Jüngling zu Sais

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Der Jüngling zu Sais soll verbotenerweise den Schleier der Isis gelüftet haben. Plutarch beschreibt die Statue der verschleierten Isis, die es in Sais gegeben haben soll, in seinen Moralischen Schriften, «Über Isis und Osiris». Die Statue soll folgende Aufschrift getragen haben:

„In Sais hatte das Standbild der Athene, die man auch für die Isis hält, folgende Inschrift «ich bin das All, das Vergangene Gegenwärtige und Zukünftige, meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gelüftet.»“

Plutarch: Über Isis und Osiris, C9[1]

Der Jüngling von Sais, der es wagte, den Schleier zu heben, wurde nach den Angaben Rudolf Steiners als der Jüngling zu Nain wiedergeboren, der im 7. Kapitel des Lukas-Evangeliums erwähnt und durch den Christus von den Toten auferweckt wurde. In ihm war die ganze ägyptisch-chaldäische Kultur lebendig und diese feierte durch die Erweckung, die zugleich eine Einweihung war, ihre Auferstehung im christlichen Sinn. Dadurch konnte dieser große Eingeweihte in der nächstfolgenden Inkarnation der Religionsstifter Mani (Manes) werden, der den Manichäismus begründete.

"Manes ist jene hohe Individualität, die immer und immer wieder auf der Erde verkörpert ist, die der leitende Geist ist derer, die zur Bekehrung des Bösen da sind." (Lit.: GA 104, S. 162ff)

Die großen Geistesschüler des Manes sind nach den Aussagen Rudolf Steiners Zarathustra, Buddha und Skythianos (Lit.: GA 113, S. 194f). Später wurde er als der «reine Tor» Parzival wiedergeboren und zum Hüter des Heiligen Grals erkoren (Lit.: GA 264, S. 230). Er wurde es erst nach langen Irrfahrten, da er, als er erstmals dem Gral begegnete, versäumt hatte, die entscheidende Frage zu stellen. Fragen in rechter Weise, d.h. nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen zu stellen, ist aber im gegenwärtigen Bewusstseinsseelenzeitalter die notwendige Voraussetzung, dass ein Eingeweihter geistige Wahrheiten offenbaren kann.

"Ein anderer sollte nicht fragen. Er ist ja bekannt genug, der nicht fragen sollte: der Jüngling zu Sais sollte nicht fragen. Denn sein Verhängnis war es, daß er fragen mußte, daß er tat, was er nicht tun sollte, daß er haben wollte, daß das Bild der Isis enthüllt werden sollte. Der Parzival der vor dem Mysterium von Golgatha liegenden Zeit, das ist der Jüngling zu Sais. Aber in jener Zeit wurde ihm gesagt: Hüte dich, daß deiner Seele unvorbereitet enthüllt werden sollte, was hinter dem Schleier ist! - Der Jüngling zu Sais nach dem Mysterium von Golgatha ist Parzival. Und er sollte nicht besonders vorbereitet werden, er soll mit jungfräulicher Seele zum Heiligen Gral hingeführt werden. Er versäumt das Wichtigste, da er das nicht tut, was dem Jüngling zu Sais verwehrt war, da er nicht fragt, nicht sucht nach der Enthüllung des Geheimnisses für seine Seele. So ändern sich die Zeiten im Laufe der Menschheitsentwickelung!" (Lit.: GA 148, S. 165)

1459 wurde Manes der Initiator von Christian Rosenkreutz:

"Als ein «höherer Grad» wird innerhalb dieser ganzen Strömung die Initiation des Manes angesehen, der 1459 auch Christian Rosenkreutz initiierte: sie besteht in der wahren Erkenntnis von der Funktion des Bösen." (Lit.: GA 262, S. 24)

Anmerkungen

  1. Plutarch: Über Jsis und Osiris - mit Übersetzung und Erläuterungen herausgegeben von Gustav Parthey (1850)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Der Orient im Lichte des Okzidents, GA 113 (1982), ISBN 3-7274-1130-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium, GA 148 (1992), ISBN 3-7274-1480-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner / Marie Steiner-von Sivers: Briefwechsel und Dokumente 1901–1925, 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, GA 262 (2002), ISBN 3-7274-2620-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914, GA 264 (1987), ISBN 3-7274-2650-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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