GA 93

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Die Tempellegende und die Goldene Legende

als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entwickelungsgeheimnisse des Menschen

Aus den Inhalten der Esoterischen Schule

Zwanzig Vorträge, gehalten in Berlin zwischen dem 23. Mai 1904 und dem 2. Januar 1906

Die in diesem Band zusammengefaßten Vorträge gehören insofern zum Lehrgut von Rudolf Steiners Esoterischer Schule, als durch sie eine gewisse Form esoterischen Arbeitens vorbereitet werden sollte. Dabei bildeten die Tempellegende und die Kreuzesholz- bzw. Goldene Legende einen Hauptmeditationsstoff.

Inhalt

I

Pfingsten, das Fest der Befreiung des Menschengeistes

Berlin, Pfingstmontag, 23. Mai 1904

Der Zusammenhang des Pfingstfestes mit dem Gang der Menschheitsentwickelung gemäß eines geheimen Manuskripts der Vatikanischen Bibliothek, von dem der Graf von Saint-Germain eine Kopie besitzt: "Ich könnte auch sagen "hat besessen" statt "besitzt", aber es entstünde eine Unklarheit dadurch." Die zwei großen Weltanschauungsströmungen in der fünften Wurzekasse: die ägyptisch-indisch-südeuropäische, beruhend auf der Intuition der Devas; die persisch-germanische, beruhend auf der Intuition der Asuras. Gegensatz dieser beiden Strömungen. Der Beginn der Reinkarnation des Menschen in der lemurischen Zeit und damit zusammenhängende Ereignisse: "Die Reinkarnation hat in der lemurischen Zeit begonnen und wird im Beginne der sechten Rasse auch wieder aufhören. Es ist nur eine gewisse Zeitspanne in der irdischen Entwickelung, innerhalb welcher der Mensch sich wiederverkörpert." Der Sündenfall als Bedingung zum Erringen der Freiheit. Prometheus als Repräsentant des nach Freiheit strebenden Menschen. Die Hindeutung auf das Pfingstmysterium im Johannes-Evangelium. Das Pfingstfest als Symbolum für das menschliche Ringen nach Freiheit.

Der Gegensatz von Kain und Abel

Berlin, 10. Juni 1904

Der okkulte Kern in der mosaischen Erzählung von Adam und Eva und deren Nachkommen: ungeschlechtliche und geschlechtliche Fortpflanzung. Geschlechtliche Fortpflanzung erst seit der Seth-Zeit. Der Übergang von Adam zu Seth: Kain und Abel. Gegensatz zwischen Kain (männlichem Geist) und Abel (weiblichem Geist): intellektuelles und inspiratives Prinzip. Die Geburt des Egoismus durch den Verstand. Der Kampf gegen die okkulten Feinde der Menschheit: das Geschlecht der Rakshasas. Die Erfüllung einer Prophezeiung des Nostradamus durch die Gründung der Theosophischen Gesellschaft und das Wiedererrichten der ursprünglichen Mysterien. Die Lehre von Reinkarnation und Karma.

Die Mysterien der Druiden und Drotten

Berlin, 30. September 1904 (Notizen)

Drotten oder Druiden uralte germanische Eingeweihte. Die drei Einweihungsstufen. Die Edda als Erzählung dessen, was sich in den alten Drottenmysterien wirklich ereignet hat. Die Druidenpriester als Menschheitsbauer; ein schwaches Abbild davon in den Anschauungen der Freimaurer.

Die Prometheussage

Berlin, 7. Oktober 1904

Die exoterische, allegorische und okkulte Deutungsmöglichkeit der Sagen. Die Prometheussage. Ihre Deutung als Mysteriendarstellung der nachatlantischen Menschheitsgeschichte. Die lemu-rische, atlantische und nachatlantische Zeit. Die Erfindung des Feuers und Prometheus als Repräsentant der nachatlantischen Zeit. Der Gegensatz der kama-manasischen Denkart des Epimetheus und der manasischen des Prometheus, des in Weisheit und Tat eingeweihten Führers der nachatlantischen Menschheit.

Das Mysterium der Rosenkreuzer

Berlin, 4. November 1904

Der von Christian Rosenkreutz im 15. Jahrhundert der Bruderschaft der Rosenkreuzer gegebene Mythos von Kain und Abel, von Hiram und Salomo (Tempellegende). Die Legende als symbolischer Ausdruck des Schicksals der dritten, vierten und fünften Unterrasse der fünften Wurzelrasse im Zusammenhang mit der Entwickelung des Christentums. Der christliche Grundsatz von der Gleichheit aller Menschen vor Gott und seine Anwendung im weltlichen Sinn in der Französischen Revolution. Der Graf von Saint-Germain und die Französische Revolution. Das Christentum des Gekreuzigten und das zukünftige Christentum des Rosenkreuzes. Das Geheimnis des Ehernen Meeres und des Goldenen Dreiecks.

Der Manichäismus

Berlin, 11. November 1904

Die Geistesströmung des Manichäismus. Das Leben ihres Begründers Mani. Der große Bekämpfer des Manichäismus: Augustinus. Die Legende des Mani und die manichäische Auffassung vom Bösen. Das Böse als unzeitgemäßes Gutes und das manichäische Prinzip vom eigenen inneren Geisteslicht (Faust) im Gegensatz zum Prinzip der äußeren Autorität (Augustinus und Luther). Das Zusammenwirken des Guten und Bösen im Zusammenhang mit den Prinzipien von Leben und Form. Leben und Form in der Entwickelung des Christentums. Die Überwindung des Bösen durch Milde als Aufgabe der manichäischen Geistesströmung. Der Kampf Augustins gegen Faustus und der Kampf des Jesuitismus gegen das Freimaurertum.

Wesen und Aufgabe der Freimaurerei vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft

Erster Vortrag, Berlin, 2. Dezember1904

Die Tempellegende als Grundlage des Freimaurertums. Der Aufnahmeritus in der Johannesmaurerei. Der Meistergrad und die Tempellegende. Die symbolischen Vorgänge als Abbilder von okkulten Vorgängen auf dem Astralplan. Die Freimaurer -waren in alten Zeiten wirkliche Maurer. Die Baukunst im Verhältnis zur Erkenntnis des Weltalls. Die Freimaurerei ist ihrer eigentlichen Aufgabe entwachsen; ihre berechtigte Bedeutung in der vierten Unterrasse.

Zweiter Vortrag, Berlin, 9. Dezember 1904

Die Freimaurerei, eine Hülle, zu der der richtige Inhalt fehlt. Goethe und die Maurerei. Der Royal Arch-Grad. Die Werkmaure-rei und Baukunst. Die Hochgrade. Das Manifest des Großorients der Memphis- und Misraim-Maurerei in Deutschland. Der Sinn der Tempellegende, der Werkmaurerei: intuitive Erkenntnis, die verlorengehen mußte. Unsere Zeit (fünfte Unterrasse) als eigentliche Verstandesrasse. Die Durchorganisierung der mineralischen Welt mit menschlicher Geistigkeit als der Sinn des Ehernen Meeres. Die Rede des englischen Premiers Balfour über elektrische Theorie: eine Hindeutung auf einen Wendepunkt in der Entwicke-lung des menschlichen Denkens. Das Uralte der freimaurerischen Einrichtungen.

Dritter Vortrag, Berlin, 16. Dezember 1904

Die Hochgradmaurerei. Der vereinigte Ritus von Memphis und Misraim. Die Hochgradmaurerei und Cagliostro. Der Stein der Weisen (Unsterblichkeit) und das mystische Pentagramm in der Lehre Cagliostros. Die Französische Revolution und der Graf von Saint-Germain. Der Unterschied zwischen dem stufenweisen Erkennen in den Hochgraden und dem demokratischen Handhaben von Erkenntnisdingen in der Johannesmaurerei. Die vier Lehrarten des Memphis- und Misraim-Ritus. Das wesentliche der okkulten Einrichtungen: daß Formen da sind. Die neue Erkenntnis über das Atom. Die zukünftige Erkenntnis vom Zusammenhang von Atom, Elektrizität und menschlichem Gedanken.

Der den Geheimgesellschaften zugrunde liegende Gedanke von Evolution und Involution

Berlin, 23. Dezember 1904

Die Bedeutung des Geheimwissens: ein bewußtes Fortleben, Unsterblichkeit, zu vermitteln. Das große Gesetz für die Entwickelung des Bewußtseins. Die Aufgabe unserer Epoche, die mineralische Welt mit menschlichem Geist zu durchsetzen. Die vergeistigten Naturreiche als zukünftiger Inhalt der Seele, beruhend auf dem Gesetz von Evolution und Involution. Das zukünftige Hineinwirken bis ins Atom. Zusammenhang von Atom, Gedanke und Elektrizität. Der Untergang der fünften Wurzelrasse durch den Kampf aller gegen alle. Formen und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit zukünftigen Stufen der Entwickelung. Ihre Entsprechung in den Hochgraden der Freimaurer. Die fünfte Unterrasse als reine Verstandesrasse, als Rasse des Egoismus und dessen notwendige Überwindung.

II

Über den verlorenen und wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende

Erster Vortrag, Berlin, 15. Mai 1905

Theosophie und Praxis (Beispiel: Tunnelbau). Die notwendige Kenntnis der Gesetze des menschlichen Zusammenwirkens für den Bau der menschlichen Gesellschaft. Die Ablösung der alten Kultur der Priesterstaaten durch die Weltklugheitskultur in der vierten Unterrasse. Der Trojanische Krieg. Die Gründung Roms. Die ersten sieben Könige Roms als Repräsentanten der sieben Etappen der vierten Kulturepoche. Ihr Zusammenhang mit den sieben Prinzipien des Menschen. Die Tempellegende und ihr Zusammenhang mit dem verlorenen und wiederaufzurichtenden Tempel.

Zweiter Vortrag, Berlin, 22. Mai 1905

Der Salomonische Tempel als Symbol für den Menschen als ein Haus Gottes. Die Arche Noah, der Salomonische Tempel und die Maße des menschlichen Körpers. Das Innere des Salomonischen Tempels. Die Idee des Salomonischen Tempels und die Tempelritter. Ihre Lehren. Die Zwei Strömungen am Eingang des Menschengeschlechts: Die Weltkinder (Kainssöhne) und die Gottes-kinder (Abel-Seth-Söhne). Die Rosenkieuzei als Fortsetzer des Templerordens wollten nichts anderes, als was auch die Theosophie will: arbeiten am großen Tempel der Menschheit.

Dritter Vortrag, Berlin, 29. Mai 1905

Die Kreuzesholzlegende und die weltgeschichtliche Bedeutung des Salomonischen Tempels. Der Gegensatz der zwei Strömungen in der Menschheit: die Gottessöhne (Abel-Seth-Nachkommen) und die Menschensöhne (Kain-Nachkommen). Die Vereinigung beider Strömungen in Christus Jesus. Der Bau des dreistufigen Weltentempels (entsprechend dem physischen Leib, Ätherleib, Astralleib) den ganzen alten Bund hindurch durch die Kainssöhne, die Diener der Welt. Die Arbeit an der göttlichen Weltordnung durch die Gottessöhne, die Diener der Bundeslade. Der Salomonische Tempel als äußeret Ausdruck dessen, was die Bundeslade sein soll. Die irdische Entwickelung des Menschen im Zusammenhang mit dem Kreuzsymbol. Der paulinische Unterschied zwischen Gesetz und Gnade. Der Zusammenhang von Gesetz und Sünde im alten Bund, von Gesetz und Liebe im neuen Bund.

Vierter Vortrag, Berlin, Pfingstmontag, 5. Juni 1905

Die Allegorie vom verlorenen und wiederzugewinnenden Wort im Zusammenhang mit dem Pfingstfest. Pfingsten, das Fest der Freiheit der Menschenseele. Die Wahlfreiheit zwischen Gut und Böse. Der Sündenfall. Die Erdenentwickelung durch Runden, Globen und Rassen. Die sieben Könige der Dynastie Salomos während der sieben Perioden des astralischen Globus. Der Aufbau des Makrokosmos durch Geist, Sohn und Vater; die innere Arbeit des Menschen vom Geist aus durch den Sohn zum Vater. Die nachatlantischen Kulturen bis zum Christus-Ereignis in ihrem Zusammenhang mit dem Wirken der drei Prinzipien Vater, Sohn und Geist. Die Auferweckung des inneren Wortes, die Auferstehung des Ätherleibes als Geheimnis des Piingstfestes.

Der Logos und die Atome im Lichte des Okkultismus

Berlin, 21. Oktober 1905 (Notizen)

Die Zukunftsaufgabe der theosophischen Weltströmung. Der Plan der Führung der Menschheit durch die Meister der weißen Loge. Logos, Erdenentwickelung und Atome.

III

Das Verhältnis des Okkultismus zur theosophischen Bewegung

Berlin, 22. Oktober 1905

Wesen der okkulten Gesellschaften: hierarchische Gliederung; Wesen der Theosophischen Gesellschaft: demokratische Grundlage. Der Zusammenhang beider liegt darin, daß die Theosophische Gesellschaft eine Stätte sein soll, in der der Okkultismus zur Sprache kommt. Aufgabe des eigentlichen Okkultismus: innere Schulung; innerhalb der theosophischen Bewegung: die Popularisierung der okkulten Erkenntnisse. Aufgabe der Theosophischen Gesellschaft: okkulte Lehren und okkultes Leben verständnisvoll zu pflegen. Strenger Gegensatz zwischen okkulter Strömung und der theosophischen Gesellschaftsorganisation.

Freimaurerei und Menschheitsentwickelung (Doppelvortrag)

Berlin, 23. Oktober 1905 (nur vor Männern)
Berlin, 23. Oktober 1905 (nur vor Frauen)

Physische Trennung der Doppelgeschlechtlichkeit in die Zweigeschlechtlichkeit in der lemurischen Zeit. Auf geistiger Ebene eine Art Wiederholung in der nachatlantischen Zeit: Teilung der Weisheit in eine männlich und eine weiblich gefärbte Weisheit. Kain und Abel als Repräsentanten dieser alten Mysterienlehre und die freimaurerische Tempellegende als ihr symbolischer Ausdruck. Die freimaurerische Auffassung der Hervorbringungskraft der Zukunft durch das Wort. Einseitiges Streben in der Freimaurerei und im Jesuitismus. Die Überwindung der alten Weisheit durch die neue der Theosophie, die aus dem übergeordneten Ungeschlechtlichen kommt. Die Beziehung der okkulten Erkenntnisse zum alltäglichen Leben

Berlin, 23. Oktober 1905 (abends)

Das Hereinspielen der okkulten Erkenntnisse in das unmittelbare Leben. Der Astralkörper des Menschen. Die Bedeutung der Erziehung. Die «intermediäre» Astralsubstanz. Die Bearbeitung der Astralsubstanz durch Gefühle, Begriffe, Willensentschlüsse. Astrale Gedankenformen. Individuelle Astralkörper und Astralsubstanz des Volkes. Ausdruck der Volksaufgaben auf dem Astralplan. Volkstemperament und Volkscharakter. Slawische und amerikanische Völkerschaften am Anfang ihres Volksgedankens. Spiritueller Volksgedanke im Osten (Slawentum) und psychischer Volksgedanke im Westen (Amerikanertum). Deren Verbindung im Osten mit dem Mongolen-, im Westen mit dem Negerelement.

Die königliche Kunst in einer neuen Form

Berlin, 2. Januar 1906 (vor Männern und Frauen gemeinsam)

Mißverständnisse und Irrtümer über Freimaurerei. Der Taxil-Schwindel. Woher die Bezeichnung Freimaurer? Die drei Gebiete oder Säulen der Kultur: Weisheit, Schönheit, Stärke. Betrachtung des 12. Jahrhunderts und der Sage vom Heiligen Gral in freimaure-rischem Sinne. Gegensatz zwischen dem männlich-maurerischen und weiblich-priesterlichen Prinzip: Bemeisterung der Kräfte des Unlebendigen und Hinnehmen der gottgegebenen lebendigen Kräfte. Das Symbol des Kreuzes. Der Heilige Gral als Symbol für die zukünftige Bemeisterung der Kräfte des Lebendigen: die neue Form der königlichen Kunst.

Notizbucheintragungen zum Vortrag Berlin, 2. Januar 1906

(Faksimile)

Über Goethe und sein Verhältnis zum Rosenkreuzertum

(vermutlich 1906)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Tempellegende und die Goldene Legende , GA 93 (1991), ISBN 3-7274-0930-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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