Internet

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Tim Berners-Lee, der Begründer des World Wide Web (Foto vom 14. September 2008)

Das Internet (von eng. interconnected network), kurz auch das Netz genannt, ist ein dem elektronischen Datenaustausch dienender Verbund weitgehend dezentralisierter Rechnernetzwerke. Es enstand aus dem 1969 von der Advanced Research Project Agency (ARPA) realisierten ARPANET, das seit 1962 im Auftrag der US-Luftwaffe unter der Leitung des US-Verteidigungsministeriums von einer kleinen Forschergruppe am Massachusetts Institute of Technology entwickelt wurde. Das Internet bietet eine Reihe von von Internetdiensten wie E-Mail, Telnet, Usenet, Dateiübertragung und zunehmend auch Telefonie, Radio und Fernsehen. Am bekanntesten und am meisten genutzt wird heute das von Tim Berners-Lee 1989 am schweizer Kernforschungszentrum CERN realisierte World Wide Web (WWW), das durch Hyperlinks miteinander verknüpfte Hypertext-Dokumente als sogenannte Webseiten[1] bereitstellt und am 6. August 1991 weltweit öffentlich zugänglich gemacht wurde[2]. Das World Wide Web ist seitdem geradezu zum Synonym des Internets geworden.

Das Problem

Honeywell 516 Minicomputer mit 12 K Hauptspeicher als erster Router des ARPANET (1969).

Spätestens seit 1998 (vgl. http://www.bpb.de/themen/72DLZY.html ) ist das Internet aus dieser Welt kaum mehr wegzudenken. Der „Zugang zum Internet ist ein fast unverzichtbarer Bestandteil für ein ökonomisch funktionierendes Leben im 21. Jahrhundert“ (Dagmar Hovestädt, Die Internet-Revolution, s.o.). Zugleich ist es ein Medium dessen Nutzung eine ausgesprochenen Wachheit und Sicherheit des Urteils beim Nutzer herausfordert. War das Internet in seinen Anfängen ca. 1992 noch fast ausschließlich dem Nachrichtenaustausch und sozialen Interaktionen zu verschiedensten Themen gewidmet, so steht heute neben den ökonomischen Interessen der Werbewirtschaft und der Onlinehändler, welche das Internet für ihre Zwecke bereits übermäßig missbrauchen, der Zweck der Selbstdarstellung gewissermaßen für jedermann im Vordergrund des „Content“, also des Inhalts, den das Internet als fast weltweit frei zugängliches Medium zu bieten in der Lage ist. Daher ist die These einer gewissen Verflachung und Kulturverödung (vgl. Clifford Stoll, Die Wüste Internet) angesichts der Unmengen der selektiv kaum noch zu bewältigenden Inhalte und Nachrichten die über dieses Medium verbreitet werden, kaum von der Hand zu weisen. Ob das Internet allerdings auch anderen Interessen einer theoretisch bereits machbaren fast vollständigen Kontrolle und Überwachung der das Medium Internet nutzenden Personen und weitergehenden fast verschwörungstheoretisch anmutenden Lenkungsplänen der Mächtigen und Skrupellosen (vgl. Frank Sunn, 666 – Die Zahl des Tiers im Internet) dient oder aber zukünftig dienen wird, muss vorerst, angesichts der geringen Informationstiefe zu diesem besonders bedrohlichen Problemspektrum des Internets, wohl erst einmal offen bleiben. Hinsichtlich der Spionage im Internet drangen erst kürzlich Neuigkeiten an die Öffentlichkeit: Nichts ist mehr geheim, da die Geheimdienste jede Verschlüsselung mit ihren Mitteln aushebeln. Dass das „Spinnennetz“ (vgl. http://wfgw.diemorgengab.at/WfGWmblB20.htm ) des Internets allerdings langfristig geeignet ist unsere Zukunft zu beeinträchtigen, kann allerdings als sicher gelten. Es bedarf schließlich nicht einmal besonders großer Kenntnisse des Mediums, um eine denkbare künftige Bildungskatastrophe bereits jetzt als nahezu sicher anzunehmen, für den Fall, dass ein kritischer und wohldosierter Einsatz dieses Mediums, das heute schon in manchen Grundschulen, ja selbst in einigen Kindergärten, zugänglich ist, auch weiterhin unterbleibt (vgl. auch Clifford Stoll, LogOut). Die Zahl der sogenannten funktionalen Analphabeten, der Spielsüchtigen und der sozial Desintegrierten, dürfte durch eine unreflektierte Internetnutzung, schon von Kindesbeinen an, jedenfalls eher zunehmen. So gesehen ist das Internet wohl die späte Rache der „Aufklärer“.

Die Imagination vom Spinnennetz

Visualisierung des weltweit vernetzten Internets.

"Es ist erschreckend, wie zutreffend in bezug auf die heutige Weltsituation Rudolf Steiner dieses einstige Reich beschrieben hat: "Und aus der Erde wird aufsprießen ein furchtbares Gezücht von Wesenheiten, die in ihrem Charakter zwischen dem Mineralreich und dem Pflanzenreich drinnenstehen als automatenartige Wesen mit einem überreichlichen Verstande, mit einem intensiven Verstande. Mit dieser Bewegung, die über der Erde Platz greifen wird, wird die Erde überzogen werden wie mit einem Netz, einem Gewebe von furchtbaren Spinnen, Spinnen von einer riesigen Weisheit, die aber in ihrer Organisation nicht einmal bis zum Pflanzendasein heraufreichen, furchtbare Spinnen, die sich ineinander verstricken werden, die in ihren äußeren Bewegungen alles das imitieren werden, was die Menschen ausdachten mit dem schattenhaften Intellekt, der sich nicht anregen ließ von demjenigen, was durch eine neue Imagination, was überhaupt durch Geisteswissenschaft kommen soll. All dasjenige, was die Menschen an solchen Gedanken denken, die irreal sind, das wird wesenhaft. Die Erde wird überzogen sein [...] mit furchtbaren mineralischen-pflanzlichen Spinnen, die sehr verständig, aber furchtbar bösartig sich ineinanderspinnen. Und der Mensch [...] wird sein Wesen mit diesen furchtbaren mineralisch-pflanzlichen Spinnengetieren vereinigen müssen (GA 204)". Diese Spinnengetiere werden dann ausgesprochen ahrimanischen Charakter haben.

Wenn man heute, in der Zeit der weltweiten Verbindungen durch Computer und Internet, diese prophetischen Worte des Geistesforschers liest, kann man fast bestürzt sein, wie schnell diese Prophezeiung begonnen hat, Wirklichkeit auf der Erde zu werden. Es ist, als ob Rudolf Steiner mit seinem Geistesblick das heutige Internet von jenseits der Schwelle geschaut und ganz genau beschrieben hätte, dabei die Menschen ausdrücklich warnend, dass in nicht allzu ferner Zeit, mit der erneuten Vereinigung von Mond und Erde, dieses ganze Internet-Computergewebe und überhaupt alles das, was mit der Entwicklung des künstlichen Intellekts verbunden ist, plötzlich lebendig werden wird, und der Mensch "wird sein Wesen mit diesen furchtbaren mineralisch-pflanzlichen Spinnengetieren vereinigen müssen" (GA 204).

Wenn man berücksichtigt, wie viele Menschen, vor allem Jugendliche, schon regelrecht computersüchtig sind und die meiste Zeit am Bildschirm verbringen, ohne genügenden Willen, sich davon zu trennen, dann kann man sich vorstellen, wie unendlich viel größer die Abhängigkeit von diesem spinnenhaften Reich sein wird, wenn in der Zukunft dieses ganze Gewebe lebendig werden wird. Zudem mag der Begriff der technologischen Singularität, der erstaunliche Parallelen zu Steiners Text (siehe oben) aufweist, ein noch viel konkreterer Fingerzeig in diese Richtung sein. In verschiedenen Theorien, die der Zukunftsforschung zuzuordnen sind, ist u.a. vom Aufkommen fortgeschrittener künstlicher Intelligenz auf Basis von Informationstechnologie ("mineralische Wesen", die nicht einmal bis ins Pflanzliche reichen) bis hin zur erträumten biologischen "Unsterblichkeit" des menschlichen Bewusstseins mit Hilfe von elektronischen neuronalen Netzen die Rede (Vereinigung des Menschen Wesen mit diesem mineralisch-pflanzlichen)[3].

In dieser Zeit wird der Mensch also wahrscheinlicher Weise vor der schwierigen Herausforderung stehen, sich von diesem Gewebe zu trennen. Das erschreckende Bild eines Insektes im Netzgewebe einer großen und gierigen Spinne, das sich vergeblich zu befreien sucht, ergibt eine Vorstellung dieser Zukunft der Menschheit. Und es wird eine ganz besondere Aufgabe sein, mit Mitteln der weißen Magie solche Menschen aus ihrer Verbindung mit diesen Wesen zu befreien" (Sergej Prokofieff).

Absichtlich geschaffen

"Nun weist Rudolf Steiner in dem erwähnten Vortrag auch darauf hin, dass es in der Menschheit gewisse okkulte Kreise gibt, die von dieser auf die Menschheit zukommenden Gefahr wohl wissen und sie durch absichtliche Geheimhaltung bewusst fördern wollen. "Denn es gibt auch solche [Menschen], welche durchaus die bewussten Verbündeten des Verspinntwerdens des Erdenmenschendaseins sind (GA 204)". Nimmt man diese Worte Rudolf Steiners ernst, dann besteht kein Zweifel, dass ebendiese okkulten Kreise, die die oben beschriebenen Geheimnisse kennen und doch die Menschheit gerade in jene unselige Richtung stoßen wollen, für das Internet, als das passendste Vehikel für das Erreichen dieser Zukunft, auch den entsprechenden Namen gefunden haben und wie einen geheimen Code verbreiten ließen: www - world wide web (weltweites Spinnengewebe). Meines Erachtens gehören diese okkulten Kreise zu denjenigen geheimen Bruderschaften des Englisch sprechenden Westens, über die sowie ihre okkult-politischen Absichten Rudolf Steiner so viel Aufklärendes in seinen Vorträgen während des Ersten Weltkrieges (vgl. z.B. GA 173 a-c und GA 178) gesagt hat. Das bedeutet aber nicht, dass diejenigen, die dem Internet diese Benennung gegeben haben, selber zu diesen okkulten Kreisen gehören. Solche Menschen sind meistens mehr oder weniger äußere Figuren, die nur benutzt werden und selber kaum davon wissen. Man fragt sich, ob nicht aus dem gleichen Quell auch einige andere Bezeichnungen in die Welt gekommen sind, wie zum Beispiel eine Hotel-Kette in Deutschland mit dem Namen "Sorat"(das größte Hotel derselben befindet sich im Zentrum Berlins) oder weltweit verbreitete Satelliten-Antennen, auf deren Tellermitte mit großen roten Buchstaben der Name "SatAn" geschrieben steht; oder in neuesten Computersystemen trifft man immer öfter dämonische Bilder und Worte: zum Beispiel bei dem Internetbrowser "Mozilla"den Kopf eines roten Drachen und anderes mehr. Am Schluss des zitierten Vortrages sagt Rudolf Steiner noch, als ob er die später kommenden Einwände einiger Anthroposophen gegen diesen Tatbestand voraussähe: "Die Menschen möchten die Augen verschließen vor diesen Dingen, möchten sagen: Nun, die Dinge haben doch nicht diese Bedeutung. Aber die Zeichen sind eben durchaus da, und die Zeichen sollten von den Menschen verstanden werden." (GA 204)" (Sergej Prokofieff).

Herausforderungen der Pädagogik

Menschen die mit dem Internet aufgewachsen sind haben eine andere Auffassung von Realität. Für sie sind menschliche Kultur und natürliche Umwelt häufig nur vermittels des "Lern"-Angebots im WorldWideWeb (www) relevant. Dies stellt die Erziehung vor völlig neuartige Herausforderungen. Ob diese Trends von der gegenwärtig praktizierten Pädagogik der Waldorfschule schon zur Genüge erkannt und problematisiert werden, das ist heute die Frage.

"Intelligenz war noch in der ägyptisch-chaldäischen Zeit etwas Gutes, diese Intelligenz ist dann dasjenige geworden, was seine Verwandtschaft eingegangen hat mit den Kräften des Todes. Diese Intelligenz wird eine Verwandtschaft eingehen mit den Kräften des Irrtums, der Täuschung und des Bösen. Das ist etwas, worüber sich die Menschheit eigentlich keiner Illusion hingeben sollte. Die Menschheit sollte unbefangen damit rechnen, daß sie sich zu schützen hat gegen die einseitige Entwicklung der Intelligenz." (Rudolf Steiner, GA 296, S. 90).

Anmerkungen

  1. Kopie der ersten Webseite bei w3.org, die am 13. November 1990 von Tim Berners-Lee veröffentlicht wurde.
  2. Tim Berners-Lee: WorldWideWeb - Executive Summary, 6. August 1991
  3. Wikipedia: Technologische Singularität auf Wikipedia

Literatur

  • Rudolf Steiner: Perspektiven der Menschheitsentwickelung. Der materialistische Erkenntnisimpuls und die Aufgabe der Anthroposophie (GA 204), Dornach 1979
  • Rudolf Steiner: Die Erziehungsfrage als soziale Frage, GA 296, Dornach 1979
  • Heinz Buddemeier: Von der Keilschrift zum Cyberspace. Der Mensch und seine Medien, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2001
  • Clifford Stoll: Die Wüste Internet. Geisterfahrten auf der Datenautobahn, S. Fischer Vlg., Frankfurt a. M. 1996
  • Clifford Stoll: LogOut. Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien, S. Fischer Vlg., Frankfurt a. M. 2001
  • Christoph Möller (Hrsg.): Internet- und Computersucht. Ein Praxishandbuch für Therapeuten, Pädagogen und Eltern, Kohlhammer Vlg., Stuttgart 2012
  • Manfred Spitzer: Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, Droemer Vlg., München 2012
  • Andreas Neider: Aufmerksamkeitsdefizite. Wie das Internet unser Bewusstsein korrumpiert und was wir dagegen tun können, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 2013
  • Edwin Hübner: Imaginationen im virtuellen Raum. Technik und Spiritualität - Chancen eines neuen Jahrhunderts, Clavis Vlg., Frankfurt a. M. 2008
  • Ernst Schuberth: Erziehung in einer Computergesellschaft. Datentechnik und die werdende Intelligenz des Menschen, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1990
  • Rainer Patzlaff: Medienmagie und die Herrschaft über die Sinne, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1988
  • Rainer Patzlaff: Der gefrorene Blick, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 2000
  • Andreas Neider: Der <<elektronische Doppelgänger>>. In: Anthroposophie. Vierteljahresschrift zur anthroposophischen Arbeit in Deutschland, Michaeli III/2012, Nr. 261, S. 193 - 204
  • Frank Sunn: 666 - Die Zahl des Tiers im Internet, Goldmann TB, München 1999
  • Silke Kirch: Steno für die Blaue Stunde. In: Zeitschrift INFO3, Oktober 2012, S. 14 - 18
  • Michael Heinen-Anders: Aus anthroposophischen Zusammenhängen, BOD, Norderstedt 2010

Weblinks

Siehe auch