatane sind und töten alle 450 Baalspropheten im Wildbachtal Kidron. Daraufhin setzt der Regenguss wieder ein und die Dürre ist beendet. Die vierhundert Propheten der Aschera, die vom Tisch Isebels essen 1 Kön 18,19 EU werden an dieser Stelle nicht mehr erwähnt.

Elija muss nach dieser „Machtprobe” aus Israel fliehen, da die Königin Isebel ihn hinrichten will. Er flieht nach Beerscheba im Süden Judas und dann weiter voller Verzweiflung in die Wildnis. Ein Engel bittet ihn zum Berg Horeb auf der Halbinsel Sinai zu reisen. Jahwe ermuntert ihn hier durch eine Machtdemonstration und durch die Mitteilung, dass es in Israel 7000 Anbeter Jahwes gibt, die nicht Baal dienen. Jahwe schickt ihn zurück und er soll drei Männer salben, um eine spezielle Aufgabe für Jahwe zu tun: Hasael soll König von Syrien werden, Jehu König von Israel und Elisa der Nachfolger von Elija.

Nachdem Elija diese Aufgaben ausgeführt hat, begegnet er seinem Erzfeind König Ahab noch einmal und prophezeit seinen Tod. Ahab hatte sich mit Hilfe seiner Frau Isebel am Grundbesitz eines einfachen Israeliten vergriffen. König Ahab stirbt drei Jahre danach. Königin Isebel soll dasselbe Schicksal erleiden und wird 15 Jahre später durch König Jehu hingerichtet. Der Sohn Ahabs, Ahasja, wird durch einen Unfall verletzt und befragt Baal-Sebub, den Gott von Ekron über sein Schicksal. Daraufhin beauftragt Jahwe Elija, Ahasja mitzuteilen, dass er sterben wird, weil er sich an einen fremden Gott und nicht an Jahwe, den Gott für Israel, gewendet hat. Ahasja will ihn daraufhin gefangennehmen und sendet eine militärische Einheit von 50 Mann. Diese und noch eine weitere wird von Gott durch Feuer vernichtet. Erst die dritte Einheit darf am Leben bleiben, weil der Hauptmann Elija um sein Leben anfleht.

Interessanterweise erklärt der Bibelbericht, dass Elija „gen Himmel” entrückt wird (in einem feurigen Wagen mit feurigen Rossen). Einige rationalisierende Interpreten vermuten, das Elija nur weggenommen wurde, aber nicht starb oder im Himmel war. Indizien hierfür seien, dass sein Nachfolger Elischa nicht um ihn trauert und dass er dem König Joram von Juda einen Brief schreibt, in dem eine Gerichtsbotschaft beschrieben wird. Er hätte lediglich seinen Tätigkeitsbereich gewechselt.

Elija, der nach Mose als der zweitwichtigste Prophet gilt, sollte nach alttestamentlicher Vorstellung wiederkommen, um als letzter Prophet vor dem Ende zur Umkehr zu rufen Mal 3,23 EU. Erst in christlicher Deutung wird er als Vorbereiter des Messias angenommen. Im Christentum gilt daher Johannes der Täufer als verkörpertes Wiederkommen des Elija. Jesus von Nazareth nahm darauf Bezug Mt 17,11 EU. Einige von Jesu Wundertaten entsprachen denen des Vorgängers Elija (Totenerweckung Lk 7,11 EU). Im Judentum spielt die Erwartung seiner Wiederkehr heutzutage noch eine gewisse Rolle. Elija gilt im Judentum allerdings vor allem als Symbol für Standhaftigkeit in Zeiten von Unterdrückung und Götzenanbetung. Siehe dazu auch Isaak Luria.

Frühere und spätere Inkarnationen

El Greco, Johannes der Täufer, um 1600
Novalis um 1799, Porträt von Franz Gareis

Nach Rudolf Steiner war Elias zuvor als Pinchas ben Eleasar (hebr. פִּֽינְחָס֙ בֶּן־ אֶלְעָזָ֔ר, auch Pinhas oder Pinehas) aus dem Stamm Levi inkarniert. Er wird im 4. Buch Mose erwähnt und war der Sohn des Eleasar und der Enkel des Hohepriesters Aaron, dem ältesten Bruder Moses. Nach seiner Inkarnation als der Prophet Elias wurde er als Johannes der Täufer wiedergeboren, wie auch aus dem Neuen Testament sehr deutlich hervorgeht.

"Und diese Geheimlehre und die neuere okkulte Forschung sagen da, dass in des Pinehas Leibe dieselbe Seele lebte, die später in Elias vorhanden war. Damit haben wir eine fortlaufende Linie, die wir ja für gewisse Punkte schon bezeichnet haben. In dem Enkel des Aaron haben wir die Seele, auf die es uns ankommt; da wirkt sie, in Pinehas. Wir haben sie dann wieder in Elias-Naboth, dann in Johannes dem Täufer, und wir wissen ja, wie sie danach ihren weiteren Weg durch die Menschheitsevolution macht." (Lit.: GA 139, S. 155f)

Weitere Inkarnationen sind nach Rudolf Steiner der Renaissancemaler Raffael und der Dichter Novalis. Es handelt sich um die von Rudolf Steiner wohl am gründlichsten untersuchte Reinkarnationslinie, über die er auch immer wieder ausführlich gesprochen hat.

"Es ist das eine außerordentlich interessante Inkarnationenfolge. Da sehen wir, wie in Elias auftaucht das prophetische Element, denn die Hebräer hatten die Mission, vorzubereiten dasjenige, was später kommen sollte. Und sie bereiteten es vor in dem Übergang von ihren Patriarchen zu den Propheten, durch die Gestalt des Moses hindurchgehend. Während wir in Abraham noch sehen, wie der Hebräer das Nachwirken des Gottes in sich, in seinem Blute fühlt, sehen wir bei Elias den Übergang zur Entrückung in die spirituellen Welten. Alles bereitet sich nach und nach vor. In Elias lebt eine Individualität, die sich in den alten Zeiten schon erfüllt mit dem, was da in der Zukunft kommen soll. Und dann sehen wir, wie diese Individualität ein Werkzeug sein soll, um vorzubereiten das Verständnis für den Christus-Impuls. Wir sehen, wie die Individualität des Elias in Johannes dem Täufer wiedergeboren wird; dieser ist das Werkzeug für ein Höheres. Es lebt in ihm eine Individualität, die Johannes den Täufer zum Werkzeuge macht; aber notwendig war die hohe Individualität des Elias, um dann als solches Instrument zu dienen. Wir sehen dann später, wie diese Individualität geeignet ist, das, was in die Zukunft hineinwirken soll, in Formen zu gießen, welche nur möglich waren unter dem Einflüsse des vierten nachatlantischen Kulturzeitraumes. So taucht denn diese Individualität, so merkwürdig uns das erscheint, in Raffael wieder auf und verbindet das, was als christlicher Impuls für alle Zeiten wirken soll, mit den wunderbaren Formen des Griechentums in der Malerei. Und da können wir erkennen, wie sich das individuelle Karma dieser Entelechie verhält zu der äußeren Inkarnation. Für die äußere Inkarnation wird verlangt, daß eine Zeitenmacht in Raffael sich aussprechen kann; für diese Zeitenmacht ist die Elias-Johannes-Individualität die geeignete. Aber die Zeit kann nur einen physischen Leib hergeben, der unter solcher Macht zerbrechlich sein muß; daher stirbt er so früh.

Die andere Seite ihres Wesens muß diese Individualität ausprägen in einer Zeit, wo schon wieder die einzelnen Strömungen auseinanderfallen, da taucht sie wieder auf als Novalis. Da sehen wir, wie in diesem Novalis wirklich schon alles das in einer eigenartigen Gestalt lebt, was uns jetzt durch die Geisteswissenschaft gegeben wird. Denn so treffende Aussprüche über das Verhältnis des astralischen zum ätherischen und physischen Leib, von Wachsein und Schlafen, sind außerhalb der Geisteswissenschaft von keinem gegeben worden als von Novalis, dem wiederauferstandenen Raffael." (Lit.: GA 126, S. 110f)

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
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Fußnoten


Weblinks

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Elija aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.