Johann Gottfried Herder

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Johann Gottfried Herder, Gemälde von Anton Graff, 1785, Gleimhaus Halberstadt
Johann Gottfried Herder

Johann Gottfried von Herder, geadelt 1802, (* 25. August 1744 in Mohrungen, Preußen; † 18. Dezember 1803 in Weimar, Herzogtum Sachsen-Weimar) war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe sowie Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik. Er war einer der einflussreichsten Schriftsteller und Denker deutscher Sprache im Zeitalter der Aufklärung und zählt mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller zum klassischen Viergestirn von Weimar.

Rudolf Steiner äußerte sich in einem Vortrag wie folgt über Herder:

"In Herder lebte dazumal außerordentlich viel. Man möchte sagen: Herder trug in sich eine ganz neue Weltanschauung. Was im Grunde genommen noch nie in der Art unternommen worden war, Herder trug es geistvoll in sich: zu verfolgen die Welterscheinungen von dem Einfachsten herauf, von dem einfachsten Unlebendigen, durch das Pflanzen-, das Tierreich bis herauf zum Menschen, bis zu der Geschichte und bis zu der göttlichen Weltenregierung in der Geschichte. Ein großes, umfassendes Weltanschauungsbild lebte dazumal schon in Herder." (Lit.: GA 172, S. 16)

An einer anderen Stelle heißt es:

"Herder, dieser große Vorgänger Goethes, ging im Grunde genommen früh daran, den Blick hinschweifen zu lassen über alle Entwickelung der Völker, um ein Gesamtbild zu bekommen von den Kräften, von den Wesenheiten, die in dieser Entwickelung der Völker leben. Und was er dann hat zustande bringen können als eine Darstellung seiner Ideen über diesen Entwickelungsgang, er hat es ja zusammengefaßt in seinen «Ideen zu einer Philosophie der Geschichte der Menschheit». In diesen «Ideen» tritt uns ein Tableau, ein Gang durch die Entwickelung der Menschheit in der Weise entgegen, daß wir verspüren, daß in allen einzelnen Erscheinungen und Geschehnissen Wesenheiten, Kräfte leben, die alle voll lebendig auf Herders Seele wirken." (Lit.: GA 64, S. 219)

Trivia

Herder mußte in Weimar für seinen Lebensunterhalt im üblichen Sinne arbeiten, war im Staatsdienst, und litt unter den Verpflichtungen. Er beneidete Goethe wegen dessen bevorzugter Stellung beim Herzog. Schiller hingegen verstand sich als ein Schriftsteller, der es bejahte, von der künstlerischen Produktion wirtschaftlich zu existieren, war aber abgesehen von seinen letzten Jahren ständig auf Pump und konnte ohne Zuwendungen von Freunden nicht überleben.

Werke

  • Adrastea. Herausgegeben von Johann Gottfried Herder. Band 1-6, Johann Friedrich Hartknoch, Leipzig 1801-1803 Uni-Bielefeld [viele Texte und Übersetzungen von J. G. Herder]

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben, GA 172 (2002), ISBN 3-7274-1720-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Aus schicksaltragender Zeit, GA 64 (1959), ISBN 3-7274-0640-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org


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Weblinks

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