Form

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Die Form (von lat. forma; griech. μορφή, morphé; aber auch griech. είδος, eidos Ansehen, Gestalt, von eidein = sehen) bezeichnet ganz allgemein die äußere oder auch die geistige Gestalt, die Gesetzmäßigkeit bzw. Idee, eines Wesens oder Gegenstands. Die innere Durchformung des Gegenstands oder Wesens wird demgegenüber gemeinhin als Struktur bezeichnet. In beiden, in der äußeren Form und in der inneren Struktur, wird die geistige Wirkung der Geister der Form sichtbar. Äußere Formen werden, in Verbindung mit dem Tastsinn oder mit dem Sehsinn, durch den Eigenbewegungssinn wahrgenommen.

Aus Sicht der modernen Physik ist die Form bzw. Information die primäre und ursprünglichere Realität, der gegenüber die Materie nur eine sekundäre Erscheinung ist. Die Form bedarf nicht der Materie als Träger, sondern sie selbst ist es, die die Materie aufbaut:

"Materie ist nicht aus Materie zusammengesetzt! Es gilt nicht mehr die Vorstellung, dass der Stoff, die Materie das Primäre und die Beziehung zwischen dieser, ihre Relationen, Form und Gestalt, das Sekundäre ist. Die moderne Physik dreht diese Rangordnung um: Form vor Stoff, Relationalität vor Materialität. Es fällt uns schwer, uns reine Gestalt, Beziehungen ohne materiellen Träger vorzustellen. Das elektromagnetische Feld, das ohne materiellen Träger (den vermuteten Äther gibt es nicht) den Raum erfüllt, ist eine solche immaterielle ‘Gestalt’, gewissermaßen ein formiertes Nichts, eine ganzheitliche, hochdifferenzierte Formstruktur, in deren spezieller Differenzierung wir z.B. die für uns bestimmten Telephongespräche, die Radio- und Fernsehprogramme, die Existenz und Beschaffenheit von Sonne, Mond und Sternen und vieles, vieles mehr abtasten können." (Lit.: Dürr 2003)

Siehe auch

Form (Philosophie) - Artikel in der deutschen Wikipedia

Literatur

  1. Hans-Peter Dürr: Unbelebte und belebte Materie: Ordnungsstrukturen immaterieller Beziehungen - Physikalische Wurzeln des Lebens, Max-Planck-Institut für Physik, München 2003