Entzündung

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Eine Entzündung (lat. Inflammatio) ist mit stärkeren Durchblutung und Schwellung des betroffenen Gewebes verbunden und zeigt sich an fünf typischen Symptomen, die aber oft nur teilweise beobachtbar sind: der Rötung (lat. rubor), der Erwärmung (lat. calor), der Schwellung (lat. tumor), dem Schmerz (lat. dolor) und einer eingeschränkten Funktion (lat. functio laesa). Die Entzündung deutet auf eine vitale Abwehrreaktion des Organismus, an der das Immunsystem aktiv beteiligt ist.

"Dieselben Prozesse, die sich abspielen im flüssigen Blut, die können nun nach irgendwelchen Seiten hin das, was nur Wandung oder Gerüst oder irgend etwas Festgebildetes, Gestaltetes im Menschen sein kann, ergreifen, dann ist das, was ins Blut hineingehört, in der Gefäßwandung oder im Muskel oder irgendwo im Knochen drinnen oder in irgendeinem Umhüllungsorgan. Was wird es denn da? Da wird es der Impuls für Entzündungserscheinungen. Was wir als die Impulse von Entzündungserscheinungen da oder dort finden, wir finden es fortwährend im flüssigen Blute als die normalen Vorgänge. Was da an Entzündung erscheint, das sind an unrechte Stellen, das heißt, an die gestalteten festen Stellen hingedrängte Vorgänge, die fortwährend im fließenden Blute stattfinden müssen. Ein absolut normaler, gesunder Prozeß disloziert, an eine andere Stelle gestellt, wo er nicht hingehört, ist ein krankmachender Prozeß." (Lit.: GA 230, S. 174)

Entzündung und Geschwulstbildung als gegensätzliche Erscheinungen

Entzündungen hängen mit einer zu starken Ausstrahlung des Nierensystems zusammen und müssen, anders als Geschwulstbildungen, von ihnen her behandelt werden, indem man durch den Verdauungstrakt etwas Abkühlende in den Organismus einbringt, insbesondere Präparate aus den Blüten der Pflanzen.

"Nehmen Sie zum Beispiel an, es wird irgendein Organsystem in falscher Weise von irgendeinem Gliede des menschlichen Organismus, vom astralischen Leibe etwa, nicht richtig durchsetzt, dann kann das in zweifacher Weise geschehen. Entweder es wird dasjenige, was vom Nierensystem ausgeht - also vom Kopf aus geschieht die Abrundung, vom Nierensystem die Ausstrahlung -, zu stark angeregt, so daß also eigentlich alles das, was vom Herzen gegen das Nierensystem hin arbeitet, eine zu starke Anregung für das Nierensystem ist. In dieser zu starken Anregung haben Sie eigentlich zu suchen die letzten Urgründe für alle Entzündungen, für alles das, was Entzündungen und Geschwürhaftes im menschlichen Organismus ist. Man muß nur dann den Weg suchen, wie irgendwo im Organismus so eine Entzündung entsteht, und man muß dann versuchen, durch das Heilmittel die Sache so auszugleichen, daß man diese zu starke Wirkung auf die Nierentätigkeit einschränkt.

Das einfachste Mittel, wodurch man das erreicht, ist, daß man versucht, die zu starke Entwickelung von strahlender innerer Körperwärme, die ja immer im Gefolge ist, in irgendeiner Weise dadurch einzudämmen, daß man etwa durch Zufuhr gerade derjenigen Stoffe, die sich in den Blütenorganen der Pflanzen entwickeln, eine innerliche Abkühlung herbeiführt. Das ist das Eigentümliche derjenigen Stoffe, die sich gerade in den Blütenorganen der Pflanzen entwickeln, daß man mit ihnen Entzündungen entgegenarbeiten kann dadurch, daß man eine innere Abkühlung herbeiführt. Oder aber es kann auch so sein, daß die plastische Kopftätigkeit, die der Nierentätigkeit entgegenwirkt, zu stark wirkt. Dann entstehen geschwulstartige Bildungen. Bei denen ist eben die plastische, die abrundende Tätigkeit, ich möchte sagen, die kristallisierende Tätigkeit zu groß. Da muß man dann dadurch, daß man von außen Wärme herankriegt - aber man muß sie in der richtigen Weise heranbringen -, gewissermaßen äußerlich die Geschwulst durch Wärme umhüllen, so daß sie von außen allmählich geheilt wird (siehe Zeichnung, gelb, rot). Alle Geschwülste werden eigentlich von außen geheilt, man muß nur im Organismus, sagen wir, durch Injektion von Stoffen, die sich in einer gewissen Weise ausbreiten, die Möglichkeit herbeirufen, durch einen bestimmten Stoff es auf irgendeinem Weg bis zu einem Umstrahlen der Geschwulst zu bringen (rot).

Tafel 3 aus GA 218, S 79

So daß allmählich, wenn Sie es dahin bringen, daß von außen eingestrahlt wird und umstrahlt wird die Geschwulst, sie zur Auflösung gebracht wird; dann zerbröckelt sie, hört auf. Wenn Sie eine Entzündung haben, müssen Sie dagegen durch den Verdauungsapparat das Mittel in das Organ hereinbringen, wo die Entzündung sitzt, von dem Verdauungsapparat aus ein Abkühlendes bringen. Eine Entzündung muß von innen aus behandelt werden (siehe Zeichnung rechts)." (Lit.: GA 218, S. 78f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus, GA 218 (1992), ISBN 3-7274-2180-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, GA 230 (1993), ISBN 3-7274-2300-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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