Göttliche Komödie/Inferno

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Büste Dantes

Inhaltsverzeichnis

Inferno

Siehe auch: Purgatorio und Paradiso

Das „Inferno“, die Hölle, ist der der erste der drei Teile von Dante Alighieris «Göttlicher Komödie» und umfasst nach einem einleitenden Gesang 33 weitere Gesänge, in deren Verlauf Dante in Begleitung Vergils bis in den tiefsten Bereiche der neun Höllenkreise geführt wird. Der Eingang zur Hölle befindet sich nach der Tradition in der Schlucht Gehinnom, die im Süden der Jerusalemer Altstadt liegt und vom Fuß des Berges Zion in östlicher Richtung bis zum Kidrontal reicht. Erst am Ende des 34. Gesanges steigen Dante und Vergil rasch wieder auf zur Erdoberfläche, wo sie an den Fuß des Läuterungsberges gelangen, der sich genau gegenüber von Jerusalem auf einer Insel im südlichen Meer fast bis zur Mondsphäre erhebt. Der Aufstieg auf den Läuterungsberg bis zum irdischen Paradies wird anschließen in den 33 Gesängen des „Purgatorio“ beschrieben.

„Es gibt nur zwei konsequente Weltanschauungen. Die eine ist die des Augustinus, die andere ist die von Reinkarnation und Karma. Augustinus sagt: Auf dieser Erde ist ein Teil der Menschen zum Guten und ein Teil zum Bösen bestimmt. - Die andere Anschauung ist die, wonach wir uns durch viele Verkörperungen hindurch entwickeln. Nur diese zwei Weltanschauungen sind möglich. Dante steht auf dem Boden der Augustinischen Weltanschauung. Da bereitet sich der Mensch in diesem Erdenleben zu einem Schicksal für die Ewigkeit vor. Daher schließt sich an dieses Erdenleben unmittelbar Hölle, Fegefeuer oder Himmel an. Man betrachtet das eine Erdenleben hier als maßgebend. Man sieht nur auf die Persönlichkeit des Menschen.

Geht man über die Persönlichkeit hinaus, so geht man über Geburt und Tod hinaus. Über die Persönlichkeit hinausgehend ist das, was bei der Geburt hereinkommt und beim Tode wieder herausgeht. Das ist die Individualität. Was der Mensch als Individualität verschuldet hat, muß in einem nächsten Leben ausgeglichen werden. Streicht man Reinkarnation und Karma, so muß alles in einem Leben ausgeglichen werden. Wenn man für alles, was die Persönlichkeit angeht, die Vergeltung sucht, so schafft man für das Persönliche das Gegenbild, das ist die Hölle. Die Hölle ist nichts anderes als das völlige Verstricktsein in das Persönliche. Das Gegenbild des Persönlichen im Diesseits, das ist die Hölle im Jenseits.“ (Lit.:GA 97, S. 32f)

Übersicht

1      Der finstere Wald; die drei Tiere; Virgil; der „Veltro“.
2      Mission Virgils; die drei himmlischen Frauen.
3      Eingang der Hölle; die Unentschlossenen; Acheron.
4      Erster Kreis Limbus (= Vor-Hölle); tugendhafte Heiden.
5      Zweiter Kreis Wollust; Francesca und Paolo.
6      Dritter Kreis Gier; Cerberus; Ciaccos Prophetie.
7      Vierter Kreis Geiz und Verschwendung.
8      Fünfter Kreis Styx Zorn, Trägheit des Herzens.
9      Sechster Kreis die Stadt Dis; der hohe Gesandter (Aeneas).
10    Ketzer in glühenden Sarkophagen; Farinata.
11    Erklärung der Einteilung der Hölle Aristotelische Laster
12    Siebenter Kreis Gewalttäter gegen Andere.
        Blutstrom des Phlegethon. Zentauren.
13    Gewalt gegen sich selbst Wald der Selbstmörder.
14    Gewalt gegen Gott Gotteslästerer.
15,16    Gewalt gegen die Natur Brunetto Latini.
17    Wucherer; das Ungeheuer Geryon (Betrug).
18    Achter Kreis Malebolge mit 10 Sacktälern.
19    Simonisten Päpste Nikolaus III. Bonifacius VIII.
20    Wahrsager. Zauberer.
21    Bestechende und Bestechliche; glühender Pechsee.
22    Humoristisches Intermezzo: Teufel im Pechsee.
23    Heuchler; Pharisäer.
24,25    Diebe und Räuber; Schlangen als Peiniger.
26    Schlechter Ratgeber — Ulysses' Fahrt nach dem Westen.
27    Schlechte Ratgeber (Fortsetzung).
28    Stifter von Zwietracht; Mohammed; Bertran de Born.
29    Falschmünzer.
30    Fälscher.
31    Neunter Kreis   Untere Regionen der Hölle.
32    Das ewige Eisgefilde des Verrates, Kozytus. Verrat an Verwandten
       an dem Vaterland.
33    Ugolino.
34    Verrat an Wohltätern, an Gott. Luzifer;
        mechanischer Flügelschlag.
        Judas, Brutus, Cassius.
        Durchgang durch den Mittelpunkt der Erde zum
        Läuterungsberg.

Inhalt

Der dunkle Wald

In der Mitte seines Erdenlebens, am Karfreitag des Jahres 1300, verirrt sich Dante, vom Pfad der wahren Tugend abgekommen, in einem dunklen Wald. Weit über sich sieht er die Sonne, die strahlend im Frühlingszeichen des Widders steht, und Dante ahnt, dass Gottes Liebe all die Pracht bewegt. Drei wilde Tiere hindern Dante am Aufstieg zum Quellort aller Tugend: Ein Panther, ein Löwe und zuletzt eine Wölfin, die für der Begierden Sünde steht. Sie treibt Dante immer tiefer in das dunkle Tal. Hier trifft Dante auf den römischen Dichter Vergil, der in seiner «Äneis» die Hadesfahrt des Äneias geschildert hatte. Mit dem Hinweis auf den kommenden Veltro, den „Windhund“, der die Erlösung bringen werde, vertreibt er die wilden Tiere. Dann schildert Vergil, wie er von Beatrice, der frühverstorbenen, hochverehrten Jugendliebe Dantes, und auf Geheiß der Himmelskönigin auserkoren wurde, Dante durch die Unterwelt und das Purgatorio zu geleiten, um ihn so geläutert bis an die Pforten des Paradiso zu führen, wo Beatrice ihn erwarten und weiter bis in die höchsten Höhen der Göttlichen Welt geleiten werde.

Das Höllentor - Acheron

Dante und Vergil durchschreiten das Höllentor, über dem die markanten Worte stehen: „Wer eintritt, lasse alle Hoffnung fahren.“ Und so betritt Dante bereits als Lebender – ähnlich wie Äneias – das Totenreich. Unwillig setzt sie Charon zusammen mit jüngst verstorbenen Seelen über den Acheron.

1. Höllenkreis: Vorhölle

Im ersten Höllenkreis, der Vorhölle, die sich als dunkles Nebeltal vor ihnen ausbreitet, befinden sich die Seelen all jener Menschen, die zwar ohne schwere Sünden, aber in vorchristlicher Zeit und ohne Taufe verstorben sind und daher der Göttlichen Gnade nicht teilhaftig werden können. Ausgenommen sind nur die großen biblischen Gestalten des Alten Testaments und einige wenige andere Personen. Hier treffen sie auch auf die bedeutendsten antiken Dichterkollegen Vergils, nämlich Homer, Horaz, Ovid und Lucan. Vor dem Eintritt zur eigentlichen Hölle teilt Minos durch die Zahl der Schläge seines Schweifes die Sünder den für sie bestimmten Höllenkreisen zu.

2. Höllenkreis: Wollust

Im zweiten Höllenkreis büßen, vom Sturmwind der Leidenschaften umgetrieben, die Wollüstigen für ihre Sünden. Die assyrische Königin Semiramis sehen sie hier, auch Dido, die sich in Äneias verliebt und dadurch ihren Witwenschwur gebrochen und aus verschmähter Liebe in Äneias Schwert gestürzt hatte, und Königin Kleopatra und die schöne Helena. Mit bitteren Tränen beklagt Dante das tragische Schicksal von Francesca da Rimini und Paolo Malatesta, die aus zärtlicher Liebe zueinander Ehebruch begangen hatten und dafür von Francescas eifersüchtigem und gewalttätigen Ehemann Giancotto Malatesta ermordet worden waren. Ihren Schmerz zutiefst mitfühlend, bricht Dante besinnungslos zusammen.

3. Höllenkreis: Gier

Am Abstieg zum dritten Höllenkreis wacht der dreiköpfige Höllenhund Zerberus. Im Schlamm wälzen sich hier die Schattenleiber jener Toten, die der Gier verfallen sind. Dante trifft hier auf den von Ängsten entstellten florentinischen Schlemmer Ciacco und bedauert, dass dieser solch abstoßender Strafe verfallen ist.

4. Höllenkreis: Geiz - Verschwendung

Im vierten Höllenkreis, wo Geiz und Verschwendung als zueinander spiegelbildliche Vergehen gleichermaßen bestraft werden, tritt ihnen Plutos entgegen. Durch Berufung auf Sankt Michaels Racheschwert erzwingt Vergil den Eintritt. In zwei Spiralen von links und rechts laufen die Büßer ineinander. Die Geizigen heben schwere Lasten auf und wälzen sie vor sich hier, die Verschwender werfen alles von sich.

„Wahr ist seine Schilderung der Geizigen und Verschwender auf dem astralen Plan. Dort kommen dem Menschen die eigenen Leidenschaften als Spiegelbilder entgegen. Der Geizige sieht auf dem astralen Plan das, was er mit dem Geiz anrichtet, als Verschwender. Der Verschwender sieht seine Eigenschaften in dem Gegenbild des Geizigen.“ (Lit.:GA 97, S. 33f)

Danach belehrt Vergil Dante über das flüchtig wandelbare Wesen Fortunas.

5. Höllenkreis: Styx - Jähzornige und Verdrossene

Dante und Vergil erreichen nun den zweiten Unterweltfluss, die Styx, über die Phlegyas die Toten in die tieferen Höllenbereiche übersetzt. Aus dem schlammigen Ufersaum, wo der fünfte Höllenkreis beginnt, in dem die Jähzornigen und Verdrossenen büßen, reckt sich der nichtsnutzige gewalttätige Filippo Argenti empor und will nach Dante greifen. Hart und zornig stößt ihn dieser zurück und andere Sumpfbewohner reißen Argenti mit sich fort.

6. Höllenkreis: Stadt Dis - Ketzer

Ein Gewitter grässlicher Schmerzensschreie erdröhnt, als Dante und Vergil sich dem sechsten Höllenkreis nähern. Vor dem mächtigen Tor der Stadt Dis verweigert ihnen ein gestürzter Engel den Eintritt. Die drei Furien Megära, Alekto und Tisiphone stürzen herbei und wollen Dante durch den Gorgonenblick des Medusenhauptes versteinern. Rasch verhüllt Vergil schützend Dantes Haupt. Ein Engel des Herrn werde das Tor der Höllenstadt Dis aufbrechen, so wie auch schon das Höllentor, das sie am Anfang ihrer Wanderung durchschritten hatten, durch Christus aufgebrochen worden war. Und so geschieht es auch. Dante und Vergil betreten die Stadt Dis, wo in glühenden Särgen die Ketzer büßen. Hier trifft Dante auf Farinata degli Umberti, den Führer der ihm feindlich gesonnenen Ghibellinenpartei, die zwar 1258 von den Guelfen vertrieben worden war, aber zwei Jahre später bei der blutigen Schlacht bei Montaperti an der Arbia den Sieg errungen hatte. Der von den Ghibellinen beabsichtigten Zerstörung von Florenz hatte sich Farinata allerdings widersetzt. In einem anderen glühenden Sarg büßt der Vater von Dantes Jugendfreund Guido Cavalcanti, der als Sänger der vergeistigten Minne des „süßen neuen Stils“ (dolce stil nuovo) gerühmt wurde.

„In der Stadt Dis ist Epikur, der Vertreter der Weltanschauung, die auf den Ausbau des Diesseits geht. Die Stadt Dis soll den Repräsentanten des physisch Wirklichen ausdrücken. Da sind die Menschen in Särgen. Die Materialisten sind lebendige Tote. Sie sagen, der Mensch sei ein bloßer Leichnam. Nun müssen sie als tote Seelen in Särgen liegen.“ (Lit.:GA 97, S. 34)

7. Höllenkreis: Gewalttäter

Der siebente Höllenkreis, in dem die Gewalttäter büßen, gliedert sich in drei Ringe, in denen die Seelen für die Gewalt am Du, am Ich und an Gott ihre Strafe erleiden.

1. Ring: Gewalt gegen den Nächsten

Über einen schroffen Bergsturz führt der Weg in den ersten Ring. Mit wilden Sprüngen stürmt ihnen der Minotaurus als treffendes Bild ungezügelter Gewalt entgegen. Tief unten im Tal fließt der kochende rote Blutstrom des Phlegeton, in den die hier leidenden Gewalttäter von den Zentauren mit Pfeil und Bogen immer wieder hineingetrieben werden. Dante kann als noch Lebendiger diesen Strom nicht durchschreiten und wird durch Vergils Bitte von dem Zentauren Nessus hinübergetragen.

2. Ring: Gewalt gegen sich selbst - Selbstmörder

So erreichen die Wanderer den zweiten Ring, den Dornenwald der Selbstmörder, die hier zu Bäumen und Sträuchern verwandelt, in denen die Harpyen nisten, ihr körperloses Dasein fristen. Als Dante ahnungslos ein Ästchen abbricht, schießt ein Blutstrom hervor und er vernimmt die schmerzerfüllte Stimme von Pier della Vigna, der einstmals Kanzler und Vertrauter Kaiser Friedrichs II. gewesen war, dann aber aufgrund einer böswilligen Verleumdung geblendet und in den Kerker geworfen worden war und daraufhin 1249 Selbstmord begangen hatte.

3. Ring: Gewalt gegen Gott und die Natur

Im dritten Ring, der sich als öde Wüste mit glühendem Sand vor ihnen erstreckt, büßen die Gotteslästerer und auch jene, die Vergehen wider die Natur (Sodomie) begangen haben. Feuerflocken senken sich auf die Büßer nieder, die sich beständig bewegen müssen, um den Flammen zu entkommen. Hier finden sie Kapaneus, der als einer der sieben Helden gegen Theben gezogen war und frevlerisch damit geprahlt hatte, dass er selbst den Blitzen Zeus trotzen würde. Nachdem sie einen blutroten Bach durchwatet haben, schildert Vergil, wie die Unterweltflüsse entstanden sind. Den Acheron, die Styx und den Phlegeton haben Dante und Vergil bereits überschritten, der eisige Kozytus erwarte sie am tiefsten Grund der Hölle. Lethe, den Strom des Vergessens, der die letzten Erinnerungen an das irdische Dasein auslöscht, werde Dante erst später erreichen.

Vor allem aber begegnet Dante hier im dritten Ring ganz überraschend seinem hochverehrten Lehrer Brunetto Latini, der mit seinem italienisch geschriebenen „Tesoretto“, dem „kleinen Schatz“, ein Werk geschaffen hatte, das aus echter Geistesschau hervorgegangen war, in der noch der Geist der Schule von Chartres atmete, und Dantes „Göttliche Komödie“ nachhaltig beeinflusst hatte. Ganz besonders legt Brunetto auch sein in Französisch geschriebenes „Livre du Trésor“ Dante ans Herz, eine Enzyklopädie, die das gesamte Wissen ihrer Zeit umspannte.

Drei Schatten, entstellt vom Feuerbrand, umringen Dante: Der angesehene Guelfenführer Guido Guerra, der florentinische Feldherr Teggghiaio Aldobrandi und der tapfere Ritter Jakob Rusticucci, der ein zänkisches Weib gehabt haben soll. Dante ist schmerzlich berührt, so ruhmreiche Männer hier zu finden.

Im Hintergrund hört man schon die tosenden Wasser, die in die Tiefe des folgenden Höllenkreises stürzen. Am Rande des Abgrunds sitzt eine Bande von Wucherern, die verschiedenfarbige Börsen mit ihren charakteristischen Wappen um den Hals tragen; einer von ihnen, Reginaldo Scrovegni aus Padua, spricht Vergil an.

8. Höllenkreis: Malbolge

Geryon, ein mythologisches Mischwesen, das in der Imagination Dantes die Gestalt des Menschen, des Löwen und der Schlange in sich vereinigt und das Antlitz eines gerechten, gütigen Menschen hat, trägt Dante und Vergil hinab in den achten Höllenkreis, den Übeltätergraben „Malebolge“ („Üble Säcke“), der aus zehn ringförmigen, aus rostfarbigem Stein gehauenen Sacktälern besteht.

1. Graben: Kuppler und Verführer

Im ersten Graben sind die Kuppler und Verführer gefangen und werden von Dämonen mit Peitschenhieben gequält. Dante erkennt hier Caccianemico, der seine Schwester Ghisolabella an Azzo VIII. von Este verkuppelt haben soll.

2. Graben: Schmeichler und Dirnen

Über einen schmalen Steg ziehen die Wanderer weiter zum zweiten Graben, auf dessen finsterem Grund die Dirnen und Schmeichler im Kot waten und sich gegenseitig verprügeln. Der als großer Schmeichler bekannte Interminei aus Lucca schreit Dante an und dann sehen sie auch die legendäre Hure Thais, die Alexander den Großen im Rausch dazu angestiftet haben soll, den Königspalast in Persepolis niederzubrennen.

3. Graben: Simonisten

Im dritten Graben büßen die Simonisten, die sich geistliche Würde erkaufen wollten, allen voran der in der Apostelgeschichte genannte Simon Magus, der eine gnostische Sekte begründet haben soll und als erster Herätiker der Kirche gilt. Die Sünder, zu denen auch Papst Nikolaus III. zählt, stecken kopfüber in steinernen Becken, aus denen nur die Beine knieaufwärts hervorragen. An ihren Füßen nagt das Feuer.

4. Graben: Wahrsager und Zauberer

Wahrsager und Zauberer durchwandern ruhelos den vierten Graben. Ihr tränenüberströmtes Antlitz ist zum Rücken hin verrenkt, sodass sie gezwungen sind, rückwärts zu schreiten.

5. Graben: Betrüger - Pechsee mit den Teufeln

Den fünften Graben teilen sich Betrüger und Betrogene, Bestecher und Bestochene, die ihr Amt missbrauchten, um sich zu bereichern. Sie büßen in einem Teich voll kochendem Pech und werden von einer Schar von Teufeln mit Bratspießen immer wieder untergetaucht. Kaum erblicken sie Dante und Vergil, rasen sie mit gezückten Spießen auf sie zu, doch Vergil hält sie zurück. Da die beiden Wanderer auf höchsten Befehl hier weilen, müssen die murrenden Teufel widerwillig Dante und Vergil bis zu jenem Steg geleiten, der in den nächsten Graben führt. Durch das große Erdbeben beim Tode Christi ist dieser Steg allerdings vor genau 19 Stunden und 1266 Jahren zerborsten und darum nur schwer zu erklimmen. Ehe sie noch den Steg erreichen, läuft ihnen der findige Ciampolo entgegen, der die dummen Teufel so verwirrt, dass einige Büßer aus dem Pechsee entkommen können, worüber die genarrten Teufel in heftigen Streit geraten. Ciampolo entkommt und zwei heftig streitende Teufel stürzen in den Pechsee und stecken mit verklebten Flügeln darin fest. Während die anderen versuchen, sie mit ihren Spießen herauszuziehen, eilen Dante und Vergil weiter.

6. Graben: Heuchler

Wutschnaubend und alle Weisungen missachtend nahen die Teufel mit ausgespannten Flügeln. Vergil packt Dante und rutscht rasch mit ihm in den sechsten Graben, wohin ihnen die Teufel nicht folgen dürfen. In schweren goldenen Mänteln, die innen aus Blei bestehen, kommen ihnen weinend und mit schwerem Schritt die Heuchler Catalano und Loderingo entgegen, die dem auffallend weltlichen „Lustigen Orden“ angehört hatten. Auf der Erde gekreuzigt an drei Pflöcken erblicken sie hier auch den Hohepriester Kaiphas.

7. Graben: Diebe und Räuber

Auch die Brücke zum nächsten Graben ist zertrümmert. Mühevoll steigen Dante und Vergil hinab in den siebenten Graben, wo sich fürchterliche Schlangen winden, die die Diebe und Räuber wie Stricke fesseln und sie zerfressen. Plötzlich flammen sie auf und zerfallen zu Asche, aus der sie schnell wieder erstehen wie der Vogel Phönix. Der Kirchenschänder und Raubmörder Vanni Fucci aus Pistoia, der mit obszöner Geste Gott lästert, büßt hier ebenso wie der ihn zornig verfolgende Caccus, der in der Commedia als Zentaur dargestellt ist und einst von Herakles erschlagen wurde. Rufend lösen sich drei Gestalten vom Boden, als eine Echse naht und mit ihren Krallen nach einer der Gestalten stößt und sie dann immer enger und fester umklammert. Wie Wachs verschmelzen beide miteinander und verwandeln sich in einer erstaunlichen Metamorphose wechselseitig ineinander. Die menschliche Gestalt wird zur Echse, die Echse zum Menschen. Dante hält danach eine kurze Strafrede auf Florenz.

8. Graben: Schlechte Ratgeber

In flackernde Flammen gehüllt durchschweben wie Glühwürmchen alle hinterlistigen Ratgeber den achten Graben. Eine gespaltene Doppelflamme birgt Diomedes und den listigen Odysseus, der ausführlich von seinem Schicksal berichtet. Dann naht in einer spitzen Flammenhülle, aus der es wie Stiergebrülle tönt, der in der Romangna geborene Krieger und Staatsmann Guido von Montefeltro, der als verschlagener Berater dem Papst gedient hatte.

9. Graben: Zwietrachtstifter

Im neunten Graben büßen die Zwietrachtstifter. Es sieht aus, als hätten sich hier mit verstümmelten Gliedern die Verwundeten aller Schlachten versammelt, die jemals in Apulien geschlagen wurden. Die klaffenden Wunden schließen sich rasch wieder und werden von einem Teufel mit scharfem Schwert immer wieder aufgerissen. Hier treffen Dante und Vergil auf Mahomet und auf den Troubadour Bertran de Born, der sein abgeschlagenes Haupt am Schopf hält und wie eine Laterne schwingt. Er hatte die Söhne Heinrichs II. von England zur Empörung gegen ihren Vater angestachelt.

10. Graben: Fälscher

Vergil drängt Dante weiter zum zehnten Graben, wo die Alchemisten, Falschmünzer und Fälscher an ekelhaften Krankheiten leiden. Gestank von angefaulten Gliedern weht herauf. Zwei Büßer, Griffolino und Capocchio, sitzen Rücken an Rücken, von Kopf bis Fuß mit Krätze bedeckt, die sie mit spitzen Fingernägeln abkratzen. Griffolino aus Arezzo hatte vorgegeben, fliegen zu können und wurde verbrannt, weil er den Beweis für seine Künste schuldig blieb. Capocchio, den Dante persönlich kannte, war verbrannt worden, weil er gefälschte Goldbarren hergestellt hatte. Zwei nackte bleiche Schatten kommen mit fletschenden Zähnen wie wilde Schweine gerannt. Sie waren Fälscher der Person. Einer packt Capocchio und schlägt ihm die Hauer ins Genick. Es ist der durch Puccinis gleichnamige Oper nicht ganz unbekannte Gianni Schicchi, der sich ehedem täuschend echt als der sterbende Buoso Donati ausgegeben und dem Notar ein Testament diktiert hatte, das seine eigene Familie begünstigte. Die zweite Schattengestalt ist Myrrha, die Tochter des Assyrerkönigs Kinyras und seiner Gemahlin Kenchreis, die sich damit rühmte, dass ihre Tochter schöner als Aphrodite sei. Zur Strafe ließ Aphrodite die Tochter sich in den Vater verlieben, der, ebenfalls von der Göttin verführt, mit Myrrha, die er ob ihrer verwandelten Gestalt nicht erkannte, den Adonis zeugte.

Mit einem von schwerer Wassersucht aufgeblähten Bauch erscheint schließlich noch der Falschmünzer Adamo, der mit Sinon, welcher die Trojaner überredet hatte, das hölzerne Pferd in die Stadt zu bringen, in heftigen Streit gerät. Dante sieht fasziniert zu und schämt sich dann dafür.

9. Höllenkreis: Verräter

Dante und Vergil ziehen weiter und gelangen an den Rand des neunten Höllenkreises, aus dem die Gestalten der Riesen wie Wehrtürme hervorragen. Nimrod, bekannt für den Turmbau zu Babel und die damit verbundene Sprachverwirrung, empfängt sie mit einem Hornsignal und unverständlichem Geschrei. Ephialtes erregt gewaltige Erdstöße. Antaeus, der seine ganze Kraft aus der Erde schöpft und jeden Reisenden zum Zweikampf forderte, bis er von Herakles besiegt wurde, setzt die beiden Wanderer im neunten Höllenkreis ab. Hier, im eisigen Fluss des Kozytus, büßen die Verräter bis zum Hals eingefroren.

Caina: Verräter an Verwandten

In der Caina, dem Kainsort, dem ersten Teil der untersten Hölle, leiden die Verräter an den Verwandten.

Antenora: Vaterlandsverräter - Graf Ugolino

Der zweite Teil, die Antenora, in der die Vaterlandsverräter stecken, ist benannt nach dem trojanischen Verräter Antenor, der den Griechen bei der Einnahme Trojas half. Hier trifft Dante auf Graf Ugolino, der, als ob er hungrig ein Stück Brot verschlinge, seine Zähne gierig in das Genick von Erzbischof Ruggieri schlägt. Dieser hatte Ugolino überfallen und zusammen mit dessen Kindern und Enkeln in den Turm geworfen, um sie dort eines qualvollen Hungertodes sterben zu lassen. Unter Tränen berichtet Ugolino, wie er, als seine Kinder und Enkel entkräftet verstorben waren, sich nicht zurückhalten konnte, gierig ihre Leichen zu verspeisen.

Ptolemäergrube: Verrat an Gästen

Eisiger Wind kommt auf, als Dante und Vergil zu der Ptolemäergrube gelangen, dem dritten Teil des neunten Kreises, der vermutlich nach dem Meuchelmörder Ptolemäus benannt ist, der Simeon und seine beiden Söhne bei einem Festgelage erschlagen hatte lassen (vgl. 1 Makkabäer 16). Der Verrat an Gästen wird hier gebüßt. Hier treffen sie auf Alberigo di Manfredi, der 1265 zwei seiner Verwandten bei Tisch vergiften ließ. Er befindet sich in einer ganz besonderen Lage, denn sein Körper weilt noch, besetzt von einem Dämon, lebend auf Erden, während seine Seele schon in der Hölle büßt.

Judasland: Verrat an Wohltätern - Judas, Cassius und Brutus - Satan

Zuletzt erreichen die Wanderer den vierten Teil der tiefsten Hölle, das Judas-Land, wo jene bestraft werden, die ihre Wohltäter verraten haben. Satans riesenhafter Oberkörper ragt aus dem Eis. Sein Kopf trägt drei Gesichter, in der Mitte vorn ein rotes, hart geprägt von Hass, das rechte weißgelb, als ob die Ohnmacht es befiele, das linke ist schwarz vor Unwissenheit. Je zwei riesige Flügel spannen sich darunter um dreifach mit mechanischem Flügelschlag Luft zu Höllensturm zu pressen, durch welchen der Kozytus ganz erstarrt. Satan tränt von sechs Augen, von drei Kinnen, wobei der Strom auch Blut und Speichel offenbart. In jedem Rachen steckt ein Sünder und wird zermalmt von Zähnen, wie um Flachs zu brechen, der vordere – Judas - wird noch mit spitzen Krallen gequält. Die beiden anderen Sünder sind Cassius und Brutus, die Mörder Julius Cäsars. Zum Schutz nimmt Dante Vergil um den Hals und beide klettern zwischen Eis und wildem Zottelfell immer schneller in die Tiefe. An der Stelle, wo die Schenkel in die breite Hüfte münden, hält Vergil kurz inne – hier ist der Mittelpunkt der Erde!

Rascher Aufstieg vom Mittelpunkt der Erde

Von nun an müssen Dante und Vergil wieder aufwärts klettern. Nur kurz ist Dante von der plötzlichen Umkehr verblüfft, dann schlüpft er mit Vergil in eine Felsenspalte. Ein gewundener Gang, beschallt vom Rauschen eines Baches[1], führt die Wanderer rasch empor zum Licht. Dann treten sie hinaus und sehen die Sterne.

Einzelne Motive

Die drei wilden Tiere

William Blake: Dante und die wilden Tiere (Inferno 1)
Joseph Anton Koch: Dante e le fiere (Inferno 1)
Gustave Doré: Dante begegnet dem Löwen
Sandro Botticelli: Porträt Dantes
Greyhound und Bulldogge, zweite Kreuzung

Dante begegnen zunächst drei wilde Tiere, in denen sich die noch ungeläuterten Kräfte der seelischen Wesensglieder widerspiegeln - ein Pardelluchs (manchmal auch als Panthertier übersetzt), ein Löwe und eine Wölfin.

31 Sieh, beim Beginn des steilen Weges, schier
Bedeckt mit buntgeflecktem Fell die Glieder,[2]
Gewandt und sehr behend ein Pantherthier.
34 Nicht wich’s von meinem Angesichte wieder,
Und also hemmt’ es meinen weitern Lauf,
Daß ich mich öfters wandt’ in’s Thal hernieder.
37 Am Morgen war’s, die Sonne stieg herauf,[3]
Von jenen Sternen, so wie einst umgeben,
Als Gottes Lieb’ aus ödem Nichts herauf
40 Die schöne Welt berief zu Sein und Leben;
So ward durch jenes Thier mit buntem Haar
Anlaß zur Sorge doch mir nicht gegeben,
43 Zu solcher Stund’, im süßen, jungen Jahr –
Wenn Grund zur Furcht mir alsbald nicht erregte[4]
Nunmehr ein Löwe, den ich ward gewahr!

46 Es schien, daß er sich gegen mich bewegte,
Erhobnen Haupt’s und mit des Hungers Wuth,
So daß er Zittern selbst der Luft erregte.
49 Auch eine Wölfin, welche jede Glut [5]
Der Gier durch Magerkeit mir schien zu zeigen,
Die schon auf Viele schweren Jammer lud.
52 Vor dieser mußte so mein Muth sich neigen,
Aus Furcht, die bei dem Anblick mich durchbebt,
Daß mir die Hoffnung schwand, zur Höh’ zu steigen.
55 Wie der, der eifrig zu gewinnen strebt,
Wenn zum Verlieren nun die Zeit gekommen,
In Kümmerniß und tiefem Bangen lebt:
58 So machte dieses Unthier mich beklommen;
Von ihm gedrängt, mußt’ ich mich rückwärts ziehn,
Dorthin, wo nimmer noch die Sonn entglommen.
                                               (Inferno 1)

Die drei Tiere sind Imaginationen, die die Schwächen der seelischen Wesensglieder, also der Empfindungsseele, der Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewusstseinsseele, sichtbar machen:

"Dante nennt drei Symbole, die drei Haupteigenschaften seines Triebkörpers, seines Astralleibes, seiner niederen Seele darstellen: einen Panther, einen Löwen, eine Wölfin. Seine Hauptleidenschaften treten ihm also in Gestalt von drei Tieren entgegen. Das ist aber nicht ein bloßes Sinnbild. Wenn der Mensch den Astralplan betritt, dann kommen ihm eben wirklich die niederen Leidenschaften in der Form von Tieren entgegen. Die Wölfin bedeutet die eine Leidenschaft. Es ist dieselbe Wölfin, die einstmals Romulus und Remus gesäugt hat. Das ist die Leidenschaft, die dazumal, als das römische Volk gegründet wurde, von den Menschen angenommen worden ist, die Leidenschaft, die in allem lebt, was sich auf den Besitz richtet, die Habsucht und andererseits das Recht auf persönlichen Besitz. Diese Leidenschaft ist damals den Menschen eingeimpft worden, als die Wölfin Romulus und Remus gesäugt hat, vorher eignete sich der Mensch die Eigenschaft der Tapferkeit an, die im Löwen zum Ausdruck kommt und die zur Herrschsucht werden kann. Noch weiter zurück liegt das, wie sich aus der Priesterherrschaft die größere Schlauheit herausbildet: der Panther, die Odysseus-Eigenschaft. Als Virgil dem Dante entgegentritt, sagt er: Befreien kann ich dich nicht von den drei Tieren, am wenigsten aber von der Wölfin. - Das sagt er, weil Dante aus dem herausgewachsen ist, was von den alten römischen Leidenschäften in Italien geblieben ist. Den Virgil, der in der Äneide ein Bild der Einweihung gegeben hat, mußte Dante zum Führer nehmen. Von Virgil lernten die Menschen damals am meisten darüber, wie es im Jenseits aussieht. In drei Stufen bauten sie sich damals das Jenseits auf: aus Hölle, Fegefeuer und Himmel." (Lit.: GA 97, S. 32)

"Eine Wölfin ist für Dante das Bild für die Unmäßigkeit, für die Schattenseiten der Empfindungsseele. Dann begegnen uns die Schattenseiten der Verstandesseele als der Entwickelung widerstrebende Kräfte: Was nicht in sich geschlossener Starkmut ist, was sinnlos aggressive Kräfte der Verstandesseele sind, das tritt uns in Dantes Phantasie als ein zu Bekämpfendes in dem Löwen entgegen. Und die Weisheit, die nicht nach den Höhen der Welt hinaufstrebt, die sich nur als Klugheit und Schlauheit auf die Welt richtet, tritt uns in dem dritten Bilde, in dem Luchs, entgegen. Die «Luchs-Augen» sollen darstellen Augen, die nicht Weisheitsaugen sind, die in die geistige Welt hineinsehen, sondern Augen, die nur auf die Sinnenwelt gerichtet sind." (Lit.: GA 59, S. 289)

Ihnen muss durch die platonischen Tugenden Weisheit, Starkmut und Mäßigkeit entgegengewirkt werden:

"Weisheit, die Kraft der Bewußtseinsseele; Starkmut in sich selber, die Kraft, welche der Verstandes- oder Gemütsseele entstammt, und Mäßigkeit, dasjenige, was die Empfindungsseele in ihrer höchsten Entfaltung erreicht. Wenn das Ich durchgeht durch eine Entwickelung, die getragen ist von der Mäßigkeit der Empfindungsseele, von der Starkheit oder inneren Geschlossenheit der Verstandes- oder Gemütsseele, von der Weisheit der Bewußtseinsseele, dann kommt es allmählich zu höheren Seelenerlebnissen, die in die geistige Welt hinaufführen." (Lit.: GA 59, S. 289)

– dazu gehört dann noch die Gerechtigkeit, die unmittelbar mit der Ich-Kraft zusammenhängt.

Vergil und die Prophezeiung des kommenden Erlösers, des «Veltro»

Als geistiger Führer durch die Unterwelt erscheint nun Vergil. Er weist Dante darauf hin, dass die gierige Wölfin, die Dante verfolgt, erst durch den «Veltro» (infin che ’l veltro verrà - Inferno 1,101), eine Art Windhund oder Jagdhund (im nachstehenden Text als Dogge übersetzt), besiegt werde, der sich nicht mit Land und Erz, also nicht mit physischen Gütern, seinen Hunger stillt, sondern von sich von Weisheit, Liebe und Tugend (sapïenza, amore e virtute - Inferno 1,104) nährt.

85 Mein Meister, Vorbild! dir gebührt der Preis,
Den ich durch schönen Stil davongetragen,[6]
Denn dir entnahm ich, was ich kann und weiß.
88 Sieh dieses Thier, o sieh mich’s rückwärts jagen,
Berühmter Weiser, sei vor ihm mein Hort,
Es macht mir zitternd Puls’ und Adern schlagen.““
91 „Du mußt auf einem andern Wege fort,“[7]
Sprach er zu mir, den ganz der Schmerz bezwungen,
„Willst du entfliehn aus diesem wilden Ort.
94 Denn dieses Thier, das dich mit Graun durchdrungen,
Läßt Keinen ziehn auf seines Weges Spur,
Hemmt Jeden, bis es endlich ihn verschlungen.
97 Es ist von böser, tückischer Natur,
Und nimmer fühlt’s die wilde Gier ermatten,
Ja jeder Fraß schärft seinen Hunger nur.

100 Mit vielen Thieren sieht man es sich gatten,
Bis daß die edle Dogge kommt, die kühn[8]
Es würgt und hinstürzt in die ew’gen Schatten.
103 Nicht wird nach Land und Erz ihr Hunger glühn,
Doch wird sie nie an Lieb’ und Weisheit darben;
Inmitten Feltr’ und Feltro wird sie blühn,
106 Zu Welschlands Heil, deß Ruhm und Glück verdarben,
Obwohl vordem Camilla für dies Land,[9]
Euryalus, Turnus und Nisus starben.
109 Nicht wird sie ruhn, bis sie dies Thier verbannt;
Sie wird es wieder in die Hölle senken,
Von wo’s der erste Neid heraufgesandt. –[10]
112 Du folg’ jetzt mir zu deinem Heil – mein Denken[11]
Und Urtheil ist’s – ich will dein Führer sein
Und dich durch ew’gen Ort von hinnen lenken.
                                (Inferno 1,85-114)

Zwei weitere Hinweise auf den «Veltro» befinden sich im «Purgatorio»:

10 Du alte Wölfin, sei vermaledeit!
Kein Thier erjagt sich Beute gleich der Deinen,
Doch bleibt dein Bauch noch endlos hohl und weit.
13 O Himmel, dessen Kreislauf, wie wir meinen,[12]
Der Erde Sein und Zustand wandeln soll,
Wann wird der Held, der sie vertreibt, erscheinen? –
                                   (Purgatorio 20,10-15)

40 Schon nahen Sterne sich – wie ich’s gewiß
Im Geist erkannt, so sei es ausgesprochen –
Da kommt, von Schranke frei und Hinderniß,
43 Fünfhundertzehn und fünf hervorgebrochen,
Ein Gottgesandter, der die Dirn erschlägt
Zusammt dem Riesen, der mit ihr verbrochen.[13]
                                      (Purgatorio 33,40-45)

Darüber, wer mit diesem «Veltro», der als Erlöser kommen solle, gemeint sei, wurde viel gerätselt[8]. Vielfach wurden äußere Zeitgenossen Dantes genannt, insbesonders Cangrande della Scala, dem Stadtherrn von Verona, der eigentlich den Geburtsnamen Francesco della Scala trug und erst später den Kriegsname Can Grande bekam, der italienisch Großer Hund bedeutet. Auf ihn setzte Dante große Hoffnungen und widmete ihm das «Paradiso», wo er ihn auch in Paradiso 27,88-93 erwähnt. Auch Kaiser Heinrich VII., von dem sich Dante ebenfalls viel erwartete, wurde genannt und schließlich auch Dante selbst.

Fünfhundertzehn und fünf, also 515, in Purgatorio 33,43 ist die Zahl des «Veltro» und ist in römischen Ziffern zu lesen als DXV oder auch DVX (D = 500 + X = 10 + V =5). Rodolfo Benini[14] deutet das als Dante Veltro di Christo („Dante ist der Windhund des Christus“; X steht dabei für das griech. Χ (Chi), als Zeichen des Christus). Benini zeigt dabei auch bestimmte Zahlenrhythmen in der Commedia auf, die auf 515 bzw. auf 666, die Zahl des Tieres, aufbauen.

Die äußeren Deutungen mögen teilweise berechtigt sein, offenbaren aber nicht die eigentliche geistige Bedeutung des «Veltro». Man darf dabei nicht vergessen, dass die «Göttliche Komödie» in Wahrheit eine Einweihungsschrift ist. W. F. Veltman geht in seiner Betrachtung zu «Dantes Weltmission» davon aus, dass mit dem «Veltro» keine bestimmte physische Person gemeint ist, sondern das höhere, mit dem Christus verbundene Ich des Menschen. Diese Christus-Ich-Kraft überwindet die ahrimanischen Mächte, die durch die Wölfin imaginiert werden, und ist der eigentliche Erlöser und Heiler (Lit.: Veltman, S 73).

Rätselhaft ist zunächst auch der Ort „Inmitten Feltr’ und Feltro“ (tra feltro e feltro, Inferno 1,105), an dem der «Veltro» erscheinen soll. Feltro heißt im Italienischen „Filz“ oder auch „Filter“. Ein äußerer Ort kommt aus geistiger Sicht nicht infrage. Welcher andere „Ort“ kann also gemeint sein? Wohl nur jener Ort, an dem das Ich erscheint - nämlich in den irdischen Leibeshüllen des Menschen. Sie bilden laut Veltman den Filz, der von der Ich-Kraft durchtränkt und dadurch geläutert und vergeistigt wird[15]. Das ist aber gerade das zentrale Thema der Commedia! Durch das Ich wird der Astralleib von den luziferischen Kräften und mit Hilfe des Christus der Ätherleib von dem ahrimanischen Einschlag befreit. So kann der Seelenleib zum Geistselbst aufsteigen, zur Jungfrau Sophia = Beatrice, und damit bewusst in die geistige Welt eintreten. Der Ätherleib wird durch die Göttin Natura = Matelda gestärkt.

Der «Veltro» wurde auch auf den Priesterkönig Johannes bezogen, von dem zur Zeit Dantes viel gesprochen wurde, und auch auf die Wiederkehr des Christus im Ätherischen[16]. Beide Deutungen stehen durchaus im Einklang mit voranstehenden Ausführungen. Der Priesterkönig Johannes wird seine wesentliche Aufgabe im künftigen sechsten nachatlantischen Kulturzeitraum darin haben, die Ausbildung des Geistselbst zu fördern und gerade dadurch auch immer mehr Menschen die Schau des ätherischen Christus ermöglichen.

Der Anthroposoph und profunde Dante-Kenner Arthur Schult deutet den Namen des von Dante ersehnten Erlösers Italiens, den «Veltro», über dessen Name, Herkunft und Bedeutung viel gerätselt wurde, als eine von Dante bewusst gewählte Verkürzung von Vangelo eterno (Ewiges Evangelium), das die geistige Grundlage seiner Dichtung wie auch der Templer-Esoterik bilde. Joachim von Fiore († 1202) hatte den historischen Ablauf des Alten und des Neuen Testaments in seiner Schrift Concordia novi et veteris Testamenti im heilsgeschichtlichen Sinn ausgelegt, indem er ihn in drei Zeitalter gliederte, welche er mit der Trinität in Verbindung brachte: Die Zeit des Vaters, die das Altes Testament umfasst, die Zeit des Sohnes, die mit dem Neuen Testament beginnt und nach seiner Vorhersage um 1260 oder 1300 endet und dann in die Zeit des Heiligen Geistes übergeht. Dieses dritte, glückliche Zeitalter werde von der intelligentia spiritualis erleuchtet sein und alle Freuden des Himmlischen Jerusalem (Off 21 LUT) bieten. Dieses dritte und letzte Zeitalter, das durch das in Off 14,6 LUT verheissene Evangelium aeternum geprägt sein wird, steht im Zentrum des joachimitischen Geschichtbildes, das auch Dante Alighieri (1265-1321) wesentlich beeinflusste. Nicht zufällig lässt Dante darum seine «Göttliche Komödie» am Karfreitag des Jahres 1300 beginnen.

„Von diesem Jagdhund, diesem Veltro, heißt es:

Der wird sich nicht an Gold und Ländern sättgen,
Denn Weisheit, Lieb' und Tugend wird ihn speisen,
Und zwischen beiden Feltros wird er wohnen.

Sapienza, amore, virtute, Weisheit, Liebe, Tugend werden das Wesen des Veltro kennzeichnen, das heißt, er verkörpert in Geist, Seele und Leib, in Denken, Fühlen und Wollen das lichte, göttliche Wesen des Menschen, den heiligen Gottesgeist im Ich .

Wer ist historisch mit diesem Veltro, der zwischen beiden Feltros wohnen wird, gemeint? Die zahlreichen, fragwürdigen Deutungen, die diese rätselvollen Worte gefunden haben, seien hier nicht angeführt. Am wahrscheinlichsten wäre folgende Deutung, die auch von dem bekannten Romanisten Karl Vossler vertreten wird. Veltro ist demnach eine Geheimchiffre für Vangel eterno. Man nimmt aus diesem Wort das V, das E und L, das T, das R und das O und erhält die Geheimchiffre: Veltro. Vangel eterno aber ist die italienische Bezeichnung für das „Evangelium aeternum" des kalabrischen Abtes und Sehers Joachim von Fiore, der für das Jahr 1260 oder 1300 den Beginn des Zeitalters des Heiligen Geistes prophezeit hatte. Dieses „Evangelium aeternum“ hatten die Jünger des heiligen Franziskus begeistert aufgenommen. Veltro, mit V geschrieben, heißt „Jagdhund", Feltro, mit F geschrieben, hat die Bedeutung von „Filz". Als Filzträger wurden die Franziskaner Feltro genannt. Der Franziskanerorden zerfiel nach dem Tod des Franziskus in zwei Parteien, in die kirchentreuen Konventualen und die radikal franziskanischen Spiritualen. Wenn der kommende Führer und Retter „tra feltro e feltro“, „zwischen Filz und Filz“, wohnen soll, so heißt das: er wird zwischen den beiden Parteien der Franziskaner vermitteln und das „Ewige Evangelium“, das „Evangelium aeternum“, das Vangel eterno, verwirklichen, also das Zeitalter des Heiligen Geistes heraufführen. Wie hier Vergil in der „selva oscura“, „dem finsteren Wald“, das Kommen des joachinitischen Menschheitspriesters im neuen Zeitalter vorhersagt, so prophezeit später (Purgatorio 33, 40 ff.) in der „divina foresta“, „dem göttlichen Wald“ des Irdischen Paradieses, Beatrice das Kommen des joachinitischen Menschheitsmonarchen unter dem Symbol der Zahl 515 (DXV), weil im Jahre 515 vor Christus der Tempel Salomons, den die Babylonier zerstörten, durch Zorobabel von neuem vollendet und eingeweiht wurde. Der joachimitische Menschheitsmonarch wird der Erneuerer der Templer-Esoterik sein im Zeitalter des Heiligen Geistes, darum ist seine Geheimchiffre die Zahl 515, die Jahreszahl der Einweihung des neuen salomonischen Tempels (Purgatorio 33, 43).“ (Lit.: Schult, S. 84f)

Beatrice, Lucia und die Himmelskönigin Maria

Dante zweifelt zunächst noch, ob er würdig genug sei und ob seine Kräfte und Talente für die Reise in die Unterwelt ausreichen würden. Da erzählt ihm Vergil, wie er von Beatrice berufen worden sei, ihm auf diesem gefährlichen Weg beizustehen. Beatrice hatte ihren Auftrag von der mitleidvollen Lucia erhalten, und diese ihrerseits von einem edlen Weib, der hohen Himmelskönigin Maria selbst. So wachen letztlich drei heilige Himmelsfrauen, gleichsam drei Facetten der himmlischen Jungfrau Sophia, über Dantes Geschick.

94 Ein edles Weib dort, von den Hindernissen
Des Manns erweicht, zu dem ich dich gesandt,
Sie hat des Höchsten strengen Spruch zerrissen.
97 Sie flehte zu Lucien hingewandt:
Dein Treuer braucht dich jetzt im harten Streite,
Darum empfehl’ ich ihn in deine Hand.
100 Lucia, die sich ganz dem Mitleid weihte,
Bewegte sich zum Orte, wo ich war,
In Ruhe sitzend an der Rahel Seite.
103 Sie sprach: Beatrix, Gottes Preis fürwahr!
Hilfst du ihm nicht, ihm, der aus großer Liebe
Für dich entrann aus der gemeinen Schaar?
106 Als ob dein Ohr taub seinen Klagen bliebe,
Als sähest du ihn nicht im Wirbel dort,
Bedroht, mehr als ob Meeressturm ihn triebe?
                                       (Inferno 2,52-126)

Das Höllentor

William Blake: Die Inschrift am Tor zur Unterwelt
Jean Auguste Dominique Ingres: Gianciotto überrascht Paolo and Francesca (1819)
Alexandre Cabanel: Der Tod von Francesca da Rimini und Paolo Malatesta (1870)
Inferno, Canto VI, 12-35, Cerberus - Zeichnung von William Blake (Illustration zu Dantes Göttlicher Komödie), 1825 (National Gallery of Victoria, Melbourne)
William Blake: Der Engel am Tor der Stadt Dis (1824-27)
Die 9 Schichten des Erdinneren

Derart von Vergil ermutig, schreitet er unter dessen Führung mutig durch das Höllentor.

1 Durch mich geht’s ein zur Stadt der ew’gen Qualen,[17]
Durch mich geht’s ein zum wehevollen Schlund,
Durch mich geht’s ein zu der Verdammniß Thalen.
4 Gerechtigkeit war der Bewegungsgrund
Deß, der mich schuf; mich gründend, that er offen
Allmacht, Allweisheit, erste Liebe kund.
7 Nicht ward vor mir Geschaffnes angetroffen,
Als Ewiges; und ewig daur’ auch ich.
Ihr, die ihr eingeht, laßt hier jedes Hoffen.
10 Die Inschrift zeigt in dunkler Farbe sich
Geschrieben dort am Gipfel einer Pforte,
Drum ich: „„Hart, Meister, ist ihr Sinn für mich.““
13 Er, als Erfahrner, sprach dann diese Worte:
„Hier sei jedweder Argwohn weggebannt,
Und jede Zagheit sterb’ an diesem Orte.
                                  (Inferno 3,1-15)

Der Abstieg in die Unterwelt

Im Anticlaudian des Alanus ab Insulis waren die Wesen der Unterwelt erst ganz am Schluß zum Kampf angetreten. Bei Dante wird der Schilderung der Unterwelt, des Infernos, von Anfang an breiter Raum gegeben. Die 9 Kreise der Hölle haben einen deutlichen Bezug zu den seelischen Wesensgliedern.

Die Wahrheiten von Reinkarnation und Karma sind Dante noch fremd. Er steht fest auf dem Boden der Augustinischen Lehre und daher schließen an dieses Erdenleben unmittelbar Hölle, Fegefeuer oder Himmel so an, wie er es in seinem Gedicht schildert.

"Augustinus sagt: Auf dieser Erde ist ein Teil der Menschen zum Guten und ein Teil zum Bösen bestimmt. - Die andere Anschauung ist die, wonach wir uns durch viele Verkörperungen hindurch entwickeln. Nur diese zwei Weltanschauungen sind möglich. Dante steht auf dem Boden der Augustinischen Weltanschauung. Da bereitet sich der Mensch in diesem Erdenleben zu einem Schicksal für die Ewigkeit vor. Daher schließt sich an dieses Erdenleben unmittelbar Hölle, Fegefeuer oder Himmel an. Man betrachtet das eine Erdenleben hier als maßgebend. Man sieht nur auf die Persönlichkeit des Menschen.

Geht man über die Persönlichkeit hinaus, so geht man über Geburt und Tod hinaus. Über die Persönlichkeit hinausgehend ist das, was bei der Geburt hereinkommt und beim Tode wieder herausgeht. Das ist die Individualität. Was der Mensch als Individualität verschuldet hat, muß in einem nächsten Leben ausgeglichen werden. Streicht man Reinkarnation und Karma, so muß alles in einem Leben ausgeglichen werden. Wenn man für alles, was die Persönlichkeit angeht, die Vergeltung sucht, so schafft man für das Persönliche das Gegenbild, das ist die Hölle. Die Hölle ist nichts anderes als das völlige Verstricktsein in das Persönliche. Das Gegenbild des Persönlichen im Diesseits, das ist die Hölle im Jenseits. Das Persönliche darf nicht so verstrickt sein in das Diesseits, daß es das Dasein verschönt. Das Christentum hat in die Welt die Auffassung hineingebracht, daß alles davon abhängt, wie sich dies eine Leben zwischen Geburt und Tod abspielt. Darum mußte es das Irdische zu einem Jammertal machen. Es mußte darauf hinweisen, daß man das Irdische abzustreifen hat. Die heidnische Kunst ist dagegen das, was uns in das persönliche Element verstrickt. Die alten Künstler versuchten, dieses Irdische schön zu gestalten. Wer nur das Persönliche sieht, sagt: Dieses Persönliche muß alles Schöne abstreifen. Er muß gerade die Erde weniger schön machen, die Persönlichkeit von dem Diesseits losreißen. Darum war es konsequent, daß Homer und alle Dichter des Altertums dem Dante in der Hölle erschienen." (Lit.: GA 097, S. 32f)

Paolo und Francesca

Im 2. Höllenkreis büßen Paolo Malatesta und Francesca da Rimini für die Sünden der Wollust. Francesca war mit Giovanni („Gianciotto“) Malatesta verheiratet, der als kriegerisch und grausam, aber auch als verkrüppelt oder lahm beschrieben wird, und hatte mit dessen Bruder Paolo („il Bello“) Ehebruch begangen. Gianciotto soll die beiden ertappt und anschließend ermordet haben.

Kerberos

Im 3. Höllenkreis, wo die Schlemmer für ihre Gier büßen, begegnet Dante dem Höllenhund Kerberos (Cerberus):

13 Ein Unthier, wild und seltsam, Cerberus,[18]
Bellt, wie ein böser Hund, aus dreien Kehlen
Jedweden an, der dort hinunter muß.
16 Schwarz, feucht der Bart, die Augen rothe Höhlen,
Mit weitem Bauch, die Tatzen scharf beklaut,
Viertheilt, zerkratzt und schindet er die Seelen.
                                      (Inferno 6,13-18)

Buße für Geiz und Verschwendung

Im 4. Höllenkreis büßen die Sünder für Geiz und Verschwendung.

"Wahr ist seine Schilderung der Geizigen und Verschwender auf dem astralen Plan. Dort kommen dem Menschen die eigenen Leidenschaften als Spiegelbilder entgegen. Der Geizige sieht auf dem astralen Plan das, was er mit dem Geiz anrichtet, als Verschwender. Der Verschwender sieht seine Eigenschaften in dem Gegenbild des Geizigen." (Lit.: GA 097, S. 33f)

Die Stadt Dis

Bis zum 6. Kreis, wo sich die schreckliche Stadt Dis befindet, werden die Folgen der Unmäßigkeit gebüßt – also die vorwiegend luziferischen Verfehlungen der Empfindungsseele. Im 7. Höllenkreis schmoren die Gewalttäter; hier ist auch der schreckliche Wald der Selbstmörder – eben alle, die nicht genügend Starkmut entwickelt haben, um die Verstandes- oder Gemütsseele zu läutern. Ab dem 8. Kreis finden sich die Simonisten, die falschen Wahrsager und Zauberer, die Lügner, Betrüger und Verräter, die sich der ahrimanischen Verfehlungen der Bewusstseinsseele schuldig gemacht haben. Im Zentrum, im 9. Kreis, in der Eishölle, finden wir nach Dantes Schilderung Luzifer – tatsächlich ist es aber Ahriman, der von hier aus seine Kräfte ausschickt.

"In der Stadt Dis ist Epikur, der Vertreter der Weltanschauung, die auf den Ausbau des Diesseits geht. Die Stadt Dis soll den Repräsentanten des physisch Wirklichen ausdrücken. Da sind die Menschen in Särgen. Die Materialisten sind lebendige Tote. Sie sagen, der Mensch sei ein bloßer Leichnam. Nun müssen sie als tote Seelen in Särgen liegen." (Lit.: GA 097, S. 34f)

Die Hölle und die neun Schichten des Erdinneren

Die 9 Kreise der danteschen Hölle korrespondieren mit den 9 Schichten des Erdinneren, wie sie Rudolf Steiner gelegentlich charakterisiert hat. Sie stellen die Summe der astralen Kräfte dar, die den Menschen an die Erde fesseln und ihn immer wieder zu einer neuen Inkarnation herunterziehen, solange er diese Kräfte nicht aus seinem Wesen ausgeschieden hat. Dante schildert die gemäß der katholischen Lehre die Hölle als Ort der ewigen Verdammnis. Wahr ist, dass diese Kräfte nicht im Kamaloka abgetan werden können, sondern dass sich der Mensch erst nach und nach im Laufe der aufeinanderfolgenden Inkarnationen von ihnen endgültig befreien kann. Dante ist allerdings der Reinkarnationsgedanke noch weitgehend fremd. Allerdings bereitet ihm die von der Kirche postulierte ewige Verdammnis sämtlicher auch hochstehender Persönlichkeiten der vorchristlichen Zeit Unbehagen. Und so findet sich in seiner Commedia, fußend auf der «Legenda Aurea», eine vielsagende Ausnahme von der sonst unumstößlichen Regel: Kaiser Trajanus sei auf Fürsprache von Papst Gregor dem Großen die Gunst eines neuerlichen Erdenlebens in gewährt worden, in dem er die Taufe empfangen habe und so von der ewigen Verdammnis befreit worden wäre.

Es besteht allerdings künftig die Gefahr, dass Menschenseelen zum Raube Ahrimans werden und sich ganz mit der Erdenschlacke verbinden. Wie schon erwähnt, haust Ahriman in der Eishölle, nicht Luzifer. Dante schildert ihn als riesenhaftes grausiges Wesen mit 3 Gesichtern und fledermausartigen Flügeln (Inferno 34,11).

Dante schildert den Höllenraum als sich nach unten zu immer mehr verengenden Trichter, auf dessen Grund sich – im Erdenzentrum – die Eishölle befindet – ein vielsagendes Bild des immer stärkeren Eingeschlossen- und Eingefrorenseins in den materiellen Kräften. Von hier unten greift Ahriman herauf nach dem Menschengeist und will ihn in die geistigen Gesetzmäßigkeiten des Materiellen Daseins hineinzwingen. Ahriman will den Menschengeist mechanisieren, Luzifer hingegen will den Menschen zum moralischen Automaten machen, d.h. ihn eigentlich in den Unschuldszustand des Tieres zurückversetzen. Das menschliche Ich fiele dadurch in den Schoß der geistigen Welt zurück – allerdings in den Schoß der luziferischen geistigen Welt. Durch Ahriman würde das menschliche Ich zersplittert. Diese Splitter will sich Ahriman einverleiben und dadurch der göttlichen Schöpferkraft teilhaftig werden, die als Funke im menschlichen Ich lebt.

Rudolf Steiner weist darauf hin, dass sich die ersten 7 Schichten des Erdinneren dem geistigen Blick eröffnen, wenn man die 7 Stufen des christlichen Einweihungsweges durchschreitet:

"Auch für die hellseherische Forschung besteht die Erde aus Schichten, und es stellt sich heraus, daß diese Schichten stufenweise wahrnehmbar werden.

Diejenigen, welche die Vorträge über das Johannes-Evangelium gehört haben, werden sich erinnern, daß es sieben Stufen der christlichen Einweihung gibt. Diese bestehen erstens in der Fußwaschung, zweitens in der Geißelung, drittens der Dornenkrönung, viertens der Kreuztragung, fünftens im mystischen Tod, sechstens in der Grablegung, siebentens in der Auferstehung. In der Tat tritt für jede dieser Einweihungsstufen in bezug auf die Erforschung der Erde etwas besonders Merkwürdiges zutage, nämlich für jede dieser Einweihungsstufen erweist sich eine jeweils um einen Grad tiefer liegende Schicht unserer Erde als durchsichtig, so daß derjenige, welcher die erste Stufe der Einweihung erreicht hat, zunächst die erste Schicht der Erde durchschauen kann. Wer die zweite Stufe erreicht hat, durchschaut eine zweite Schicht, die ganz anders aussieht. Derjenige, der die Dornenkrönung erlebt hat, sieht eine dritte Schicht. Dann kommt die Stufe der Kreuztragung, welche die vierte Schicht sichtbar macht. Die fünfte Stufe, der mystische Tod, erschließt eine weitere Schicht. Dann kommt die sechste Stufe, die Stufe der Grablegung. Die siebente Schicht entspricht der Auferstehung, so daß Sie sieben aufeinanderfolgende Schichten haben. Dann liegen jenseits dieser sieben Schichten für diejenigen Stufen, auf die sich der Mensch erhebt, wenn er diese sieben Stufen der Einweihung absolviert hat, noch zwei weitere Schichten des Erdenplaneten, eine achte und eine neunte Schicht des Erdeninneren, so daß wir unser Erdinneres aus neun übereinanderliegenden Schichten aufgebaut haben. Ich habe diese Schichten im wesentlichen gleich breit gezeichnet (siehe Zeichnung); sie sind es in Wirklichkeit nicht, sondern sie sind verschieden breit. Aber die Breite der Schichten wird uns heute weniger interessieren können." (Lit.: GA 096, S. 32)

Dante steigt bei seiner Schau des Inferno, wie wir gesehen haben, in seine eigenen Seelentiefen hinab. Schaut man das mit dem, was eben beschrieben wurde, zusammen, so erkennt man, dass man durch die 7 Stufen des christlichen Einweihungsweges alles das erkennen kann, was mit den Verfehlungen der Empfindungsseele und der Verstandesseele zusammenhängt. Damit korrespondieren die 7 oberen Schichten des Erdinneren. Nicht erreicht man auf diesem Weg das eigentlich Böse, das mit der Bewusstseinsseele zusammenhängt. Dazu sind zwei weitere Schritte nötig. Erst durch die Bewusstseinsseele kann der Mensch aus eigenem Entschluss böse werden – bis dahin ist er Opfer der luziferischen und ahrimanischen Verführer. Im Ausgleich dazu wird der Mensch aber auch erst durch die Bewusstseinsseele fähig, selbsttätig Moral zu schaffen. Rudolf Steiner hat mit seinem in der Philosophie der Freiheit geprägten Begriff der moralischen Intuition darauf hingewiesen.

Erst mit dem Bewusstseinsseelenzeitalter eröffnet sich dem Menschen die zweifache Perspektive: entweder Ahriman in sich aufzunehmen – wodurch es zur Inkarnation Ahrimans kommt - und sich ganz mit der Erdenschlacke zu verbinden – oder das Ich mit dem Christus zu erfüllen im Sinne des Paulus-Wortes "Nicht ich, sondern der Christus in mir!"

Anmerkungen

  1. Es sind die Wasser der Lethe, die die Erinnerung an alle bösen Taten aus dem irdischen Paradies an der Spitze des Läuterungsberges in den tiefsten Grund der Hölle spülen.
  2. 32–36. Aber noch sollen wir nicht ungestört emporklimmen. Die Lust der Sinne – der Panther – tritt zuerst und so lange der Körper noch jugendlich frisch ist, uns feindlich entgegen, und hemmt unsere Fortschritte zu dem Höhern. Droht sie auch den bessern Vorsatz in uns zu vernichten, so erscheint sie doch in minder abschreckender Gestalt, ja anziehend durch Munterkeit und Frische.
  3. 37–43. Aber wenn nun eben die Sonne der Wahrheit uns den Morgen hat tagen lassen, wenn wir die Welt in neuem Glanze liegen sehen, dann schöpfen wir Muth, das Höhere zu erreichen. (Die Reise des Dichters wird, wie bedacht, in der heiligen Woche, im Beginne des Frühlings unternommen, in der Jahreszeit, in welcher das erneute Leben der Natur in uns selbst Muth und Hoffnung erneuert, und in welcher, wie der Dichter V. 38–40 vorausgesetzt, Gott die Welt erschaffen hat. Die Sonne steht zu dieser Zeit im Widder.)
  4. 44. Wenn die sinnliche Begier der Jugend sich auch mindert, so ist es der Ehrgeiz (der Löwe), welcher die kräftigeren Naturen von dem wahren Ziele echt menschlicher Bildung, von dem Streben nach dem einzig Wahren und Göttlichen ableitet – in seinem Uebermaße die mächtigste, furchtbarste der Leidenschaften, besonders in Zeiten politischer Parteiung, sei es, daß der Mensch selbst sie in sich empfindet, oder daß er ihr Opfer wird.
  5. 49–60. Endlich erscheint die Habsucht – die Wölfin –, welche alles irdische Gut an sich zu reißen strebt, und um so weniger befriedigt ist, je mehr sie verschlingt. Keine schlechte Leidenschaft, kein Laster ist, mit welchen sie sich nicht verbände, zu welchen sie nicht führte (vergl. V. 97–100). Sie, die gemeinste Leidenschaft, nie rastend, weil es ihr nie an einem Gegenstande fehlt, ist es, die dem Menschen auf dem Wege zum höhern Ziele am gefährlichsten wird, die dem Dichter alle Hoffnung, es zu erreichen, raubt, und ihn zur Tiefe zurückstürzt. [Man denke hier auch an politische Beziehungen, an Rom’s alles an sich reißende Gier!]
  6. 86. Dante’s gerechtes Selbstgefühl, als Schöpfers der italienischen Schriftsprache!
  7. 91. D. h. auf dem Wege durch die Hölle, die Buße allein kannst du zur Höhe des Heils kommen.
  8. 8,0 8,1 101. [In Verona herrschte das hochgeehrte Ghibellinengeschlecht der Skaliger in seinem jüngsten, hochbegabten Sprossen Cane della Scala, [12] genannt Can grande. Auf ihn, den 1311 Heinrich VII. sogar zu seinem Stellvertreter in der Lombardei ernannt, richteten sich die Blicke aller Ghibellinen. Er ist zweifelsohne auch in dieser prophetischen, aber vielleicht erst später von Dante eingeschobenen Stelle unter „dem edlen Windhund“ gemeint, welcher zwischen Feltro im Piavethal und dem sog. Feltrischen Gebiet am nordöstlichen Appenninenhang aufstehen solle. Denn dies war eben Can grande’s Herrschaft. – Man sieht zugleich, wie unter der Wölfin, welcher C. grande den Garaus machen soll, vornehmlich politische, zeitgeschichtliche Beziehungen versteckt liegen. S. zu 46–60 Schluß. Derselbe Fürst hat später den verbannten Dante, 1317–20, aufgenommen, worauf sich die ehrenden Worte Parad. 17, 76–10 beziehen.]
  9. 107. 108. Camilla und Turnus starben, nach der Aeneide, bei der Vertheidigung, Euryalus und Nisus, bei der Eroberung Latiums.
  10. 111. „Der erste Neid“ der Satan. Weisheit 2, 24.
  11. 112 ff. [Um aus dem dunkeln Wald der Irrthümer und Sünden heraus zur Buße, zur Erkenntniß und zeitlichen Glückseligkeit zu gelangen, reicht die Vernunft, zugleich die rechte politische Einsicht und Weltordnung aus, indem sie uns das Laster, den falschen Zustand und seine Folgen zeigt (Hölle) und uns dadurch selbst reinigt und läutert (Fegfeuer).]
  12. [13. „Der Himmel“ wieder = die Macht und Constellation der Gestirne, wie Ges. 16, 73 ff.]
  13. [45. Die verkündete Rache Gottes gegen die Vernichter der Kirche und Störer der politisch-kirchlichen Weltordnung vollzieht sich durch einen „Erben des Adlers“ V. 37, also einen politischen Helden, der entweder selbst Kaiser ist oder das, mit der Kirche ebenfalls gesunkene Kaiserthum mitwirkend erheben hilft. Dieser deutlichen Grundvoraussetzung entsprechend muß die geheimnißvolle Zahl 515, womit (wieder nach der Offenb. Joh. 13, 18), der Verheißene bezeichnet wird, gemäß der lateinischen Zahlenschrift DXV, mit Versetzung der letzten Buchstaben DVX, dux, gelesen werden und nicht, wie Andere wollen, Domini Xristi Vicarius. Denn das letztere würde einen geistlichen Retter, einen Papst bedeuten, während das erstere zusammenhangsgemäß auf einen Herzog oder Feldherrn weist. – Aber wen Dante mit diesem Dux meine, dies ist eine Frage, welche wohl für immer unentschieden bleiben muß, da sich bestimmte historische Anhaltspunkte zu ihrer Lösung bis jetzt vornemlich deßhalb nicht finden lassen, weil man über die genauere Abfassungszeit der einzelnen Theile des Gedichts, besonders dieser Stelle und der ähnlichen in Hölle, 1, 101 nur Vermuthungen hat. Daß in diesen beiden Stellen der Verheißene identisch und zwar Can grande von Verona sei (Philalethes)[BN 1], erscheint durch chronologische und sachliche Bedenken zweifelhaft. Abgesehen davon, daß auch dort, in Hölle 1, die Deutung des Windhunds auf den Skaliger keineswegs absolut die einzig mögliche, wenn auch die wahrscheinlichste ist, – konnte Dante auch hier, wo es sich nicht nur um Vertreibung der Wölfin, der Ländergier Roms, sondern um die gewaltige Aufgabe der vollen Wiederherstellung[WS 1] der Kaisermacht und Zurückführung des Papstthums aus Frankreichs Banden handelt, an den Can denken, der doch bei aller hohen Achtung und Bedeutung nur ein untergeordneter Einzelfürst war? und wenn er damals an ihn dachte, als Hölle 1 geschrieben wurde, konnte er es jetzt noch thun, nachdem indessen Can zwar immer noch der geachtete und sein kleines Reich mehrende Fürst geblieben, aber weder Statthalter Heinrichs VII., noch selbst ein Reformator geworden war? Oder lag die Abfassung von Hölle 1 und Fegef. 33 der Zeit nach so wenig auseinander, daß entweder das Fegefeuer unglaublich schnell, fast mit der Hölle, geschrieben oder aber andernfalls (Notter) die Stelle in Hölle 1 nachträglich eingeschoben ist? – Und eben dasselbe chronologische Bedenken ist es, welches der Deutung des Dux auf Heinrich VII. entgegensteht. Denn schon Fegef. 6, 100 ff. weist entschieden auf die Zeit nach Albrechts Tode (1308), Ges. 7, 96 fast handgreiflich auf Heinrichs Römerzug 1310, dem 1313 Heinrichs Ende folgte. Dadurch wird des Kaisers hoffnungsvolle Erwähnung in unsrer, doch gewiß viel späteren Stelle zur Unmöglichkeit. Da wir aber den Recurs auf einen reformatorischen Papst an dieser Stelle unter [392] allen Umständen für verwerflich halten, so bleibt nur der Ausweg, den auch Witte adoptirt: anzunehmen, daß Dante selbst hier an eine bestimmte Person nicht gedacht, sondern vielmehr, nach allen Enttäuschungen in Beziehung auf den Can und Heinrich VII.[WS 2], hier im Allgemeinen seiner unauslöschlichen Ueberzeugung von der unfehlbaren, gottverordneten endlichen Besserung der heillosen kirchlichen und politischen Zustände durch einen gottgesandten Helden Ausdruck gegeben habe, welch’ letztere für ihn zugleich der Sieg des Rechts und der Wahrheit war. Daß hiebei besondere astrologische Weissagungen, an welche auch D. glaubte, mit im Spiel waren, deutet V. 40 an. Aber im Ganzen, dünkt uns, ist es des Genius würdiger, auf diese allgemeine Weise mit wahrhafter Geistesprophetie das Panier der Hoffnung auf Besserung der Zeitlage hoch zu halten, – welche sich denn auch, obwol unter andern Bedingungen erfüllt hat – als mit weissagerischer Bestimmung[WS 3] eines einzelnen Mannes sich zu irren! – Es ist hier der Ort, auch noch der übrigen, durch die ganze göttl. Kom. sich hindurchziehenden, Stellen zu gedenken, in welchen der Dante’sche Held und Erretter prophezeit wird. Wenn wir Parad. 9, 139 und 22, 14 ff., als auf rein kirchliche Reformation gehend, ausscheiden, sind es, außer den eben besprochenen Versen in Hölle 1 und Fegef. 33, noch fünf weitere Stellen, nämlich: Fgf. 7, 96; 20, 13 ff.; Parad. 17, 91 ff; 27, 61 ff. 142 ff. Von diesen deutet Fgf. 7 auf Heinrich VII. (worüber schon gehandelt ist) und Parad. 17, 91 auf Can grande, die übrigen Stellen aber schon dem Ausdruck nach auf keine bestimmte Persönlichkeit, ja die letzte derselben (Parad. 27, 142 ff.) entrückt sogar den Eintritt der Errettung und Rache mit den allgemeinsten Ausdrücken auf Jahrtausende hinaus! Dieser Thatbestand, glauben wir, sagt deutlich genug, daß unser Dichter, trotz seiner eigenthümlichen und zähen Anschauung vom röm. Kaiserthum, denn doch so verrannt nicht war, um nicht, nach Heinrichs Tode, weder auf Can noch auf eine andre lebende Persönlichkeit mehr allzu idealische Hoffnungen zu setzen, daß er von da ab mehr und mehr resignirte, irgendwo einen Hoffnungsstern zu sehen, und nur fest den Glauben bewahrte, daß die göttl. Vorsehung (Parad. 27, 61), zu ihrer Zeit in der Zukunft ein Werkzeug zu finden wissen werde und müsse. Und stimmt dies zu unsrer hierorts vom dux gegebenen Auslegung, so kann umgekehrt Parad. 17, 91 nicht als Gegenbeweis angeführt werden, da dort Can zwar sicher, aber ganz unstreitig in anderem, in rein persönlichem Sinn, als edler Charakter und Wohlthäter Dante’s, genannt ist. Um Wiederholungen zu ersparen, wolle sich der Leser später dort, sowie an den andern betreffenden Stellen, des hier im Zusammenhang Bemerkten erinnern.]
  14. vgl. Veltman, S 68
  15. Veltman, S 75
  16. Leonardo Olschki: Der Mythos vom Filz, S 19-20
  17. [19] [III. 1–9. Weltberühmte Lapidarschrift „per me si va nella città dolente“ mit dem gnomischen Schluß: lasciate ogni speranza voi ch’entrate! – Sinn: die Ewigkeit der Höllenstrafen ist ein Werk, ein Erforderniß der Gerechtigkeit (V. 4) des dreieinigen Gottes (V. 6 Allmacht, Allweisheit, Liebe – Vater, Geist, Sohn.)] –
  18. 13. Auch Cerberus ist ein Teufel. Er stellt aber zugleich mit seinem dreifachen Schlunde, seinem weiten Bauche und seiner hündischen Natur überhaupt, selbst ein Bild des Lasters dar, das hier bestraft wird, und der Begier, die schon im Leben den Schlemmer selbst bestraft (vgl. V. 24. 31–33). Der Schlamm, welchen Virgil ihm V. 25 in den Rachen wirft, deutet auf den Werth dessen hin, worin die Schlemmer im Leben ihre Befriedigung finden.
  1. Ges. 33, 45 Anm: Z. 19, statt „(Philalethes)“ lies: „(Philalethes, Wegele u. a, neuestens auch Scartazzini).“ Berichtigungen und Nachträge, S. 622
  1. Vorlage: Widerherstellung
  2. Vorlage: Heinrich XVII.
  3. Vorlage: Bestimmmung

Literatur

  1. Giovanni Boccaccio, Otto von Taube (Übers.): Das Leben Dantes, Insel Verlag, Leipzig 1909 [1]
  2. Giovanni Boccaccio: Das Leben Dantes, Übertragen von Edmund Theodor Kauer, Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin
  3. Robert L. John: Dante, Springer-Verlag, Wien 1946, ISBN 978-3-211-80023-2
  4. Arthur Schult: Dantes Divina Commedia als Zeugnis der Tempelritter-Esoterik, Turm-Verlag, Bietigheim 1979, ISBN 978-3799901840
  5. Joseph P. Strelka: Dante und die Templergnosis, A. Francke Verlag, Tübingen 2012, ISBN 978-3772084430
  6. Al-Ma'arri, Gregor Schoeler (Übers.): Paradies und Hölle. Die Jenseitsreise aus dem „Sendschreiben über die Vergebung“, Verlag C.H. Beck 2002, ISBN 978-3406484469
  7. Muhyiddin Ibn Arabi, Franz Langmayr (Übers.), Wolfgang Herrmann (Übers.): Reise zum Herrn der Macht: Meine Reise verlief nur in mir selbst, Chalice Verlag 2008, ISBN 978-3905272734
  8. Milena Rampoldi: Vergleich zwischen der Anschauung des Paradieses in Abu l-'Ala al-Ma'arri und Dante Alighieri, epubli GmbH 2014, ISBN 978-3844281422
  9. Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie, Übersetzung von Hans Werner Sokop in Original-Terzinen mit Erläuterungen. 100 Bilder von Fritz Karl Wachtmann., Akad. Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2014, ISBN 978-3-201-01994-1
  10. Leonardo Olschki, Bernd Payer (Übers.): Der Mythos vom Filz, University of California, Berkeley und Los Angeles 1949
  11. Willem Frederik Veltman: Dantes Weltmission, J. Ch. Mellinger Verlag, Stuttgart 1979, ISBN 9783880690066
  12. Richard Lansing (Hrsg.): The Dante Encyclopedia, Taylor & Francis e-Library, 2010, ISBN 0-203-83447-X Master e-book ISBN
  13. Rudolf Steiner: Metamorphosen des Seelenlebens - Pfade der Seelenerlebnisse, Zweiter Teil, GA 59 (1984), Berlin, 12. Mai 1910, Die Mission der Kunst, siehe auch TB 603 (1983), S 175 ff.
  14. Rudolf Steiner: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), Berlin, Ostermontag, 16. April 1906
  15. Rudolf Steiner: Das christliche Mysterium, GA 97 (1998), ISBN 3-7274-0970-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  16. Rudolf Steiner: Mitteleuropa zwischen Ost und West, GA 174a (1982), ISBN 3-7274-1741-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  17. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Sechster Band, GA 240 (1986), Arnheim, 18. Juli 1924
  18. Rudolf Steiner: Vom Leben des Menschen und der Erde. Über das Wesen des Christentums, GA 349 (1980), ISBN 3-7274-3490-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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