Psychisches Bewusstsein

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Im psychischen Bewusstsein, auch Imagination (von lat. imago, „Bild“) oder Äthersehen genannt, vereinigt sich das Bilder-Bewusstsein des alten Mondes mit dem gegenwärtigen Gegenstands-Bewusstsein auf höherer Ebene. Es entsteht dadurch ein selbstbewusstes Bilderbewusstsein, das der Mensch auf dem neuen Jupiter haben wird, der als nächste Verkörperung unseres Planetensystems der jetzigen Erdentwicklung folgen wird. Die Imagination ist eine Art des vollbewussten, nicht traumhaften Hellsehens. Das imaginative Bewusstsein beginnt dann aufzuleuchten, wenn sich die Erlebnisse des Astralleibs im Ätherleib abbilden und durch letzteren in Form beweglicher Bilder ins Bewusstsein zurückgeworfen werden. Seelisches Wahrnehmungsorgan für die Imaginationen ist vor allem die zweiblättrige Lotosblume über der Nasenwurzel (Lit.: GA 115, S. 54). Imaginationen sind in dem Sinn imaginär, dass sie keine sinnlich-physische Realität, sondern eine rein seelische Wirklichkeit darstellen.

Leibfreies Bewusstsein

Damit sich die Imagination entfalten kann, muss sich das Bewusstsein vom leiblichen Werkzeug lösen. Kräfte, die sonst durch den Leib aufgebraucht werden, müssen ins Seelische gewendet werden:

"Kein Mensch weiß, wie seine Bewegungen, wie alles, was da wirkt, daß er ein handelnder Mensch sein kann in der physischen Außenwelt, wie das zustande kommt und welche Kraft da wirkt. Das merkt erst der Geistesforscher, wenn er zur sogenannten imaginativen Erkenntnis kommt. Da macht man sich zunächst Bilder, die dadurch wirken, daß sie stärkere Kräfte aus der Seele heraus schöpfen, als sie sonst im gewöhnlichen Leben angewendet werden. Woher kommt denn diese Kraft, die die Bilder des imaginativen Erlebens in der Seele entfesselt? Sie kommt dorther, wo die Kräfte wirken, die uns zu einem handelnden Menschen in der Welt machen, die uns unsere Hände und Füße bewegen lassen. Weil das der Fall ist, kommt man nur zur Imagination, wenn man in Ruhe verbleiben kann, wenn man den Willen seines Leibes zum Stillstand bringen kann, ihn beherrschen kann. Dann merkt man, wie diese Kraft, die sonst die Muskeln bewegt, heraufströmt in das Seelisch-Geistige und die imaginativen Bilder erbildet. Man vollbringt also eine Umlagerung der Kräfte. Da unten in den Tiefen des Leiblichen ist also etwas von unserem ureigensten Wesen, von dem wir im gewöhnlichen Leben nichts spüren. Dadurch, daß wir das Körperliche ausschalten, dringt der Geist, der sonst in unseren Handlungen zum Ausdruck kommt, herauf in die Seele und erfüllt diese mit dem, was sie sonst für das Körperliche verwenden muß. Der Geistesforscher weiß, daß er dasjenige dem Leibe entrücken muß, was sonst der Leib konsumiert. Für die imaginative Erkenntnis muß also das Leibliche ausgeschaltet werden." (Lit.: GA 150, S. 92f)

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen sinnlicher Wahrnehmung und Imagination

In seiner «Geheimwissenschaft im Umriß» schreibt Rudolf Steiner:

„Die Eindrücke, welche man von dieser Welt erhält, gleichen in mancher Beziehung noch denen der physisch-sinnlichen. Wer imaginativ erkennt, wird von der neuen höheren Welt so sprechen können, daß er die Eindrücke als Wärme- oder Kälteempfindungen, Ton- oder Wortwahrnehmungen, Lichtoder Farbenwirkungen bezeichnet. Denn wie solche erlebt er sie. Er ist sich aber bewußt, daß diese Wahrnehmungen in der imaginativen Welt etwas anderes ausdrücken als in der sinnlich-wirklichen. Er erkennt, daß hinter ihnen nicht physisch-stoffliche Ursachen, sondern seelisch-geistige stehen. Wenn er etwas wie einen Wärmeeindruck hat, so schreibt er diesen nicht z.B. einem Stück heißen Eisens zu, sondern er betrachtet ihn als Ausfluß eines seelischen Vorganges, wie er ihn bisher nur in seinem seelischen Innenleben gekannt hat. Er weiß, daß hinter den imaginativen Wahrnehmungen seelische und geistige Dinge und Vorgänge stehen, wie hinter den physischen Wahrnehmungen stofflich-physische Wesen und Tatsachen. — Zu dieser Ähnlichkeit der imaginativen mit der physischen Welt kommt aber ein bedeutsamer Unterschied hinzu. Es ist etwas in der physischen Welt vorhanden, was in der imaginativen ganz anders auftritt. In jener kann beobachtet werden ein fortwährendes Entstehen und Vergehen der Dinge, ein Wechsel von Geburt und Tod. In der imaginativen Welt tritt an Stelle dieser Erscheinung eine fortdauernde Verwandlung des einen in das andere. Man sieht z.B. in der physischen Welt eine Pflanze vergehen. In der imaginativen zeigt sich in demselben Maße, in dem die Pflanze dahinwelkt, das Entstehen eines andern Gebildes, das physisch nicht wahrnehmbar ist und in welches sich die vergehende Pflanze allmählich verwandelt. Wenn nun die Pflanze dahingeschwunden ist, so ist dieses Gebilde an ihrer Stelle voll entwickelt da. Geburt und Tod sind Vorstellungen, welche in der imaginativen Welt ihre Bedeutung verlieren. An ihre Stelle tritt der Begriff von Verwandlung des einen in das andere. — Weil dies so ist, deshalb werden für das imaginative Erkennen jene Wahrheiten über die Wesenheit des Menschen zugänglich, welche in diesem Buche in dem Kapitel «Wesen der Menschheit» mitgeteilt worden sind. Für das physisch-sinnliche Wahrnehmen sind nur die Vorgänge des physischen Leibes wahrnehmbar. Sie spielen sich im «Gebiete von Geburt und Tod» ab. Die andern Glieder der Menschennatur: Lebensleib, Empfindungsleib und Ich stehen unter dem Gesetze der Verwandlung, und ihre Wahrnehmung erschließt sich der imaginativen Erkenntnis. Wer bis zu dieser vorgeschritten ist, nimmt wahr, wie sich aus dem physischen Leibe gleichsam herauslöst dasjenige, was mit dem Hinsterben in anderer Daseinsart weiterlebt.“ (Lit.:GA 13, S. 350f)

Imagination, Vision und Phantasie

Imaginationen müssen deutlich unterschieden werden von Visionen und Phantasiegebilden oder bloßen Vorstellungen:

"Bringt man es durch Konzentration des Gedanken-, Gefühls- und Empfindungslebens dahin, das Seelenleben so zu verstärken, daß man in dieses schauende Bewußtsein eintreten kann, dann ist man zunächst befähigt, von allem abzusehen, was sonst der Alltagsbetrachtung des Menschen im sinnlichen Wahrnehmen gegenübersteht. Über dieses sinnliche Wahrnehmen ist man hinausgerückt. Man lebt in einem andern inneren Seelenwesen, lebt zunächst in dem, was man nennen kann imaginatives Bewußtsein. Ich nenne es imaginatives Bewußtsein, nicht weil etwas Unwirkliches dargestellt werden soll, sondern weil die Seele in diesem Bewußtsein erfüllt ist von Bildern, und zwar zunächst von nichts als Bildern, aber von Bildern einer Realität. Und außerdem, daß die Seele von solchen Bildern erfüllt ist, von denen sie ganz genau sieht, sie sind nicht selbst eine Realität, sondern Bilder einer Realität, weiß die Seele noch, daß sie drinnensteht im realen Weltenzusammenhang, daß sie diese Bilder nicht webt aus irgendeinem Nichts aus beliebigen Einfällen heraus, sondern aus einer inneren Notwendigkeit. Diese kommt davon, daß die Seele sich hineinversetzt hat in den realen Weltenzusammenhang und aus diesem heraus in ihrem Bilderschaffen nicht so schafft, wie etwa die bloße Phantasie, sondern daß das, was an Bildern gewoben wird, den Charakter der Realität behält.

Es ist von ganz besonderer Wichtigkeit, daß man diese erste Stufe des geistigen Erlebens genau ins Auge faßt, denn nach zwei Richtungen hin kann sich ein Irrtum einstellen. Das eine ist, daß man verwechseln kann, was hier als imaginative Welt gemeint ist, mit jenen Bildern, die aus dem krankhaften, abnormen Bewußtsein heraufsteigen, mit allerlei Visionärem oder dergleichen. Aber aus dem schon früher hier Entwickelten werden Sie gesehen haben, wie schon in den Arbeiten des Geistesforschers zu dem Wege hin, um in die geistige Welt hineinzukommen, alle die Vorsichtsmaßregeln getroffen werden, die das unbestimmte Schwimmen und Schweben in allerlei Visionärem streng abweisen. Die Vision tritt so in die Seele ein, daß man an ihrem Zustandekommen sich nicht beteiligt fühlt. Sie tritt auf als ein Bild, aber man kann sich an dem Zustandekommen des Bildes nicht beteiligen; man steht nicht drinnen in dem Zustandekommen des Bildes. Daher kennt man den Ursprung nicht. Das visionäre Bild kommt immer bloß aus dem Organismus, und was aus dem Organismus heraus dampft, das ist nicht Seelisch-Geistiges, das ist eine Verhüllung vielleicht eines Geistig-Seelischen. Worum es sich handelt, das ist, genau zu unterscheiden das ganze unbewußte Leben in allerlei Visionen von dem, was der Geistesforscher als imaginatives Bewußtseinsleben meint. Das besteht darin, daß man bei allem, was da an Bildern gewoben wird, so dabei ist, wie nur irgendwie bei dem vollbewußten, von Gedanken zu Gedanken gehenden Denken.

Es gibt keine Möglichkeit, anders in die geistige Welt einzudringen, als wenn die Tätigkeit, durch die man hineintritt, so vollbewußt ist wie das bewußteste Gedankenleben. Dabei ist nur der Unterschied, daß die Gedanken als solche schattenhaft, abgeblaßt sind und daß sie erworben werden an äußeren Dingen oder irgendwie aus der Erinnerung aufsteigen, während dasjenige, was hier als Imagination gemeint ist, von der Seele selbst gewoben wird in dem Moment, wo es auftritt.

Festzuhalten ist nur, daß auf der andern Seite diese Imagination nicht verwechselt werden darf mit dem, was man mit Recht als Phantasie bezeichnet. Was die menschliche Phantasie webt, wird auch aus dem Unterbewußten herauf gewoben; das bindet sich allerdings - besonders wenn die Phantasie so wirkt wie die Goethes - vielfach an innere Gesetze des wirklichen Lebens. Aber der Mensch steht in dem, was er in der Phantasie webt, nicht so drinnen, daß er sich bewußt ist in seinem Weben. Im Aufbauen des Phantasiegebildes ist er überlassen einer inneren realen Notwendigkeit. In dem imaginativen Erleben aber webt er nicht so wie in der Phantasie, sondern so, daß er sich einer objektiven Weltennotwendigkeit überläßt. Ganz notwendig ist es, daß man weiß, daß das, auf Grund dessen zunächst der Geistesforscher arbeiten muß, als eine objektive Tatsächlichkeit in seinem Bewußtsein auftritt, weder visionär ist noch Phantasie ist, sondern daß es durchaus von diesen beiden - ich möchte sagen polarischen - Gegensätzen als etwas in der Mitte stehendes unterschieden werden muß. Man ist tatsächlich mit dem Stehen in dem imaginativen Leben in ähnlicher Lage, wie man mit seinem sinnlichen Menschen vor einem Spiegel steht. Man weiß: der da steht, der steht in einer Wirklichkeit drinnen, er ist eine Wirklichkeit, die sich fühlt als eine solche von Fleisch und Blut, aber von dieser Wirklichkeit geht nichts in den Spiegel hinüber. Im Spiegel ist nur ein Bild; aber dieses Bild ist ein Abbild, und man kennt es in seiner Beziehung zur Realität." (Lit.: GA 67, S. 328ff)

„Man wird nun finden, daß diejenigen Menschen, welche übersinnliche Beobachtungen machen können, dasjenige, was sie schauen, so beschreiben, daß sie sich der Ausdrücke bedienen, welche den sinnlichen Empfindungen entlehnt sind. So kann man den elementarischen Leib eines Wesens der Sinnenwelt, oder ein rein elementarisches Wesen so beschrieben finden, daß gesagt wird, es offenbare sich als in sich geschlossener, mannigfaltig gefärbter Lichtleib.Es blitze in Farben auf, glimmere oder leuchte und lasse bemerken, daß diese Farben- oder Lichterscheinung seine Lebensäußerung sei. Wovon der Beobachter da eigentlich spricht, ist durchaus unsichtbar, und er ist sich dessen bewußt, daß mit dem, was er wahrnimmt, das Licht- oder Farbenbild nichts anderes zu tun hat, als etwa die Schrift, in welcher eine Tatsache mitgeteilt wird, mit dieser Tatsache selbst. Dennoch hat man nicht etwa bloß ein Übersinnliches in willkürlicher Art durch sinnliche Empfindungsvorstellungen ausgedrückt; sondern man hat während der Beobachtung das Erlebnis wirklich gemacht, das einem Sinneseindruck ähnlich ist. Es kommt dies davon her, daß im übersinnlichen Erleben die Befreiung von dem sinnlichen Leibe keine vollkommene ist. Dieser lebt mit dem elementarischen Leibe doch noch mit und bringt das übersinnliche Erlebnis in eine sinnliche Form. Die Beschreibung, die man so gibt von einer elementarischen Wesenheit, ist dann tatsächlich so gehalten, daß sie sich wie eine visionäre, oder phantastische Zusammenstellung von Sinneseindrücken zeigt. Wenn die Beschreibung so gegeben wird, dann ist sie trotzdem die wahre Wiedergabe des Erlebten. Denn man hat geschaut, was man schildert. Der Fehler, der gemacht werden kann, liegt nicht darin, daß man das Bild als solches schildert. Es liegt ein Fehler erst dann vor, wenn man das Bild für die Wirklichkeit hält, und nicht dasjenige, auf was das Bild, als auf die ihm entsprechende Wirklichkeit, hindeutet.“ (Lit.:GA 16, S. 32f)

Schulungsweg

Durch geistige Schulung kann eine Vorform des imaginativen Bewusstseins schon heute errungen werden. Es muss dazu die Bewusstseinsseele zur Imaginationsseele verwandelt werden. Die Imagination ist die zweite Stufe der Rosenkreuzer-Schulung.

"Der Ätherleib ist in einer regelmäßigen Bewegung im ganzen übrigen menschlichen Leib, nur nicht im Kopfe. Im Kopfe ist der Ätherleib innerlich ruhig. Im Schlafe ist das anders. Die letzten Kopf-Ätherbewegungen nehmen wir beim Aufwachen noch wahr – die Träume. Wer lange in der Weise, wie ich es angegeben habe, meditiert, der kommt aber in die Lage, in den ruhigen Ätherleib des Kopfes allmählich Bilder hinein zu formen. Das nenne ich Imaginationen. Und diese Imaginationen, die unabhängig vom physischem Leibe im Ätherleib erlebt werden, sind der erste übersinnliche Eindruck, den wir haben können." (Lit.: GA 305, S. 82)

Um das imaginative Bewusstsein zu entwickeln, muss man zuerst lernen, die Welt zu betrachten gemäß der Verszeile aus Goethes Faust: Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. Man beginnt die sinnlich-sittliche Wirkung der Sinnesqualitäten zu erleben. Durch die Imagination lernen wir Wahrnehmungen von Farbe, Ton, Geschmack, Geruch als äußeren Ausdruck geistiger Wesenheiten zu erfahren. Imaginativ schaut man den Ätherleib und Astralleib geistiger Wesen, gleichsam ihre übersinnliche Außenseite. Der geistige Wesenskern bleibt der Imagination verborgen.

Das rote Westfenster des ersten Goetheanums

Das rote Westfenster des ersten Goetheanums, das den Weg zur imaginativen Erkenntnis schildert.

In bildhafter Form hat Rudolf Steiner die Imagination in den Motiven des roten Westfensters des ersten Goetheanums geschildert.

Der Weg zur imaginativen Erkenntnis wurde im linken Seitenfenster gezeigt. Das wärmende Rot, in dem sich der Wärmeäther kundgibt, durchdringt das ganze Bild. Man sieht eine helle Gestalt, die einen hohen Felsen erklettert hat und ihren Blick und ihre Arme abwärts auf drei groteske vogel- oder schlangenähnliche tierartige Gestalten richtet, die sich bedrohlich empor strecken; die rechte zeigt sogar ein menschenähnliches Antlitz. Das ist die niedere seelische Natur des Menschen, die Dreiheit der noch ungeläuterten Seelenkräfte des Denkens, Fühlens und Wollens, in denen noch niedere, tierische astrale Kräfte wirken. Zugleich ist es auch ein Bild für die noch unvollkommenen seelischen Wesensglieder: die Empfindungsseele, die Verstandes- oder Gemütsseele und die Bewusstseinsseele. Wenn es dem geistig strebenden Menschen gelingt, sich von dieser niederen Natur zu lösen und sie von außen objektiv zu betrachten, kann die Imagination aufleuchten.

Im mittleren Fensterteil ist die bereits erwachte Imaginationsfähigkeit dargestellt. Das menschliche Antlitz, das hier gezeigt wird, trägt auf der Stirne das Zeichen der zweiblättrigen Lotosblume, die bereits aktiviert ist. Die Augenpartie ist besonders betont, die Kraft des geistigen Sehens, der Imagination ist erwacht, weil sich die Erlebnisse des Stirnlotos im Lichtätherteil des menschlichen Ätherleibes abdrücken.

Daneben sieht man links und rechts oben zwei geflügelte Engelwesen, die der ersten Hierarchie angehören. Bei der linken Engelsgestalt ist das Zeichen des Mondes, bei der rechten das Symbol der Sonne zu sehen und über dem Menschenkopf der Saturn. Damit wird auf die dem Erdendasein vorangegangenen planetarischen Entwicklungsstufen hingewiesen, auf den alten Saturn, wo der Mensch die Anlage des physischen Leibes und bekommen hat, auf die alte Sonne, die dem Menschen den Ätherleib gab und schließlich der alte Mond, der Planet der Weisheit, auf dem der Mensch seinen Astralleib erhielt.

Darunter sieht man links und rechts zwei Gestalten mit Tierköpfen, die dem Menschen offenbar etwas ins Ohr raunen. Hier wird bereits auf ein Klangerlebnis gedeutet. Der Klangäther ertönt. Diese beiden Wesenheiten gehören der zweiten Hierarchie an. Die linke Gestalt trägt einen Löwenkopf, durch den die Ätherkräfte symbolisiert werden; die rechte Figur hat einen Stierkopf, ein Zeichen für die physische Welt.

Im Kehlkopfbereich ist das Halschakra sichtbar, das bereits auf die inspirierte Erkenntnis hinweist. Die seelischen Erlebnisse drücken sich nun auch im Wort- oder Lebensäther ab. Darunter ist Michael, der wichtigste Repräsentant der ersten Hierarchie, zu sehen, der den Drachen, die niedere Natur des Menschen, bekämpft und niederzwingt.

Im rechten Seitenfenster ist der Mensch gezeigt, nachdem er die Imaginationsfähigkeit errungen hat. Wieder sieht man die helle menschliche Gestalt auf der Spitze des hochragenden Felsens, hier sind ihre Arme und ihr Blick nun der geistigen Sonne zugewendet, die mit ihrem strahlenden Leuchten den obersten Bildteil erfüllt. Zwischen dem Menschen und den Tieren im Abgrund schweben drei Engelpaare, die einander die Hände reichen. Sie stellen zugleich die geläuterten höheren Seelenkräfte des Menschen dar. In ihrem Schoß tragen sie auch die höheren geistigen Wesensglieder des Menschen: das Geistselbst, den Lebensgeist und den Geistesmenschen. Zusammen mit dem Menschen an der Spitze geben die drei Engelpaare ein Bild der heiligen Siebenzahl. Die Tiergestalten aus der Tiefe sind zurückgesunken, die eine mit dem menschlichen Antlitz ist sogar ganz verschwunden. Die Bewusstseinsseele hat sich durch die geistige Schulung zur Imaginationsseele verwandelt.

Imaginatives Denken

„Es ist notwendig, daß man sich diese Dinge klarmacht, denn man lernt da erst erkennen, unter welchen ungeheuren Irrtümern das Denken der Gegenwart leidet, mit welcher Summe von Irrtümern sich dieses Denken der Gegenwart selber narrt, und wie eine Gesundung stattfinden muß durch jenes schwierigere Wissen, welches nicht etwa keine Rücksicht nimmt auf den physischen Leib: wenn wir mit dem physischen Leibe gehen, müssen wir den Boden unter unseren Füßen haben; wenn wir in der physischen Welt denken, so müssen wir eine Widerlage als Boden für Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch:161 Seite: 241 das Denken haben: das Nervensystem. Wenn wir aber unsere Denkarbeit zurückverlegen in unseren astralischen Leib, dann wird für uns der Ätherleib dasselbe, was dann, wenn wir im Ätherleibe denken, der physische Leib ist.

Schreiten wir zum imaginativen Denken fort, dann denken wir im astralischen Leibe, und der ätherische Leib behält dann die Spuren, wie sonst, wenn im Ätherleibe gedacht wird, der physische Leib die Spuren behält. Und wenn wir nach dem Tode außerhalb des physischen Leibes sind und auch den Ätherleib abgelegt haben, wie das oftmals beschrieben worden ist, dann ist unsere Widerlage der äußere Lebensäther, dann schreiben wir dasjenige, was der Astralleib und später das Ich entwickelt, in den ganzen Weltenäther ein.

So also ist der Vorgang, den wir durchmachen bei dem, was man die erste Stufe der Initiation nennt. Dieser Vorgang ist der, daß wir unser Denken zurückverlegen - es bleibt nicht Denken, es ist nur die Tätigkeit des Denkens -, daß wir unser Denken zurückverlegen vom Ätherleib in den Astralleib, und die Aufbewahrung der Spuren, die früher dem physischen Leibe obgelegen hat, dem flüchtigeren Ätherleibe auferlegen. Das ist das Wesentliche des ersten Schrittes der Initiation: die Zurückverlegung dieser Tätigkeit, die vorher der Ätherleib ausgeführt hat, auf den astralischen Leib.

So sehen wir, daß wir, während wir in imaginativen Erkenntnissen leben, uns gewissermaßen zurückziehen von dem physischen Leibe auf den Ätherleib, und dann keine weiteren Spuren in den physischen Leib eingraben. Dadurch geschieht es, daß für den, der diese ersten Schritte der Initiation durchmacht, dieser physische Leib, von dem er sich zurückzieht, objektiv wird, daß er ihn jetzt außerhalb seines astralischen Leibes und Ichs hat. Früher hat er darinnen gesteckt; jetzt ist er außerhalb. Er denkt, fühlt und will im astralischen Leibe. Den Ätherleib beeinflußt er, macht Spuren darin; aber den physischen Leib beeinflußt er nicht mehr, den sieht er jetzt wie etwas Äußeres. Das ist gewissermaßen der normale Gang in bezug auf die ersten Schritte in der Initiation. Er spricht sich im subjektiven Erleben in einer ganz bestimmten Weise aus.

Nun will ich Ihnen zuerst durch eine Art schematischer Zeichnung

Zeichnung aus GA 161, S. 243

klarmachen, worin diese ersten Schritte der Initiation bestehen. Nehmen wir an, das sei das menschliche physische Haupt, so sei der Ätherleib um dieses menschliche physische Haupt herum. Wenn nun der Mensch anfängt, dasjenige zu entwickeln, wovon ich gesprochen habe, wenn er anfängt, imaginative Erkenntnisse zu entwickeln, dann vergrößert sich der Ätherleib in dieser Weise, und das Eigenartige ist dabei, daß natürlich dem parallel gehen die Erscheinungen, die wir beschrieben haben als die Ausbildung der Lotusblumen. Der Mensch wächst gleichsam ätherisch aus sich heraus, und das Eigentümliche ist, daß der Mensch, indem er ätherisch also aus sich herauswächst, außerhalb seines Leibes etwas ähnliches entwickelt, möchte ich sagen, wie eine Art Ätherherz.

Als physische Menschen haben wir unser physisches Herz, und wir wissen alle zu schätzen den Unterschied zwischen einem trockenen, abstrakten Menschen, der wie eine richtige Maschine seine Gedanken entwickelt, und einem Menschen, der mit seinem Herzen bei alledem ist, was er erlebt; ich meine, mit seinem physischen Herzen dabei ist. Diesen Unterschied wissen wir alle zu schätzen. Dem trockenen Schleicher, der mit seinem Herzen nicht ist bei dem, was er in der Seele erlebt, muten wir nicht viel zu in bezug auf wirkliche Welterkenntnis auf dem physischen Plan. Eine Art geistiges Herz, das außerhalb unseres physischen Leibes ist, bildet sich aus, parallel all den Erscheinungen, die ich beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? », so wie sich das Blutnetz bildet und im Herzen sein Zentrum hat. Dieses Netz geht außerhalb des Leibes, und wir fühlen uns außerhalb des Leibes dann herzlich verbunden mit demjenigen, was wir geisteswissenschaftlich erkennen. Nur muß man nicht verlangen, daß der Mensch sozusagen mit dem Herzen, das er im Leibe hat, bei dem geisteswissenschaftlichen Erkennen dabei ist, sondern mit dem Herzen, das ihm außerhalb des Leibes wird; mit dem ist er herzlich bei dem, was er geisteswissenschaftlich erkennt.“ (Lit.:GA 161, S. 241ff)

„Alles das, was ich jetzt als normalen Gang zum Hellsehertum beschrieben habe, besteht darinnen, daß der Mensch seinen Ätherleib, ja selbst auch die höheren Glieder der Organisation, heraushebt aus dem physischen Leibe, daß er sich ein Herz eingliedert außerhalb des Umfangs des physischen Leibes.

Worauf beruhen denn die gewöhnlichen Gedanken? Sehen Sie, solch ein Gedanke wird wirklich im Ätherleibe nur entwickelt; aber nun stößt er an den physischen Leib an, er macht überall im Gehirn darinnen Eindrücke. Wenn man das Wesentliche, worauf es ankommt bei dem Denken des Alltags, sich vor die Seele führt, so kann man sagen: Es beruht darauf, daß man denkt im Ätherleibe, und daß das Gedachte auf das Nervensystem des Gehirns fällt; es macht da Eindrücke, aber diese Eindrücke gehen nicht tief, sondern sie prallen zurück. Und dadurch spiegelt sich das Denken, dadurch kommt es uns zum Bewußtsein. Also ein Gedanke besteht zunächst darinnen, daß wir ihn in der Seele haben bis zum Ätherleibe hin; dann macht er einen Eindruck auf das physische Gehirn, da kann er aber nicht hinein und muß daher zurück. Diese zurückgeprallten Gedanken nehmen wir wahr. Und da kommt die Physiologie her und zeigt die Spuren, die im physischen Gehirn darinnen entstanden sind.

Was wäre es denn nun, wenn der Gedanke nicht zurückprallte, sondern wenn er ins Gehirn hineinginge und darinnen bloß Prozesse verursachen würde? Wenn er nicht zurückprallte, könnten wir ihn nicht wahrnehmen; dann würde er ins Gehirn hineingehen und da einfach Prozesse verursachen. Es wäre denkbar, daß der Gedanke, statt zurückgeworfen zu werden, ins Gehirn hineinginge. Da würden wir kein Bewußtsein haben, denn das Bewußtsein entsteht erst, indem der Gedanke reflektiert wird.

Es gibt aber eine solche Tätigkeit der Seele, die in den Leib hineingeht: das ist das Wollen, Das Wollen unterscheidet sich dadurch vom Denken, daß das Denken zurückprallt an der Leibesorganisation und im Spiegelbilde wahrgenommen wird, das Wollen aber nicht. Bei ihm ist es so, daß es in die Leibesorganisation hineingeht, und es wird dann ein physischer Leibesprozeß hervorgerufen. Das bewirkt, daß wir gehen oder die Hände bewegen und so weiter. Das eigentliche Wollen entsteht auf ganz andere Weise als der Gedanke. Der entsteht dadurch, daß er zurückprallt. Das Wollen aber geht in die Leibesorganisation hinein, wird nicht zurückgeworfen, sondern bewirkt in der Leibesorganisation bestimmte Prozesse.

Nun gibt es aber in einem Teile unserer Leibesorganisation doch noch die Möglichkeit, daß so etwas, was da untertaucht, wiederum zurückprallt. Verfolgen Sie wohl dasjenige, was ich sagen werde. Bei unserem Gehirndenken geht das so vor sich, daß die Gedankentätigkeit sich entwickelt in dem ätherischen Gehirn, an dem physischen Nervensystem zurückprallt, und daß uns dadurch die Gedanken zum Bewußtsein kommen. Beim Hellsehen stoßen wir gleichsam das Gehirn zurück. Wir denken mit dem astralischen Leibe, und es wird uns schon das Denken zurückgeworfen durch den Ätherleib. Hier (siehe Zeichnung I) ist Außenwelt, hier der physische Leib (beim Gehirndenken); hier beim Hellsehen die Außenwelt, dasjenige was wir verarbeiten mit dem astralischen Leibe (siehe Zeichnung II); den Ätherleib lassen wir das zurückwerfen, und den physischen Leib lassen wir ganz ausgeschaltet.

Zeichnung aus GA 161, S. 246

Hier (siehe Zeichnung I), wenn wir wollen, taucht aber die Tätigkeit der Seele in den physischen Leib hinein. Daher, wenn wir gehen, die Hand bewegen, ist es die Seele, die das tut. Aber ihre Tätigkeit muß innere, organische, materielle Prozesse bewirken, und in denen lebt sich die Tätigkeit der Seele aus. Ich möchte sagen: der Wille besteht darinnen, daß die Tätigkeit der Seele erstirbt in der materiellen Betätigung im Leibe.

Fragen Sie sich jetzt: Wie leben wir eigentlich, wenn wir in unserem Denken leben? Ich möchte sagen, in unserem Denken leben wir hart an der Grenze der Ewigkeit. In dem Augenblicke, wo wir den physischen Leib ausschalten und von dem Ätherleibe unsere Gedanken zurückstrahlen lassen, leben wir in dem, was wir durch die Pforte des Todes tragen. Solange wir von dem physischen Leibe die Gedanken zurückstrahlen lassen, leben wir in dem, was zwischen der Geburt und dem Tode da ist. Wenn wir aber wollen, so gehört unser Wollen lediglich unserem physischen Leibe an. Unser physischer Leib ist da, damit er Tätigkeit entwickle. Während das Denken sozusagen schon an der Pforte der Ewigkeit steht, ist das Wollen für den physischen Leib gestiftet.

Erinnern Sie sich, daß ich in einem der Vorträge gesagt habe: Das Wollen ist das Baby, und wenn es älter wird, dann wird es zum Denken. Das stimmt überein mit dem, was wir heute von einem anderen Gesichtspunkte aus entwickeln können. Das Wollen ist in die Zeitlichkeit hineingebannt, und nur dadurch, daß der Mensch sich entwickelt, daß er immer weiser und weiser wird, immer mehr mit Gedanken sein Wollen durchdringt, erhebt er das, was geboren wird im Wollen, aus der Zeitlichkeit in die Sphäre der Ewigkeit hinauf, erlöst er sein Wollen aus seinem Leibe.

Aber in einem Teile seines Leibes ist etwas eingeschaltet: das untergeordnete Nervensystem, das Gangliensystem, das Bauchnervensystem; das Sonnengeflecht wird oftmals auch ein Teil desselben genannt. Dieses Nervensystem ist so, wie es sich jetzt im Menschen entwickelt, ein unvollkommenes Organ; es ist erst in den allerersten Anlagen vorhanden. Später wird es sich weiter ausbilden. Aber geradeso wie man von einem Kinde weiß, daß es noch die Eigenschaften entwickeln kann, die man als Erwachsener entwickelt, so kann man wissen, daß dieses Nervensystem, das heute dazu dient, organische Tätigkeiten zu versorgen, sich noch entwickeln wird. Dieses Nervensystem, das neben dem eigentlichen Gehirn und Rückenmarksystem und neben den in den Gliedmaßen verzweigten Nerven hergeht, dieses Bauchnervensystem ist heute noch nicht so entwickelt, daß es dasjenige tun könnte, was es tun wird, wenn der Mensch einmal auf dem Jupiter sein wird. Da werden das Gehirn und das Rückenmark zurückgebildet sein, und das Bauchnervensystem wird eine ganz andere Ausbildung haben, als es heute hat. Dann wird es an der Oberfläche des Menschen gelagert sein. Denn alles das, was zuerst darinnen ist in dem Menschen, lagert sich später an der Oberfläche des Menschen ab.

Dafür aber benützen wir auch für das gewöhnliche Leben zwischen Geburt und Tod dieses Nervensystem nicht direkt, wir lassen es im Unterbewußten liegen. Aber es kann eintreten durch abnorme Verhältnisse, daß dasjenige, was im menschlichen Willen und Begehrungsvermögen liegt, hineingeht in den menschlichen Organismus, und daß es durch abnorme Verhältnisse, über die wir noch sprechen werden, zurückgeworfen wird vom Bauchnervensystem, so wie sonst der Gedanke vom Gehirn zurückgeworfen wird. Der Wille geht hinein ins Gangliensystem, aber, statt daß er Tätigkeit wird, wird er zurückgeworfen von dem Gangliensystem, und es entsteht im Menschen etwas, was sonst im Gehirn entsteht. Es entsteht ein Prozeß im Menschen, den man auch so charakterisieren kann: Wenn Sie den Übergang vom gewöhnlichen Wachzustande zum Hellsehen ins Auge fassen, so können Sie sehen, wie in uns im gewöhnlichen Nervensystem unser Denken, Fühlen und Wollen sich spiegeln - Fühlen und Wollen insofern sie Gedanken sind -, dasjenige aber, was Wollen ist, lassen wir untertauchen in die Organisation.

Im Hellsehen bilden wir uns - außerhalb des Leibesraumes sozusagen - damit aber auch ein gegenüber dem Gehirn höheres Organ. Wie unser gewöhnliches Gehirn mit unserem physischen Herzen zusammenhängt, so hängt dasjenige, was draußen, im Astralleibe, als Gedanke sich entwickelt, mit diesem Ätherherzen zusammen. Das ist höheres Hellsehen: Kopfhellsehen.

Aber es kann der Mensch auch den umgekehrten Weg machen. Er kann mit dem, was in dem «Baby» Wollen steckt, in die Organisation so hineingehen, daß das Wollen zu einem Denken wird, während er sonst das Denken zum Wollen gemacht hat. Das ist die tiefere Begründung von dem, was ich vor einiger Zeit hier angeführt habe als den Unterschied zwischen Kopfhellsehen und Bauchhellsehen. Beim Kopfhellsehen wird ein neues Ätherorgan gebildet, in dem man unabhängig wird von der Leibesorganisation. Beim Bauchhellsehen appelliert man an das Gangliensystem, appelliert man an dasjenige, was sonst unberücksichtigt bleibt. Daher sind die Ergebnisse des Bauchhellsehens flüchtiger als die gewöhnlichen Wacherlebnisse, sie haben keine Bedeutung für die Seelen, wenn diese durch die Pforte des Todes gehen. Alles was durch Kopfhellsehen gewonnen ist, hat eine geistige, dauernde Bedeutung auch für die Seelen, welche durch die Pforte des Todes gegangen sind, hat mehr Bedeutung als das wache Tageserleben. Das, was durch Bauchhellsehen gewonnen wird, hat sogar eine noch geringere Bedeutung für das Leben nach dem Tode als das alltägliche wache Wissen. Jedes somnambule Hellsehen steht unter dem wachen Tagesbewußtsein, nicht darüber. Dagegen spricht gar nicht, daß allerlei poetische und sonstige Eigenschaften entwickelt werden können durch das Bauchhellsehen; weil in dem Augenblicke, wo dieses Bauchhellsehen eintritt, es wirklich die Ganglien sind, welche stets das Wollen in den physischen Leib hineingehen. Dadurch wird in den Ganglien die Tätigkeit des Ätherleibes zurückgehalten und strahlt zurück, und dadurch nimmt man dann wahr dasjenige, was man nicht durch das Gehirn wahrnehmen kann. Man kann dadurch Gedanken wahrnehmen, die man sonst durch das Gehirn nicht wahrnimmt; aber es bleibt doch eine untergeordnete Tätigkeit.“ (S. 244ff)

Wie werden Imaginationen erlebt?

Wenn sich beim Schüler die Imagination entwickelt, so ähneln die Imaginationen zunächst den Erinnerungsbilder und dann auch den Traumbildern. Sie sind blass und unbestimmt, aber nicht chaotisch durcheinander gewürfelt wie die Traumbilder. Man lernt aber nach und nach die wirklichen Imaginationen zu unterscheiden von den Reminiszenzen an das, was man im sinnlichen Dasein erlebt hat und auch von den Träumen.

"Der Mensch kann im gewöhnlichen Bewußtsein nur egoistisch träumen. Wenn er in der Nacht träumt, so träumt er in Gebundenheit an seinen eigenen Organismus; er ist im Traume nicht verbunden mit der Umgebung. Kann er verbunden sein mit der Umgebung und dieselben Kräfte entwickeln, die er sonst im Traume entwickelt, so ist er im imaginativen Vorstellen." (Lit.: GA 179, S. 106)

Wolfgang Pauli (1900 - 1958)

Die Imaginationen sind nicht nur Bilder in der menschlichen Seele, sondern sie gehören der geistigen Wirklichkeit an. Aus imaginativen Bildern ist letztlich alles geschaffen, auch die physische Welt. Sie sind die wirksam tätigen Urbilder der Dinge. Sie sind die Ideen, die Archetypen im Sinne Platons. Die Urpflanze, von der Goethe in seiner Metamorphosenlehre gesprochen hat, ist ein Beispiel dafür. (Lit.: GA 157, S. 298) Der österreichische Physiker und Mitbegründer der Quantentheorie Wolfgang Pauli (1900-1958) hat davon sehr deutlich etwas geahnt, wenn er in einem Brief an den Physiker Markus Fierz (1912-2006), in dem er sich auf dessen 1948 im Eranos-Jahrbuch veröffentlichten Vortrag "Zur physikalischen Erkenntnis" bezieht, diesbezüglich sehr zutreffend von einem malenden Schauen dieser inneren Bilder spricht:

"Die in Ihrem Vortrag formulierten Ideen haben viele Berührungspunkte mit meinen, z. B. Komplementarität und Universalität, bzw. Physik und Psychologie, vielleicht sind da aber auch einige Unterschiede. Mein Ausgangspunkt ist, welches die Brücke sei zwischen den Sinneswahrnehmungen und den Begriffen. Zugestandenermaßen kann die Logik eine solche Brücke nicht geben oder konstruieren. Wenn man die vorbewußte Stufe der Begriffe analysiert, findet man immer Vorstellungen, die aus "symbolischen"[1] Bildern mit im allgemeinen starkem emotionalen Gehalt bestehen. Die Vorstufe des Denkens ist ein malendes Schauen dieser inneren Bilder, deren Ursprung nicht allein und nicht in erster Linie auf die Sinneswahrnehmungen (des betreffenden Individuums) zurückgeführt werden kann, sondern die durch einen "Instinkt des Vorstellens" produziert und bei verschiedenen Individuen unabhängig, d. h. kollektiv reproduziert werden. {Dazu paßt, was Sie Seite 12 und 13 über den Zahlbegriff gesagt haben.} Der frühere archaisch-magische Standpunkt ist nur ein klein wenig unter der Oberfläche; ein geringes abaissement du niveau mental genügt, um ihn völlig "nach oben" kommen zu lassen. Die archaische Einstellung ist aber auch die notwendige Voraussetzung und die Quelle der wissenschaftlichen Einstellung. Zu einer vollständigen Erkenntnis gehört auch diejenige der Bilder, aus denen die rationalen Begriffe gewachsen sind.

Nun kommt eine Auffassung, wo ich vielleicht mehr ein Platonist[2] bin als die Psychologen der Jungschen Richtung. Was ist nun die Antwort auf die Frage nach der Brücke zwischen den Sinneswahrnehmungen und den Begriffen, die sich uns nun reduziert auf die Frage nach der Brücke zwischen den äußeren Wahrnehmungen und jenen inneren bildhaften Vorstellungen. Es scheint mir - wie immer man es auch dreht, ob man vom "Teilhaben der Dinge an den Ideen" oder von "an sich realen Dingen" spricht - es muß hier eine unserer Willkür entzogene kosmische Ordnung der Natur postuliert werden, der sowohl die äußeren materiellen Objekte als auch die inneren Bilder unterworfen sind. (Was von beiden historisch das frühere ist, dürfte sich als eine müßige Scherzfrage erweisen - so etwa wie "Was war früher: das Huhn oder das Ei?") Das Ordnende und Regulierende muß jenseits der Unterscheidung von physisch und psychisch gestellt werden - so wie Platos "Ideen" etwas von "Begriffen" und auch etwas von "Naturkräften" haben (sie erzeugen von sich aus Wirkungen). Ich bin sehr dafür, dieses "Ordnende und Regulierende" "Archetypen" zu nennen; es wäre aber dann unzulässig, diese als psychische Inhalte zu definieren. Vielmehr sind die erwähnten inneren Bilder ("Dominanten des kollektiven Unbewußten" nach Jung) die psychische Manifestation der Archetypen, die aber auch alles naturgesetzliche im Verhalten der Körperwelt hervorbringen, erzeugen, bedingen müßten. Die Naturgesetze der Körperwelt waren dann die physikalische Manifestation der Archetypen." (Lit.: Meyenn, S 496f)

Die Quelle dieser urbildlichen Ideen ist für Platon «Das Gute», wie er es etwa im Sonnengleichnis in seiner Politeia darstellt:

„Du wirst wohl einräumen, glaube ich, daß die Sonne den sinnlich sichtbaren Gegenständen nicht nur das Vermögen des Gesehenwerdens verleiht, sondern auch Werden, Wachsen und Nahrung, ohne daß sie selbst ein Werden ist?
Das ist sie nicht!
Und so räume denn auch nun ein, daß den durch die Vernunft erkennbaren Dingen von dem eigentlichen Guten nicht nur das Erkanntwerden zuteil wird, sondern daß ihnen dazu noch von jenem das Sein und die Wirklichkeit kommt, ohne daß das höchste Gut Wirklichkeit ist: es ragt vielmehr über die Wirklichkeit an Hoheit und Macht hinaus.“

Platon: Politeia VI, S. 397

Im Imaginieren bewegt sich die Seele, ausgehend von der aufmerksamen sinnlichen Beobachtung, mit den Weltereignissen mit, wie Anton Kimpfler betont:

„Als Malen mit den Augen selber kann da Imaginieren beschrieben werden. Es bleibt nicht beim Registrieren einer bestimmten Farbe. Vielmehr ereignet sich ein unmittelbareres Begegnen mir ihr. Wir nehmen an ihr aktiver teil.

Äußeres wird innerlicher, so wäre dies auch zu charakterisieren. Die Seele bewegt sich in den Weltereignissen mit. Das exakte Gegenteil bewirken technische Medien, durch welche unser Verhältnis zur Welt noch abgeschnittener ist.“ (Lit.: Kimpfler, S. 41)

So konnte etwa Goethe durch sorgfältige Beobachtung des Pflanzenwachstums in ihren inneren Werdeprozess eintauchen und zur Imagination der Urpflanze verdichten.

Auch im Traum offenbart sich die bildschaffende Kraft der Seele. Den Traumbildern, die einen letzten Rest des atavistischen Hellsehens darstellen, sind wir allerdings mehr oder weniger willenlos hingegeben. Bei luciden Träumen wird unser Wille bereits aktiver eingeschaltet, und im Wachen setzen wir uns dann schon sehr deutlich mit unserer Umwelt willentlich in Beziehung. Je mehr unser Wille das Schauen begleitet, desto mehr fühlen wir uns auch einer realen Wirklichkeit gegenübergestellt. Das steigert sich noch mehr, wenn wir zur Imagination voranschreiten. Sowohl unser Willensengagement als auch unser Wirklichkeitsempfinden werden bedeutsam gesteigert gegenüber dem gewöhnlichen Wachbewusstsein. Das Bewusstsein ist wacher und klarer als das normale Tagesbewusstsein. Wir wissen, wir selbst machen die Bilder – und dennoch sind sie nicht willkürlich, sondern der gemäße Ausdruck einer höheren Wirklichkeit.

„Zunächst muß sich die Seele allerdings bereit machen, solche Bilder im geistigen Blickekreis auftreten zu sehen; dazu aber muß sie auch sorgfältig das Gefühl ausbilden, bei diesen Bildern nicht stehen zu bleiben, sondern sie in der rechten Art auf die übersinnliche Welt zu beziehen. Man kann durchaus sagen, zur wahren übersinnlichen Anschauung gehört nicht nur die Fähigkeit, in sich eine Bilderwelt zu erschauen, sondern noch eine andere, welche sich mit dem Lesen in der sinnlichen Welt vergleichen läßt.

Die übersinnliche Welt ist zunächst als etwas ganz außer dem gewöhnlichen Bewußtsein Liegendes vorzustellen. Dieses Bewußtsein hat gar nichts, wodurch es an diese Welt herandringen kann. Durch die in der Meditation verstärkten Kräfte des Seelenlebens wird zuerst eine Berührung der Seele mit der übersinnlichen Welt geschaffen. Dadurch tauchen aus den Fluten des Seelenlebens die gekennzeichneten Bilder herauf. Diese sind als solche ein Tableau, das eigentlich ganz von der Seele selbst gewoben wird. Und zwar wird es gewoben aus den Kräften, welche sich die Seele in der sinnlichen Welt erworben hat. Es enthält als Bildgewebe wirklich nichts anderes, als was sich mit Erinnerung vergleichen läßt. - Je mehr man sich für das Verständnis des hellsichtigen Bewußtseins dieses klar macht, desto besser ist es. Man wird sich dann über die Bildnatur keiner Illusion hingeben. Und man wird dadurch auch ein rechtes Gefühl dafür ausbilden, in welcher Art man die Bilder auf die übersinnliche Welt zu beziehen hat. Man wird durch die Bilder in der übersinnlichen Welt lesen lernen.“ (Lit.:GA 17, S. 18)

Gefahren und Fehlerquellen bei der geistigen Schulung

"Wenn der Mensch mit dem hellsichtigen Bewußtsein durch die Übungen der imaginativen Erkenntnis hinunterdringt ins Unterbewußtsein und nicht aufmerksam ist darauf, daß er da zunächst nur sich selbst findet mit alledem, was er ist und was in ihm wirkt, dann ist der Mensch den allermannigfaltigsten Irrtümern ausgesetzt; denn durch irgendwelche mit den gewöhnlichen Bewußtseinstatsachen vergleichbare Art wird man keineswegs gewahr, daß man es zu tun hat nur mit sich selber. Es tritt auf irgendeiner Stufe die Möglichkeit auf, sagen wir Visionen zu haben, Gestalten vor sich zu sehen, die durchaus etwas Neues sind gegenüber dem, was man sonst durch die Lebenserfahrungen kennengelernt hat. Das kann auftreten. Wenn man aber etwa die Vorstellung haben sollte, daß das schon Dinge sein müßten der höheren Welten, so würde man sich einem schweren Irrtum hingeben. Diese Dinge stellen sich nicht so dar, wie sie sich für das gewöhnliche Bewußtsein die Dinge des inneren Lebens darstellen. Wenn man in die Tiefen, die wir die verborgenen Seelentiefen nennen, hinuntersteigt, dann kann man durchaus nur in sich selbst sein, und dennoch kann das, was einem entgegentritt, sich so hinstellen, als wenn es außer uns wäre." (Lit.: GA 143, S. 80)

Um Fehler in der geistigen Wahrnehmung zu vermeiden, muss der Geistesschüler lernen, sein Eigenwesen von der geistigen Außenwelt zu unterscheiden.

„Es kann nun der Geistesschüler einen bedeutsamen Unterschied wahrnehmen zwischen der sich ihm erschließenden seelisch-geistigen Welt und derjenigen, welche er gewohnt war, durch seine physischen Sinne wahrzunehmen. Eine Pflanze der sinnlichen Welt bleibt, wie sie ist, was auch des Menschen Seele über sie fühlt oder denkt. Das ist bei den Bildern der seelisch-geistigen Welt zunächst nicht der Fall. Sie ändern sich, je nachdem der Mensch dieses oder jenes empfindet oder denkt. Dadurch gibt ihnen der Mensch ein Gepräge, das von seinem eigenen Wesen abhängt. Man stelle sich vor, ein gewisses Bild trete in der imaginativen Welt vor dem Menschen auf. Verhält er sich zunächst in seinem Gemüte gleichgültig dagegen, so zeigt es sich in einer gewissen Gestalt In dem Augenblicke aber, wo er Lust oder Unlust gegenüber dem Bilde empfindet, ändert es seine Gestalt. Die Bilder drücken somit zunächst nicht nur etwas aus, was selbständig außerhalb des Menschen ist, sondern sie spiegeln auch dasjenige, was der Mensch selbst ist. Sie sind ganz und gar durchsetzt von des Menschen eigener Wesenheit. Diese legt sich wie ein Schleier über die Wesenheiten hin. Der Mensch sieht dann, wenn auch eine wirkliche Wesenheit ihm gegenübersteht, nicht diese, sondern sein eigenes Erzeugnis. So kann er zwar durchaus Wahres vor sich haben und doch Falsches sehen. Ja, das ist nicht nur der Fall mit Bezug auf das, was der Mensch als seine Wesenheit selbst an sich bemerkt; sondern alles, was an ihm ist, wirkt auf diese Welt ein. Es kann z.B. der Mensch verborgene Neigungen haben, die im Leben durch Erziehung und Charakter nicht zum Vorschein kommen; auf die geistig-seelische Welt wirken sie; und diese bekommt die eigenartige Färbung durch das ganze Wesen des Menschen, gleichgültig, wieviel er von diesem Wesen selbst weiß oder nicht weiß. — Um weiter fortschreiten zu können von dieser Stufe der Entwickelung aus, ist es notwendig, daß der Mensch unterscheiden lerne zwischen sich und der geistigen AußenWelt. Es wird nötig, daß er alle Wirkungen des eigenen Selbstes auf die um ihn befindliche seelisch-geistige Welt ausschalten lerne. Man kann das nicht anders, als wenn man sich eine Erkenntnis erwirbt von dem, was man selbst in die neue Welt hineinträgt. Es handelt sich also darum, daß man zuerst wahre, durchgreifende Selbsterkenntnis habe, um dann die umliegende geistig-seelische Welt rein wahrnehmen zu können.“ (Lit.:GA 13, S. 375f)

Die drei Tugenden des Sehers

"Jeder, der sehend werden will, muß drei Tugenden ausbilden, die er notwendig braucht. Erstens: Selbstvertrauen, er muß seiner selbst sicher sein. Zweitens: Selbsterkenntnis, er darf niemals davor zurückschrecken, seine Fehler zu sehen, und drittens: Geistesgegenwart. Denn es trifft ihn manches auf dem astralen Plane, was zwar immer um uns ist, aber es ist etwas anderes, dies auch zu sehen. Deshalb müssen vor allen Dingen diese Eigenschaften ausgebildet werden, und es ist eigentlich ein Unfug, wenn durch irgendwelche Schulen oder Gesellschaften Menschen, ohne in dieser Weise geführt zu werden, zu Hellsehern gemacht werden." (Lit.: GA 98, S. 25)

Flüchtigkeit der Imaginationen

Imaginationen sind sehr flüchtig und lassen sich nur schlecht im Gedächtnis festhalten. Ein geeignetes Hilfsmittel ist, das Erlebte niederzuschreiben oder durch eine symbolische Zeichnung zu fixieren - aber möglichst unmittelbar und ohne Kopftätigkeit!

"... wer durch die Übungen, wie sie in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben sind, diese imaginative Erkenntnis erlangt hat, so daß er versteht, in Gedanken zu leben, namentlich in reinen, sinnlichkeitsfreien Gedanken zu leben, wie ich es in der «Philosophie der Freiheit» geschildert habe, der lebt dann, wie er hier im Raumleib in jedem Teile lebt, so dort in jedem Teile seines Zeitenleibes gleichzeitig und in jeder Stärke. Man sieht, wenn man sich als fünfzig- oder sechzigjähriger Mensch zurückversetzt oder auch als ein achtzigjähriger, nicht nur fünf Jahre zurück - denn es dehnt sich das gegenwärtige Dasein über den ganzen Lebenslauf aus - : Man ist in jedem einzelnen Punkte unmittelbar gegenwärtig. Allerdings erkauft man diese Gegenwärtigkeit mit der Flüchtigkeit. Wenn Sie imstande sind, in noch so lebendiger Weise ein Erlebnis zu haben mit etwas, was in Ihr achtzehntes Jahr fällt: es entschwindet Ihnen zwar nicht so schnell wie ein Traum, aber Sie können es nicht halten, Sie müssen es vergessen. Und als Geistesforscher könnte man zum Beispiel, wenn es nicht andere Hilfen gäbe, in eine sehr üble Lage kommen. Man könnte die Beziehungen herstellen, durch die man etwas in der ätherischen Welt sehen kann, aber man vergißt es sogleich. Daher muß man auch zu allerlei Hilfen greifen - Einzelheiten darüber habe ich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» angeführt -, damit dasjenige nicht gleich wieder entschwindet, was man sich auf diese Weise als ein geistig-ätherisches Anschauen erwirbt. Es verschwindet mit großer Sicherheit nach ein paar Tagen, und was der Mensch als seinen Ätherleib noch an sich trägt nach dem Tode, das verschwindet ebenso schnell.

Man lernt nämlich das ganze Wesen des Ätherischen aus diesem Erleben heraus kennen, wie ich es jetzt beschrieben habe. Die Dinge, die man über das Leben nach dem Tode erzählt, sind nicht konstruiert, sondern aus einer lebendigen Erkenntnis heraus gewonnen. Aber wenn man nun solche Hilfen anwenden will, genügt nie eine bloße Kopftätigkeit. Ich scheue mich nicht, da von eigenen Erfahrungen zu reden, die ich machte, als ich bemerkte, wie flüchtig solche Erlebnisse im ätherischen Kosmos sind. Wenn man noch so viel schaut, so nimmt man, um seine Erlebnisse nach einer Woche anderen Menschen zu erzählen, dann seine Zuflucht zu anderem. Aber diese Hilfen nimmt man nicht aus den Kopfmitteln. So war ein Mittel sehr günstig, das darin bestand, das Erlebte, wenn es noch dastand, aufzuschreiben, so daß die Tätigkeit nicht durch den Kopf gegangen ist, sondern durch die schreibende Hand. Es handelt sich in diesem Falle nicht um ein mediales Schreiben, auch nicht um den Zweck, die Sache aufgeschrieben zu haben. Das Aufschreiben - auch das Nachschreiben von Vorträgen - ist einem ohnedies, wenn man auf geistigem Gebiete steht, etwas außerordentlich Unsympathisches. Aber man hat dadurch eine Hilfe, dasjenige, was sonst flüchtig wird, zu fixieren, indem man den ganzen Organismus daran teilnehmen läßt, wie sonst, wenn man eine Zeichnung oder eine Malerei ausführt. Es bleibt dann im eigenen Organismus, man braucht es sich gar nicht wieder nachher anzueignen. Es handelt sich nur darum, die Sachen zu fixieren. Aber dazu kann man nicht Kopfhilfen brauchen. Wenn Sie Geistesforscher sind, können Sie es durch keine Kopf hilfen fixieren; Sie müssen es fixieren durch etwas, was Ihren ganzen Menschen in Anspruch nimmt. Ein solches Mittel wäre es, wenn Sie das Erlebte aufschreiben. Nehmen Sie aber keine Rücksicht darauf, daß Sie eine intellektuelle Tätigkeit hineinverarbeiten, sondern was in Frage kommt, ist nur der Duktus des Schreibens; oder Sie machen sich gar eine symbolische Zeichnung, malen ab oder dergleichen." (Lit.: GA 218, S. 303f)

"Die geistigen Wahrheiten haben das Eigentümliche, daß sie nicht richtige Gedächtniswahrheiten werden können. Sie können auch nicht in Ihrem eigenen Organismus das, was Sie vor einer Woche gegessen haben, aufbewahren. Der Wiederkäuer kann es, allerdings nur für eine kurze Zeit, aufbewahren. Beim Wiederkäuer ist es eben eine organische Nachbildung, ein Rudiment im physischen Leibe für das, was sonst nur im Ätherleib als Gedächtnis vorhanden ist. Was aber gegenüber den geistigen Wahrheiten werden muß, das ist, daß man sie immer wieder und wieder erlebt und sie einem dann zur Gewohnheit werden, nicht gedächtnismäßig, bildmäßig behalten werden, sondern zur Gewohnheit werden. Das ist der Sinn, der durchgreifende Sinn des Meditierens, daß man an das appelliert, was im Grunde genommen nur in der ersten Kindheit vorhanden ist. Da hat man auch kein Bildgedächtnis, daher wird das vom kleinen Kinde vergessen, was es erst erlebt hat. Es lebt im gewohnheitsmäßigen Gedächtnis. An dieses müssen wir zurückgehen, wenn wir geistige Wahrheiten in uns verarbeiten wollen, sonst verschwitzen wir sie sehr schnell." (Lit.: GA 316, S. 183f)

Imaginationen und Muskelsystem

"Geht man von dem Gedanken zur Imagination über, so erlebt man seine Imagination im Muskelsystem. Die Inspiration erlebt man, indem man innerlich mit seinen eigenen Organen miterlebt. Man muß nur ja nicht da, wo es sich um Inspirationen handelt, den Satz vergessen: «naturalia non sunt turpia.» [„Natürliches ist keine Schande.“] Denn unter Umständen werden die wunderbarsten Inspirationen mit den Nieren erlebt oder mit andern niederen Organen. Also dasjenige, was höhere Erkenntnis ist, das nimmt wirklich den ganzen Menschen in Anspruch; und derjenige bekommt keinen Eindruck von Imaginationen und Inspirationen, der nicht weiß, daß Imaginieren eine Arbeit ist, die dem physischen Arbeiten ganz gleich kommt, weil sie die Muskeln anstrengt, so daß ein wirkliches Imaginieren ist wie ein wirkliches physisches Arbeiten. Daher gibt es auch eine Korrelation zwischen einer physischen Arbeit und dem Imaginieren, zum Beispiel, wenn ich da etwas Persönliches erwähnen darf, ich habe immer gefunden, zum Imaginieren hat es ungeheuer viel beigetragen, daß ich als Knabe Holz gehackt habe, Kartoffeln ausgenommen habe, mit dem Erdspaten gearbeitet habe, gesät habe und Ähnliches. Nun ja, ich will nicht mit diesen Dingen renommieren, aber diese Dinge einmal gemacht zu haben, erleichtert das Wiederheraufbringen in die Muskeln, eine Anstrengung, um das Imaginieren leichter zu haben, gerade so, wie wenn Sie sonst etwas gewöhnt sind. So ist es, wenn Sie die Muskeln gerade in der Jugend angestrengt haben, wenn Sie später imaginieren wollen. Aber sehen Sie, da nützen einem nicht Bewegungen, die nicht Arbeit sind. Das Spielen eigentlich nützt einem für das Imaginieren nichts. Ich will nichts gegen das Spielen an sich sagen, Sie brauchen nur an meine pädagogischen Dinge heranzugehen, so werden Sie sehen, daß ich nichts gegen das Spiel habe, aber das Imaginieren bringt den ruhenden Muskel - denn es muß natürlich in der Ruhe vor sich gehen - zu einem ähnlichen Erlebnis wie eine wirkliche physische Arbeit." (Lit.: GA 316, S. 114f)

Reine Anschauung der Sinneswelt und freie Imagination als Aufgabe des Bewusstseinsseelen-Zeitalters

„Also, welche Fähigkeiten sollten die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums, unseres Zeitraums, besonders entwickeln? Wir wissen ja, daß es sich um die Entwickelung der Bewußtseinsseele handelt, allein diese muß sich wiederum zusammensetzen aus einer Reihe von Kräften, Seelenkräften, körperlichen Kräften. Das erste, was entwickelt werden muß, wenn der Mensch richtig auf der Erde bleiben soll, das ist ein wirkliches reines Anschauen der Sinnenwelt. Ein solches reines Anschauen der Sinnenwelt war in den früheren Zeiträumen nicht da, weil immer in das menschliche Seelenleben das Visionäre, das Imaginative hereinspielte, bei den Griechen noch die Phantasie. Aber nachdem die Phantasie die Menschheit soweit ergriffen hatte, wie sie im griechischen Leben eben sie ergriffen hat, da wurde notwendig, daß die Menschen die Fähigkeit entwickelten, unbehelligt durch eine dahinterstehende Vision die äußere Naturwirklichkeit anzuschauen. Wir brauchen uns dabei nicht vorzustellen, daß das materialistische Weltbild damit gemeint ist; dieses materialistische Weltenbild ist schon ein ahrimanisch verzerrtes Anschauen der Sinneswirklichkeit. Aber, wie gesagt, die Sinneswirklichkeit ordentlich zu beobachten, das war die eine Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums.

Die andere Aufgabe der Menschenseele ist diese: neben der reinen Anschauung der Wirklichkeit zu entwickeln freie Imagination, in einer Beziehung eine Art Wiederholung der ägyptisch-chaldäischen Zeit. Darinnen ist der fünfte nachatlantische Zeitraum noch nicht sehr weit. Freie Imaginationen müssen entwickelt werden, wie sie gesucht werden durch die Geisteswissenschaft, also nicht gebundene Imaginationen, wie sie der dritte nachatlantische Zeitraum hatte, nicht zur Phantasie destillierte Imaginationen, sondern freie Imaginationen, in denen man sich so frei bewegt, wie sich der Mensch sonst nur in seinem Verstande frei bewegt. Daraus, daß diese zwei Fähigkeiten entwickelt werden, wird sich ergeben das rechte Entwickeln der Bewußtseinsseele des fünften nachatlantischen Zeitraums.

Goethe hat sehr schön empfunden das reine Anschauen, das er im Gegensatz zum Materialismus bezeichnet hat mit seinem Urphänomen. Sie können in Goethes Schriften und in meinen Erklärungen dazu über dieses Urphänomen viel gesprochen finden. Es ist die reine Anschauung der Wirklichkeit, dieses Urphänomen. Aber Goethe hat nicht nur den ersten Anstoß gegeben zu einer visionsfreien sinnlichen Beobachtung im Urphänomen, sondern er hat auch den ersten Anstoß gegeben zur freien Imagination; denn gerade das, was wir in seinem «Faust» gefunden haben, wenn es auch noch nicht weit ist in geisteswissenschaftlicher Beziehung, wenn es auch noch in gewisser Weise instinktiv nur im Verhältnis zur Geisteswissenschaft ist, es ist doch der erste Anstoß des freien imaginativen Lebens, denn es ist nicht bloß eine Phantasiewelt. Wir haben gesehen, wie tief wirklich diese Phantasiewelt ist, die in freien Imaginationen in diesem wunderbaren Faust-Drama entwickelt wird. So allerdings haben wir dem Urphänomen gegenüber das, was Goethe das typische intellektuelle Anschauen nennt. Sie können in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» darüber Genaueres lesen. Das muß sich immer weiter und weiter ausbilden. Auf der einen Seite muß der fünfte nachatlantische Zeitraum in der Wirklichkeit nicht nur anschauen, sondern mit der Wirklichkeit leben können, so daß er abseits von den materialistischen Physikern so wie Goethe etwa hantiert in seinem physikalischen Kabinette, um die Instrumente so zu gebrauchen, daß sie ihm die Urphänomene geben. So muß man sich eine Hantierung auch in bezug auf das praktische Leben denken, welche dieses praktische Leben mit dem Urphänomen durchdringt, welche also in der Natur so zu Hause ist, daß die Natur von dem Urphänomen aus beherrscht wird, und eingeschlossen in dieses Urphänomen der Natur müssen werden die Intentionen des Menschengeschlechtes, die aus der freien Imagination kommen. Auf der einen Seite gewissermaßen selbstlos den Blick auf die Außenwelt zur Erkenntnis und zur Arbeit zu richten, und auf der anderen Seite das Ganze selbst mit stärkster Einsetzung der Persönlichkeit in innerliche Regung und Bewegung zu bringen, um die Imaginationen zu finden für die äußere Tätigkeit und äußere Erkenntnis, das wird die Bewußtseinsseele und das Kulturleben der Bewußtseinsseele nach und nach in die Wirklichkeit verwandeln.“ (Lit.:GA 171, S. 34ff)

„Dieser Weg in die Imagination hinein, er kann so vollzogen werden, angemessen unserer abendländischen Zivilisation, daß man versucht, sich ganz nur der äußeren phänomenologischen Welt hinzugeben, diese unmittelbar auf sich wirken zu lassen mit Ausschluß des Denkens, aber so, daß man sie doch aufnimmt. Nicht wahr, unser gewöhnliches Geistesleben im wachen Zustande verläuft ja so, daß wir wahrnehmen und eigentlich immer im Wahrnehmen schon das Wahrgenommene mit Vorstellungen durchtränken, im wissenschaftlichen Denken ganz systematisch das Wahrgenommene mit Vorstellungen verweben, durch Vorstellungen systematisieren und so weiter. Dadurch, daß man sich ein solches Denken angeeignet hat, wie es allmählich hervortritt im Verlaufe der «Philosophie der Freiheit», kommt man nun wirklich in die Lage, so scharf innerlich seelisch arbeiten zu können, daß man, indem man wahrnimmt, ausschließt das Vorstellen, daß man das Vorstellen unterdrückt, daß man sich bloß dem äußeren Wahrnehmen hingibt. Aber damit man die Seelenkräfte verstärke und die Wahrnehmungen im richtigen Sinne gewissermaßen einsaugt, ohne daß man sie beim Einsaugen mit Vorstellungen verarbeitet, kann man auch noch das machen, daß man nicht im gewöhnlichen Sinne mit Vorstellungen diese Wahrnehmungen beurteilt, sondern daß man sich symbolische oder andere Bilder schafft zu dem mit dem Auge zu Sehenden, mit dem Ohre zu Hörenden, auch Wärmebilder, Tastbilder und so weiter. Dadurch, daß man gewissermaßen das Wahrnehmen in Fluß bringt, dadurch, daß man Bewegung und Leben in das Wahrnehmen hineinbringt, aber in einer solchen Weise, wie es nicht im gewöhnlichen Vorstellen geschieht, sondern im symbolisierenden oder auch künstlerisch verarbeitenden Wahrnehmen, dadurch kommt man viel eher zu der Kraft, sich von der Wahrnehmung als solcher durchdringen zu lassen. Man kann sich ja schon gut vorbereiten für eine solche Erkenntnis bloß dadurch, daß man wirklich im strengsten Sinne sich heranerzieht zu dem, was ich charakterisiert habe als den Phänomenalismus, als das Durcharbeiten der Phänomene. Wenn man wirklich an der materiellen Grenze des Erkennens getrachtet hat, nicht in Trägheit durchzustoßen durch den Sinnesteppich und dann allerlei Metaphysisches da zu suchen in Atomen und Molekülen, sondern wenn man die Begriffe verwendet hat, um die Phänomene anzuordnen, um die Phänomene hin zu verfolgen bis zu den Urphänomenen, dann bekommt man dadurch schon eine Erziehung, die dann auch alles Begriffliche hinweghalten kann von den Phänomenen. Und symbolisiert man dann noch, verbildlicht man die Phänomene, dann bekommt man eine starke seelische Macht, um gewissermaßen die Außenwelt begriffsfrei in sich einzusaugen.“ (Lit.:GA 322, S. 113f)

Auf diese Weise offenbart sich, was übersinnlich in den Sinneseindrücken wirkt und den Menschen von der Geburt an von aussen organisiert durch das, was der Kosmos uns gibt.

„Wärme ist noch etwas anderes als Wärme, Licht ist etwas anderes als Licht im physischen Sinne, Ton ist etwas anderes als Ton im physischen Sinne. Indem wir Sinneseindrücke haben, ist zwar nur dasjenige bewußt, was zunächst, ich möchte sagen, der äußere Ton, die äußere Farbe ist. Aber durch diese Hingebung wirkt nicht dasjenige, wovon eine moderne Physik oder Physiologie träumt, Ätherbewegungen, Atombewegungen und dergleichen, sondern es wirkt Geist, es wirken die Kräfte, die uns erst hier in der physischen Welt zwischen Geburt und Tod zu dem machen, was wir als Menschen sind. Und indem wir solche Erkenntniswege antreten, wie ich sie charakterisiert habe, werden wir gewahr, wie wir aus der äußeren Welt heraus organisiert werden. Wir verfolgen bewußt, was in uns leibt und lebt, indem wir vor allen Dingen nun einen deutlichen Sinn dafür bekommen, daß in der Außenwelt Geist vorhanden ist. Gerade durch die Phänomenologie gelangen wir dazu, deutlich zu sehen, wie in der Außenwelt Geist ist. Nicht wenn wir eine abstrakte Metaphysik treiben, sondern gerade durch die Phänomenologie gelangen wir zu der Erkenntnis des Geistes, indem wir wahrnehmen, wenn wir das zur Bewußtheit erheben, was wir sonst unbewußt tun, indem wir wahrnehmen, wie durch die Sinneswelt das Geistige in uns eindringt und uns selber organisiert.“ (S. 116)

Beispiele

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1989), ISBN 3-7274-0130-3; Tb 601, ISBN 978-3-7274-6011-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen, GA 16 (2004), ISBN 3-7274-0160-5; zusammen mit GA 17 in Tb 602, ISBN 978-3-7274-6021-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Die Schwelle der geistigen Welt, GA 17 (1987), ISBN 3-7274-0170-2; zusammen mit GA 16 in Tb 602, ISBN 978-3-7274-6021-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Das Ewige in der Menschenseele. Unsterblichkeit und Freiheit, GA 67 (1992), ISBN 3-7274-0670-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Natur- und Geistwesen – ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt, GA 98 (1996), ISBN 3-7274-0980-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  6. Rudolf Steiner: Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie, GA 115 (2001) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  7. Rudolf Steiner: Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus, GA 143 (1994) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  8. Rudolf Steiner: Die Welt des Geistes und ihr Hereinragen in das physische Dasein, GA 150 (1980) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  9. Rudolf Steiner: Menschenschicksale und Völkerschicksale, GA 157 (1981), Vierzehnter Vortrag, Berlin, 6. Juli 1915 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  10. Rudolf Steiner: Wege der geistigen Erkenntnis und der Erneuerung künstlerischer Weltanschauung, GA 161 (1999), ISBN 3-7274-1610-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  11. Rudolf Steiner: Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts, GA 171 (1984), ISBN 3-7274-1710-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  12. Rudolf Steiner: Geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit. Schicksalseinwirkungen aus der Welt der Toten, GA 179 (1993) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  13. Rudolf Steiner: Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus, GA 218 (1992), ISBN 3-7274-2180-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  14. Rudolf Steiner: Die geistig-seelischen Grundkräfte der Erziehungskunst. Spirituelle Werte in Erziehung und sozialem Leben., GA 305 (1991) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  15. Rudolf Steiner: Meditative Betrachtungen und Anleitungen zur Vertiefung der Heikunst, GA 316 (2003), ISBN 3-7274-3160-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  16. Rudolf Steiner: Grenzen der Naturerkenntnis, GA 322 (1981), ISBN 3-7274-3220-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  17. H. Atmanspacher, H. Primas, E. Wertenschlag-Birkhäuser (Hrsg.): Der Pauli-Jung-Dialog, Springer Verlag, Berlin Heidelberg 1995, S 219
  18. Karl von Meyenn (Hrsg.): Wolfgang Pauli. Wissenschaftlicher Briefwechsel, Band III: 1940–1949. Springer. Berlin (1993) Brief #929, S. 496
  19. Herbert Witzenmann: Erkenntniswissenschaftliche Bemerkungen zur Bildhaftigkeit des übersinnlichen Schauens, in: Verstandesblindheit und Ideenschau. Die Überwindung des Intellektualismus als Zeitforderung, Gideon Spicker, 1985, S. 96 - 122. (Zuerst als Aufsatz in den 'Beiträgen zur Weltlage' (Nr. 71, 1984), überarbeitet), ISBN 3857041730
  20. Anton Kimpfler: Die Himmelsleiter des Erkennens: Über Imagination, Inspiration und Intuition, Verlag für Anthroposophie 2011, ISBN 978-3037690352

Weblinks

  1. Wolfgang Pauli (1900 - 1958) - weiterführende Informationen zu Leben und Werk
  2. Wolfgang Pauli Biographie - in englischer Sprache


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Einzelnachweise

  1. Vgl. C. G. Jungs Definition von Symbol in seinem Buch "Psychologische Typen". Das S[ymbol] drückt einen "geahnten, aber noch unbekannten Sachverhalt" aus.
  2. Es ist kein Zufall, daß Sie auf Seite 13 Plato zitiert haben.