Hüter der Schwelle

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Es gibt im wesentlichen nicht nur einen, sondern zwei verschiedene «Hüter der Schwelle» (eng. guardian of the threshold), die dem heutigen Menschen, sofern er dafür noch nicht reif ist, den unmittelbare Einblick in die geistige Welt verwehren:

"Es gibt nicht nur einen, sondern im wesentlichen zwei, einen «kleineren» und einen «größeren» «Hüter der Schwelle». Dem ersteren begegnet der Mensch dann, wenn sich die Verbindungsfäden zwischen Willen, Denken und Fühlen innerhalb der feineren Leiber (des Astral- und Ätherleibes) so zu lösen beginnen, wie das im vorigen Kapitel gekennzeichnet worden ist. Dem «größeren Hüter der Schwelle» tritt der Mensch gegenüber, wenn sich die Auflösung der Verbindungen auch auf die physischen Teile des Leibes (namentlich zunächst das Gehirn) erstreckt." (Lit.: GA 10, S. 193)

Die sinnliche Außenwelt legt sich wie ein Schleier über das Geistige, das in der Natur waltet. Es ist der große Hüter der Schwelle, der uns zunächst davon abhält, bewusst in den geistigen Makrokosmos einzutreten.

Suchen wir unser eigenes Wesen, den Mikrokosmos, zu ergründen, tritt uns, ohne dass wir uns dessen zunächst bewusst werden, der kleine Hüter der Schwelle entgegen. Im Inneren erlebt der Mensch zwar Geistiges und Seelisches, nämlich seine Gedanken, Gefühle, Willensimpulse usw. Aber diese zeigen ihm sein eigenes geistiges Wesen nicht in ihrer wahren Gestalt, sondern verhüllen es so, dass der Mensch seinem eigenen Wesen nicht unvorbereitet gegenübertreten kann.

"Der Hüter der Schwelle" nannte Rudolf Steiner sein drittes Mysteriendrama, in dem er auch zwei Hütergestalten auftreten lässt. Der kleine Hüter tritt dort als Doppelgänger dem Geistesschüler Johannes Thomasius entgegen und begleitet ihn bei seiner weiteren geistigen Entwicklung. Die zweite Wächtergestalt, die im Drama als der Hüter der Schwelle bezeichnet wird, ist der Beherrscher des Doppelgängers, die allerdings noch nicht ganz identisch ist mit der erhabensten Lichtgestalt des großen Hüters, aber doch einen Schritt auf dem Weg zur Begegnung mit diesem bedeutet. Tatsächlich gibt es nicht nur einen kleinen Hüter und einen großen Hüter der Schwelle, sondern beide Hüter können sich in mehreren Erscheinungsformen offenbaren, die den jeweiligen Entwicklungsgrad des Geistesschülers widerspiegeln. Hermann Keimeyer spricht daher aus seiner meditativen Erfahrung auch von drei Hütern der Schwelle, die sich dem Menschen auf dem Schulungsweg offenbaren können.

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?, GA 10 (1993)
  2. Hermann Keimeyer: Wie findet man die Meister in höheren Welten?, DCS, Überlingen 2004 (2 Bände)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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