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Erde (Planet)

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Erde
Die Erde
Der Mond von der Erde aus gesehen.
Größenvergleich von Erde und Mond.

Die Erde (hebr. ‏הָאָרֶץ ha-Aretz „Erde, Land“; astronomisches Zeichen: oder LaTeX: \oplus) wird auch als Kosmos der Liebe bezeichnet, denn ihre geistige Mission ist es, die Liebe in die Welt zu bringen. Sie bedarf dazu des Menschen, der hier sein eigenständiges Ich entwickelt, denn Träger der Liebe kann nur ein Wesen sein, dass sich aus freiem Willen selbst zu verschenken vermag.

Die Erde als Schöpfung der Elohim

Die gesamte Erdentwicklung steht unter der Herrschaft der Geister der Form, der Elohim, von denen im Schöpfungsbericht der Genesis gesprochen wird. Zu Beginn des ersten Schöpfungstags wird der Himmel (hebr. שמים Schamajim „Himmlische Wasser“, mit Artikel: hebr. השמים ha-Schamajim) von der Erde getrennt. Nach Rudolf Steiner wird damit primär auf die Trennung der Erde von der Sonne hingewiesen.:

„Im Urbeginn schufen die Elohim den Himmel und die Erde. hebr. בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃ Bereschit bara Älohim et ha-Schamajim we'et ha-Áräz

Genesis: 1 Mos 1,1 LUT

Vorbereitung durch die vorangegangenen Weltentwicklungsstufen

Damit die Erde ihre Mission erfüllen kann, war eine lange Vorbereitung nötig. Die Erde hat im Zuge der planetarischen Weltentwicklungsstufen bereits drei frühere Verkörperungen durchgemacht, ehe sie in ihrer heutigen Form in das äußere Dasein getreten ist. Diese früheren Verkörperungen der Erde, die nicht mit den gleichnamigen gegenwärtigen Himmelskörpern verwechselt werden dürfen, werden nach anthroposophischer Terminologie bezeichnet als: alter Saturn, alte Sonne und alter Mond.

Die Erdentwicklung

Zu Beginn der Erdentwicklung wurden diese alten planetarischen Zustände in abgekürzter Form wiederholt. Zwischen den einzelnen Wiederholungen zog sich die Erde immer wieder aus der äußeren physischen Erscheinung zunächst in ein seelisches und dann in ein rein geistiges Dasein, ein sog. kleines Pralaya, zurück. Nach und nach wurde so die heutige Gestalt unseres Planetensystems herausgebildet:

  • In der 1. Runde des Erdendaseins wiederholte sich der alte Saturnzustand. Der physische Leib und die darin damals bereits veranlagten Sinnesorgane wurden dadurch reif für die Aufnahme des Ich gemacht. In dieser Zeit spalteten sich zunächst Uranus und dann der heutige Saturn von dem ursprünglich einheitlichen Himmelskörper ab.
  • In der 2. Runde wurde das alte Sonnendasein wiederholt und dadurch der Ätherleib und im physischen Leib die Drüsenorgane für die Ich-Entwicklung vorbeitet. Damals entstand der heutige Jupiter als eigenständiger Planet.
  • In der 3. Runde wiederholte sich der frühere Mondenzustand, um den Astralleib und das Nervensystem auf die Durchdringung mit der Ich-Kraft vorzubereiten. Der Mars wurde damals aus dem Gebilde, in dem noch Sonne, Mond und Erde vereinigt waren, ausgeschieden.
  • Erst in der 4. Runde, als die Erde aus dem Pralaya wieder in die physische Erscheinung getreten war, begann die eigentliche Erdentwicklung im engeren Sinn. Sie entfaltet sich in sieben Hauptzeitaltern oder Wurzelrassen. Im ersten Hauptzeitalter, der polarischen Zeit, waren alle Kräfte wieder in einem einzigen Himmelskörper vereinigt. Erst in der nächsten Epoche, der hyperboräischen Zeit, löste sich die Sonne aus dem gemeinsamen Gebilde heraus und dann auch Venus und Merkur. Etwa hier, wo sich Sonne und Erde voneinander trennten, setzen die Schilderungen der biblischen Schöpfungsgeschichte ein. Die Erde blieb vorerst noch mit dem Mond vereint. Erst als sich in der darauf folgenden lemurischen Zeit auch noch der Mond aus der Erde herauslöste, begann sich das Mineralreich (das gläserne Meer in der Bildersprache der Apokalypse) in Form der ersten Kristalle herauszubilden; bis dahin war die Erde noch in einem feuerflüssigen Zustand. Zu dieser Zeit betrat auch der Mensch erstmals in physischer Gestalt die Erde. Als sich Sonne und Mond von der Erde trennten, kam es auch zum sog. Marsdurchgang, bei dem der Mars in ätherischer Gestalt die Erde durchquerte. Dadurch kam das Eisen in die Erde und es wurde dem Menschen möglich, die Verstandesseele zu entwickeln. Auf die lemurische Epoche folgte die atlantische Zeit und schließlich die nachatlantische Zeit, in der wir jetzt immer noch stehen. Sie gliedert sich in sieben Kulturepochen. Unser gegenwärtiges Bewusstseinsseelenzeitalter ist die fünfte Epoche. Nach Ende der siebenten Epoche werden noch zwei weitere Wurzelrassen der unsern folgen, ehe sich die Erde wieder ins Pralaya zurückzieht. Dann wird auch ein Merkurdurchgang stattfinden, bei der der ätherische Merkur die dann bereits im astralen Zustand befindliche Erde durchdringen wird. Die Merkurkräfte sind aber schon seit der Mitte der atlantischen Zeit wirksam; durch ihren Einfluss kam das Quecksilber auf die Erde und der Mensch konnte die Bewusstseinsseele entwickeln (Lit.: GA 89, S. 73ff).
  • Es werden im Zuge der Erdentwicklung noch drei weitere Runden durchgemacht werden, in denen künftige Entwicklungszustände der Erde andeutungsweise vorausgenommen und dadurch vorbereitet werden.

Wie alle Himmelskörper ist auch die Erde in Wahrheit nicht nur jener physische Körper, den wir mit den Sinnen wahrnehmen, sondern ein lebendiges, beseeltes geistiges Wesen. Sie hat einen Ätherleib und einen Astralleib, die hellsichtig in der Aura der Erde gesehen werden können und deren äußerer Ausdruck in der Natur die Pflanzen und Tiere sind. Die Erde verfügt auch wie der einzelne Mensch über ein Ich, das der Geist der Erde ist. Mit dem Mysterium von Golgatha veränderte sich die Erdenaura schlagartig und der Christus wurde der Geist der Erde und die ganze Erde ist nun sein äußerer Leib. Darum sind die Worte des Johannes-Evangeliums wörtlich zu nehmen:

«Der mein Brot ißt, tritt mich mit Füßen.» Joh 13,18

Der Mensch als vierte Hierarchie

Die Erde bei Tag (2002)
Die Erde bei Nacht (2007)

Auf der alten Sonne wurden Licht und Luft durch die Wesenheiten der zweiten Hierarchie gebildet. Gegenüber dem Licht wirkte die Luft wie dessen Schatten, wie ein Finsternis tragendes Element. Während der alten Mondentwicklung verwoben die Angeloi, Archangeloi und Archai, also die dritte Hierarchie, Licht und Finsternis ineinander. Dadurch entstanden einerseits die Farben, anderseits das Wasserelement. In beiden wirkt gestaltend der Klangäther. Durch den Menschen als vierte Hierarchie - gemeint ist hier der ursprüngliche Mensch vor dem Sündenfall - kommt das Leben bzw. der Lebensäther dazu, aber auch das feste, kristalline Erdelement.

"Und nun kommt die vierte Hierarchie. Ich erzähle jetzt so, wie man im 12., 13. Jahrhundert gedacht hat. Nun kommt die vierte Hierarchie. Wir sprechen gar nicht von ihr, aber im 12., 13. Jahrhundert hat man noch von dieser vierten Hierarchie sehr wohl gesprochen. Was ist diese vierte Hierarchie? Das ist der Mensch. Der Mensch selber ist die vierte Hierarchie. Aber beileibe nicht das hat man verstanden unter dieser vierten Hierarchie, was jetzt als zweibeiniges, alterndes, so höchst sonderbares Wesen herumgeht in der Welt, denn dem eigentlich Wissenden ist dazumal gerade der gegenwärtige Mensch als ein sonderbares Wesen vorgekommen. Sie haben gesprochen von dem ursprünglichen Menschen vor dem Sündenfall, der noch durchaus in einer solchen Form vorhanden war, daß er ebenso Macht über die Erde hatte, wie Angeloi, Archangeloi, Archai Macht über das Mondendasein, wie die zweite Hierarchie Macht über das Sonnendasein, die erste Hierarchie Macht über das Saturndasein hatte. Man sprach von dem Menschen in seinem ursprünglichen irdischen Dasein und konnte da von dem Menschen als der vierten Hierarchie sprechen. Und mit dieser vierten Hierarchie kam, allerdings als eine Gabe der oberen Hierarchien, aber wie etwas, was die oberen Hierarchien erst wie ein Besitztum gehabt haben, das sie gehütet haben, das sie nicht selber brauchten: es kam das Leben. Und in die farbenschillernde Welt, die ich Ihnen also in Andeutungen geschildert habe, kam das Leben hinein.

Sie werden sagen: Haben denn die Dinge nicht früher gelebt? - Meine lieben Freunde, wie das ist, können Sie am Menschen selber lernen. Ihr Ich und Ihr astralischer Leib haben nicht das Leben und wesen eben doch. Das Geistige, das Seelische braucht nicht das Leben. Erst bei Ihrem Ätherleib fängt das Leben an, und es ist das etwas äußerlich Hüllenhaftes. Und so kommt auch das Leben erst nach dem Mondendasein mit dem Erdendasein in den Bereich derjenigen Evolution hinein, der eben unsere Erde angehört. Die farbenschillernde Welt wurde durchlebt. Nicht nur, daß jetzt Angeloi, Archangeloi und so weiter Sehnsucht empfingen, Finsternis in Licht, Licht in Finsternis hineinzutragen und dadurch im Planeten das Farbenspiel hervorzurufen, sondern es trat dieses auf, innerlich zu erleben dieses Farbenspiel, es innerlich zu machen. Zu erleben, wenn Finsternis innerlich das Licht dominiert, Schwachheit zu fühlen, Lässigkeit zu fühlen; dagegen wenn Licht die Finsternis dominiert, Aktivität zu fühlen. Denn was ist es, wenn Sie laufen? Wenn Sie laufen, ist es eben so, daß Licht in Ihnen die Finsternis dominiert; wenn Sie sitzen und faul sind, dominiert die Finsternis das Licht. Es ist seelisches Farbenwirken, seelisches Farbenschillern. Von Leben durchsetztes, durchströmtes Farbenschillern trat auf, indem die vierte Hierarchie, der Mensch, kam. Und in diesem Augenblicke des kosmischen Werdens fingen die Kräfte, die da regsam wurden im Farbenschillern, an, Konturen zu bilden. Das Leben, das die Farben innerlich abrundete, abdeckte, abkantete, rief das feste Kristallinische hervor. Und wir sind im Erdendasein drinnen." (Lit.: GA 233a, S. 23f)

Siehe auch

Literatur

  1. Dankmar Bosse: Die gemeinsame Evolution von Erde und Mensch: Entwurf einer Geologie und Paläontologie der lebendigen Erde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgat 2002, ISBN 978-3772515934
  2. Rudolf Steiner: Bewußtsein – Leben – Form , GA 89 (2001), ISBN 3-7274-0890-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Mysterienstätten des Mittelalters, GA 233a (1991), ISBN 3-7274-2335-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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