Falsifikation

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Die Falsifikation, Falsifizierung (von lat. falisificare „als falsch erkennen“) oder Widerlegung erbringt den wissenschaftlich begründeten Nachweis, dass eine wissenschafte Aussage, These, Hypothese, Theorie oder Methode ungültig oder unwahr ist. (Das Antonym von Falsifikation ist Verifikation). Die wissenschaftstheoretische Position des Falsifikationismus oder Fallibilismus (formuliert durch Karl Raimund Popper) leugnet die Möglichkeit der Erkenntnis von Wahrheit durch Verifikation und sieht in der Falsifikation ersatzweise den Weg zu einer größtmöglichen Ännäherung an die Wahrheit. Eine Aussage wird danach solange als wahr oder gültig angesehen, oder wenigstens als Hypothese akzeptiert, solange es noch nicht gelang, sie zu falsifizieren. Je stärker sich eine Theorie gegen Falsifikationsversuche behauptet, desto bewährter ist sie.

Darüber hinaus soll die grundsätzliche Falsifikationsmöglichkeit von Theorien oder Behauptungen ein Qualitätsmerkmal von Wissenschaftlichkeit generell sein. Aussagen, Behauptungen von der Sorte, die von vornherein eine Widerlegbarkeit ausschließen, gelten dem Falsifikationismus als unwissenschaftlich. Eine Hypothese wie diese: "Es gibt Gott", könnte nur dann eine wissenschaftliche Hypothese sein, wenn sie prinzipiell widerlegbar wäre. Unfalsifizierbare und daher unwissenschaftliche Theoriesysteme sind für Popper z.B. der Marxismus oder die Astrologie. (vgl. Lit.:Kiene, S. 25f.)

Literatur

  • Helmut Kiene: Grundlinien einer essentialen Wissenschaftstheorie. Die Erkenntnistheorie Rudolf Steiners im Spannungsfeld moderner Wissenschaftstheorien. Perspektiven essentialer Wissenschaft, Verlag Urachhaus/Freies Geistesleben (1984), ISBN 3878389507

Siehe auch

Falsifikationismus - Artikel in der deutschen Wikipedia

Karl Popper - Artikel in der deutschen Wikipedia

Thomas S. Kuhn - Artikel in der deutschen Wikipedia

Weblinks