Jakobsleiter

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Die Engelsleiter, Michael Lukas Leopold Willmann, um 1691
Wiliam Blake: Jakobs Traum (1805)

Die Jakobsleiter, auch Engelsleiter oder Himmelsleiter genannt (hebr. סֻלָּם sullām, „Treppe, Rampe“; griech. κλĩμαξ, lat. scala, „Leiter“), auf der die Engel auf- und niedersteigen, ist ein imaginatives Bild für den stufenweisen Auf- und Abstieg von der Erde zum Himmel und umgekehrt. Es ist der Weg, den auch der Geistesschüler auf seinem Schulungsweg in die geistige Welt beschreiten muss.

Die Imagination der Jakobsleiter (oder -treppe) geht zurück auf die in 1 Mos 28,10-22 LUT geschilderte Traumvision, die Jakob auf seiner Flucht vor Esau von Beerscheba nach Harran erlebt:

„10 Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran 11 und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen. 12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. 13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. 14 Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. 15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“

Altes Testament: 1 Mos 28,10-15 LUT

Nachdem Jakob aus seinem Traumschlaf erwachte, nannte er den Ort Beth-El, „Haus Gottes“.

„16 Jakob erwachte aus seinem Schlaf und sagte: Wirklich, der Herr ist an diesem Ort und ich wusste es nicht. 17 Furcht überkam ihn und er sagte: Wie Ehrfurcht gebietend ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels. 18 Jakob stand früh am Morgen auf, nahm den Stein, den er unter seinen Kopf gelegt hatte, stellte ihn als Steinmal auf und goss Öl darauf. 19 Dann gab er dem Ort den Namen Bet-El (Gotteshaus). Früher hieß die Stadt Lus. 20 Jakob machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg, den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt, 21 wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters und der Herr sich mir als Gott erweist, 22 dann soll der Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein Gotteshaus werden und von allem, was du mir schenkst, will ich dir den zehnten Teil geben.“

Altes Testament: 1 Mos 28,16-22 LUT

Die Darstellung als Himmelsleiter mit Sprossen wird erst durch die griechische und lateinische Übersetzung des hebräischen Urtextes nahegelegt, wo eigentlich von einer Treppe oder Rampe die Rede ist. Eine solche Himmelstreppe, auf der der Pharao nach dem Tod zum Himmelstor im Westen aufsteigt, wird auch im ägyptischen Pyramidenspruch 267 erwähnt: „Ein Treppe zum Himmel ist für ihn gebaut, so dass er zum Himmel aufsteigen kann.“[1][2] Eine äußeres Bild für die Himmelstreppe mögen die altägyptischen Stufenpyramiden oder auch die mesopotamischen Zikkurate gewesen sein, die von der Erde zu dem an der Spitze befindlichen Allerheiligsten aufsteigen.

Das Bild der Himmelsleiter wurde auch in den persischen Mithras-Mysterien gebraucht.

"Das persische Symbol des Eingangs der Seele des Verstorbenen in den Himmel durch die sieben Planetensphären hindurch soll eine zu sieben verschiedenen Thüren führende Treppe oder Leiter gewesen sein. Die erste dieser Thüren war von Blei, die zweite von Zinn, die dritte von Erz, die vierte von Eisen, die fünfte von Bronze , die sechste von Silber und die siebte von Gold." (Lit.: Schauberg II, S 402 [1])

Anmerkungen und Quellen

  1. R.O. Faulkner: The Ancient Egyptian Pyramid Texts, Translated into English, Supplement of Hieroglyphic Texts, Oxford 1969, S 76
  2. J.G. Griffiths: The Celestial Ladder and the Gate of Heaven: Genesis xxviii. 12 and 17, The Expository Times 76, 1964-65, S 229-230

Literatur

  • Joseph Schauberg: Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei mit besonderer Rücksicht auf die Mythologieen und Mysterien des Alterthums, Band I-III, Schaffhausen 1861 [2]

Weblinks

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