Naturkatastrophen

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Aus geistiger Sicht können Erdbeben- und Vulkankatastrophen (Feuerkatastrophen), Flutkatastrophen, Überschwemmungen, Unwetter, verheerende Stürme und Hagelstürme und ihre Folgeerscheinungen nicht allein durch eine rein äußere kausale Naturbetrachtung verstanden werden. Natürlich gibt es auch äußere Bedingungen und Ursachen, unter denen sie auftreten, aber ihren tieferen, wahren Ursachen nach hängen sie mit negativen Seelenkräften zusammen, die die Menschheit kollektiv in sich aufhäuft. Die alte Lemuria wurde so nach den geistigen Forschungen Rudolf Steiners durch Erdbeben- und Vulkankatastrophen zerstört und die Atlantis durch gewaltige Flutkatastrophen hinweggespült, auf die eine weitflächige Vereisung der Erde folgte.

Weit verbreitet ist heute noch die Meinung, dass sich die Erde im wesentlichen genau so entwickelt hätte, wenn es denn Menschen nicht gäbe. Sicher, so meint man, unsere Kulturwerke, unsere Häuser, unsere Straßen, die Dome und Monumente würden fehlen, aber die Natur selbst wäre weitgehend die gleiche. Das ist falsch. Der Mensch war, zuerst als rein geistiges Wesen und erst sehr viel später auch in physisch verkörperter Gestalt, von Anfang an innig mit der ganzen Erdentwicklung verbunden. Er ist durch seine Willenskräfte unbewusst ganz intensiv mit den Naturkräften verwoben und hat dadurch entscheidenden Einfluss auf die Naturentwicklung, natürlich nicht der einzelne Mensch, aber in Summe die Menschheit als Ganzes. In isolierten Experimenten im Laboratorium unter sehr artifiziellen Bedingungen zeigt sich das natürlich nicht, da muss sich der Blick schon weiten in größere Naturzusammenhänge hinein. Eine künftige wirklichkeitsgemäße Naturwissenschaft wird das berücksichtigen müssen.

"Man steht im Erdendasein in zwei polarischen Gegensätzen. Oben breiten sich die Sterne. Von da strahlen die Kräfte, die mit allem errechenbaren Regelmäßigen im Erdendasein zusammenhängen. Regelmäßiger Tag- und Nachtwechsel, Jahreszeiten, längere Weltperioden, sie sind die irdische Spiegelung dessen, was Sternen-Geschehen ist.

Der andere Pol strahlt vom Innern der Erde her. Unregelmäßiges lebt in ihm. Wind und Wetter, Donner und Blitz, Erdbeben, Vulkanausbrüche spiegeln dieses innere Erden-Geschehen.

Der Mensch ist ein Abbild dieses Sternen-Erdeseins. In seiner Denkorganisation lebt die Sternen-Ordnung, in seiner Gliedmaßen-Willensorganisation lebt das Erden-Chaos. In der rhythmischen Organisation wird in freiem Ausgleich das irdische Menschenwesen erlebt." (Lit.: GA 26, S. 241)

Wie segensreich die Willenskräfte der Menschheit sich auf Erden entfalten, hängt wesentlich von der moralischen Qualität des menschlichen Willens ab. Überwiegen die unmoralischen Willenskräfte, tragen wir Zerstörungskräfte in die Natur hinein, die namentlich Ahriman sehr nützlich sind und die er gut gebrauchen kann, um damit Naturkatastrophen hervorzurufen.

Naturkatastrophen sind immer Menschheitskarma und niemals die Schuld einzelner Menschen. Sie dürfen daher auch keineswegs als Strafe für frühere Vergehen des einzelnen Menschen aufgefasst werden. Es sind Versäumnisse und Fehler, die sich in der Menschheitsentwicklung insgesamt aufgehäuft haben, auf die die Erdennatur als ganzes reagiert.

Anders als bei Zivilisationskatastrophen werden bei Naturkatastrophen meist karmisch verbundene Menschen zusammengeführt. Durch den unverhofften frühzeitigen Tod können nicht alle karmischen Ursachen ausgeglichen werden. Jugendliche, die bei Naturkatastrophen zugrunde gehen, tragen besonders viel von diesen Kräften, die eigentlich für das irdische Dasein bestimmt waren, hinauf in die geistige Welt. Diese unverbrauchten Kräfte werden von den höheren Hierarchien zu einer verstärkten Innerlichkeit des Menschen im nächsten Erdenleben umgewandelt. Die intellektuellen Fähigkeiten des Menschen werden dadurch gesteigert. Der Astralleib für das nächste Leben wird gewissermaßen verdichtet, weil ihm diese unverbrauchten karmischen Ursachen eingegliedert werden und es tritt eine verschärfte Erinnerung an all das hervor, was im Karma als Ursachen enthalten ist, ein verstärktes Schicksalsbewusstsein entsteht. (Lit.: GA 236, 29. Juni 1924)

Die 9 Schichten des Erdinneren

Die Erde ist kein toter Klotz, sondern ein beseeltes Wesen, und ihre Seelenkräfte sind eng verbunden mit gewissen niederen Seelenkräften des Menschen. Die beseelte Erde ist in ihrem Inneren, im Erdinneren in 9 Schichten gegliedert, wie sie etwa Dante von einem anderen Gesichtspunkt aus in seinen neun Kreisen der Hölle, der Unterwelt, geschildert hat. Ein Erdbeben entsteht, wenn die Feuererde, die sechste Schicht des Erdinneren, durch menschliche Leidenschaften aufgewühlt wird und durch die Fruchterde, der fünften Schicht des Erdinneren, hindurch nach der Erdoberfläche zu ihre Kräfte entlädt.

"Ebenso wie die Fruchterde alles Leben enthält, so enthält die Feuererde alles Triebartige. Alles dasjenige enthält sie in seinen ursprünglichen Quellen, was tierisches Leben ist, Leben, das Lust und Leid haben kann. Es mag Ihnen sonderbar vorkommen, aber wahr ist es, daß diese Feuererde empfindet, sobald sie ausgedehnt wird. Das kann beobachtet werden. Es ist eine richtig empfindende Schicht der Erde." (Lit.: GA 107, S. 177ff)

Diese empfindende Schicht reagiert empfindlich auf die astralen Willenskräfte des Menschen. Namentlich zeigt sich, dass, wenn vermehrt materialistisch gesinnte Seelen zur Inkarnation heruntersteigen, sie durch ihre Astralkräfte die Feuererde erregen und dadurch entsprechende Naturkatastrophen heraufbeschwören können.

"Dieses Element der Feuer-Erde steht in enger Verwandtschaft mit dem menschlichen Willen. Sie ist es, die jene entsetzlichen Eruptionen hervorgebracht hat, die der lemurischen Epoche ein Ende bereitet haben. Die Kräfte, die den menschlichen Willen speisen, gingen zu dieser Zeit durch eine Krise, welche die Entfesselung jener Feuergewalt herausforderte, in welcher der lemurische Kontinent unterging. Im Laufe der Entwickelung senkte sich diese sechste Schicht immer mehr gegen den Erdmittelpunkt, und aus diesem Grunde wurden die vulkanischen Eruptionen weniger zahlreich. Aber sie finden immer noch statt unter der Einwirkung des menschlichen Willens, der magnetisch auf die Erdschicht wirkt und sie in Unordnung bringt, wenn er schlecht und irregeleitet ist. Gereinigt vom Egoismus kann der menschliche Wille im Gegenteil dieses Feuer besänftigen. Insbesondere die materialistischen Epochen sind begleitet und gefolgt von Erdkatastrophen, Erdbeben und so weiter. Eine stärkere Befolgung der fortschreitenden Entwickelung ist die einzige Alchimie, die nach und nach den Organismus und die Seele der Erde verwandeln könnte.

Folgendes Beispiel zeigt die Relation zwischen dem menschlichen Willen und den Erdbewegungen: Bei den Menschen, die infolge von Erdbeben oder vulkanischen Eruptionen starben, kann man im Laufe ihrer folgenden Inkarnation ganz andere Eigenschaften beobachten. Sie bringen bei ihrer Geburt große spirituelle Veranlagungen mit, denn sie sind durch ihren Tod in Beziehung getreten zu einem Element, das ihnen das wahre Gesicht der Dinge und das Illusionäre eines bloß materiellen Lebens gezeigt hat.

Man hat auch eine Beziehung beobachtet zwischen bestimmten Geburten und den Erdbeben- und Vulkankatastrophen. In Katastrophenzeiten inkarnieren sich gerne materialistische Seelen, die sich sympathisch angezogen fühlen durch die vulkanischen Phänomene wie durch die konvulsivischen Bewegungen der böswilligen Erdseele. Und ihrerseits können diese Geburten neue Katastrophen herbeiführen. Denn umgekehrt haben die schlimmen Seelen einen erregenden Einfluß auf das Erdfeuer. Die Entwickelung unseres Planeten ist eng verbunden mit der Entwickelung der menschlichen Kräfte und der Zivilisationen." (Lit.: GA 94, S. 108ff)

„Es war eine Eigenschaft des lemurischen Zeitalters, daß damals die oberen Schichten der Erde nur sporadisch entwickelt waren, gleichsam nur als Inseln, so daß von der Feuerschicht viel nach außen drang. Die Feuerschicht ist die Grundlage der anderen Schichten. Der damals noch stark wirkende Wille des lemurischen Menschen vermochte noch magisch einzuwirken auf diese Feuerschicht. Die wogenden Bewegungen der Erde hingen noch mit dem Willen des Menschen zusammen. Darum kam es zum Untergang des lemurischen Kontinents aus der Feuerschicht heraus. Die Menschen waren zu tief gesunken, besonders in Spätlemurien. Fürchterliche Verirrungen hatten um sich gegriffen. Und so wirkten denn diese verderblichen Willensregungen auf die Feuerschicht: Lemurien ging, wie Sodom und Gomorrha, durch eine Feuerkatastrophe zugrunde, verbunden mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Der Wille wirkt eben auf die Feuerschicht. So besteht ein Zusammenhang zwischen dem Inneren des Menschen und dem Inneren der Erde. Der Erdenzersplitterer, die Kainsschicht, erfährt durch eine fortdauernde sittliche Entwickelung des Menschen eine Umwandlung. Was der Mensch auf der Erde tut, das gestaltet nach und nach den ganzen Erdenplaneten um. Und wenn die weiße Magie einmal hervorragend fortgeschritten ist, dann wird der Erdkern auch anders. Die schwarzen Magier werden ausgeschieden werden auf eine Art von Mond, wenn unser Planet einmal vergeht.

Wenn nun heute ganz bestimmte böse Willensimpulse zusammenwirken, dann wirken sie auf die Feuerschicht, und es kann dann sein, daß sich die Erschütterung der Feuerschicht fortsetzt auf die Wasserschicht, und durch die anderen Schichten hindurch, bis zur obersten. Dadurch kommen Erdbeben, Vulkaneruptionen, Seebeben und so weiter zum Ausbruch. Wenn die Menschheit dafür sorgt, daß es auf Erden moralisch besser wird, wird es auch langsam besser werden in bezug auf die Erdkatastrophen. Mit dem Fortschritt der Menschheit hängen die Fortschritte des Erdenplaneten zusammen; was uns das Erdinnere zeigt, ist nur ein Beispiel dafür. Man hat untersucht, in welcher Beziehung das Karma des einzelnen Menschen zum Karma der Gesamtheit steht, hat erforscht, wie sein zukünftiges Schicksal verlaufen könnte, und gefunden, daß solche Menschen [die durch ein Erdbeben umkommen] gewöhnlich in der nächsten Verkörperung als besonders spirituelle Persönlichkeiten auftreten, oder wenigstens die Anlage zu spirituellem Leben mitbringen. Sie haben die Nichtigkeit des Materiellen eindringlich und rasch erfahren, es war der letzte Ruck, den sie noch brauchten, um sich dem Geist zuzuwenden. Ähnlich hat der Feuertod der Märtyrer in der nächsten Inkarnation besonderen Idealismus zur Folge. Interessant sind auch die Zusammenhänge zwischen Geburten und Erdbeben. In den meisten Fällen findet sich, daß die Menschen, die unmittelbar nach der Zeit eines Erdbebens geboren werden, sich als besonders materiell gesinnte Menschen erweisen. Die Kraft, durch die der Mensch aus dem Devachan wiederum herunterkommt, hat etwas zu tun mit der Feuerschicht. Der Mensch bringt die Feuerschicht insofern in Bewegung, als sein ihn zur Verkörperung führender Wille bei seiner Geburt besonders niederer, sinnlicher Art ist.“ (Lit.:GA 94, S. 182f)

Weltanschaulicher Fanatismus und andere durch Luzifer erregte Leidenschaften wirken nach dem Tod wie eine schwere finstere Wolke in der geistigen Welt. Diese Kräfte werden von Ahriman dazu benützt, zur Unzeit die Wirkungen des alten Mondes, auf dem der Mensch seinen Astralleib bekommen hat, in der Erde regsam zu machen und dadurch Naturkatastrophen auszulösen. (Lit.: GA 236, ebd.) Gerade dadurch aber, dass Ahriman gleichsam den behaglichen geordneten Naturlauf durcheinanderwirft, wird verhindert, dass die Erde im ganzen Luzifer verfällt. Bestimmte ahrimanische Wesenheiten ergreifen und beeinflussen die Instinktnatur des Menschen. Sie sind Gegner der Mondenkräfte Jahves, der gemeinsam mit den Kräften von Merkur und Venus der rechtmäßige Regulator des Trieb- und Instinktlebens ist. In bestimmten Fällen können diese ahrimanischen Wesenheiten nach dem Tod dem Menschen die Instinkt- und Triebnatur entreißen und damit wäßrig-irdische Elementarwesen schaffen. Diese ahrimanischen Elementarwesen des Wäßrigen und des Festen, die unter der Erdoberfläche wirken, sind beteiligt an der Entstehung von Ebbe und Flut, Vulkanismus und Erdbeben. Sie kämpfen darum, den Menschen zu verhärten und sich ähnlich zu machen:

"Er würde dadurch im Materiellen unendlich klug werden; unendlich gescheit, unglaublich intelligent würde er werden. Diese Wesenheiten können das nicht direkt erreichen, sie möchten es indirekt erreichen. Deshalb ist es in der Tat ihren wirklich jahrtausendealten Anstrengungen im Erdenleben schon gelungen, ein ganzes Geschlecht solcher untermenschlicher Wesenheiten auszubilden. Sie machen das so, daß sie sich der Instinktnatur der Menschen bemächtigen, wenn diese Instinktnatur besonders wüst und stark ist; sie reißen gewissermaßen diese Instinktnatur an sich. Der Mensch ist dann während seines Lebens verfallen diesen ahrimanischen Mächten.

Wenn der Mensch während seines Lebens verfallen ist den ahrimanischen Mächten, so daß er seinen Leidenschaften, Instinkten, Trieben ganz hingegeben ist, daß er ein wüster Mensch ist, dann können sie das herausreißen nach dem Tode. Und auf diese Weise gibt es nämlich schon eine ganze Bevölkerung, eine untermenschliche Bevölkerung der Erde. Die ist wirklich vorhanden, die ist im Wasser und im Irdischen vorhanden.

Und wenn wir fragen, was die ahrimanischen Wesenheiten mit dieser untermenschlichen Bevölkerung vorhaben, so ist es das, daß sie denken: Jetzt werde ich aus einem Menschen herausziehen diese Instinktnatur; daraus mache ich ein irdisch-wässeriges Wesen. - Diese irdisch-wässerigen Wesen bevölkern tatsächlich die Schichte, die unmittelbar unter der Erdoberfläche liegt. Da sind sie drinnen. Diejenigen Menschen, die in Bergwerken schauen können, die kennen diese Wesenheiten sehr gut. Es sind Wesenheiten, die dadurch vorhanden sind, daß sie dem Menschen im Momente des Todes entrissen worden sind. Und da wartet Ahriman, da warten die ahrimanischen Mächte darauf, daß die Menschen einmal in einer solchen Inkarnation herunterkommen durch ein Karma, das durch die Instinkte, Triebe, Leidenschaften bewirkt wird, daß sie herunterkommen, daß ihnen nun ein solches Wesen besonders gut gefällt, daß Menschen in einem bestimmten Erdenleben sagen: Ich will nicht wieder zurück in die geistige Welt, ich will, nachdem ich meinen physischen Körper verlassen habe, aus dem man ja doch wiederum herausgeht zu einem übersinnlichen Leben, mich verkörpern in einem solchen untersinnlichen Wesen. Dafür bleibe ich dann mit der Erde vereint. Ich sterbe nicht mehr, ich bleibe mit der Erde vereint. Ich wähle, ein untersinnliches Wesen zu sein.

Und in der Tat, so paradox es klingt - man muß darüber erstaunt sein, weil ja die ahrimanischen Wesen eben außerordentlich klug sind -, aber sie sind immer der Meinung, das kann man ganz richtig konstatieren, daß sie imstande sein werden, so viel Menschen auf diese Weise hereinzulocken in ihr Geschlecht, daß die Erde sich einmal mit lauter solchen ahrimanischen untermenschlichen Wesen bevölkern werde. Und dadurch wollen sie die Erde selbst unsterblich machen, so daß sie nicht zerstäubt im Weltenraum." (Lit.: GA 218, S. 142ff)

Die Tetraederstruktur der Erde

Die Linien erhöhter Erdbeben- und Vulkanaktivität hängen nach Rudolf Steiner mit der Tetraederstruktur der Erde zusammen. Er fasst die Erde nicht als aus dem gasförmigen Zustand kondensierte Kugel auf, sondern vielmehr als ein kugelförmig aufgeblähtes Tetraeder, das gleichsam vom Kosmos "herangeschmissen" wurde. Die Kanten dieses Tetraeders sind nicht vollkommen "verkittet". An den Nahtstellen können kosmische Sonnen- und Sternenkräfte besonders stark auf die Erde einwirken und hier Erdbeben- und Vulkankatastrophen erzeugen. Vulkane, die nicht unmittelbar auf diesen Tetraederkanten liegen, sind später entstanden aufgrund spezieller Konstellationen an den jeweiligen Orten. (Lit.: GA 354, S 194ff.)

Aufgrund naturwissenschaftlicher Forschungen lassen sich zwar Gebiete mit erhöhtem Risiko lokalisieren, im einzelnen sind Naturkatastrophen dadurch aber kaum prognostizierbar. Die Frage kann allerdings entstehen, inwieweit sie durch okkulte Forschung vorhergesehen werden können:

"Es ist mir heute morgen eine Frage zugekommen, die sich auf Erdbebenkatastrophen bezieht. Diese Frage lautet:

«Wie sind Erdbebenkatastrophen okkult zu erklären? Sind sie vorherzusehen? Wenn die Katastrophen im einzelnen vorauszusehen wären, warum wäre es dann nicht möglich, vorher in unauffälliger Weise eine Warnung zu geben? Eine solche Warnung würde vielleicht das erstemal nicht gleich etwas nützen, gewiß aber später.»

Unsere älteren Mitglieder werden sich erinnern, was am Schlusse des Vortrages über «Das Innere der Erde» zuweilen gesagt worden ist, was gesagt worden ist über die Möglichkeit auf der Erde sich ereignender Erdbeben. Aber das soll jetzt nicht berücksichtigt werden, sondern es soll auf diese Frage in direkter Weise eingegangen werden. Die Frage besteht im Grunde genommen aus zwei Teilen. Der erste Teil ist der: Ob in einer gewissen Weise aus dem okkulten Zusammenhang, der überschaut werden kann, Erdbeben vorausgesehen werden können? Diese Frage muß dadurch beantwortet werden, daß gesagt wird, daß die Erkenntnis solcher Dinge zu den tiefsten Erkenntnissen des okkulten Wissens überhaupt gehört. Für ein einzelnes auf der Erde eingetretenes Ereignis, das im wesentlichen aus einem so tiefen Grunde heraus eintritt, wie es heute geschildert worden ist, das zusammenhängt mit weit über die Erde sich hinziehenden Ursachen, für ein solches Ereignis ist es im Grunde durchaus richtig, daß auch für solche einzelnen Dinge eine Zeitangabe gemacht werden kann. Der Okkultist hätte durchaus die Möglichkeit, eine solche Zeitangabe zu machen. Nun aber ist die andere Frage diese: Ob solche Angaben gemacht werden können, gemacht werden dürfen? Da wird es in der Tat für den, der den okkulten Geheimnissen äußerlich gegenübersteht, fast selbstverständlich klingen, daß das in einer gewissen Beziehung mit Ja beantwortet werden könnte. Und dennoch, die Sache liegt so, daß in bezug auf solche Ereignisse eigentlich im Grunde genommen nur zwei- bis dreimal in jedem Jahrhundert - im Höchstfalle zwei- bis dreimal - aus den Einweihungsstätten heraus etwas vorhergesagt werden kann. Denn Sie müssen bedenken, daß diese Dinge eben mit dem Menschheitskarma zusammenhängen und daß diese Dinge, wenn sie zum Beispiel auch im einzelnen vermieden würden, dann an einer anderen Stelle in einer anderen Erscheinung hervortreten müßten. Durch das Vorhersagen würde sich an der Tatsache nichts ändern. Und bedenken Sie, in welch furchtbarer Weise in das Karma der ganzen Erde eingegriffen würde, wenn menschliche Maßnahmen getroffen würden gegenüber solchen Ereignissen! In einer furchtbaren Weise würde die Reaktion eintreten, und zwar würde sie so stark eintreten, daß nur in seltenen Ausnahmefällen einer, der ein tiefer Eingeweihter wäre, für sich selbst oder für die, die ihm am nächsten stehen, wenn er eine Erdbebenkatastrophe voraussehen würde, von seinem Wissen einen Gebrauch machen könnte. Wissend würde er untergehen müssen, ganz selbstverständlich. Denn diese Dinge, die durch die Jahrtausende und Jahrmillionen im Menschheitskarma liegen, lassen sich nicht durch Maßnahmen, die innerhalb einer kurzen Menschheitsperiode fallen, paralysieren. Aber es kommt noch etwas anderes hinzu.

Es ist gesagt worden, daß zu den schwierigsten okkulten Untersuchungen gerade dieses Kapitel gehört. Als ich den Vortrag gehalten habe über das «Erdinnere», habe ich schon gesagt, daß es ungeheuer schwierig ist, über das Erdinnere etwas zu wissen, daß es viel leichter ist, über den astralischen Raum, über den devachanischen Raum, selbst über die fernsten Planeten etwas zu wissen als über das Erdinnere. Die meisten Dinge, die über das Erdeninnere zu hören sind, sind eben der reinste Humbug, weil das gerade zu den schwierigsten Dingen des Okkultismus gehört. In dieses Gebiet hinein gehören auch die Dinge, die mit diesen Elementarkatastrophen zusammenhängen. Und vor allen Dingen müssen Sie sich vor Augen halten, daß Hellsehen nicht etwas ist, wo sich irgendeiner hinsetzt und in einen besonderen Zustand kommt und dann sagen kann, was in der ganzen Welt bis in die höchsten Welten hinauf vorgeht. So liegen die Sachen nicht. Wer das glauben würde, der würde ebensosehr gescheit denken wie derjenige, der da sagen würde: Du hast doch die Fähigkeit, in der physischen Welt wahrzunehmen; es ist dir aber doch gar nicht aufgefallen, und du hast das gar nicht gesehen, als die Uhr zwölf war und du hier in dem Zimmer saßest, was um zwölf Uhr draußen an der Spree sich zugetragen hat? - Es gibt doch Hindernisse des Sehens. Wenn der Betreffende um zwölf Uhr draußen gerade spazieren gegangen wäre, dann hätte er vielleicht wohl das betreffende Ereignis wahrgenommen. Es ist nicht so, daß bloß durch den Entschluß, sich in den nötigen Zustand zu versetzen, nun auch alle Welten gleich offenliegen. Auch da muß der Betreffende erst zu den Dingen hingehen und die Dinge untersuchen, und diese Untersuchungen, um die es sich da handelt, gehören zu den schwierigsten Dingen, weil da die größten Hindernisse entgegenstehen. Und hier darf vielleicht gerade über diese Hindernisse gesprochen werden.

Sie können einem Menschen, der die Fähigkeit hat, physisch zu gehen mit seinen beiden Beinen, diese Fähigkeit nicht bloß dadurch nehmen, daß Sie ihm die Beine abschneiden, sondern auch dadurch, daß Sie ihn einsperren; dann kann er nicht herumgehen. Ebenso gibt es auch Hindernisse für okkulte Untersuchungen, und auf dem Gebiete, wovon wir sprechen, gibt es in der Tat gewaltige Hindernisse. Und eines der Haupthindernisse möchte ich Ihnen jetzt anführen. Ich will Sie hinführen auf einen geheimnisvollen Zusammenhang. Das größte Hindernis, das für die okkulten Forschungen auf diesem Gebiete besteht, das ist die gegenwärtige Art und Weise, wie heute materialistisch äußere Wissenschaft getrieben wird. Alles was an Unsummen von Illusionen, von Irrtümern heute in der materialistischen Wissenschaft aufgehäuft wird, all die unwürdigen Untersuchungen, die gemacht werden und die nicht nur zu nichts führen, sondern eigentlich nur aus der Eitelkeit der Menschen hervorgehen, das sind Dinge, die in ihren Wirkungen in den höheren Welten die Untersuchungen in diesen höheren Welten über solche Erscheinungen, den freien Ausblick geradezu unmöglich machen oder wenigstens sehr schwierig. Der freie Ausblick wird gerade dadurch getrübt, daß hier auf der Erde die materialistische Forschung vorgeht. Diese Dinge kann man gar nicht einmal so ohne weiteres überschauen. Ich möchte sagen: Lassen Sie erst einmal die Zeit kommen, in der die Geisteswissenschaft sich mehr ausbreiten wird und in der durch die Geisteswissenschaft und ihren Einfluß hinweggefegt wird der materialistische Aberglaube unserer Welt! Gerade das sinnlose Kombinieren und Hypothesen-Aufstellen, wobei man alles mögliche dann in das Innere der Erde hineinphantasiert - lassen Sie das alles hinweggefegt sein und Sie werden sehen: Wenn die Geisteswissenschaft sich erst einmal einfügen wird selber als ein Schicksal in das Menschheitskarma, wenn sie die Mittel und Wege finden wird, die Seelen zu ergreifen, und auf diesem Wege die gegnerischen Kräfte, den materialistischen Aberglauben wird besiegen können, wenn das, was mit dem ärgsten Feinde der Menschheit zusammenhängt, der den menschlichen Blick in die Sinneswelt hinein fesselt, weiter erforscht werden kann, dann werden Sie sehen, daß dann auch die Möglichkeit geboten werden wird, auch äußerlich auf das Menschheitskarma zu wirken, indem das Furchtbare solcher Ereignisse abgemildert wird. Suchen Sie in dem materialistischen Aberglauben der Menschen die Gründe, warum die Eingeweihten schweigen müssen über diejenigen Ereignisse, die mit dem großen Menschheitskarma zusammenhängen. Wir sehen einen wissenschaftlichen Betrieb, der vielfach nicht von dem faustischen Streben nach der Wahrheit beherrscht wird, sondern im umfänglichsten Maße mit Eitelkeit und Ehrsucht zusammenhängt. Wie vieles wird an wissenschaftlichen Forschungen dadurch in die Welt gesetzt, weil der einzelne nur etwas sucht für seine eigene Person. Wenn Sie das alles summieren, dann werden Sie sehen, wie stark die Kraft ist, die sich ausbreitet gegen den Ausblick in diejenige Welt, die sich hinter den äußeren sinnlichen Erscheinungen verbirgt. Wenn die Menschheit erst diesen Nebel wegschafft, dann wird die Zeit gekommen sein, in welcher in bezug auf gewisse geheimnisvolle Naturerscheinungen, die von den Feinden der Menschheit ausgehen und tief eingreifen in das menschliche Leben, der Menschheit in einem gewissen Grade umfänglich wird geholfen werden können. Bis dahin ist diese Möglichkeit nicht vorhanden." (Lit.: GA 107, S. 180ff)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Anthroposophische Leitsätze, GA 26 (1982), Gedächtnis und Gewissen
  2. Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (1979), Paris, 12. Juni 1906
  3. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1988), Zwölfter Vortrag, Berlin, 1. Januar 1909
  4. Rudolf Steiner: Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus, GA 218 (1992), London, 16. November 1922
  5. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, GA 236 (1977), Dornach, 29. Juni 1924
  6. Rudolf Steiner: Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Erdenleben und Sternenwirken., GA 354 (1977), Zwölfter Vortrag, Dornach, 18. September 1924
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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