Gemüt

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Das Gemüt (mhd. gemüete, abgeleitet von der idg. Verbalwurzel *me-, *mo-, "nach etwas trachten, heftig verlangen, erregt sein", die auch dem Wort Mut zugrunde liegt) ist der zweite, dem Verstand ausgleichend gegenübergestellte Pol der Verstandes- oder Gemütsseele, die ihre wesentliche Entwicklung in der griechisch-lateinischen Zeit erfahren hat. Der bloße Verstand macht das Seelenleben nüchtern, gefühlskalt und antriebslos. Das Gemüt verleiht der Seele Wärme und Tatkraft. Im Gemüt sind Gefühls- und Willensregungen so zu einer gesunden Einheit verbunden, dass sie, anders als bei der überschäumenden blinden Emotion, dem Ich nicht die Herrschaft über das Seelenleben rauben. Der wahre Gemütsmensch vereinigt Gelassenheit und Mut, Seelenruhe und Willenskraft, in seinem Seelenleben.

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