Julius Breitenstein

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Julius Breitenstein (* 1871 in Hermannstadt in Siebenbürgen; † 4. Mai 1950 in Wien) war Anthroposoph und enger Freund Rudolf Steiners.

Nach dem Tod seines älteren Bruders Fritz Breitenstein (1858-1915) heiratete Julius Breitenstein 1915 dessen Witwe Amalie Breitenstein (1860-1942). Alle drei waren schon seit den 1880iger Jahren mit Rudolf Steiner befreundet gewesen. Steiner schreibt dazu in «Mein Lebensgang»:

"Und so hatte ich denn außer dem andern sehr ausgebreiteten geselligen Verkehr auch einen solchen mit Siebenbürgern. Unter diesen waren Herr und Frau Breitenstein, die mir damals befreundet wurden und die es in herzlichster Weise geblieben sind. Sie haben seit langem eine führende Stellung in der Wiener Anthroposophischen Gesellschaft." (Lit.: GA 028, S. 186)

Schon 1911 waren Amalie und Julius Breitenstein von Steiner in den Wiener Zweig der Theosophischen Gesellschaft eingeführt worden. Schon bald hielt Julius Breitenstein selbst Einführungsvorträge und wirkte bei der Leitung des Zweiges mit. Ab etwa 1914 führten die Breitensteins ein Vegetarierheim.

Wenn Steiner nach Wien kam, wohnte er meist bei Breitensteins, deren Wohnung in der Köstlergasse 8 über Jahre das Zentrum der anthroposophischen Bewegung in Wien war. Erst nach Rudolf Steiners Tod bezog die Gesellschaft ab dem 1. April 1925 größere Räumlichkeiten in der Mariahilferstraße 22, III. Stiege, Halbstock, über dem damals sehr renommierten Café Siller. Während der Herrschaft des Nationalsozialismus in Österreich ab 1938 wurde die Wohnung der Breitensteins wieder zum vertraulichen Treffpunkt der Anthroposophen in Wien.

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes, setzte sich Karl Rössel-Majdan gemeinsam mit Julius Breitenstein und seinem Vater, Professor Karl Rössel-Majdan, für die Neubegründung der Anthroposophischen Gesellschaft in Österreich ein, die sich 1938 nach dem Einmarsch Hitlers selbst aufgelöst hatte, um dem drohenden Verbot zu entgehen. Die Zeit drängte, denn durch Erlass der Besatzungsmächte gab es eine Frist, innerhalb derer die von Hitler verbotenen Gesellschaften wieder anzumelden waren. Die neubegründete Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913) wurde jedoch auf Betreiben zahlreicher Anthroposophen in Österreich von der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach nicht als Landesgesellschaft anerkannt, was für lange Zeit zu einer bedauerlichen Spaltung der anthroposophischen Bewegung in Österreich führte.

Nachdem die zehn Jahre ältere Amalie Breitenstein schon 1942 verstorben war, heiratete Julius Breitenstein später in hohem Alter nochmals. Nach langer Krankheit starb er an den Folgen eines Schlaganfalls am 4. Mai 1950 in Wien.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Mein Lebensgang, GA 28 (2000), ISBN 3-7274-0280-6; Tb 636, ISBN 978-3-7274-6361-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben (früher: Archiati-Verlag) basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

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