Kerotakis

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Kerotakis

Der Kerotakis ist eine alchemistische Sublimationsapparatur, in der unter Rückflussbedingungen flüchtige Substanzen wie Arsen, Quecksilber und Schwefel oder deren leicht zersetzbare Verbindungen mit verschiedenen Metallen zur Reaktion gebracht wurden. Der Kerotakis gilt als bedeutenste Erfindung der legendären jüdischen Alchemistin Maria. Die sich bei der Reaktion mit Schwefel bildenden schwarzen Sulfide werden nach ihr noch heute als Schwarz der Maria bezeichnet.

Maria die Jüdin, Darstellung von Michael Maier aus seinem Buch Symbola Aurea Mensae Duodecim Nationum (1617)

Ursprünglich bestand der Kerotakis nur aus einer Metallplatte, die über einem Holzkohlebrenner angebracht war, wie ihn die griechischen Maler verwendeten, um ihre auf Bienenwachs-Basis gefertigten Farben flüssig zu halten. Erst später wurde diese Anordnung zum alchemistischen Apparat weiterentwickelt. Die Bauformen variieren etwas, bestanden aber alle aus einem hohen Zylinder, der von unten mit Holz oder Holzkohle beheizt wurde. Löcher sorgten für die ausreichende Luftzufuhr. Darüber lag auf einer Platte die zu verdampfende Substanz, z.B. Schwefel oder Quecksilber. Am oberen Ende des Kerotakis befand sich eine durchlöcherte Platte, durch die aufsteigenden Dämpfe hindurchströmen konnten. Das Metall oder Erz, das mit den Dämpfen reagieren sollte, wurde in die Mitte dieser Platte gelegt. Oben wurde ein halbkugelförmiger Deckel aufgesetzt, an dem die Dämpfen kondensieren und von dort wieder zurück in den Kerotakis tropfen konnten.