GA 104a

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Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes

Teilnehmeraufzeichnungen von vier Vorträgen, München 22. April bis 15. Mai 1907, und zwölf Vorträgen, Kristiania (Oslo) 9. bis 21. Mai 1909. Herausgegeben in Ergänzung zu den Vorträgen «Die Apokalypse des Johannes», Nürnberg 1908 (GA 104)

Dieser Band enthält inhaltliche Zusammenfassungen von zwei weiteren Vortragsreihen, die Rudolf Steiner über die Apokalypse des Johannes gehalten hat. Sie ergänzen die Nürnberger Vorträge (GA 104) durch zusätzliche wichtige Aspekte zum Thema.

Inhalt

I

Erster Vortrag, München, 22. April 1907

Was uns die Offenbarung des Johannes sagen will. Erster Überblick: die Briefe an die sieben Gemeinden, die sieben Siegel und die sieben Posaunen, das siebenköpfige Tier aus dem Meer und das zweihörnige aus der Erde. Die Zahl 666 und Sorat, das Dämonium der Sonne. Das Zeichen für Sorat und das Zeichen des Lammes. Die sieben Planetengeister und die zwölf Tierkreisbilder. Christus ist das Alpha und das Omega, die sieben Planeten verhalten sich zu ihm wie die Glieder zum ganzen Leibe. Pralaya und Manvantara. Die Himmelsuhr. Entwicklung des Menschen vom Gattungswesen zum Individuum. Die Viergliedrigkeit der menschlichen Gattungsseelen: die vier apokalyptischen Tiere. Die 24 Ältesten. Die Apokalypse ist eine kosmische Welterklärung. Die heiligen Symbole sollen wir auf uns wirken lassen.

Zweiter Vortrag, 1. Mai 1907

Die Urkunden des Neuen Testaments sind Initiationsurkunden. Die christliche Religion ist die uralte wahre Religion. Was sich früher in den Mysterienstätten vollzog, tritt mit Christus zum ersten Male als ein äußeres physisches Ereignis ans Tageslicht. Die Apokalypse stellt dar, wie die alten Mysterien in die christlichen Mysterien verwandelt wurden. Alle alten Mysterien stimmen darin überein, daß sie hinweisen auf Einen, der da kommen soll. Der Christus Jesus als der Erstgeborene unter denen, die den Tod überwinden können. Das Christentum stellt die höchstmögliche Individualisierung des Menschen dar, die Freiheit des Menschen als Individuum. Das Christentum ist Weltreligion. Im Christentum gibt es nur Menschen, nur die Gemeinschaft der Menschen. Die Apokalypse stellt eine wirkliche Einweihung dar, von den sieben Sendschreiben bis zum Verschlingen des Buches.

Dritter Vortrag, 8. Mai 1907

Empfindungen und Gedanken am Todestag Helena Petrowna Blavatskys. Sie wirkt als eine lebendige Wesenheit innerhalb der theosophi-schen Bewegung. Niemand fand sich, der so geeignet war, den Strom spirituellen Lebens in die Welt zu leiten, der das Leben der Menschheit auffrischen und aus dem Materialismus herausreißen konnte, als H. P. Blavatsky. Gedenken an den verstorbenen Henry Steel Oleott. H. P. Blavatsky brachte das hohe Opfer des Intellekts, die Hinopferung des Intellekts für die einströmende spirituelle Wahrheit; sie ist eine Märtyrerin unter den großen Märtyrern der Wahrheit. Die Gegner des spirituellen Lebens hatten 1841 den stärksten Angriffspunkt gefunden, haben von einem großen Teil der Menschheit Besitz ergriffen und üben da ihren Einfluß aus. Untergang der fünften Rasse durch ein Gegenein-anderwüten selbstsüchtiger Gewalten und einen Krieg aller gegen alle. Es ist an jedem selbst gelegen, die Verbindung mit dem spirituellen Leben zu finden. Die sieben Briefe an die sieben Gemeinden stellen jeweils das Entwicklungsgeheimnis eines bestimmten geographischen Territoriums dar. Das Sendschreiben an die Gemeinde zu Ephesus und das Sendschreiben an die Gemeinde zu Smyrna. Hinaufentwicklung des physischen Leibes bei den Ephesern und Entwicklung des Ätherleibes zu dem Seelenleib bei der zweiten Gemeinde.

Vierter Vortrag, 15. Mai 1907

Die Apokalypse als Einweihungsbuch. Erkenntnis des physischen Planes nach allen Seiten, Durcharbeiten zum Astralplan und Erheben zum Devachanplan. Wie die christliche Mystik die devachanische Welt schildert, das ist in der Apokalypse beschrieben. In den Bildersiegeln tritt uns die astrale Welt entgegen und die posaunenden Engel bedeuten die Sphärenharmonie auf dem Devachanplan. Die Apokalypse ist aber zugleich ein prophetisches Buch: Was heute astral Gegenwart ist, ist physisch Zukunft. Furchtbare, die Erde verwüstende Zustände der Zukunft. Verschmelzen des Menschen mit seiner Rasse. Die Sage von Ahasver. Unterschied zwischen der Entwicklung der Seele und der Entwicklung der Rasse. Die sieben Briefe sind an jeden Menschen gerichtet, indem er in den verschiedenen Inkarnationen die sieben Stufen der Entwicklung durchmachen muß. Der dritte Brief spricht von der Arbeit an der Ausgestaltung des Astralleibes. Die Anfechtung des Satans. Der vierte Brief ist an das Gebiet gerichtet, wo das Persönlichkeitsgefühl der Menschheit zur Darstellung kommt, wo das Ich das eigentlich Aktive und Arbeitende ist. Der sechste Brief ist an die Gemeinde gerichtet, wo besonders die Budhi gepflegt wird. Der siebente Brief ist hergenommen aus dem Atma des Menschen. Was heute der Mensch als astrale Sinne entwickeln kann, wird sein physischer Leib in der Zukunft als physische Sinne haben. Wodurch der Mensch die Augen erlangte. «Versiegelte» Taten. Eröffnung des fünften Siegels. Die Goldene Legende. Der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis. Wenn die christliche Esoterik vom Christus-Leib spricht, so spricht sie von dem planetarischen Leib der Erde. Das Leitmotiv der Apokalypse.

II

Erster Vortrag, Kristiania (Oslo), 9. Mai 1909

Die Apokalypse gehört zu den ältesten Urkunden des Christentums und wurde zu allen Zeiten in der verschiedensten Weise erklärt. Diese verschiedenen Erklärungen trugen immer den Charakter subjektiver Auffassung. Die Theosophie soll ein Instrument werden, die Apokalypse wieder spirituell aufzufassen. Wie Paulus die alttestamentliche Einweihung und das Ereignis von Damaskus erlebte. Was der Impuls des Christus-Ereignisses für die ganze Menschheit bedeutet. Was der Apokalyptiker in den sieben Briefen oder Sendschreiben, den sieben Siegeln und den sieben Posaunen, darstellt. Die Apokalypse ist die Darstellung dessen, was der christliche Eingeweihte erlebte.

Zweiter Vortrag, 10. Mai 1909

Das geistige Leben der Atlantier und was in den atlantischen Orakelstätten gelehrt wurde. Der große Sonneneingeweihte des Sonnenorakels. Das Gesetz der spirituellen Ökonomie. Der Chor der sieben heiligen Rishis. Der Ur-Zarathustra verkündet die Lehre von Ahura Mazdao. Die wiedergeborenenen Zarathustra-Schüler Hermes und Moses. Zarathas oder Nazarathos. Blüte und Verfall der vergangenen vier nachatlantischen Kulturen. Die sieben «Gemeinden» der Apokalypse und ihre Beziehung zu den Kulturperioden. Blick auf die künftigen Kulturepochen.

Dritter Vortrag, 11. Mai 1909

Das Zeitalter der sieben Siegel. Das Gruppenseelenwesen der atlantischen Zeit. Die vier menschlichen Gruppenseelen. Der Krieg aller gegen alle und wie er sich vorbereitet. Zusammenhang zwischen der egoistischen Vertrocknung der Seelenkräfte und der Erstarrung der produktiven Erdkräfte. Unterschied zwischen Seelenentwicklung und leiblicher Entwicklung. Durch das Christus-Prinzip wird der Mensch aufsteigen zur allgemeinen Menschenliebe. Der Ruf der Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen. Die Nikolaiten und der Schwarzmagier Balaam.

Vierter Vortrag, 13. Mai 1909

In den sieben Sendschreiben oder Briefen wird das große Hauptzeitalter der nachatlantischen Kulturen dargestellt. Der erste Brief beschreibt die Kulturepoche, in welcher die äußere Welt als Maja angesehen wurde. Ausgeschlossen aus der Gemeinde, welche sich die «erste Liebe» bewahrt hat, sind die Nikolaiten. Der zweite Brief, der auf die Zarathustra-Zeit hinweist, mahnt die Menschen, daß sie wohl die Erde bearbeiten, aber nicht zu Sklaven der Materie werden sollen. Der dritte Brief weist auf die ägyptische Kulturepoche hin. In der vierten Kulturepoche drohte der Menschheit, sich in der sinnlichen Welt zu verlieren; deshalb mußte der Christus, der herabstieg in diese Welt, sie erlösen. Christus in der Welt der Toten. Von Menschen, die eins werden mit der Materie. Der «geistige Tod». Das Schwert als Symbolum der Vermenschlichung der Götterkraft. Verführung zur schwarzen Magie. Die Götterkraft des verborgenen Manna. Von dem Buddha-Schüler Kashyapa und dem Begreifen der Lehren des Maitreya-Bud-dha. Die Menschen, die sich verbinden mit dem Christus-Impuls, werden das, was sie sich erarbeitet haben als Frucht ihres Lebens, mit sich hinaufnehmen und hinübertragen in die geistige Welt.

Fünfter Vortrag, 14. Mai 1909

Der vierte nachatlantische Zeitraum wird charakterisiert durch den Brief an die Gemeinde von Thyatira. Wirkung des Ereignisses von Golgatha. Augustinus. Wissenschaft und Arabertum. Armut des Pantheismus. Die Wissenschaft bei den Scholastikern. Spaltung zwischen Glauben und Wissen. Alles Wissen muß immer mehr mit dem Christus-Prinzip durchdrungen werden. Der Christus ist damals auf Golgatha der elementarische Geist der Erde geworden. Der künftige Mensch wird die Erde als Ausdruck des Christus verstehen. Aufgaben der sechsten und siebenten Kulturperiode, der Gemeinde von Philadelphia und von Laodicea.

Sechster Vortrag, 15. Mai 1909

Widerspiegelung der Erdenentwicklung in den großen Erdenzeitaltern und in den nachatlantischen Kulturperioden. Verdichtung der Menschenleiber und die aufeinanderfolgenden Inkarnationen. Gegensatz zwischen Seelenleben und Außenleben. Wachen und Schlafen. Wahrnehmung der geistigen Welt durch die im Monde wohnende Geistigkeit. Der Isisdienst des alten Ägyptertums. Von den Wesenheiten bei den Atlantiern, die nicht nötig hatten, die Entwicklung bis in unsere dichte Leiblichkeit durchzumachen; sie sind als Göttergestalten gleichsam ehemalige Genossen der Menschen. Im indischen Zeitraum spiegelt sich die polarische Zeit wieder, im urpersischen die hyperboräische Zeit, im ägyptisch-chaldäischen die lemurische Zeit und im griechisch-lateinischen die atlantische Zeit. Im fünften Zeitraum ist nichts zu wiederholen; er wäre ein götterloser Zeitraum geworden, wenn nicht der Christus in den fleischlichen Leib des Jesus von Nazareth herabgestiegen wäre.

Siebenter Vortrag, 16. Mai 1909

Die heiligen Rishis. Zarathustra, Moses und Hermes. Der Ätherleib des Stammvaters Sem und seine vervielfältigten Abbilder. Melchisedek als Träger des Ätherleibes des Sem. Augustinus, Columban, Gallus und Patrick als Träger eines Abbildes des Ätherleibes des Jesus von Nazareth und Franz von Assisi als Träger eines Abbildes des Astralleibes des Jesus von Nazareth. Meister Eckhart und Tauler sprechen aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wie ein Ich-Abdruck von Jesus von Nazareth. Die Legende vom heiligen Gral. Die Parzival-Seelen. Vertiefung des Christus-Verständnisses.

Achter Vortrag, 17. Mai 1909

Wie der hellseherische Blick den Ätherleib und den Astralleib des Menschen sieht. Physischer Leib, Ätherleib und Astralleib in der lemurischen und der alten atlantischen Zeit. Die atlantische Flut. Die Erzählung von Noah und dem Regenbogen. Die Tiergruppen als zu früh in die Verhärtung gegangene Wesen. Wie die verschiedenen Glieder der Säugetiernatur sich abgegliedert haben. Esau und Jakob. In Zukunft wird sich die Menschheit so entwickeln, daß sie ihr Karma auf dem Antlitz tragen wird. Was heute aufgenommen wird, ist in den Seelen versiegelt und wird nach dem Krieg aller gegen alle entsiegelt werden.

Neunter Vortrag, 18. Mai 1909

Die sieben zukünftigen Zeiträume nach dem Krieg aller gegen alle und ihre Entsiegelung. Was der Mensch seit der altindischen Zeit durchgemacht hat, erscheint wieder nach dem Krieg aller gegen alle und wird sinnbildlich dargestellt in den vier Pferden und Reitern. Im fünften Zeitraum wird der Christus-Impuls im immer selbstloseren Selbst mit lebendigem Verständnis aufgenommen werden und zu immer höherem spirituellen Leben führen. Eine oppositionelle Strömung will das Ich in den Materialismus hineintreiben. In dem sechsten Zeitraum wird der Mensch in hohem Maße in den Luft- und Lichtraum eingreifen. Diejenigen, die sich nicht mit dem Geist verbinden, finden innerhalb entfesselter Naturkräfte den Untergang.

Zehnter Vortrag, 19. Mai 1909

Was uns heute als Natur entgegentritt, ist Verrichtung der Götter; in Zukunft wird auch der Mensch göttlich-geistige Taten verrichten. Spiritualisierte und materialistische Menschen. Der Zeitraum der letzten großen Erdenkultur: das Zeitalter der Posaunen. Die Erde in der lemurischen Zeit. Der Zustand der Menschheit, wenn die sechste Posaune erklingt. Wiederholung der Trennung der Sonne von der Erde. Übergang der Erde und der Menschen in den astralen Zustand. Die von der Sonne heruntergestiegene Christus-Kraft holt sich den brauchbaren Teil der Menschheit zurück und vereinigt ihn wieder mit der Sonne. Sorat, das Sonnendämonium, der Gegner des Christus-Geistes und die Zahl 666.

Elfter Vortrag, 20. Mai 1909

Wiedervergeistigung der Erde. Die untere Astralwelt und ihr Regent, der Geist Mammon. Die luziferischen Geister durchsetzten den Astralleib des Menschen mit ihren Kräften und brachten ihn zur Selbständigkeit; sie machten im Menschen stellvertretend durch, was sie auf dem alten Mond hätten durchmachen sollen. Erlösung der luziferischen Wesen. Zurückbleibende luziferische Wesenheiten: der erste der Drachen - die zurückbleibenden tierischen Menschen: das zweite Ungeheuer. Die schwarzen Magier geben die fleischliche Inkarnation ab für den Sorat. Prophetische Vorausspiegelung künftiger planetarischer Zustände: Die Jupiter-Erde, die Venus- und die Vulkan-Erde. Errettung der zurückgebliebenen Menschen. Der «Fall von Babylon» und das «neue Jerusalem».

Zwölfter Vortrag, 21. Mai 1909

Die besondere Entwicklung des Menschen-Ichs in der Erdenzeit. Der bedeutendste Impuls auf die Ich-Entwicklung wurde durch das Christus-Ereignis ausgeübt. Hereinrücken des Ätherkopfes in das physische Gehirn. Die neungliedrige Wesenheit des Menschen. Umgestaltung der höheren Wesensglieder des Menschen durch das Ich. Warum der Apokalyptiker die Geheimnisse der ganzen Entwicklung in einer allgemein so wenig verständlichen Sprache erzählt. Alle theosophischen Lehren können wir in der Apokalypse finden. Durchdringung des Ichs mit der Christus-Kraft. Vergeistigung der Erde. Umwandlung der Organe des Menschen. Was uns die Rosenkreuzersiegel zeigen. Die religiösen Urkunden muß man wörtlich nehmen. Die Theosophie ist der einzig mögliche Kommentar für die Apokalypse.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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