Hexe

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John William Waterhouse: Magic Circle (1886)
Luis Ricardo Falero: Die Hexe auf dem Sabbath (1880)

Hexe (von mhd. hecse, hesse, ahd. hagzissa, hagazussa, mittelniederländ. haghetisse und altenglisch hægtesse, eng. hag, witch, sorceress; vermutlich abgeleitet von ahd. hag „Zaun, Hecke, Gehege“; lat. maleficae „Übertäterin“) ist eine natur- und heilkundige, oft medial veranlagte, mit einem naturhaften Hellsehen begabte weibliche Person, der vielfach auch Zauberkräfte zugeschrieben wurden. Ihre männliche Entsprechung ist der Hexer (lat. malefici „Übertäter“) oder - in gehobener Position - der Hexenmeister.

Ursprung

Der Ursprung der „Hexereye“[1] reicht bis in die maternal geprägte spätlemurische Zeit zurück, wo sich die Frauen erlebend den Elementargewalten der Natur aussetzten. Im Schamanismus, der seine Wurzeln in der atlantischen Zeit hat, begab man sich im Zustand der Trance und Ekstase im leibfreien Zustand auf die Astralreise, was später abergläubisch als „Hexenflug“ gedeutet wurde. Später sind es bis weit in die Antike die Priesterinnen, die in verwandelter und verfeinerter Form im Heiligen Hain ihren Dienst verrichteten. Als die mächtige Schirmherrin der Zauberinnen und ihrer magischen Künste wurde vor allem die Mondgöttin Hekate angesehen.

Hexenverfolgung

Hauptartikel: Hexenverfolgung

Schon im Alten Testament wird Zauberinnen der Tod angedroht: „Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen.“ (2 Mos 22,17 LUT) und in der Antike galten etwa Kirke und Medea als schadensmächtige Magierinnen. Namentlich mit der Verdrängung des Heidentums durch das Christentum wurden alle okkulten Fähigkeiten zunehmend dämonisiert und mit dem Teufel in Verbindung gebracht, aber erst im Spätmittelalter und besonders in der Frühen Neuzeit kam es zu ausgedehnten systematischen Hexenverfolgungen.

„Die Hexen verbrannte man aus dem einfachen Grunde, weil die als Hexen bezeichneten Persönlichkeiten ja im Grunde genommen auch Medien waren und weil durch ihre Verbindung mit der geistigen Welt, wenn auch auf eine dem Materialismus angemessene Weise, Dinge hätten herauskommen können, die gewissen Leuten höchst unangenehm gewesen wären. So zum Beispiel hätte es gewissen Gemeinschaften höchst unangenehm werden können, wenn eine Hexe, bevor man sie verbrannt hat, darauf aufmerksam gemacht hätte, was hinter der oder jener Gemeinschaft steckt. Denn richtig ist es ja, daß bei herabgedämpftem Bewußtsein gewissermaßen eine Art Telephonanschluß an die geistige Welt stattfindet, und daß allerlei Geheimnisse auf diese Weise herauskommen können. Diejenigen, die die Hexen verbrannt haben, wußten schon ganz genau, warum sie das taten: eben weil ihnen dasjenige hätte unangenehm werden können, was die Welt, sei es im Guten oder im Schlechten, vor allem natürlich im Schlechten, aus dem Munde der Hexen hätte erfahren können.“ (Lit.:GA 173, S. 297)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil, GA 173 (1978), ISBN 3-7274-1730-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org (kommentierte Neuausgabe von GA 173 und GA 174 als GA 173 a-c (2010), ISBN 3727417315)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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Einzelnachweise

  1. Der Begriff „Hexereye“ wird, soweit bekannt, erstmals 1419 in einem Prozess gegen einen Mann im schweizerischen Luzern gebraucht.