Adam und Eva

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William Blake: Elohim Creating Adam (1795)
Adam und Eva, Albrecht Dürer, 1507

Adam (hebr. ‏אדם‎, adam, „der aus der Erde Genommene“, „Mensch“[1] von hebr. ‏אֲדָמָה‎ , adamah, „Erde, Staub, Erdboden, Ackerboden“[2]) und Eva (hebr. ‏חוה‎, chawah, „die Belebte“, die "Leben Schenkende", die "Mutter der Erde") waren nach dem Schöpfungsbericht der Genesis das erste Menschenpaar.

Jahve und Eva

Nicht zufällig sind die Worte Jahve und Eva miteinander verwandt. Eva, als die große Erdenmutter, ist in Jahve enthalten als die Summe all dessen, was durch die alte Saturn-, Sonnen- und Mondenentwicklung herübergekommen ist, wo die Grundlage für den physischen Leib, den Ätherleib und Astralleib des Menschen geschaffen wurden. Erst auf Erden kam das Ich dazu, repräsentiert durch das J im Namen "Jahve".

"Wenn man alles das, was mitgebracht worden ist von der Saturn-, Sonnen-, Mondenentwickelung her für die Erdenentwickelung, zusammenfaßt in seinem natürlichen Aspekt, so tritt es uns entgegen durch das althebräische Altertum symbolisiert in Eva. Eve — die Vokale sind ja niemals klar genannt im Hebräischen — Eve! Fügen Sie dazu das Zeichen für jene göttliche Wesenheit des althebräischen Altertums, welche der Lenker der Erdengeschicke ist, so haben Sie eine Form, die ebenso richtig ist wie jede andere: Jeve-Jahve, der im Mond sein Symbol habende Lenker der Erde. Mit dem verbunden, was von der Mondenentwickelung herübergekommen ist, mit dem Ergebnis der Mondenentwickelung für die Erdenentwickelung: der Erdenherr, verbunden mit der Erdenmutter, die in ihren Kräften ein Ergebnis der Mondenentwickelung ist . . . Jahve! Es geht also herüber aus dem althebräischen Altertum die geheimnisvolle Verbindung der Mondenkräfte, die ihren Rest zurückgelassen haben in dem uns astronomisch erscheinenden Mond und die ihre menschheitlichen Kräfte zurückgelassen haben in dem weiblichen Elemente des Menschendaseins. Die Verbindung des Erdenherrn mit der Mondenmutter kommt uns schon in dem Namen Jahve entgegen." (Lit.: GA 149, S. 97f)

Adam und Eva als menschliches Hauptpaar

Dem biblischen Schöpfungsbericht liegt eine okkulte Wahrheit zugrunde. Als sich die Sonne bereits von der Erde getrennt hatte, die Mondenkräfte aber noch in ihr wirksam waren, wurde es für die Menschenseelen immer schwieriger, ihren Aufenthalt auf der Erde zu nehmen, da sie die durch die Mondenkräfte immer mehr verhärtete irdische Substanz nicht mehr bemeistern konnten. Das feste Erdelement gab es zwar damals noch nicht, die Erde war erst bis zum flüssigen Zustand verdichtet. Auch lebten die Menschen damals noch nicht in einem dichten fleischlichen Leib, sondern in einem noch viel feineren ätherischen Zustand; dennoch war auch dieser Zustand bereits zu starr geworden, um den Menschen geeignete Lebensbedingungen zu bieten. Viele Menschenseelen mussten sich daher zeitweilig von der Erde abwenden und auf den anderen Planetensphären einen geeigneten Wohnplatz suchen.

"Schon als noch die Erde mit der Sonne verbunden war und ihre luftigen Elemente sich eingliederte, da stellte es sich heraus, daß die Seelen sich ungeeignet erwiesen, um die Erdenentwickelung mitzumachen. Sie wurden durch die irdische Körpergestalt zu stark berührt. Deshalb mußten sie schon damals dem unmittelbaren Einflusse der Sonnenkräfte entzogen werden. Diese mußten von außen auf sie wirken. Diesen Seelen wurde auf dem «Saturn» ein Platz der Weiterentwickelung." (Lit.: GA 013, S. 241f)

"Es gab Seelen, welche schon bei der Trennung der Sonne von der Erde keinen Platz auf dieser fanden. Sie wurden für ihre weitere Entwickelung auf einen Planeten entrückt, der sich unter Führung kosmischer Wesenheiten loslöste aus der allgemeinen Weltensubstanz, welche beim Beginne der physischen Erdenentwickelung mit dieser verbunden war und aus welcher sich auch die Sonne herausgesondert hatte. Dieser Planet ist derjenige, dessen physischen Ausdruck die äußere Wissenschaft als «Jupiter» kennt." (Lit.: GA 013, S. 241)

"Und später, als sich die Erde immer mehr dem Festen zuneigte, da mußte noch ein anderer Wohnplatz für Seelen geschaffen werden, die zwar die Möglichkeit hatten, eine Zeitlang die verfestigten Körper zu bewohnen, dann aber dies nicht mehr konnten, als diese Verfestigung zu weit fortgeschritten war. Für sie entstand im «Mars» ein entsprechender Platz zu ihrer weiteren Entwickelung." (Lit.: GA 013, S. 241)

Als diese Menschenseelen nach der Abtrennung des Mondes allmählich wieder zur Erde zurückkehren konnten, wurden später für sie die mit den Planetensphären zusammenhängenden Orakelstätten der atlantischen Mysterien geschaffen.

Die Trennung von Sonne und Erde, mit der der biblische Schöpfungsbericht einsetzt, war notwendig geworden, weil gewisse höhere Wesenheiten, namentlich die Elohim, nur auf der Sonne die ihrem Entwicklungstempo angemessenen Bedingungen finden konnten. Zurückgebliebene luziferische Wesen verließen zwar die Erde, konnten aber nicht bis zur Sonnensphäre aufsteigen.

"Es gab solche Wesen, welche zwar bei der Sonnentrennung die Erde verlassen haben, aber doch nicht auf der Höhe standen, daß sie die Sonnenentwickelung auf die Dauer hätten mitmachen können. Sie gliederten sich nach der Trennung von Sonne und Erde einen Wohnplatz von der Sonne ab, die Venus. Deren Führer wurde das Wesen, welches nun für die geschilderten Eingeweihten und ihre Anhänger zum «höheren Ich» wurde. Ein ähnliches geschah mit dem führenden Geist des Merkur für eine andere Art Menschen. So entstanden das Venus- und das Merkurorakel. Eine gewisse Art von Menschen, die am meisten von dem luziferischen Einfluß aufgenommen hatten, konnte nur zu einem Wesen gelangen, welches mit seinen Genossen am frühesten von der Sonnenentwickelung wieder ausgestoßen worden ist. Es hat dieses keinen besonderen Planeten im Weltenraum, sondern lebt im Umkreis der Erde selbst noch, mit der es sich wieder vereinigt hat nach der Rückkehr von der Sonne. Diejenigen Menschen, welchen sich dieses Wesen als höheres Ich enthüllte, können die Anhänger des Vulkanorakels genannt werden. Ihr Blick war mehr den irdischen Erscheinungen zugewendet als derjenige der übrigen Eingeweihten. Sie legten die ersten Gründe zu dem, was später als Wissenschaften und Künste unter den Menschen entstand. Die Merkur-Eingeweihten dagegen begründeten das Wissen von den mehr übersinnlichen Dingen; und in noch höherem Grade taten dies die Venus-Eingeweihten. Die Vulkan-, Merkur- und Venus-Eingeweihten unterschieden sich von den Saturn-, Jupiter- und Mars-Eingeweihten dadurch, daß die letzteren ihre Geheimnisse mehr als eine Offenbarung von oben empfingen, mehr in einem fertigen Zustande; während die ersteren schon mehr in Form von eigenen Gedanken, von Ideen ihr Wissen enthüllt erhielten. In der Mitte standen die Christus-Eingeweihten." (Lit.: GA 013, S. 263f)

Immer mehr Seelen wanderten zunächst in die verschiedenen Planetensphären ab, bis im wesentlichen nur mehr ein Hauptpaar zurückblieb, das die Bibel Adam und Eva nennt.

Die Formulierung "im wesentlichen" weist darauf hin, dass es nicht nur ein Hauptpaar der Menschheit gab, sondern noch wenige weitere. Anders ist auch die jüdische Legende von Lilith, die sich gleichfalls mit Adam gepaart haben soll, nicht vorstellbar. Dieser Auffassung ist jedenfalls Hermann Keimeyer (siehe: Weblinks).

"In der uraltlemurischen Zeit war die Erde einmal so entvölkert, so verödet, daß nur ein einziges Menschenpaar, das stark genug war, die tierischen Gebilde zu beseelen, auf ihr verblieb. Die anderen Menschen hatten sich auf die anderen Planeten verteilt, und im wesentlichen stammen daher die jetzigen Menschen von diesem Urpaar ab. Auch darin ist der Bericht der Bibel von Adam und Eva richtig, wenn er auch in Form einer allegorischen Erzählung gebracht wird. Dieser ersten Menschen nun bemächtigte sich Luzifer und durchdrang ihren Astralleib mit seinen Einflüssen. Durch diese luziferischen wurden später die ahrimanischen Einflüsse möglich und alles, was dem Menschen dazu verhalf, sich im Physisch-Sinnlichen auszuleben. Dadurch verschwand für ihn immer mehr das Geistige hinter der Materie, und diese wurde für ihn zur undurchdringlichen Decke. Wäre der Mensch nur unter dem Einfluß der göttlich-geistigen Wesenheiten geblieben, die ihn erschufen, so wäre er nicht frei geworden, hätte aber durch die Materie hindurch immer das Geistige erkannt. Diese leitenden Schöpfer wollten nun die Gefahr verhindern, daß auch der ganze Ätherleib von luziferischen Einflüssen durchsetzt würde. Deshalb trennten sie einen Teil des Ätherleibes des Adam ab und behielten ihn in den geistigen Welten zurück. Und dieser Ätherleib ist das höhere Selbst, mit dem wir uns wieder vereinigen sollen, mit dem zusammen wir erst ein ganzer Mensch sind [...]

Zum ersten Mal geschah diese Vereinigung des zurückgebliebenen Ätherleibes mit einem Menschen damals, als der Jesus von Nazareth geboren wurde, von dem uns das Lukas-Evangelium erzählt. Dieser Jesusknabe erhielt den Ätherleib des Adam. Mit diesem Teile des Ätherleibes hatten damals die hohen, leitenden schöpferischen Wesenheiten dem Menschen die Fähigkeit des individuellen Denkens und der [individuellen] Sprache zurückbehalten. Wohl denkt der Mensch, aber es ist kein Denken, das er individuell selber produziert, sondern er nimmt von dem göttlichen Stoffe des Denkens, der die Welt durchflutet. Und auch eine individuelle Sprache hat der Mensch nicht, sondern hohe geistige Wesenheiten gaben Gruppen von Menschen eine gemeinsame Sprache. Das eigene Denken, die eigene Sprache sollen die Menschen sich erst erwerben durch die Wiedervereinigung mit ihrem höheren Ätherleib. Da in diesem Ätherleibe die Fähigkeit der Sprache liegt, so ist die Legende verständlich, die erzählt, daß der Jesusknabe die Sprache nicht zu erlernen brauchte, sondern mit seiner Mutter nach seiner Geburt in einer Sprache redete, die diese verstand." (Lit.: GA 266a, S. 548f)

Sündenfall und Geschlechtertrennung

Hauptartikel: Geschlechtertrennung

Adam und Eva lebten ursprünglich noch im ätherischen Paradieseszustand. Die Geschlechtertrennung hatte noch nicht stattgefunden. Sie wurde erst als Folge der luziferischen Versuchung herbeigeführt. Durch den Sündenfall wurde der Mensch aus dem Paradies verstossen und musste auf die Erde heruntersteigen in eine noch viel dichtere Stofflichkeit. Das war überhaupt nur dadurch möglich, dass zugleich die verhärteten Mondenkräfte durch Jahve aus der Erde herausgezogen wurden. Damit begann die Zeit der irdischen Inkarnationen des Menschen. Jetzt erst konnte der Mensch allmählich sein individuelles Ich entwickeln.

Die Entstehung der Fortpflanzungsorgane

Die nun von außen auf die Erde einwirkenden Mondenkräfte bewirkten die Geschlechtertrennung und Jahve wurde der Herr der irdischen Fortpflanzungskräfte, die nun erstmals auf Sexualität beruhte. Die Sexualorgane waren allerdings die letzten, die sich im dichten Fleisch ausbildeten. Anfangs waren sie noch rein vegetabile, pflanzenartige Organe. Die astralen Triebkräfte spielten bei der Fortpflanzung noch keine Rolle, sondern nur die lebensspendenden Ätherkräfte.

"Die Sexualorgane waren lange pflanzlicher Natur, und sie werden auch am frühesten wieder zur pflanzlichen Natur zurückkehren. Erst als in der Entwickelung des Menschen das Ich schon tief in den Astralleib hinuntergestiegen war und die eigensüchtigen Begierden tief eingedrungen waren, da gestalteten sich die ehemals pflanzlichen Organe um und wurden fleischliche Organe." (Lit.: GA 101, S. 58)

Die Bibel weist auf diesen Zustand mit dem Feigenblatt hin, mit dem Adam und Eva ihre Blöße bedeckten, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten. Aus diesen Kräften wurde auch das natürliche Hellsehen gespeist, das damals noch alle Menschen in reichem Maß hatten. Als dann später die Sexualorgane immer mehr von den Astralkräften ergriffen wurden, begann nach und nach das urprüngliche Hellsehen zu schwinden und der Egoismus erwachte immer mehr. Dadurch wurde das Selbstbewusstsein des Menschen vorbereitet, zugleich aber lief er auch Gefahr, immer mehr in die Hände der Widersachermächte zu fallen.

Noch bis in die Mitte der lemurischen Zeit erfolgte die Fortpflanzung ungeschlechtlich durch eine Art von Selbstbefruchtung. Im Bilde der Isis, die durch den Sonnenstrahl des Osiris befruchtet wird, deuteten die ägyptischen Mysterien auf diese ungeschlechtliche Fortpflanzungskraft des Mondes hin.

Die vier Sphinxtiere als Gruppenseelen

Die vier Sphinxtiere entsprechen den vier Gruppenseelen des lemurischen und atlantischen Menschen. Die Löwenrasse hatte einen männlichen Ätherleib, der genügend Kraft hatte, den physischen Leib selbst ohne äußere Anregung zu befruchten. Es war eine unmittelbare Befruchtung aus dem Geistigen, ohne die Mithilfe eines anderen Wesens. Die Stierrasse hingegen hatte einen weiblichen Ätherleib und verlor allmählich die Fähigkeit zur selbsttätigen Fortpflanzung, konnte aber nach und nach die Löwenmenschen befruchten. Nach der Aufnahme des Ichs entwickelte sich aus der Löwenrasse das weibliche, aus der Stierrasse das männliche Geschlecht (Lit.: GA 107, S. 74ff).

Adams Bruderseele: Der nathanische Jesus

Hauptartikel: Nathanischer Jesus

"Es entwickeln sich im Menschen gewisse Kräfte mit einer gewissen Unbewußtheit: das sind die Kräfte, welche zusammenhängen mit der menschlichen Fortpflanzung, mit der menschlichen Generation. Wir wissen ja, daß im menschlichen Bewußtsein bis zu einem gewissen Lebensalter über diese Kräfte eine unmittelbare holde Unbewußtheit waltet, die Unschuld des Kindesalters. Wir wissen, daß mit einem gewissen Alter über diesen Kräften das Bewußtsein erwacht, daß gleichsam von einem bestimmten Alter an der menschliche Organismus durchsetzt wird vom Bewußtsein aus mit den Kräften, die später die sinnliche Liebe der Geschlechter genannt werden. Was vorher waltet wie schlafende Kräfte, die erst mit der Geschlechtsreife erwachen, das sind, wenn sie in ihrer ureigenen Gestalt betrachtet werden, genau dieselben Kräfte, die im Schlaf die zerstörten Kräfte im Menschen wieder herstellen. Verdeckt sind diese Kräfte nur von der anderen menschlichen Natur, weil sie vermischt sind mit der anderen menschlichen Natur. Es walten unsichtbar im Menschen Kräfte, welche schuldvoll erst werden, wenn sie zum Erwachen kommen, welche schlafen oder höchstens träumen bis die Geschlechtsreife eintritt [...]

Wir haben eigentlich in jedem Menschen zwei Menschen vor uns: den einen Menschen, der wir sind vom Aufwachen bis zum Einschlafen, und den anderen Menschen, der wir sind vom Einschlafen bis zum Aufwachen. In dem einen Menschen sind wir fortwährend bemüht, unsere Natur bis zur Tierheit herabzuquälen mit allem, was nicht Erkenntnis ist, was nicht rein im Geiste erfaßt wird. Mit alle dem sind wir immerdar bemüht, unsere Natur zur Tierheit herabzuquälen. Dies ist während unseres Wachzustandes. Was uns aber über diesen Menschen erhebt, waltet zunächst als holdselige Kraft unschuldsvoll während der Kindheit innerhalb der Generationskräfte, und waltet, wenn diese Kräfte erwachen, im Schlafe, wenn regeneriert wird, was durch das Tagwachen zerstört worden ist. So haben wir einen Menschen in uns, der verwandt ist mit den schöpferischen Kräften im Menschen, und einen Menschen, der diese Kräfte zerstört. Das Bedeutsame aber in der Doppelnatur des Menschen ist, daß man eigentlich hinter alle dem, was die Sinne wahrnehmen, zu vermuten hat einen anderen Menschen, einen Menschen nämlich, in dem die schöpferischen Kräfte walten. Dieser zweite Mensch, in dem die menschenschöpferischen Kräfte walten, ist ungemischt eigentlich nie da. Er ist niemals ohne Mischung da: während des Wachens ist er nicht da und während des Schlafens auch nicht. Denn während des Schlafens bleibt ja der physische Leib und Ätherleib durchsetzt von den Nachwirkungen des Tages, von den Zerstörungskräften. Wenn diese Zerstörungskräfte aber endlich fortgeschafft worden sind, so wachen wir ja wieder auf [...]

Wenn wir das Menschengeschlecht verfolgen von diesem Zeitpunkt der lemurischen Zeit an, so haben wir durch alles hindurch, was dann gekommen ist, immer diese Doppelnatur des Menschen vor uns. Eingetreten ist der Mensch damals in eine Art niedere Natur. Aber dazumal - das zeigt uns der zurückgewandte hellsichtige Blick in die Akasha-Chronik - ist neben jenen auch von menschenschöpferischen Kräften durchsetzten Menschen gleichsam hinzugetreten, wie eine Schwester- oder Bruderseele, eine bestimmte Seele. Es wurde gewissermaßen zurückgehalten diese Schwesterseele, die nicht in die Menschenevolution hineinversetzt worden ist. Sie blieb nur durchsetzt von menschenschöpferischen Kräften. Es blieb zurück ein Mensch, in der alten lemurischen Zeit, gleichsam die Schwester- oder Bruderseele - denn für jene Zeit ist das ja einerlei -, es blieb zurück die Bruderseele des Adam. Diese Seele blieb damals zurück, diese Seele konnte nicht eingehen in den physischen Menschheitsprozeß. Sie blieb zurück und waltete unsichtbar für den physischen Menschheitsprozeß. Sie wurde nicht geboren wie die Menschen im fortlaufenden Prozeß. Denn wäre sie geboren worden und gestorben, dann wäre sie ja eingetreten in den physischen Menschheitsprozeß. Sie waltete im Unsichtbaren und konnte nur wahrgenommen werden von denjenigen, die sich hinauferhoben zu jenen hellsichtigen Höhen, zu jenen hellsichtigen Kräften, die erwachen in dem Zustande, der sonst der Schlaf ist. Denn dann ist der Mensch verwandt mit den Kräften, die lauter in der Schwesterseele walten [...]

Durch jene besonderen Umstände, unter denen die Arjunaseele all das um sich herum wahrnahm und auf ihre Empfindung wirken ließ, indem sie fühlte, was sich damals in Kurukshetra abspielte, auf dem Schlachtfelde, wo die Kurus und Pandus sich gegenüberstanden, da ereignete es sich, daß durch die Seele des Wagenlenkers des Arjuna diese bestimmte eigentümliche Seele sprach. Und die Erscheinung dieser Seele, sprechend durch eine Menschenseele, das ist der Krishna. Welche Seele also war geeignet, in die menschliche Seele hineinzuversenken den Impuls zum Selbstbewußtsein? Jene Seele war es, die zurückgeblieben ist in der alten lemurischen Zeit, als die Menschheit in die eigentliche Erdenevolution eingetreten ist. Früher war diese Seele oftmals in Erscheinungen zu schauen, aber in viel geistigerer Art. In dem Zeitpunkte aber, von dem uns der erhabene Sang, die göttliche Gita verkündet, ist zu denken eine Art Verkörperung — aber viel Maya ist dabei -, eine Art Verkörperung dieser Seele von Krishna. Dann aber tritt in der Menschheitsgeschichte eine bestimmte Verkörperung ein: diese selbe Seele verkörpert sich später wirklich in einem Knaben. Diejenigen der verehrten Freunde, zu denen ich öfter darüber gesprochen habe, wissen, daß zu der Zeit, als das Christentum begründet wurde, zwei Knaben geboren wurden in Familien, in welchen beiden das Blut des Hauses David floß. Der eine Knabe ist uns im Matthäus-Evangelium, der andere im Lukas-Evangelium geschildert. Dies ist der wahre Grund, warum das Matthäus-Evangelium mit dem Lukas-Evangelium für eine äußere Betrachtung nicht stimmt. Derselbe Jesusknabe nun, von dem das Lukas-Evangelium berichtet, ist zunächst die Verkörperung dieser selben Seele, die früher niemals in einem menschlichen Leibe gewohnt hat, aber doch eine Menschenseele ist, weil sie eine Menschenseele war während der alten lemurischen Zeit, in welcher unsere eigentliche Evolution begonnen hat. Es ist dieselbe Seele, die sich als der Krishna offenbart hat. So haben wir dasjenige, was der Krishna-Impuls bedeutet, den Anstoß zum menschlichen Selbstbewußtsein, verkörpert in dem Körper des Lukas-Jesusknaben. Das, was da verkörpert war, ist verwandt mit den Kräften, die im Kindesalter in so holder Unschuld, bevor sie als Geschlechtskräfte erwachen, schlafend da sind. Im Lukas-Jesusknaben können sie sich bis zu diesem Alter hin, wo sonst der Mensch in die Geschlechtsreife eintritt, betätigen, kundgeben. Es hätte der Körper des Jesusknaben, der ja aus der allgemeinen Menschheit genommen worden ist, die in die Inkarnationen heruntergestiegen war, nicht mehr gepaßt zu den Kräften, die ja verwandt sind mit den holden, unschuldigen Geschlechtskräften im Kinde. Daher geht die Seele, die in dem anderen Jesusknaben ist und die, wie die meisten unserer lieben Freunde ja wissen, die Zarathustraseele ist, also eine Seele, die von Inkarnation zu Inkarnation geschritten ist und die gerade durch besonderes Arbeiten innerhalb vieler Inkarnationen ihre Höhe erreicht hat, daher geht diese Zarathustraseele hinüber in den Leib des Lukas-Jesusknaben und ist von da ab - wie Sie es dargestellt finden in meinem Buche «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» - mit diesem Leibe des Lukas-Jesusknaben verbunden. Da berühren wir ein wunderbares Geheimnis. Da sehen wir, wie in einen menschlichen Leib, in den Leib des Lukas-Jesusknaben, einzieht die Menschenseele, wie sie gewesen ist, bevor der Mensch in die irdische Inkarnationsreihe hinuntergegangen ist. Da begreifen wir, daß diese Seele in dem Menschenleibe nur bis zum zwölften Jahre dieses Leibes walten konnte, begreifen, daß dann eine andere Seele, welche alle Menschheitsverwandlungen durchgemacht hat, wie die Zarathustraseele, Besitz ergreifen muß von diesem besonderen Leibe. Das Wunderbare vollzieht sich, daß dasjenige, was des Menschen Innerstes ist, sein eigentliches Selbst, was wir als Krishna haben ansprechen sehen, als Impuls haben aufblitzen sehen in dem Krishna-Impuls, den Jesusknaben durchdringt, der uns geschildert wird im Lukas-Evangelium." (Lit.: GA 146, S. 115ff)

Anmerkungen

  1. Mensch im eigentlichen Sinn heißt hebr. ‏אֱנוֹשׁ‎ , Enosch: Enosch war der älteste Sohn Seths, vgl. 1 Mos 4,26 LUT: Und Set zeugte auch einen Sohn und nannte ihn Enosch. Zu der Zeit fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.
  2. Gemeint ist mit dem „Ackerboden“ die Substanz der Erdensphäre, die zu diesem Zeitpunkt noch die Mondensphäre mit umfasste und erst bis zum zähflüssigen Zustand, also bis zum Wasserelement verdichtet war; der Mond trennte sich erst durch den Sündenfall von der Erde. Zu diesem Zeitpunkt entstand erst das feste, kristalline Erdelement.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1989), ISBN 3-7274-0130-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole, GA 101, (1992) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1988), ISBN 3-7274-1070-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita, GA 146 (1992), ISBN 3-7274-1460-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Christus und die geistige Welt. Von der Suche nach dem heiligen Gral, GA 149 (2004)
  6. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der Esoterischen Stunden, Band I: 1904 - 1909, GA 266a,(1995)
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