Kartoffel

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kartoffel
Potato flowers.jpg

Blüten der Kartoffel (Solanum tuberosum)

Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Nachtschatten (Solanum)
Art: Kartoffel
Solanum tuberosum
L.
Vincent van Gogh: Die Kartoffelesser, 1885

Die Kartoffel (Solanum tuberosum), in Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auch als Erdapfel oder Grundbirne („Grumbeer“) und im restlichen deutschsprachigen Raum unter verschiedenen Regionalnamen bekannt, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der auch Tomate, Paprika und Tabak gehören. Das Wort Kartoffel leitet sich von "tartufolo", dem italienischen Wort für Trüffel ab. Der Name der Süßkartoffel (Ipomoea batatas) leitet sich von der ähnlichen Verwendung und dem ähnlichen Aussehen der Knollen ab, nicht von einer Verwandtschaft. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Kartoffel“ für die unterirdischen Knollen verwendet. Über diese Knollen kann sich die Pflanze vegetativ vermehren. Die Samen werden in tomatenähnlichen Beeren gebildet, welche – wie alle grünen Teile der Pflanze – für Menschen ungenießbar bis leicht giftig sind. Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Kartoffel ist damit in großen Teilen der Welt, auch in Mitteleuropa, ein wichtiges Grundnahrungsmittel.

Die Kartoffel ist als Nahrungmittel aus Sicht der anthroposophischen Ernährungslehre stark umstritten. Dies liegt einmal daran, dass die Kartoffel als Nachtschattengewächs leicht Giftwirkungen entfaltet. Zum anderen, wird dem übertriebenen Kartoffelgenuss als Folgewirkung eine stark materialistische, intellektualistische - allem wahrhaft Geistigen abgeneigte - Denkweise nachgesagt.

"Der Hausfrau soll es nicht an Kohl noch an Rüben oder sonst einem Gemüse im Topf ermangeln, damit dem unseligen Kartoffelgenuss nur einigermassen das Gleichgewicht gehalten werde" (Johann Wolfgang von Goethe).

Auch Rudolf Steiner kritisierte den Kartoffelgenuss, der einseitig intellektuelle Fähigkeiten im Vorderhirn fördere, während das eigentlich geistige im Mittelhirn dadurch vernachlässigt werde.

“Also sehen Sie, während wir beim Menschen vom Bauch zum Kopf gehen müssen, von unten herauf, müssen wir bei der Pflanze den umgekehrten Weg machen, von der Blüte zu den Wurzeln. Die Wurzel der Pflanze ist mit dem Kopf verwandt. Wenn wir das bedenken, wird uns gewissermaßen ein Licht aufgehen über die Bedeutung der Kartoffel. Denn die Kartoffe], die hat Knollen; das ist etwas, was nicht ganz Wurzel geworden ist. Man ißt also, wenn man viel Kartoffeln ißt, vorzugsweise Pflanzen, die nicht ganz Wurzel geworden sind. Wenn man sich also beschränkt auf das Kartoffelessen und zu viel Kartoffeln ißt, kriegt man nicht genug (geistiges) in den Kopf hinein. Es bleibt unten in dem Verdauungstrakt. So daß es also so ist, daß mit dem Kartoffelessen die Menschen in Europa ihren Kopf, ihr Gehirn vernachlässigt haben. Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man Geisteswissenschaft treibt. Da sagt man sich: Seit in Europa diese Kartoffelnahrung immer mehr und mehr überhand genommen hat, seit der Zeit ist der Kopf der Menschen unfähiger geworden.” (Lit.: GA 350, S. 203f).

Andere Lebensmittel sind dagegen geeigneter, das geistige Denken anzuregen:

"Man kann sagen, Rettiche regen das Denken an. - Und man braucht gar nicht selber sehr tätig zu sein im Denken; da kommen die (geistigen) Gedanken, wenn man Rettich ißt, so starke Gedanken, daß sie sogar noch ganz mächtige Träume machen. Wer viel Kartoffeln ißt, dem kommen nicht starke (geistige) Gedanken, dagegen kommen ihm Träume, die (es) ihm schwer machen. Und derjenige, der also fortwährend Kartoffeln essen muß, der wird eigentlich fortwährend müde sein und fortwährend (geistig) schlafen und träumen wollen. Daher hat es eine große kulturhistorische Bedeutung, große geschichtliche Bedeutung, was für Nahrungsmittel eigentlich an die Menschen herankommen." (Lit.: GA 350, S. 211).

Speziell dem nervlich angespannten Menschen ist vom Kartoffelgenuss dringend abzuraten, da es ihn nach Köhnlechner noch kränker macht, denn Kartoffeln enthalten das Nervengift Solanin.

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Steiner, Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen – Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt, GA 350, Elfter Vortrag vom 18.07.1923, Dornach 1980, S. 203ff
  • Udo Renzenbrink, Elsbeth Renzenbrink, Arbeitskreis für Ernährungsforschung: Ernährungskunde aus anthroposophischer Erkenntnis: Grundfragen-Auswirkungen-Anwendung, Rudolf-Geering-Vlg., 3. Auflage, Dornach 1988, S. 89f
  • Manfred Köhnlechner: Handbuch der Naturheilkunde, 2 Bände, 1986
  • Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre, Erstes Buch, 6. Kapitel



Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.
Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Kartoffel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.