Kehlkopf

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Zeichnung des Kehlkopfes

Der Kehlkopf, in der Medizin als Larynx [ˈlaːrʏŋks] (von griech. λάρυγξ) bezeichnet, ist ein knorpeliges hohles Organ des Atemtraktes, das am oberen Ende der Luftröhre (Trachea) etwa in Höhe des vierten Halswirbels sitzt und den Übergang zum Rachenraum bildet. Er schützt einerseits durch den Kehldeckel die Luftröhre vor dem Eindringen der aufgenommenen Speisen und reguliert anderseits mit Hilfe der Stimmlippen den Atemstrom und erzeugt durch ihre Schwingungen Töne, die Ausdruck des inneren seelischen Erlebens sind. Wie der Galle entspricht dem Kehlkopf makrokosmisch der Mars und das ihm zugehörige Planetenmetall Eisen.

Aufbau und Funktionalität

Er besteht aus dem Schildknorpel (Cartilago thyroidea), dessen mittiger Vorsprung vor allem bei Männern nach außen als Adamsapfel sichtbar wird, weiters dem Ringknorpel (Cartilago cricoidea) und dem Kehldeckel (Epiglottis), sowie zwei kleineren Stellknorpeln (Cartilagines arytaenoideae). Die Knorpel werden von Bändern (Ligamenta cricothyroidea) zusammengehalten, und der Kehlkopf ist oben durch eine Membran mit dem Zungenbein (Os hyoideum) verbunden und macht daher alle Schluckbewegungen mit. Im Inneren ist der Kehlkopf mit einer Schleimhaut ausgekleidet, aus deren Einfaltung im unteren Viertel sich die Stimmlippen bilden.

Beim Menschen und bei den Säugetieren sind zwischen den beiden Stellknorpeln und der Hinterwand des Schildknorpels die von den Kehlkopfmuskeln bewegten Stimmlippen oder Stimmbänder (Ligamenta vocalia) ausgespannt, durch die der Atemstrom reguliert wird und durch ihre Schwingungen Töne erzeugt werden können. Die Stimmritze (Glottis), der schmale Spalt zwischen den Stimmlippen, wird beim Einatmen mittels der Stellknorpel dreiecksförmig erweitert, beim Flüstern ist er fast ganz geschlossen. Oberhalb der Stimmlippen liegt ein zweites Paar von Stimmbändern, die sogenannten Taschenfalten oder falschen Stimmbänder, die die Glottis beim Schlucken verengen, aber normalerweise keine stimmbildende Funktion haben. Nur in bestimmten Krankheitsfällen werden sie auch zur Stimmbildung herangezogen; die Taschenfaltenstimme klingt aber rauh und gepresst.

Bei Tier und Mensch erfüllt der Kehlkopf eine zweifache Aufgabe. Einerseits schützt er mittels des Kehldeckels, der sich bei Schluckbewegungen autmatisch schließt, die Luftröhre vor Verunreinigungen durch Speisereste, anderseits dient er der Klangbildung, die beim Menschen und bei den Säugetieren durch die schwingenden Stimmlippen geschieht, bei den Vögeln hingegen durch den Stimmkopf, die sog. Syrinx, erfolgt, die sich meist an der Verzweigung der Luftröhre in die beiden Hauptbronchien (Bifurcatio tracheae) befindet. Der Kehlkopf der Vögel verfügt weder über einen Kehldeckel, noch über Stimmbänder.

Bei der Stimmbildung (Phonation) liegen die Stimmlippen locker beieinander und werden beim Ausatmen durch den Atemstrom in Schwingung versetzt. Das ist bei den klingenden Vokalen und den stimmhaften Konsonanten (z.B. das stimmhafte S im Wort Sonne) der Fall. Bei den stimmlosen Konsonanten (etwa dem stimmlosen s in Maus) werden hingegen die Stimmbänder nicht zum Klingen gebracht, sondern sind weit geöffnet in Atemstellung; so entsteht kein eigentlicher Klang, sondern ein für jeden Laut charakteristisches Strömungsgeräusch. Die dabei der Atemluft eingeprägten Strömungsfiguren können mit geeigneten Methoden als Luftlautformen sichtbar gemacht werden.

Die phylogenetische und ontogenetische Entwicklung des Kehlkopfs

Während der Embryonalentwicklung bildet sich der Kehlkopf ontogenetisch aus dem vierten Kiemenbogen.

Damit der Kehlkopf phylogenetisch im Lauf der Menschheitsentwicklung entstehen konnte, mussten verschiedene Strömungen zusammenwirken, nämlich einerseits die Strömung des Gruppen-Ichs von oben nach unten und die entgegengesetzte Strömung des Astralleibs von unten nach oben. Aus der Begegnung dieser beiden Strömungen im Halsbereich resultierenden Wirbelgebilde ist der Kehlkopf entstanden. Er musste aber noch weiter ausgeformt werden, um die menschliche Sprache zu ermöglichen. Dazu mussten die Menschen der Strömung der Gruppenseele, die die Erde umkreist, so entgegenziehen, dass sie auf die Strömung seines Empfindungsleibes einwirken konnte. Die Menschen zogen daher von der Lemuria nach Westen auf die Atlantis:

Der menschliche Organismus als Resultat verschiedener zusammenwirkender Strömungen.

"Wenn der Mensch also einmal im Verlaufe seiner Entwickelung fähig geworden ist, Laute wahrzunehmen und als Folge davon fähig geworden ist, die Sprache sich anzueignen, wie muß denn das geschehen sein? Wie muß das zugegangen sein, daß der Mensch zur Sprache gekommen ist im Verlaufe seiner Entwickelung?

Da müssen wir uns einmal das eine klarmachen. Wenn also der Mensch sprechen lernen sollte, nicht nur hören, sondern sprechen lernen sollte, dann war notwendig, daß nicht nur von außen etwas an ihn herandrang und er etwas wahrnahm, sondern es war notwendig, daß etwas in ihm denselben Weg machte, den die Strömungen der Empfindungsseele machen, wenn sie von hinten nach vorne dringen. So etwas war notwendig. Es mußte also in der menschlichen Entwickelung so kommen, daß die Empfindungsseele von einer Strömung durchzogen wurde, die in derselben Richtung wirkt wie jene Strömungen in der Seele überhaupt, welche das erzeugen, was eben durch die Bewegung von rückwärts nach vorne erzeugt wird. Das mußte eintreten, damit die Sprache kam. Diese Sprache sollte aber früher kommen als der Vorstellungssinn, sie sollte kommen, ehe man in der Lage war, in den Worten selber - selbst in denjenigen Worten, die man aussprach - dasjenige zu empfinden, was Vorstellung ist. Wirklich mußte die Menschheit zuerst Laute ausstoßen lernen und in der Empfindung dieser Laute leben können, bevor sie mit diesen Lauten gewisse Vorstellungen verband, die erst später kommen konnten. Zuerst war es etwas, was noch nicht Begriff und Vorstellung war, sondern ein Gefühl für das, was die Laute durchdrang, wenn sie ausgestoßen wurden. Davon ging die Sprache aus.

Diese Entwickelung mußte zu einer Zeit vor sich gehen, als die Umlagerung, die Aufrichtung des Blutzirkulationssystems schon geschehen war, denn die Tiere können nicht sprechen. Es mußte schon das Ich von oben nach unten wirken. Aber obwohl dieses Ich, das von oben nach unten wirkte, schon da war, so konnte sich die Menschheit dieses Ich doch nicht vorstellen. Denn der Vorstellungssinn war noch nicht entwickelt. Was also folgt daraus? Es folgt daraus, daß der Mensch die Sprache nicht erhalten haben kann durch sein eigenes Ich, sondern durch ein anderes Ich, das wir vergleichen können mit dem tierischen Gruppen-Ich. Die Sprache ist also in diesem Sinne wirklich eine Göttergabe. Sie ist dem Menschen von oben herunter auf dem Wege, den das Ich nimmt, eingeflößt worden, als das Ich noch nicht imstande war, die Sprache selber auszubilden. Also das von oben herunterströmende Ich war nicht imstande, die Sprache auszubilden. Es hatte in sich noch nicht diejenigen Organe, welche den Impuls zum Ausbilden der Sprache hätten geben können. Das mußte das Gruppen-Ich tun. Aber nun war der Mensch ja schon fertig. Es war der Mensch schon ein aufgerichteter Mensch. Das Gruppen-Ich mußte von oben nach unten in den physischen, den ätherischen Organismus und so weiter hineinwirken, um die Sprache zu bewirken. Diesem Gruppen-Ich strömte eine Strömung von unten entgegen. Von oben herunter kam die Strömung des Gruppen-Ich, von unten herauf eine Strömung, mit welcher sich die Strömung des Gruppen-Ich begegnet. Die kommen zusammen und erzeugen eine Art von Wirbelgebilde. Wenn Sie eine gerade Linie ziehen durch die Mitte des Kehlkopfes, so ist das die Richtung der Strömung, welche von den die Sprache gebenden Geistern benützt wurde. Und aus diesen zwei sich stauenden Strömungen entstand in physischer Materie die eigentümliche Form des menschlichen Kehlkopfes. Damit müssen wir uns aber sagen, daß der Mensch unter dem Einfluß einer Gruppenseele, die im Umkreis der Erde lebt, diese Sprache ausbilden mußte.

Nun erinnern Sie sich vielleicht, daß ich davon gesprochen habe, wie die Gruppenseelen eigentlich auf der Erde wirken. Ich habe gesagt: Das Tier hat horizontal liegend sein Rückenmark, durch welches die Strömung der Gruppenseele geht. Aber diese Kraftströmungen von oben nach unten umkreisen fortwährend die Erde, wie sie den alten Mond umkreist haben. Es sind also Strömungen, welche nicht an dem Orte bleiben, wo sie sind, sondern als Senkrechte um die Erde herumkreisen. Die Gruppenseelen, die in ihrer Bahnrichtung senkrecht sind, schweifen in Kreisen um die Erde herum. Was folgt daraus? Wenn der Mensch unter dem Einfluß von Gruppenseelen lernen sollte, die Sprache auszubilden, dann konnte das nicht so geschehen, daß er an demselben Orte bleiben konnte, wo er war, sondern er mußte sich bewegen, er mußte wandern, von einer Gegend zur andern kommen, damit er den Richtungen der Gruppenseele entgegenging. Der Mensch hätte niemals sprechen gelernt, wenn er an dem Orte, wo er einmal war, als er noch nicht sprechen konnte, geblieben wäre.

Nun fragen wir uns einmal: In welcher Richtung mußte dazumal der Mensch getrieben worden sein? - Diese Richtung können Sie sehr leicht herausfinden auf folgende Art. Wir wissen, daß ätherische Strömungen im Menschen von rechts nach links fließen, daß physische Strömungen von links nach rechts fließen. Wo sind nun die Gruppenseelen, welche den Menschen mit der Sprache begabt haben? Wir kommen der Antwort auf diese Frage nahe durch die folgende Erwägung.

Schauen wir uns die Erde in ihrer eigenartigen Bildung an. Wenn Sie bedenken, daß der Mensch die Sprache gelernt hat zu einer Zeit, wo er schon sozusagen fertig war, so werden Sie zugeben, daß eine starke Strömung notwendig war, denn es mußte der Kehlkopf in seiner weichen Gestalt zum menschlichen Kehlkopf erst umgeformt werden. Es mußte das geschehen unter ganz andern Erdenverhältnissen, als wir sie heute vor uns haben. Aber wie mußten die sein?

Schauen wir uns dazu die Erde an. Denken Sie sich, wir stellen uns einmal so auf der Erde auf, daß wir mit dem Gesicht nach Osten sehen; dann haben wir hinter uns Westen, links Norden und rechts Süden. Nun wollen wir sehen, was sich uns da für eine merkwürdige Tatsache ergibt. Von links nach rechts gehen die Strömungen beim Menschen, die mit der Bildung des physischen Menschenleibes zusammenhängen. Diese Strömungen sind auch in der Außenwelt vorhanden, sind daher auch bei der Bildung der Erde vorhanden gewesen. Da haben Sie die starken Strömungen, welche von Norden her kommen und nach Süden laufen. Die die physische Materie bewirkenden Strömungen haben Sie da. Auf der andern Seite haben Sie die ätherischen Strömungen, welche von rechts nach links gehen und die nicht darauf zielen, die physische Materie dichter und dichter zu machen. An der Erde sehen Sie daher noch die Einseitigkeit, das Unsymmetrische: in der Richtung, in welcher die physische Strömung liegt, haben Sie die nördliche Hälfte mit ihren Kontinenten. Da zieht sich die verdichtete physische Materie zusammen. Und auf der andern Seite, auf der südlichen Hälfte, haben Sie die weiten Meeresflächen. Von Norden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit der Strömung von links nach rechts im Menschen; von Süden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit derjenigen von rechts nach links im Menschen. Betrachten wir jetzt die zwei andern Strömungen im Menschen: die Strömung, welche von vorne nach rückwärts geht, und die andere von rückwärts nach vorne. Die Strömung von vorne nach rückwärts geht, wie wir gesehen haben, von dem Empfindungsleib in die Empfindungsseele hinein, überhaupt in die Seele hinein; die andere Strömung geht heraus. Wenn Sie nun dies ins Auge fassen -ich bitte, es aber ganz genau ins Auge zu fassen; es ist nicht ganz leicht -, dann werden Sie sich sagen: Zum Sprechenlernen mußte das geschehen, daß der Mensch eine Strömung erzeugte, die den Weg von innen nach außen, also in den Empnndungsleib hinein machte. Er mußte also einer Gruppenseelenströmung entgegengehen und ihr seine innere Organisation darbieten, damit sich da dasjenige stauen konnte, was da seinen eigenen Kehlkopf bilden konnte. Er mußte einer solchen Strömung entgegengehen innerhalb unseres Erdkreises, Schauen wir uns dazu die Erde an. Denken Sie sich, wir stellen uns einmal so auf der Erde auf, daß wir mit dem Gesicht nach Osten sehen; dann haben wir hinter uns Westen, links Norden und rechts Süden. Nun wollen wir sehen, was sich uns da für eine merkwürdige Tatsache ergibt. Von links nach rechts gehen die Strömungen beim Menschen, die mit der Bildung des physischen Menschenleibes zusammenhängen. Diese Strömungen sind auch in der Außenwelt vorhanden, sind daher auch bei der Bildung der Erde vorhanden gewesen. Da haben Sie die starken Strömungen, welche von Norden her kommen und nach Süden laufen. Die die physische Materie bewirkenden Strömungen haben Sie da. Auf der andern Seite haben Sie die ätherischen Strömungen, welche von rechts nach links gehen und die nicht darauf zielen, die physische Materie dichter und dichter zu machen. An der Erde sehen Sie daher noch die Einseitigkeit, das Unsymmetrische: in der Richtung, in welcher die physische Strömung liegt, haben Sie die nördliche Hälfte mit ihren Kontinenten. Da zieht sich die verdichtete physische Materie zusammen. Und auf der andern Seite, auf der südlichen Hälfte, haben Sie die weiten Meeresflächen. Von Norden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit der Strömung von links nach rechts im Menschen; von Süden her wirkt die Strömung, die wesensgleich ist mit derjenigen von rechts nach links im Menschen. Betrachten wir jetzt die zwei andern Strömungen im Menschen: die Strömung, welche von vorne nach rückwärts geht, und die andere von rückwärts nach vorne. Die Strömung von vorne nach rückwärts geht, wie wir gesehen haben, von dem Empfindungsleib in die Empfindungsseele hinein, überhaupt in die Seele hinein; die andere Strömung geht heraus. Wenn Sie nun dies ins Auge fassen -ich bitte, es aber ganz genau ins Auge zu fassen; es ist nicht ganz leicht -, dann werden Sie sich sagen: Zum Sprechenlernen mußte das geschehen, daß der Mensch eine Strömung erzeugte, die den Weg von innen nach außen, also in den Empfindungsleib hinein machte. Er mußte also einer Gruppenseelenströmung entgegengehen und ihr seine innere Organisation darbieten, damit sich da dasjenige stauen konnte, was da seinen eigenen Kehlkopf bilden konnte. Er mußte einer solchen Strömung entgegengehen innerhalb unseres Erdkreises, die hineinwirken konnte in sein Astralisches. Es mußte also weder die Richtung nach dem Norden noch die andere Richtung nach dem Süden eingeschlagen werden, als man sich anschickte, sprechen zu lernen, sondern die andere Richtung, die senkrecht darauf steht. Daraus werden Sie begreifen, daß der Mensch ziehen mußte in einer westöstlichen oder ost-westlichen Richtung, als er die Sprache lernen sollte. Die Geisteswissenschaft sagt, daß der Mensch einst im alten Lemurien lebte, da, wo heute das Meer liegt zwischen Asien und Afrika. Dann zog er aus, die Sprache zu lernen. Er konnte nicht nach Süden und nicht nach Norden ziehen; er mußte nach Westen ziehen, und zog in die alte Atlantis. Da zog er - auf diesem Wege in die alte Atlantis, nach Westen - entgegen jenen Gruppenseelen, welche in ihm die Sprache hervorbringen konnten. Indem Sie den Organismus der menschlichen Sprache wirklich verstehen, finden Sie das bewahrheitet, was herausgeholt wird aus den geisteswissenschaftlichen Beobachtungen. So lernte der Mensch die Sprache in der alten Atlantis." (Lit.: GA 115, S 86 ff)

Der Kehlkopf als verhindertes Haupt und die Entwicklung der Sprache

"Die Brust hat nach oben hin fortwährend die Anlage, Kopf zu werden und nach unten hin fortwährend die Anlage, den entgegengestreckten Gliedmaßen, der Außenwelt, sich anzuorganisieren, sich anzupassen, also, mit anderen Worten, Gliedmaßennatur zu werden. Der obere Teil der Brustnatur hat fortwährend die Tendenz, Kopf zu werden, der untere Teil hat fortwährend die Tendenz, Gliedmaßenmensch zu werden. Also der obere Teil des menschlichen Rumpfes will fortwährend Kopf werden, er kann es nur nicht. Der andere Kopf verhindert ihn daran. Daher bringt er nur fortwährend ein Abbild des Kopfes hervor, man möchte sagen, etwas, was ausmacht den Beginn der Kopfbildung. Können wir nicht deutlich erkennen, wie im oberen Teil der Brustbildung der Ansatz gemacht wird zur Kopfbildung? Ja, da ist der Kehlkopf da, der ja aus der naiven Sprache heraus sogar Kehlkopf genannt wird. Der Kehlkopf des Menschen ist ganz und gar ein verkümmertes Haupt des Menschen, ein Kopf, der nicht ganz Kopf werden kann und der daher seine Kopfesnatur auslebt in der menschlichen Sprache. Die menschliche Sprache ist der fortwährend vom Kehlkopf in der Luft unternommene Versuch, Kopf zu werden. Wenn der Kehlkopf versucht, der oberste Teil des Kopfes zu werden, da kommen zum Vorschein diejenigen Laute, welche deutlich zeigen, daß sie am stärksten von der menschlichen Natur zurückgehalten werden. Wenn der menschliche Kehlkopf versucht, Nase zu werden, da kann er nicht Nase werden, weil ihn die wirklich vorhandene Nase daran verhindert. Aber er bringt hervor in der Luft den Versuch, Nase zu werden, in den Nasenlauten. Die vorhandene Nase staut also die Luftnase, die da entstehen will, in den Nasenlauten. Es ist außerordentlich bedeutungsvoll, wie der Mensch, indem er spricht, fortwährend in der Luft den Versuch macht, Stücke von einem Kopf hervorzubringen, und wie sich wiederum diese Stücke von dem Kopf in welligen Bewegungen fortsetzen, die sich dann stauen an dem leiblich ausgebildeten Kopf. Da haben Sie dajenige, was die menschliche Sprache ist.

Sie werden sich daher nicht wundern, daß in dem Augenblick, wo der Kopf gewissermaßen leiblich fertig geworden ist, so gegen das siebente Jahr hin, mit dem Zahnwechsel dann schon die Gelegenheit geboten ist, den seelischen Kopf, der aus dem Kehlkopf hervorgetrieben wird, mit einer Art von Knochensystem zu durchsetzen. Es muß nur ein seelisches Knochensystem sein. Das tun wir, indem wir nicht mehr bloß wild durch Nachahmung die Sprache entwickeln, sondern indem wir angehalten werden, die Sprache durch das Grammatikalische zu entwickeln." (Lit.: GA 293, S 207f)

Der Kehlkopf als künftiges Reproduktionsorgan

Die Geschlechtsorgane, die der Fortpflanzung dienen, haben sich erst sehr spät in fleischlicher Gestalt ausgebildet und werden auch sehr früh wieder verschwinden. Sie sind heute bereits in einer absteigenden Entwicklung. Die Sprachorgane jedoch sind in einer aufsteigenden Entwicklung und werden zu Reproduktionsorganen heranreifen:

"Andere Organe, die in einer ähnlichen aufsteigenden Entwickelung sind, stellen die Atmungsorgane dar, und zwar in ihrer Aufgabe als Sprechwerkzeuge. Gegenwärtig ist der Mensch imstande, durch sie seine Gedanken in Luftwellen zu verwandeln. Dasjenige, was er im Innern erlebt, prägt er dadurch der äußeren Welt ein. Er verwandelt seine inneren Erlebnisse in Luftwellen. Diese Wellenbewegung der Luft ist eine Wiedergabe dessen, was in seinem Innern vorgeht. In Zukunft wird er auf diese Art immer mehr und mehr von seinem inneren Wesen aus sich heraus gestalten. Und das letzte Ergebnis in dieser Richtung wird sein, daß er durch seine auf der Höhe ihrer Vollkommenheit angelangten Sprechorgane sich selbst - seinesgleichen - hervorbringen wird. Die Sprechorgane enthalten also in sich gegenwärtig keimhaft die zukünftigen Fortpflanzungsorgane. Und die Tatsache, daß beim männlichen Individuum in der Zeit der Geschlechtsreife die Mutierung (Stimmveränderung) auftritt, ist eine Folge des geheimnisvollen Zusammenhanges zwischen Sprechwerkzeugen und Fortpflanzungswesen." (Lit.: GA 11, S 177f.)

Der menschliche Leib wird dann bereits ganz anders aussehen als heute:

"Während Sie heute das Blut nur in Ihre Wangen hinein- und wieder wegtreiben können, war der Mensch in früherer Zeit ganz unter dem Einfluß einer Bilderwelt, die der Ausdruck einer geistigen Welt war. Das wirkte so, daß der Mensch in viel stärkerem Maße umgestaltend an seinem Organismus arbeiten konnte. Dabei war der Körper auch noch weicher. Es gab eine Zeit, wo man nicht nur die Hand ausstrecken konnte, wo Sie nicht nur mit dem Finger hinzeigen konnten, sondern wo Sie Ihren Willen in Ihre Hand hineinschicken konnten, und Sie konnten die Hand formen, so daß Sie diese Finger als Fortsätze hinausstrecken konnten. Es gab eine Zeit, wo die Füße noch nicht ständig waren, sondern wo der Mensch sie je nach Bedürfnis als Fortsatz aus sich herausgestreckt hat. So hat der Mensch durch die Bilder, die er von der Umwelt empfangen hat, seinen eigenen Leib gebildet. Heute, in unserer materiellen Zeit, ist diese Umgestaltung die denkbar langsamste, aber sie wird wieder schneller vor sich gehen. In der Zukunft wird der Mensch wieder mehr Einfluß bekommen auf seine physische Körperlichkeit. Bei der Betrachtung der Einweihung werden wir sehen, mit welchen Mitteln er diesen Einfluß gewinnt. Wenn er das auch nicht in einem Leben erreichen kann, so wird er doch viel tun können für die nächste Verkörperung.

Der Mensch selbst also ist es, der die zukünftige Gestalt seines Leibes herbeiführen wird. Indem der Mensch immer weicher und weicher wird, das heißt indem er sich absondern wird von den harten Teilen, geht er seiner Zukunft entgegen. Es kommt ein Zeitalter, wo der Mensch wie in verflossener Zeit gleichsam über seinem irdischen Teile leben wird. Dieser Zustand, der Ihrem heutigen Schlafzustande vergleichbar ist, wird alsdann abgelöst werden von einem andern, wo der Mensch seinen Ätherleib wird willkürlich herausziehen können aus seinem physischen Leibe. Es wird gleichsam der dichtere Teil des Menschen hier unten auf Erden sein, und der Mensch wird ihn wie ein Instrument von außen benutzen. Der Mensch wird seinen Leib nicht mehr so an sich tragen, daß er in ihm wohnt, sondern er wird darüber schweben; der Leib selbst wird feiner und dünner geworden sein. Das erscheint heute als ein phantastischer Gedanke, aber man kann es aus den geistigen Gesetzen mit Bestimmtheit wissen, ebenso wie man aus den Gesetzen der Astronomie Sonnen- und Mondfinsternisse für die Zukunft berechnet. Und umgestaltend wird der Mensch vor allen Dingen wirken auf die Hervorbringungskraft. Viele können sich nicht vorstellen, daß je eine andere Fortpflanzungskraft als heute da sein wird. Aber sie wird da sein, die Art der Fortpflanzung wird sich ändern. Alles, was heute Fortpflanzung ist und im Zusammenhang mit diesem Triebe steht, wird in Zukunft an ein anderes Organ übergehen. Dasjenige Organ, das sich heute schon darauf vorbereitet, das zukünftige Fortpflanzungsorgan zu werden, ist der menschliche Kehlkopf. Heute kann er nur Luftschwingungen hervorbringen, er kann nur dasjenige, was in einem Worte liegt, der Luft mitteilen, so daß die Schwingungen dem Worte entsprechend sind. Später wird aus diesem Kehlkopfe nicht nur das Wort in seinem Rhythmus hervordringen, sondern dieses Wort wird vom Menschen durchleuchtet werden, es wird durchdrungen werden vom Stoffe selber. So wie heute das Wort nur zur Luftwelle wird, so wird in Zukunft des Menschen inneres Wesen, sein eigenes Ebenbild, wie es heute im Worte ist, aus dem Kehlkopfe herausdringen. Der Mensch wird aus dem Menschen hervorgehen, der Mensch wird den Menschen aussprechen. Und das wird zukünftig die Geburt eines neuen Menschen sein, daß er ausgesprochen wird von einem anderen Menschen.

Solche Dinge werfen ein bestimmtes Licht auf Erscheinungen, die in unserer Umgebung leben, die Ihnen keine Naturwissenschaft erklären kann. Jene Verwandlung des Fortpflanzungstriebes, die wiederum eine ungeschlechtliche sein wird, übernimmt alsdann die Funktionen der alten Fortpflanzung. Daher tritt beim männlichen Organismus in der Zeit der Geschlechtsreife auch eine Umwandlung des Kehlkopfes ein. Die Stimme wird tiefer. Das weist Sie unmittelbar darauf hin, wie diese beiden Dinge zusammenhängen. So leuchtet der Okkultismus immer wieder in die Tatsachen des Lebens hinein und bringt Licht in die Erscheinungen, für die Ihnen die materialistische Wissenschaft keine Erklärung zu bringen vermag." (Lit.: GA 99, S 146f)


Literatur

  1. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik, GA 11 (1986)
  2. Rudolf Steiner: Natur- und Geistwesen – ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt, GA 98 (1996)
  3. Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99 (1985)
  4. Rudolf Steiner: Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie, GA 115 (2001)
  5. Rudolf Steiner: Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik, GA 293 (1992)
  6. Werner Christian Simonis: Die geistigen Hintergründe zum Entstehen und zum Wandel der Geschlechter, J.Ch. Mellinger Vlg., Stuttgart 1977, S. 47
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