Julian Apostata

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Bildnis Julians auf einer Münze

Julian Apostata (auch Iulianus Apostata griech. Ἰουλιανὸς ὁ Ἀποστάτης), mit vollem Namen Flavius Claudius Iulianus (griech. Φλάβιος Κλαύδιος Ἰουλιανός; * 331 in l; † 26. Juni 363 nahe von Maranga am Tigris) war von 360 bis 363 römischer Kaiser. Den in christlichen Quellen zu findenden Beinamen „Apostat“, d. h. der Abtrünnige, erhielt er wegen seiner Abwendung vom Christentum.

"Eine der ganz großen Gestalten der Weltgeschichte ist einer der Nachfolger des vorgestern besprochenen Konstantinus, ist Julian der Abtrünnige, der der Apostat genannt wird, der 363 auf einem Zug gegen die Perser durch Mörderhand getötet worden ist. In Julian dem Apostaten haben wir eine Gestalt vor uns, die sich in der allermerkwürdigsten Weise in die Entwickelungsgeschichte des Abendlandes hineinstellte; eine Gestalt, welche zeigt, wie in der Weltentwickelung allerdings die einander entgegengesetzten Kräfte am Werke sein müssen, damit diese Weltentwickelung überhaupt in entsprechender Weise zustande kommen könne. In Konstantin haben wir ja diejenige Persönlichkeit gesehen, die gewissermaßen brechen mußte mit dem alten Gewaltprinzip der römischen Cäsaren, das ein großer Teil dieser Cäsaren für sich in Anspruch genommen hat, mit dem Gewaltprinzip, sich in die Mysterien einweihen zu lassen. Dafür hat dann Konstantin alles unternommen, um gewissermaßen dem Christentum eine exoterische Herrschaft zu geben ..." (Lit.: GA 175, S. 294)

Frühere und spätere Inkarnationen

Julian war während seines Persienfeldzuges in der Schlacht von Maranga vermutlich von einem christlich-römischen Soldaten seines eigenen Heeres durch einen Speerstich in den Bauch getötet worden[1]. Nach Rudolf Steiner wurde er später wiedergeboren als Herzeloyde, der Mutter Parzivals.

"Wenn man sich nun etwas bekannt macht mit dem, was in Julian Apostata lebte, dann wird man ja tief interessiert dafür: Wie lebte diese Individualität weiter? — Denn es ist eine ganz eigenartige Individualität, eine Individualität, von der man sagen muß: Mehr als Konstantin, mehr als Chlodwig, mehr als alle anderen wäre er geeignet gewesen, dem Christentum die Wege zu ebnen! Und es lag in seiner Seele. Er hätte, wenn die Zeit dazu günstig gewesen wäre, wenn die Verhältnisse dazu dagewesen wären, aus den alten Mysterien heraus eine geradlinige Fortsetzung bewirken können vom vorchristlichen Christus, von dem wirklichen makrokosmischen Logos, zu dem Christus, der fortwirken sollte in der Menschheit nach dem Mysterium von Golgatha. Und wenn man geistig auf den Julian eingeht, so findet man eben das Merkwürdige: Es ist Schale bei ihm gewesen dieses Apostata-Wesen, und auf dem Grunde seiner Seele findet man eigentlich einen Trieb, das Christentum zu erfassen, den er aber nicht heraufkommen ließ, den er unterdrückte, wegen der Albernheiten des Celsus, der über den Jesus geschrieben hat. Es kommt eben vor, daß auch eine geniale Persönlichkeit bisweilen auf Albernheiten von Leuten hereinfällt. Und so hat man das Gefühl, Julian wäre eigentlich die geeignete Seele gewesen, dem Christentum die Bahnen zu ebnen, das Christentum in die Bahn zu bringen, in die es gehört [...]

Was von Julian fortlebt, das lebt so fort, daß man immer sagen kann: Es will eigentlich verschwinden in der Menschenbetrachtung. Und wenn man es verfolgt, hat man sozusagen die größte Mühe, mit dem geistigen Blick dabeibleiben zu können. Es entzieht sich einem fortwährend. Man verfolgt es durch die Jahrhunderte bis in das Mittelalter herein: es entzieht sich einem. Und wenn es einem dann doch gelingt, die Sache zu verfolgen, dann landet man mit der Betrachtung an einer merkwürdigen Stelle, die eigentlich gar nicht historisch ist, die aber historischer als historisch ist: Man landet endlich bei einer weiblichen Persönlichkeit, in der man die Seele Julian Apostatas findet, bei einer weiblichen Persönlichkeit, die unter einem für sie selbst bedrückenden Eindrucke ein Wichtiges im Leben vollzog. Diese weibliche Persönlichkeit sah nicht in sich, sondern in einer anderen ein Abbild des Schicksals Julian Apostatas, insofern Julian Apostata einen Zug nach dem Oriente machte und im Orient durch Verrat umgekommen ist. Sehen Sie, das ist Herzeloyde, die Mutter des Parsifal, die eine historische Persönlichkeit ist, über die aber die Historie nicht berichtet, die in Gamuret, den sie geheiratet hat und der auf einem Zug nach dem Orient durch Verrat zugrunde gegangen ist, auf ihr eigenes Schicksal in dem früheren Julian Apostata hingewiesen wird. Durch diesen Hinweis, der ihr tief in die Seele ging, vollbrachte Herzeloyde, was nun legendär, aber ungemein historisch doch von der Erziehung des Parsifal durch Herzeloyde gesagt wird. Diese Seele des Julian Apostata, die so in den Untergründen geblieben war, bei der man glauben möchte, daß sie eigentlich wie berufen gewesen wäre, dem Christentum die rechte Bahn zu weisen, die findet sich dann im Mittelalter in einem weiblichen Leibe, in einer weiblichen Persönlichkeit, die den Parsifal aussendet, um dem Christentum die esoterischen Wege zu suchen und zu weisen." (Lit.: GA 238, S. 85ff)

Im 16. Jahrhundert wurde Herzeloyde als der Astronom Tycho de Brahe (1546-1601) wiedergeboren.

"Aber diese Seele hatte ja, weil sie zu denjenigen gehörte, die noch etwas von den alten Mysterien übernommen hatten, die noch drinnen gelebt hatten in der Substanz der alten Mysterien in einer Zeit, wo diese Mysterien in gewisser Beziehung helleuchtend noch waren, diese Seele hatte von der Spiritualität des Kosmos viel in sich aufgenommen. Das war gewissermaßen zurückgedrängt worden während der Herzeloyde-Inkarnation, drängte aber herauf in der Seele, und so finden wir diese Individualität wieder im sechzehnten Jahrhunderte. Und wir erkennen im sechzehnten Jahrhunderte bei dieser Individualität, wie aufsteigt verchristlicht dasjenige, was sie als Julian Apostata durchgemacht hatte. Es erscheint diese Individualität als Tycho de Brahe im sechzehnten Jahrhunderte und steht da gegenüber demjenigen, was in der abendländischen Zivilisation als die kopernikanische Weltanschauung herauftaucht." (Lit.: GA 238, S. 88f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Bausteine zu einer Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha, GA 175 (1996), ISBN 3-7274-1750-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Vierter Band, GA 238 (1991), ISBN 3-7274-2380-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org


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Einzelnachweise

  1. Nach dem Bericht des Historikers Ammianus Marcellinus war es allerdings ein Pfeil der feindlichen Reiterei, der ihn am Arm streifte, durch die Rippen fuhr und im unteren Flügel der Leber stecken blieb (Lit.: Ammian 25,3) [1]
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