Johannes Thomasius

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Johannes Thomasius zwischen Luzifer und Ahriman. Foto von der Neuinszenierung von Rudolf Steiners Mysteriendramen an der Goetheanum-Bühne 2010. Foto: Jochen Quast

Johannes Thomasius ist der männliche Protagonist der Mysteriendramen Rudolf Steiners. Er ist Maler und wurde durch seine Freundin Maria auf den Pfad der Geistesschulung gewiesen und ist seitdem Geistesschüler des Geisteslehrers Benedictus. Bei den Uraufführungen von Steiners Dramen in München 1910 - 13 wurde seine Rolle von der Schauspielerin und Malerin Mieta Waller gespielt.

Frühere Inkarnationen

Frau in einem Stamm, wo noch die Götter Odin und Baldur verehrt wurden

In frühmittelalterlicher Zeit war Johannes, wie im 7. Bild in «Die Pforte der Einweihung» geschildert wird, als Frau in einem Stamm inkarniert, wo noch die Götter Odin und Baldur verehrt wurden. Maria, damals in einer männlichen Inkarnation, war als Christusbote aus den hybernischen Mysterien zu jenem Stamm gekommen, und Johannes fühlte sich damals sofort mächtig von dieser Botschaft angezogen, doch blieb die Kraft, die ihn mit Maria verband, noch beiden unbewusst, woraus manche Schmerzen und Leiden erwuchsen.

Bergwerksmeister Thomas

In «Die Prüfung der Seele» wird vom 6. bis 9. Bild gezeigt, wie Johannes zur Zeit des Spätmittelalters als Bergwerksmeister Thomas inkarniert war und sich damals als glühender Anhänger jenes Mönchs zeigte, der hier als die frühere Inkarnation Marias lebte, und der als strenger Kirchenmann ein erklärter Feind des dort geschilderten Ritterordens war. In Capesius, der damals erster Präzeptor des auch von Thomas so gehassten Ritterordens war, musste Johannes seinen lang vermissten Vater wiedererkennen, der viele Jahre zuvor die Familie schmählich verlassen hatte.

Die Ägypterin

In «Der Seelen Erwachen», dem vierten Drama Steiners, wird seine frühere Inkarnation zur spätägyptischen Zeit gezeigt. Maria sollte damals als junger Neophyt in die Mysterien eingeweiht werden. Johannes, der zu dieser Zeit als junge Ägypterin inkarniert war und den Neophyten innig liebte, aber nun nach den Regeln der Mysterien für immer von ihm getrennt werden sollte, verfolgte in innerem Traumerleben die Einweihungszeremonie. Durch ein ganz bewusstes Versäumnis des Opferweisen, einer früheren Inkarnation des Capesius, misslang jedoch diese Einweihung nach alter Art, bei der das Ich völlig ausgeschaltet werden sollte; nicht von objektiv geistig Erlebtem vermochte der Neophyt zu künden, sondern nur von persönlich Erfühltem. Doch so sollte es auch nach Meinung des Opferweisen sein, der bereits die heranbrechende neue Zeit, die Griechisch-Lateinische Kultur, von ferne ahnte.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Vier Mysteriendramen, GA 14 (1998), ISBN 3-7274-0140-0 GA 014
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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