Halluzination

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Die Versuchung des Hl. Antonius, Detail, Isenheimer Altar, Mathias Grünewald, 1515, Halluzinationen durch Mutterkorn

Unter Halluzination (aus lat. (h)alūcinātio „gedankenlose Rederei, Träumerei“; von griech. ἀλύειν halýein „außer sich sein“ und γένεσις genesis „Geburt, Entstehung, Erzeugung“) versteht man eine Wahrnehmung eines Sinnesgebietes, ohne dass eine Reizgrundlage vorliegt. Das bedeutet zum Beispiel, dass nichtvorhandene Objekte gesehen, oder Stimmen gehört werden, ohne dass jemand spricht. Halluzinationen können alle Sinnesgebiete betreffen. Bei einer Illusion hingegen wird ein real vorhandener Sachverhalt verändert wahrgenommen: Ein tatsächlich vorhandener feststehender Gegenstand scheint sich zu bewegen oder in irregulären Mustern werden scheinbar Gesichter erkennbar.

Eine Halluzination hat per Definitionem für den Halluzinierenden Realitätscharakter bzw. kann nicht von der Realität unterschieden werden. Im Gegensatz dazu merkt die Person bei einer Pseudohalluzination, dass es sich nicht um eine reale Wahrnehmung handelt. Pseudohalluzinationen können auch bei Übermüdung und im Halbschlaf vorkommen.

Ursachen

Ursachen von echten Halluzinationen können sein:

Ursachen von Pseudohalluzinationen können sein:

Rudolf Steiner hat auf den Zusammenhang von Halluzinationen mit einer Störung der Leberfunktion hingewiesen. Das ist vor allem bei ruhigen, bildhaften Halluzinationen der Fall. Sehr bewegte, emotionale Halluzinationen hängen mit dem Nierensystem zusammen.

„Indem ich vorstelle, lebt in mir nach, schwingt nach mein vorgeburtliches Sein, und mein Leib ist ein Nachbild dieses vorgeburtlichen Seins. - Wenn er nun selbst anfängt, solch eine Tätigkeit zu entwickeln, wie sie eigentlich nur entwickelt werden soll durch Nachschwingen des vorgeburtlichen Daseins, was dann? Dann entwickelt der Leib in diesem physischen Dasein, weil er einmal ein Nachbild ist, unberechtigterweise aus sich heraus etwas, was der vorstellenden Tätigkeit ähnlich ist. Und das kann in der Tat eintreten. Wenn wir im normalen Leben stehen und denken und vorstellen, schwingt in uns nach unser vorgeburtliches Leben, und da der Mensch dreigliedrig ist, so kann das Nerven-Sinnesleben ausgeschaltet werden und jeder andere Teil kann anfangen nachzuäffen diejenige Tätigkeit aus dem rein Leiblichen heraus, welche eigentlich nachschwingen sollte aus dem vorgeburtlichen Dasein.Wenn der rhythmische Mensch oder der Stoffwechsel-Gliedmaßenmensch aus sich heraus eine solche Tätigkeit unberechtigterweise entwickelt, die dem berechtigten Vorstellen, das nachschwingt aus dem vorgeburtlichen Leben, ähnlich ist, dann entsteht die Halluzination. Und Sie können haarscharf, wenn Sie geisteswissenschaftlich die Sache betrachten, unterscheiden die berechtigte Vorstellung, die zu gleicher Zeit, indem man sie anerkennt als berechtigte Vorstellung, ein lebendiger Beweis für das präexistente Leben ist, Sie können sie unterscheiden von der Halluzination, die dadurch, daß sie da sein kann, daß sie die Nachäffung der aus dem Ewigen herauskommenden Vorstellungskraft aus dem Leibe heraus ist, ein lebendiger Beweis ist, weil sie Nachäffung ist, daß auch das Ursprüngliche, das sie nachäfft, vorhanden ist, die aber durchaus aus dem Leibe heraus gekocht ist und die daher als Unberechtigtes dasteht. Denn der Leib hat im physischen Leben nicht die Berechtigung, aus sich heraus nachzuäffen diejenige Vorstellungsweise, die geboren sein soll aus dem geistigen Leben des vorgeburtlichen Menschen heraus.“ (Lit.:GA 205, S. 17f)

„Sehen wir jetzt einmal ab von einer jeglichen solchen Beurteilung der Halluzinationen. Nehmen wir sie so, wie sie bei dem Halluzinierenden auftritt. Sie tritt auf als ein Bild, das in einer intensiveren Weise mit der ganzen Subjektivität, mit dem Eigenleben verbunden ist als die gewöhnliche äußere Wahrnehmung, die durch die Sinne vermittelt wird. Die Halluzination wird intensiver innerlich erlebt als die Sinneswahrnehmung. Die Sinneswahrnehmung verträgt es außerdem, durchsetzt zu werden mit scharfen kritischen Gedanken; der Halluzination gegenüber vermeidet es der Halluzinierende, sie mit scharfen kritischen Gedanken zu durchsetzen. Er lebt in der schwebenden, webenden Bildlichkeit.

Was ist denn das, in dem der Mensch da lebt? Ja, man kann das nicht kennenlernen, wenn man nur dasjenige kennt, was in das gewöhnliche menschliche Bewußtsein zwischen der Geburt und dem Tode eintritt. Denn in dieses Bewußtsein tritt unter allen Umständen der Inhalt der Halluzination als etwas Unberechtigtes hinein. Es muß die Halluzination von einem ganz andern Gesichtspunkte gesehen werden; dann kann man ihrem Wesen nahekommen. Und dieser Gesichtspunkt ergibt sich, wenn im Verlaufe der Entwickelung zu höherem Schauen der Mensch dazu kommt, sein eigenes Leben und Weben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt kennenzulernen, namentlich das Leben und Weben der eigenen Wesenheit, wenn dieses Leben der Geburt, der Konzeption zu, schon um Jahrzehnte nahe kommt. Wenn man also die Fähigkeit erlangt, sich in dasjenige einzuleben, in dem ja auf ganz normale Weise der Mensch lebt, wenn er sich der Geburt oder der Konzeption nähert, dann lebt man sich in die wahre Gestalt dessen ein, was unnormal, als Halluzination im Leben zwischen Geburt und Tod auftritt.

Wie wir hier im Leben zwischen Geburt und Tod umgeben sind von der Welt der Farben, von der Welt, die wir in jedem Lufthauch und so weiter fühlen, kurz, von der Welt, die wir uns eben vorstellen als von uns erlebt zwischen Geburt und Tod, so lebt unser eigenes seelischgeistiges Wesen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in einem Elemente, das durchaus identisch ist mit dem, was in uns auftritt in der Halluzination. Wir werden gewissermaßen, und zwar gerade unserer Leiblichkeit nach, aus dem Elemente der Halluzination heraus geboren. Was in der Halluzination auftritt, das, ich möchte sagen, durchschwebt und durchweht die Welt, die der unsrigen zugrunde liegt, und wir tauchen auf, indem wir geboren werden, aus diesem Elemente, das uns abnorm in der halluzinatorischen Welt vor die Seele treten kann.

Was ist denn dann die Halluzination im gewöhnlichen Bewußtsein? Nun, wenn der Mensch das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchlebt hat, sich durch Konzeption und Geburt in das physisch- sinnliche Dasein hereinbegeben hat, dann haben gewisse geistige Wesenheiten jener höheren Hierarchien, die wir kennengelernt haben, eine Intuition gehabt, und das Ergebnis dieser Intuition, das ist der physische Leib. So daß wir sagen können: Gewisse Wesenheiten haben Intuitionen; das Ergebnis dieser Intuitionen ist der menschliche physische Leib, der nur dadurch entstehen kann, daß ihn die Seele durchdringt, indem sie auftaucht aus dem Elemente der Halluzinationen. Was geschieht, wenn nun in krankhafter Weise Halluzinationen vor dem gewöhnlichen Bewußtsein auftreten? Ich kann Ihnen das eigentlich nur bildlich veranschaulichen, aber es ist natürlich, daß ich es Ihnen nur bildlich veranschaulichen kann, denn Halluzinationen sind ja Bilder; also ist es selbstverständlich, daß man da mit abstrakten Begriffen nicht viel ausmachen kann, daß man da bildlich veranschaulichen muß.

Zeichnung aus GA 205, S. 84

Nun denken Sie sich das Folgende: Dieser menschliche physische Leib ist ja, wie ich Ihnen neulich ausgeführt habe, nur zum geringsten Teile eigentlich so, daß man ihn in festen Konturen hat; er ist zum größten Teile wässerig, er ist auch luftförmig und so weiter. Dieser menschliche physische Leib hat eine gewisse Konsistenz, er hat eine gewisse natürliche Dichte. Wenn nun diese natürliche Dichte zu einer unnatürlichen gemacht wird, wenn sie unterbrochen wird - stellen Sie sich vor symbolisch, dieser physische Leib würde etwas zusammengezogen in seiner Elastizität - , dann wird das ursprüngliche halluzinatorische Element, aus dem heraus er geboren ist, herausgepreßt, so wie das Wasser aus einem Schwamm herausgepreßt wird. Nichts anderes ist das Entstehen des halluzinatorischen Wesens, als daß aus dem physischen Leib das eigene Element, aus dem heraus er entsteht, aus dem heraus er geformt wird, aus ihm ausgepreßt wird. Und das Krankwerden, das sich äußert im halluzinatorischen Bewußtseinsleben, das weist immer auf eine Ungesundheit des physischen Leibes hin, der sich geistig gewissermaßen aus sich herauspreßt.“ (S. 82ff)

„Wenn Sie nun in derselben Weise, wie ich es jetzt für die Lunge auseinandergesetzt habe, die Leber studieren, dann finden Sie: Da wird ebenso im Inneren der Leber konzentriert an Kräften alles dasjenige, was in der nächsten Inkarnation sich hinüberleitet in die inneren Dispositionen des Gehirnes. Also wiederum auf dem Umwege des Stoffwechselorganismus des jetzigen Lebens gehen die inneren Kräfte der Leber hinüber, aber jetzt nicht in die Form des Kopfes wie die Lunge, sondern in die innere Disposition des Gehirnes. Ob jemand ein scharfer Denker ist in der nächsten Inkarnation, hängt davon ab, wie er sich in der gegenwärtigen Inkarnation benimmt. So daß also auf dem Umweg durch den Stoffwechsel in der Leber bestimmte Kräfte auftreten; wenn diese Kräfte aber ausgepreßt werden in der gegenwärtigen Inkarnation, dann führen sie zu Halluzinationen oder starken Visionen. Sie sehen also jetzt im Konkreten, was ich gestern mehr im Abstrakten andeutete, wie durch Auspressen aus den Organen diese Dinge herauskommen, die dann ins Bewußtsein eindringen und aus dem allgemeinen halluzinatorischen Leben, das hinüberspielen soll von Inkarnation zu Inkarnation, sich in der einen Inkarnation geltend machen und dadurch eben in dieser Weise zum Vorschein kommen.“ (S. 103)

„Nun können Sie sich doch denken, was für eine ungeheure Bedeutung diese Dinge einmal gewinnen werden, wenn man sie studieren wird und zur allgemeinen Bildung machen wird. Was weiß denn die heutige Medizin von der Möglichkeit einer Leberkrankheit, von der Möglichkeit einer Herzkrankheit, da sie ja das Allerwichtigste nicht kennt: wozu diese Organe da sind! Das kennt sie ja doch nicht. Sie findet nicht einmal einen richtigen Zusammenhang zwischen Erregungshalluzinationen und, sagen wir, dem Nierensystem, währenddem die ruhigen Halluzinationen, die Halluzinationen, die bloß auftreten und da sind, wie ich gerade vorhin ausgeführt habe, sozusagen Leberhalluzinationen sind. Solche Halluzinationen, die so auftreten, daß sie am Menschen herumkriechen, möchte ich sagen, die dazu führen, daß der Betreffende die Dinge so abstreifen möchte, die kommen aus dem Nierensystem. Das sind die Erregungshalluzinationen, die mit dem emotionellen System, mit dem Temperamentssystem zu tun haben. Man kann aus diesen Dingen heraus, aus solchen Symptomen heraus viel sicherer diagnostizieren als aus den diagnostischen Mitteln, die heute vielfach angewendet werden. Und sehr unsicher sind rein äußerliche diagnostische Mittel gegenüber dem, was solche Diagnosen ergeben würden, wenn man diese Dinge studieren würde.“ (S. 110)

„Was ist es eigentlich, was im Menschen stattfindet, wenn er vorstellt? Ein Ätherprozeß, der nur in eine Wechselwirkung tritt mit einem äußeren Ätherprozeß. Notwendig ist aber, damit der Mensch sozusagen in gesundem seelischen und leiblichen Leben nach dieser Richtung ist, daß der Mensch gewahr werde, wo die Grenze ist, in der sich berührt der innere und der äußere Äther. Das geschieht zumeist ja unbewußt. Es wird bewußt, wenn der Mensch zur imaginativen Erkenntnis aufsteigt, wenn er innerlich erlebt das Regen und Bewegen des Äthers, und sein Zusammenkommen mit dem äußeren Äther, der im Sinnesorgan erstirbt. In diesem Wechselwirken zwischen dem inneren und äußeren Äther haben wir gewissermaßen die äußerste Grenze der Wirksamkeit des Äthers überhaupt auf den menschlichen Organismus. Denn das, was in unserem Ätherleibe ist, wirkt auf den Organismus zum Beispiel vornehmlich im Wachstum. Da ist es noch von innen heraus bildend im Organismus wirksam. Es organisiert allmählich unseren Organismus, so daß er sich anpaßt in der Weise an die Außenwelt, wie wir das sehen, wenn das Kind heranwächst. Aber dieses innerlich bildende Ergreifen des physischen Leibes durch den Äther muß an einer gewissen Grenze anlangen. Wenn es über diese Grenze hinausgeht durch irgendwelche krankhaften Prozesse, dann tritt das ein, daß das im Äther Lebende und Webende, das aber im Ätherischen sich erhalten soll, übergreift auf den physischen Organismus, so daß dieser gewissermaßen in sich verwoben erhält dasjenige, was als Ätherbewegung bleiben soll. Was tritt dann ein? Das, was eigentlich nur innerlich erlebt werden soll als Vorstellung, das tritt auf als ein Vorgang im physischen Leibe. Dann ist es das, was man eine Halluzination nennt. Wenn der Äthervorgang seine Grenze überschreitet nach dem Leiblichen hin, dadurch daß der Leib ihm durch seine Krankhaftigkeit nicht den richtigen Widerstand entgegensetzt, dann entsteht das, was man eine Halluzination nennt. Nun wünschen sich eigentlich sehr viele Menschen, die in die geistige Welt eindringen wollen, vor allen Dingen Halluzinationen. Das kann ihnen der Geistesforscher selbstverständlich nicht bieten; denn die Halluzination ist nichts anderes als die Wiedergabe eines rein materiellen Vorganges, eines Vorganges, der sich gegenüber der Seele jenseits der Grenzen des Leibes abspielt, das heißt im Leibe. Dagegen besteht das, was in die geistige Welt führt, darin, daß man von dieser Grenze zurück ins Seelische geht und statt zu Halluzinationen, zur Imagination kommt, und die Imagination ist ein rein seelisches Erlebnis. Und indem sie rein seelisches Erlebnis ist, lebt die Seele in der Imagination in der geistigen Welt. Dadurch aber auch lebt die Seele in vollbewußtem Durchdringen der Imagination. Und ein Wichtiges ist, daß man einsieht, daß Imagination, das heißt berechtigter Weg, um geistige Erkenntnis zu erlangen, und Halluzination, das Entgegengesetzte sind und sich auch gegenseitig vernichten. Wer durch einen krankhaften Organismus zur Halluzination kommt, verlegt sich den Weg zur eigentlichen Imagination; und wer zur wirklichen Imagination kommt, bewahrt sich am sichersten vor allem Halluzinieren. Halluzination und Imagination schließen sich gegenseitig aus, zerstören sich gegenseitig.“ (Lit.:GA 66, S. 172ff)

„Solche Halluzinationen sind in der Regel auch dadurch hervorgerufen, daß der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leibe, die dann im physischen Leibe drinnenstecken, dennoch gewissermaßen ein herausgerissenes Stück seines Ätherleibes sehen kann. Das kommt auf folgende Weise zustande. Denken Sie sich, irgend etwas in Ihrem physischen Leib ist krank, zum Beispiel etwas am Nervensystem oder dergleichen. Dann kann der Ätherleib an der Stelle, wo das Nervensystem krank ist, nicht eingreifen; er ist gleichsam herausgeworfen. Der Äther leib selbst ist gar nicht krank, aber er ist herausgespannt aus dem physischen Leibe an einer bestimmten Stelle. Würde er eingespannt sein, dann würde sich alles so abspielen wie im normalen Bewußtsein. Es käme uns nicht zum Bewußtsein, daß der physische Leib krank ist. Wenn der Ätherleib an dieser Stelle nicht eingreifen kann, und wenn das, was da ist und worin der Ätherleib nicht eingreifen kann, dem Ätherleibe entgegenleuchtet, dann kommt das als Halluzination zum Bewußtsein.

Genau dieselbe Substanz, aus welcher uns der Traum oder die Halluzination erscheinen, umgibt uns allüberall in der Welt. Es ist die Äthersubstanz. Und aus der Äthersubstanz, die uns umgibt, ist gleichsam unser eigener Ätherleib wie ein Stück herausgeschnitten. Wenn wir nun durch die Pforte des Todes gegangen sind, den physischen Leib abgelegt haben, so machen wir den Weg durch die Äthersubstanz durch. Im Grunde genommen kommen wir gar nicht auf dem ganzen Wege zwischen Tod und neuer Geburt aus der Äthersubstanz heraus. Denn diese Äthersubstanz ist überall und wir müssen durch sie durch, wir sind in derselben. Wir haben ja einige Zeit nach dem Tode auch unseren eigenen Ätherleib abgelegt. Der löst sich gerade in diese äußere Äthersubstanz auf. Die Fähigkeit, in dieser äußeren Äthersubstanz nun auch wahrzunehmen, hat der Mensch im gewöhnlichen Leben zunächst nicht. Daher tritt dasjenige nicht auf, was ein Wahrnehmen sein würde - jetzt nicht in der physischen Welt, sondern in der Ätherwelt.“ (Lit.:GA 154, S. 11f)

Unterschied von Halluzinationen und Imaginationen

Halluzinationen unterscheiden sich grundlegend von Imaginationen, die durch bewusste geistige Schulung erlebt werden können.

„Diese imaginative Erkenntnis lebt nicht in den abstrakten Begriffen, an die wir im gewöhnlichen logischen Denken gewöhnt sind, aber man hat sich auch nicht zu denken, daß diese Erkenntnis irgend etwas vielleicht bloß Phantasiemäßiges ist. Man hat, wenn man zunächst, was da vorliegt, mehr äußerlich charakterisieren will, sich zu besinnen auf jene Form des Erlebnisses, das der Mensch hat, wenn er aus den Untergründen seiner Organisation Erinnerungsvorstellungen herausholt, oder auch, wenn diese Erinnerungsvorstellungen, angeregt durch dieses oder jenes, aus diesen Untergründen wie von selbst auftauchen. Man fasse also dasjenige genau ins Seelenauge, was eine ErinnerungsVorstellung ist, und man wird damit die Art und Weise gegeben haben, wie auch Imaginationen in der Seele leben. Sie leben mit derselben Intensität, ja mit einer oft weit gesteigerten Intensität gegenüber den Erinnerungsvorstellungen. Aber gerade so, wie die Erinnerungsvorstellungen durch ihr eigenes Auftreten, durch ihren eigenen Inhalt zeigen, wie das Erlebnis war, das der Mensch vielleicht vor Jahren hatte und von dem sie ein Bild sind, so zeigen diese Imaginationen, indem sie in die Seele hereingerufen werden, daß sie zunächst nicht an ein persönliches Erlebnis anknüpfen, wenn sie als wirkliche Erkenntnisimaginationen auftreten, sondern daß sie sich beziehen, obwohl sie genau mit dem Charakter der Erinnerungsvorstellungen auftreten, auf eine nun nicht sinnliche, aber doch durchaus objektive Welt, die innerhalb der Sinneswelt lebt und webt, aber durch die Wahrnehmungsorgane der Sinne sich nicht offenbart.

So könnte man zunächst in einem positiven Sinne das mehr Äußerliche der Erkenntnisimaginationen charakterisieren. In einem negativen Sinne ist zu sagen, was diese Erkenntnisimaginationen nicht sind. Sie sind nicht irgendwie etwas, das einer Vision, einer Halluzination oder dergleichen ähnlich ist. Sie führen im Gegenteil die Seelenverfassung des Menschen nach der entgegengesetzten Richtung, als diejenige ist, in der sie sich bewegt, wenn sie in Visionen, in Halluzinationen und dergleichen verfällt. Erkenntnisimaginationen sind in demselben Sinne gesunde Seelenerlebnisse, in dem Visionen, Halluzinationen und so weiter kranke Seelenerlebnisse sind. Was ist mit Bezug auf den Menschen selber das eigentlich Kennzeichnende des visionären, des halluzinierenden Lebens? Eines der Kennzeichen ist das herabgedämpfte Ich-Gefühl, die herabgedämpfte Besonnenheit auf sich selbst. Wir haben, indem wir uns unserer gesunden Sinnesverfassung und unserem gesunden Erleben der äußeren sinnlichen Wirklichkeit hingeben, eben dasjenige, was wir Besonnenheit auf unser eigenes Ich nennen können. Wir müssen in jedem Augenblick, in dem wir gesund die äußere Welt anschauen, in dem wir gesund uns in die äußere Welt hineinstellen, uns selber in einem gewissen Grade unterscheiden können von demjenigen, was Inhalt unseres Selbstes ist. Übermannt uns dasjenige, was Inhalt unseres Bewußtseins, unseres Selbstes ist, so, daß die notwendige Besonnenheit auf uns selbst herabgelähmt wird, dann treten eben ungesunde Zustände ein, und solche sind auch die des visionären, des halluzinatorischen Lebens. Wer in diesen Dingen ein unbefangenes Urteil sich erwirbt, der weiß, daß ein gewisser Grad der so geschilderten Besonnenheit vorhanden ist, wenn wir im gesunden Sinneserfahren leben, und er weiß, daß unter diesem gesunden Sinneserfahren das visionäre, das halluzinatorische Leben steht. Er wird gar nicht versucht sein, diese Herabstimmungen des Bewußtseins irgendwie hinzunehmen als Offenbarungen einer Welt, die wertvoller ist als die Sinneswelt.“ (Lit.:GA 78, S. 89ff)

„Ich möchte gerade einen radikalen Unterschied angeben zwischen dem Visionären, dem Halluzinatorischen und dem, was der Geistesforscher erschaut. Warum ist es denn so, daß so viele Menschen glauben, schon in der geistigen Welt drinnen zu stehen, wenn sie nur Halluzinationen und Visionen haben? Ja, die Menschen lernen so ungern etwas wirklich Neues kennen! Sie halten so gerne an dem Alten, in dem sie schon drinnen stehen, fest. Im Grunde genommen treten uns in Halluzinationen und Visionen die krankhaften Seelengebilde so entgegen, wie uns die äußere sinnliche Wirklichkeit entgegentritt. Sie sind da; sie stellen sich vor uns hin. Wir tun gewissermaßen nichts dazu, wenn sie sich vor uns hinstellen. In dieser Lage ist der Geistesforscher gegenüber seinem neuen geistigen Element nicht. Ich habe davon gesprochen, daß der Geistesforscher alle Kräfte seiner Seele, die im gewöhnlichen Leben schlummern, konzentrieren, heraufarbeiten muß. Das erfordert aber, daß er eine seelische Energie, eine seelische Stärke anwendet, die im äußeren Leben nicht da ist. Aber diese Stärke muß er immer festhalten, wenn er eintritt in die geistige Welt. Der Mensch bleibt passiv, er braucht sich nicht anzustrengen: das ist das Charakteristische der Halluzinationen, der Visionen. In dem Augenblick, wo wir der geistigen Welt gegenüber auch nur einen Moment passiv werden, verschwindet sogleich alles. Wir müssen unausgesetzt tätig, aktiv dabeisein. Daher können wir uns auch nicht täuschen, denn nichts kann aus der geistigen Welt vor unsere Augen treten so, wie eine Vision oder Halluzination vor unsere Augen tritt. Wir müssen überall mit unserer Tätigkeit dabeisein, bei jedem Atom desjenigen, was uns aus der geistigen Welt entgegentritt. Wir müssen wissen, wie es sich damit verhält. Diese Aktivität, dieses fortlaufende Tätigsein, das ist notwendig für die wirkliche Geistesforschung. Dann aber tritt man ein in eine Welt, die sich radikal unterscheidet von der physisch-sinnlichen Welt. Man tritt ein in eine Welt, wo geistige Wesen, geistige Tatsachen um uns sind.“ (Lit.:GA 155, S. 224f)

„Wenn diese innere Erfahrung, dieses innere Erlebnis gekommen ist, wenn man wirklich fühlt, du brauchst jetzt nicht bloß bei der Sinneswelt stehen zu bleiben, du erfährst etwas durch dein bildhaftes Denken, durch dein lebendiges Denken, wenn du den Sinnesteppich durchstößt, wenn du in dein Inneres hineinzuschauen versuchst, erfährst du etwas, was gewöhnliche Naturwissenschaft nicht erfährt, was gewöhnliche Mystik nur in illusionärer Weise sich vor die Seele rücken kann, wenn man dieses ehrlich als ein Ergebnis einer inneren Entwickelung erlebt, dann kann man sicher sein, daß man auf einem Wege ist, der nun wirklich nach höheren Welten hinführen kann.

Zunächst hat man ja noch nichts Äußerliches vor sich. Man hat nur die alten Kräfte verstärkt, intensiver gemacht. Aber man merkt sehr bald, daß in dem Bewußtsein des Menschen jetzt etwas Wesentliches, etwas Wichtiges vor sich geht. Man bekommt nämlich nach und nach etwas wie eine Innenschau, die sich über das ganze bisherige Leben seit der Geburt erstreckt. Ja, dies ist die erste übersinnliche Wirklichkeit, die man erlebt: sein eigenes inneres Leben seit der Geburt in einem überschaubaren Tableau. Und es drückt sich dieses überschaubare Tableau dadurch aus, daß man mit seinem Denken in einem anderen Verhältnis zu dem ist, was man jetzt äußerlich wahrnimmt, als man früher mit seinem Denken zu dem äußerlich Gegebenen und innerlich Erlebten war.

Im gewöhnlichen Leben entwickelt man das Denken. Man denkt über etwas nach. Die Gedanken sind in der Seele, sie sind subjektiv. Das andere ist objektiv, das andere ist draußen. Man fühlt seine Gedankentätigkeit getrennt von demjenigen, was draußen ist. Jetzt hat man das Tableau seines eigenen Seelenlebens seit der Geburt vor sich. Aber ich möchte sagen, die Gedanken gehen hinein in dieses Gewebe. Man fühlt sich in diesem Gewebe drinnen. Man sagt sich: Jetzt beginnst du dich selber erst wirklich zu erfassen. Du mußt deine Gedanken abgeben an dasjenige, was dir objektiv vor das Bewußtsein tritt. - Das begründet sogar eine gewisse, ich möchte sagen, schmerzliche Erfahrung zunächst bei dem anthroposophischen Geistesforscher. Solche schmerzlichen Erfahrungen muß der anthroposophische Geistesforscher mit seinen Erlebnissen in verschiedener Richtung durchmachen. Er darf sich nicht scheuen, in einer gewissen Weise innerlich Schwieriges, oftmals Schmerzliches durchzumachen. Ich werde auch darüber heute noch nach anderer Richtung hin zu sprechen haben. Jetzt aber erlebt man gegenüber diesem Lebenstableau zunächst dieses, daß man in einer Art innerer Bedrückung die eigene Wesenheit verspürt. Man verspürt sie nicht in der Leichtigkeit, mit der man sonst Gedanken, Vorstellungen hegt, mit der sonst Gefühle, Willensimpulse, Wünsche und dergleichen in uns sind, man verspürt sie wie etwas, das einen beklemmt. Kurz, man verspürt in dieser Bedrückung gerade die Realität. Hat man diese Bedrückung nicht, dann hat man doch nur ein Gedankengebilde, dann hat man doch nicht die Realität. Aber indem man in diese Bedrückung hineinträgt alles das, was man früher an frei sich entfaltenden Gedankengeweben hatte, ist man dadurch geschützt davor, mit seiner imaginativen Erkenntnis etwas zu entwickeln wie Illusionen, Visionen, Halluzinationen.

Das ist etwas, was der anthroposophischen Geisteswissenschaft so häufig in den Weg geworfen wird. Man sagt: Mit ihren Übungen entwickelt sich ja doch nichts anderes als Vision, Halluzination. Sie bringt an die Oberfläche des Bewußtseins gewissermaßen unterdrückte Nervenkräfte, und niemand könne die Wirklichkeit desjenigen beweisen, wovon anthroposophische Geisteswissenschaft als von höheren Welten redet. Wer auch nur das beachtet, was ich heute schon gesagt habe, der wird fühlen, daß der Weg, den anthroposophische Geisteswissenschaft geht, der entgegengesetzte ist von all jenen Wegen, die zu Visionen, zu Halluzinationen oder etwa gar zu Mediumismus führen. Alles das, was zum Mediumismus, zu Halluzinationen, zu Visionen führt, das geht zuletzt doch nur hervor aus krank gewordenen Leibesorganen, die gewissermaßen ihr Geistig-Seelisches in pathologischer Weise ausatmen herauf in das Bewußtsein. Das alles liegt unterhalb der Sinnesempfindung. Dagegen dasjenige, was als imaginative Erkenntnis ausgebildet wird, liegt oberhalb der gewöhnlichen Sinneswahrnehmung, wird gerade an der Objektivität ausgebildet, nicht an dem krankhaften Inneren.“ (Lit.:GA 79, S. 19ff)

„Da kann es sich nur darum handeln, daß man - so wie man physiologisch das Wesen der Halluzination, das Wesen der Vision, das Wesen der Illusion, das Wesen aber auch der gewöhnlichen Sinneswahrnehmungen, das Wesen der Erinnerungen, das Wesen des Denkens zu erforschen sucht —, daß man ebenso physiologisch aus der Organisation des Menschen heraus zu begreifen versucht dasjenige, was nun zugrunde liegt dem Imaginieren, dem Inspiriertsein, der Tätigkeit der Intuition. Da muß man sagen - man könnte ebensogut noch physiologischer sprechen, ich will hier die Sache mehr populär wenden: Wer zum Beispiel auf die Halluzination hinblickt, weiß: sie ist Bildvorstellen, eine Bildvorstellung, gegenüber welcher die Willensfähigkeit so stark unterdrückt ist, daß der Mensch sich nicht in demjenigen weiß, was er halluziniert, daher das Halluzinierte für ein Objektives hält, während es gar nicht mit einem Objektiven zusammenhängt. Es handelt sich bei der anthroposophischen Geisteswissenschaft darum, daß der Mensch in sich orientiert ist. Wenn er in sich orientiert ist, wird er dasjenige, was als Halluzination auftreten will, in demselben Moment unterdrükken, indem er ihm entgegensetzt die innere Aktivität. Auf diese innere Aktivität kommt es an. Diese innere Aktivität wird gerade bei der geistesforscherischen Methode der Anthroposophie entwikkelt. Aber derjenige, der unbefangen das Seelenleben überblickt, weiß auch, es ist immer ein Rest da des Halluzinierens. Dieser Rest des Halluzinierens kommt eben gerade in der Erinnerung zutage; in der Erinnerung kommt nur die Bildlichkeit der Halluzination zum Ausdruck. In der Erinnerung sind noch Reste des Halluzinierens, nur sind sie durchdrungen von Aktivität. Wir hätten keine Erinnerung, wenn wir nicht gewissermaßen in der Anlage die Fähigkeit zum Halluzinieren hätten und dieses Halluzinieren in der richtigen Weise aufhalten könnten. Wenn ohne das, was untergeordnete menschliche organische Seelenfähigkeit bleiben soll, diese Fähigkeit zum Halluzinieren überwiegt, dann wird es pathologisch, dann taucht der Mensch aus jener Sphäre, wo er ein gewisses Gleichgewicht zwischen Leib und Seele hat - im gewöhnlichen Vorstellen, das zur Erinnerung wird -, er taucht hinunter in das Leibliche; er wird materieller, als er sonst ist. Er taucht hinunter in das Leibliche und wird damit zum Halluzinär. Ebenso entsteht die Illusion durch ein Untertauchen in das Leibliche.

Alles dasjenige, was zur Imagination, zur Inspiration, zur Intuition führt, das taucht nicht unter in das Leibliche, das steigt herauf aus dem Leiblichen. Daher kann man auch nicht brauchen irgendein Stauen von Vorstellungsbildern, irgendein Hemmen von Vorstellungsbildern, sondern man muß die Vorstellungsbilder so ins Hellbewußte heraufrücken, wie man sonst die Vorstellung der Mathematik ins helle Bewußtsein heraufrückt. Da kann ebensowenig die Rede davon sein, daß man halluziniert, wie die Rede von Halluzinieren sein kann, wenn man mathematisch vorstellt. Man lernt unterscheiden, als Mensch unterzutauchen in die Leiblichkeit, wie es beim Halluzinieren der Fall ist, und aufzusteigen von der Leiblichkeit, wie es beim Imaginieren, beim Initiiertsein und so weiter vorkommt. Diese Dinge ergeben sich der Geistesforschung gerade mit ebensolcher wissenschaftlicher Anschauung, wie nur irgendein Laboratoriumsversuch sich ergibt der äußeren sinnlichen Anschauung.“ (Lit.:GA 255b, S. 176ff)

Arten von Halluzinationen

Bei optischen Halluzinationen kommt es zur Wahrnehmung von nicht vorhanden Objekten. Am häufigsten kleine und bewegliche Objekte, deren Wahrnehmung dann meist sehr angstvoll erlebt wird. Dies kommt beispielsweise im Rahmen eines Delirs vor. Teilweise werden auch ganze Szenen erlebt.

Bei akustischen Halluzinationen, die beispielsweise bei an Schizophrenie Erkrankten häufig sind, hören die Betroffenen oft Stimmen, die die Person beschimpfen, das Tun kommentieren oder Befehle geben (imperative Stimmen).

Olfaktorische (den Geruch betreffend: Phantosmie) und gustatorische Halluzinationen (den Geschmack betreffend) werden häufig von Patienten mit wahnhaften Vergiftungsängsten z. B. im Rahmen einer schizophrenen Psychose diagnostiziert.

Zönästhesien sind Sinnestäuschungen aus dem Bereich der Körperwahrnehmung, die in Abgrenzung zur Depersonalisation nicht als von außen gemacht wahrgenommen werden.

Unter hypnagogen Halluzinationen versteht man optische und akustische Sinnestäuschungen im Halbschlaf , beim Einschlafen oder Aufwachen. Sie kommen auch bei psychisch Gesunden vor, wie überhaupt Halluzinationen in gewissen Grenzsituationen wie z. B. Meditationen als normal anzusehen sind.

Halluzinogene rufen trotz ihrer Bezeichnung meist eher Pseudohalluzinationen (siehe auch Modellpsychose) oder Illusionen hervor als echte Halluzinationen.

In der Hypnose wird auch von negativen Halluzinationen gesprochen, wenn etwas äußerliches nicht mehr wahrgenommen, also gesehen, gehört oder gespürt wird. Sinnvollerweise muss dabei die Bedingung erfüllt sein, dass der Hypnotisierte die Wahrnehmung ohne die Hypnose hat. Negativ ist dabei keine Bewertung, sondern beschreibt den Umstand, dass etwas nicht mehr da ist.

Halluzinationen bei Epilepsie

Im Zusammenhang mit Epilepsie kann es zu Halluzinationen kommen. Je nach Art der Halluzination und nach Erfahrung der Halluzinierenden werden diese als solche erkannt oder nicht.

Halluzinationen von Musik oder Stimmen können beispielsweise mit etwas Erfahrung als solche anhand der Reinheit des Klangs bzw. anhand des Fehlens von Störgeräuschen erkannt werden.

Bei derartigen Halluzinationen handelt es sich gewöhnlich um besonders prägnante Erinnerungen an Wahrnehmungen, die auf einer Reizgrundlage basierten.

In psychiatrischen Umfeldern besteht die Gefahr, durch Schilderungen von Halluzinationen – besonders wenn sie Freude bereitet haben und entsprechend positiv dargestellt werden – als schizophren bezeichnet zu werden.

Neben Halluzinationen, die auf Erinnerungen beruhen, gibt es Halluzinationen von Handlungen oder Vorgängen, zu denen es durch einen kurzfristigen Ausfall der Reizgrundlage kommen kann. Diese Halluzinationen extrapolieren Realität nach Ausfall der Reizgrundlage, indem sie die Realität für einige Sekunden ohne Reizgrundlage in ihrem mutmaßlichen Verlauf "errechnen". Sie verschwinden, sobald die Reizgrundlage wieder hergestellt ist. Auf diese Weise verhelfen die Halluzinationen den betreffenden Menschen dazu, eine gerade ausgeführte Tätigkeit – zum Beispiel Gehen auf einem Gehweg – ohne Unterbrechung fortzuführen. Dass eine Halluzination vorlag, lässt sich nachträglich im Allgemeinen nur negativ feststellen – wenn beispielsweise inzwischen auf dem Gehweg ein Hindernis auftauchte, das vor dem Ausfall der Reizgrundlage nicht wahrgenommen wurde oder zwar wahrgenommen, aber als Störgröße gedeutet und aus der Realitätsextrapolation "herausgerechnet" wurde.

Siehe auch

Illusion, Wahrnehmungstäuschung

Literatur

  1. Hans-Jürgen Möller, Gerd Laux und Arno Deister: Psychiatrie und Psychotherapie, Thieme Verlag
  2. Rudolf Steiner: Geist und Stoff, Leben und Tod, GA 66 (1988), ISBN 3-7274-0660-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzeln und Lebensfrüchte, GA 78 (1986), ISBN 3-7274-0780-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Die Wirklichkeit der höheren Welten, GA 79 (1988), ISBN 3-7274-0790-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?, GA 154 (1985), ISBN 3-7274-1540-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  6. Rudolf Steiner: Christus und die menschliche Seele, GA 155 (1994), ISBN 3-7274-1550-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  7. Rudolf Steiner: Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Erster Teil, GA 205 (1987), ISBN 3-7274-2050-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  8. Rudolf Steiner: Die Anthroposophie und ihre Gegner 1919 – 1921, GA 255b (2003), ISBN 3-7274-2555-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

 Wiktionary: Halluzination – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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