GA 108

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Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie

Einundzwanzig Einzelvorträge und zwei Fragenbeantwortungen zwischen dem 14. März 1908 und 21. November 1909 in verschiedenen Städten

Inhalt

I

Über die höheren Welten

Wien, 21. November 1908

Die astrale und devachanische Welt. Erlebnisse, die die Seele in der Astralwelt haben kann und die Wesenheiten, denen man auf dem Astralplan begegnet. Über Vogelzüge. Tiergruppenseelen und ihr Gegenbild. Michael und der Drache. Die Pflanzenwelt auf der astralen Ebene. Das Prinzip der Wiederholung ist charakteristisch für den Ätherleib, das Prinzip des Abschlusses für den Astralleib. Zusammenwirken von Ätherischem und Astralem, beispielsweise in der Bildung des Rückgrats. Tier-Ich und Pflanzen-Ich. Erlebnisse der Seele in der Devachanwelt.

Was ist Selbsterkenntnis?

Wien, 23. November 1908

Wahre Selbsterkenntnis schreitet über vier Stufen voran, die mit den vier Wesensgliedern des Menschen zusammenhängen. Die niederste Art der Selbsterkenntnis ist die, die der Mensch durch das gewöhnliche Tagesbewusstsein bekommt, indem er sich der physischen Organe bedient und dadurch zum Erkennen der Umgebung kommt. "Leicht kann da geglaubt werden, daß der Mensch nun in sein Inneres blicken muß, daß er sozusagen sich selbst erforschen muß. [...] Diese Art Selbsterkenntnis, die man eher ein Bebrüten seines alltäglichen Ich nennen möchte, ein Achtgeben auf seine Fehler, ist eine falsche und eine Gefahr, die den Menschen tatsächlich eher zurückwirft, weil nämlich der umfassende Maßstab für das Urteil fehlt. [...] Lernen wir diese unsere Außenwelt kennen, versuchen wir in ihren Geist einzudringen, das zu erforschen, was uns herauskristallisiert hat, dann werden wir wie ein Spiegelbild unser Ich erkennen. Das ist ein objektiver Weg. Das Hineinschauen in sich selbst ist eine Gefahr."

Die zweite Stufe schaut hin auf das Wirken des Selbstes im Ätherleibe. Der Mensch erkennt dadurch seine Zugehörigkeit zu Familie, Rasse, Volk; was stammt von früher, was reicht in die Zukunft? Durch konsequentes Sich-Erziehen zur Umbildung von Talenten und Fähigkeiten wird die Individualität unabhängig von der Vererbungslinie; Veränderungen der Aura. Die dritte Stufe ist die Erkenntnis der Wirkungen des Karma, die sich im Astralleib ausleben. Für die höchste Stufe der Selbsterkenntnis müssen wir zur Erkenntnis des Zusammenhanges unserer Erde mit dem ganzen Kosmos voranschreiten, also zur Selbsterkenntnis durch Welterkenntnis.

Das Leben zwischen zwei Wiederverkörperungen

Breslau, 2. Dezember 1908

Die viergliedrige Menschenwesenheit im Wach- und Schlafzustand. Schlaf und Tod. Das dreieinhalbtägige Erinnerungstableau nach dem Tode; das Ablegen des Ätherleibes. Die Kamalokazeit und ihre Dauer; das Ablegen des Astralleibes. Über Astralleichname. Der Eintritt ins Devachan. Freundschaft, Kindes- und Mutterliebe und ihre Bedeutung. Das Tätigsein des Menschen in der Devachanzeit und die Vorbereitung für eine neue Geburt.

Die Zehn Gebote

Stuttgart, 14. Dezember 1908

Wie waren die Inspirationen der Eingeweihten in den aufeinanderfolgenden Kulturepochen? Was die Rishis lehrten, ging vom oberen Devachan aus. Die Eingeweihten der persischen Epoche konnten sich bis zum niederen Devachan erheben. Die ägyptischen Eingeweihten waren heimisch in der Welt des Astralplanes. Während der Vorhang der geistigen Welten sich mehr und mehr zuzog, war das Volk des Moses ausersehen, eine Offenbarung aus den geistigen Welten zu erhalten. Die Sendung des Moses: der Mensch sollte sich die Gottheit im Bilde des Ich vorstellen. Die zehn Gebote als Ich-Gebote. Übersetzung und Erklärung der Zehn Gebote, die Anleitung geben, das Göttliche so zu verehren, daß die äußere Entwickelung des Menschengeschlechtes auf dem physischen Plan im Einklang mit dem Göttlichen sich vollziehen kann.

Der Erkenntnispfad. Über den inneren Zusammenhang des Menschen mit der Erde

Pforzheim, 17. Januar 1909

Freude und Schmerz in den drei Naturreichen. Die Himmelskörper als Schauplätze geistiger Wesenheiten. Das Herabsteigen des Christus von der Sonne auf die Erde. Das Damaskus-Erlebnis des Paulus. Einflüsse Luzifers und Ahrimans im Laufe der Menschheitsentwicklung. Erdbeben, Vulkanausbrüche und Menschheitskarma. Die Besänftigung der Naturelemente durch das Wirken des Christusgeistes in den Menschenherzen.

Fragen des Karmagesetzes

St. Gallen, 21. November 1909

Karma ist geistige Verursachung eines Ereignisses im Menschenleben durch ein Vorhergehendes. Beispiele für Karmawirkungen zwischen Geburt und Tod; Weingenuß, Zorn, Andacht, erzwungener Berufswechsel. Karmawirkungen aus früheren Verkörperungen. Folgen von Disharmonie zwischen Vererbung und dem aus früheren Verkörperungen Mitgebrachten. Wie wirkt sich das, was in Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele lebt, im Leiblichen aus? Schädelgestaltung. Karmische Ursachen von Unglücksfällen. Die Bedeutung des Todes. Verständnis für das Christusereignis und seine Bedeutung für die Erreichung des Erdenzieles.

II

Novalis und seine «Hymnen an die Nacht»

Berlin, Matinee, 26. Oktober 1908

Das Leben des Novalis. Familie, Studium, Beruf; sein Verhältnis zur Mathematik. Spirituelle Erlebnisse, Erinnerung an frühere Inkarnationen. Sophie von Kühn. Die «Hymnen an die Nacht». Novalis und das Mysterium von Golgatha.

Novalis, der Seher. Das Weihnachtsmysterium

Berlin, 22. Dezember 1908

Das Damaskus-Erlebnis des Novalis. Er erkannte in Christus den «Gott der Zukunft», den «Menschensohn». Das Weihnachtsfest. Die Vorherverkündigung des Christus durch die Eingeweihten in den Mysterien der Atlantis und der nachatlantischen Kulturen. Das Mysterium von Golgatha. Christus bei den Toten. Das Ereignis von Golgatha bildet den Anfang für ein Hinüberwirkenkönnen aus dem Physischen ins Geistige. Das Weihnachtsmysterium: der Zukunftskeim des Christus.

Märchendeutungen

Berlin, 26. Dezember 1908

Märchen müssen gedeutet werden aus der hinter der Märchenwelt liegenden geistigen Wirklichkeit. Erzählung der Märchen vom Schneidergesellen und vom Rosmarienstengel und Goldvögelchen. Erleben und Wahrnehmen der geistigen Umgebung durch Empfindungs-, Verstandes- und Bewußtseinsseele; Märchen als Nachbilder dieser Erlebnisse. Besprechung verschiedener Märchenmotive: Riesen, Zwerge, weise Frauen, Schwestern, verzauberte Gestalten, Vermählung. Erzählung des Märchens von den drei Königssöhnen und ihren drei Schwestern; Kämpfe mit Drachen. Reste atavistischen Hellsehens in den Märchen.

III

Die Stellung der Anthroposophie zur Philosophie

Berlin, 14. März 1908

Die Entstehung des Subjektivismus in der Philosophie und seine Überwindung durch die Geisteswissenschaft. Das erste philosophische System, das nur aus der Quelle des Denkens in Begriffen schöpft, finden wir bei Aristoteles. Er gibt eine Denktechnik, eine formale Logik, auf welche sich durch Jahrzehnte sowohl die christlichen Philosophen wie auch die Denker der arabischen Kulturströmung stützen. Die Scholastik; Nominalismus und Realismus. Der Subjektivismus, das Netz, in dem sich die Philosophie seit Kant verfangen hat. Die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt. Die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen Vorstellung und Begriff und die Bedeutung des innerlichen Konstruierens der Begriffe. Sinnlichkeitsfreies Denken.

Über Philosophie

München, 20. März 1908 (Notizen)

Der Weg der Philosophie seit dem Altertum. Die Entwicklung des begrifflichen Denkens aus dem alten Sehertum. Der Aristotelismus und seine Nachwirkungen in der Scholastik und im Arabismus. Einige erkenntnistheoretische Begriffe: Form und Materie; Gattung und Gattungsbegriff; Universalien vor und nach den Dingen. Nominalismus und Realismus. Die Überwindung des Kantianismus.

Formale Logik I

Berlin, 20. Oktober 1908 (Notizen)

Die Aufgabe der formalen Logik. Gesetze des richtigen Denkens. Über das Wesen des Begriffs. Was ist Wahrnehmung, Empfindung, Vorstellung? Unterscheidung zwischen Vorstellung und Begriff. Vorstellungsverlauf und Begriffsverlauf. Die Verbindung von Vorstellungen durch Assoziation oder Apperzeption. Die Verknüpfung von Begriffen zu Urteilen, von Urteilen zu Schlüssen. Grenzen der formalen Logik.

Formale Logik II

Berlin, 28. Oktober 1908 (Notizen)

Die Lehre von Begriffen, Urteilen und Schlüssen. Differenzierung der Begriffe nach Umfang und Inhalt. Formen des Urteils: affirmativ - negativ, partikular - universell, absolut - hypothetisch. Die einfachste Schlußfigur. Kants Einteilung in analytische und synthetische Urteile. Unterscheidung zwischen formal richtigen und existentialen Urteilen. Kriterien für die Gültigkeit von Urteilen.

Über Philosophie und formale Logik

München, 8. November 1908 (Notizen)

Den äußeren Fortschritten der Naturwissenschaften steht heute ein Unvermögen philosophischen Denkens und philosophischer Begriffsdurcharbeitung gegenüber. Denkfehler und Denkgewohnheiten. Notwendigkeit einer Denktechnik. Logik, die Lehre von Begriff, Urteil, Schluß. Zu Kants Widerlegung des ontologischen Gottesbeweises.

Das Bilden von Begriffen und die Kategorienlehre Hegels

Berlin, 13. November 1908 (Notizen)

Wahrnehmung, Vorstellung, Begriff. Die Stellung des Begriffnetzes zur sinnlichen und zur übersinnlichen Wirklichkeit. Das Sich-Bewegen in reinen Begriffen nach der Methode Hegels. Die Kategorienlehre. Hegels Ausbildung der Kategorien im ersten Teil seiner «Wissenschaft der Logik». Konkordanz zwischen Begriff und Wirklichkeit.

Praktische Ausbildung des Denkens

Karlsruhe, 18. Januar 1909

Wirklich praktisches Denken und bloße Denkgewohnheiten. Wie kann man die richtige Stellung zum Denken gewinnen? Die Ausbildung des Denkens durch Übungen. Vertiefung der Gedankenkräfte. Übungen zur Stärkung des Gedächtnisses. Beispiele für Denkfehler. Über die Bedeutung sachgemäßen Denkens.

ANHANG

Friedrich Nietzsche im Lichte der Geisteswissenschaft

Düsseldorf, 10. Juni 1908 (Notizen)

Die Persönlichkeit Nietzsches; sein Verhältnis zur materialistischen Kultur des 19. Jahrhunderts und zum Griechentum. Einiges zur Biographie Nietzsches; seine Erkrankung; sein Verhältnis zur Musik. Schopenhauer. Richard Wagner. Über einige Gedanken in Nietzsches Schriften «Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen», «Die Geburt der Tragödie», «Also sprach Zarathustra». Der Begriff des «Übermenschen». Nietzsche konnte in der äußeren Kultur seiner Zeit nicht Antworten auf die Sehnsuchten und Ideale finden, die in seiner Seele lebten.

Über die Mission des Savonarola

Berlin, 27. Oktober 1908 (Notizen)

Das Christentum zeigt sich zur Zeit der Renaissance in zweifacher Gestalt, im inneren Erleben der Menschenseelen und in der äußeren Machtentfaltung der Kirche. Savonarola, das Gewissen des Christentums.

Aus einem Kapitel okkulter Geschichte. Die Rishis

Stuttgart, 13. Dezember 1908 (Notizen)

Veränderungen der nachtodlichen Seelenerlebnisse im Laufe der geschichtlichen Entwicklung. Die Eingeweihten der verschiedenen Kulturepochen. Die Bedeutung des Ereignisses von Golgatha für das Leben in der jenseitigen Welt in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt.

Okkulte Geschichte I

Nachtodliches Leben in vor- und nachchristlicher Zeit

Nürnberg, 16. Dezember 1908 (Notizen)

Verschiedenheit der Seelenerlebnisse des Menschen im nachtodlichen Leben in der vor- und in der nachchristlichen Zeit. Das Bewußtsein des Atlantiers; sein Zusammenleben mit den göttlich-geistigen Wesenheiten. Das Leben in der physischen und in der geistigen Welt während der indischen, persischen, ägyptischen und griechisch-römischen Kulturepoche. Das Ereignis von Golgatha und die Verkündigung des Christus in der Welt der Toten. Die Bedeutung dieses Ereignisses für die drei Welten, in denen der Mensch lebt.

Okkulte Geschichte II

Das Aufkeimen zukünftiger Seelenkräfte

Nürnberg, 9. Februar 1909 (fragmentarische Notizen)

Die Zeit der Atlantis: Eingeweihte, Orakelstätten, Fähigkeiten der Menschen. Welche dieser Fähigkeiten wurden herübergetragen in die nachatlantische Kultur?


Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie, GA 108 (1986), ISBN 3-7274-1081-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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