Krankheit

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Die Krankheit (von mhd. krancheit, krankeit, synonym mit Schwäche, Leiden, Not), die sich in psychischen Phänomenen und in der funktionellen und habituellen Störung einzelner Organe oder des gesamten Organismus äußern kann, hat ihre eigentlichen Ursachen in einem unrichtigen Zusammenwirken der Wesensglieder des Menschen. Namentlich entsteht die Krankheit dadurch, dass die Wesensglieder, die mit der Bewusstseinstätigkeit des Menschen zusammenhängen, also der Astralleib und das Ich, zu tief in den physischen Leib eingreifen, denn alles Bewusstsein beruht auf lebenshemmenden Abbauprozessen. Greifen diese beiden höheren Wesensglieder allerdings zu wenig in den Organismus ein, beginnen die Lebenskräfte zu stark zu wuchern, und auch dadurch entsteht Krankheit. Dieses falsche Ineinandergreifen der Wesensglieder hat meist auch karmische Ursachen. Der Prozess der Heilung soll das Zusammenwirken der Wesensglieder wieder in richtige Bahnen lenken und dadurch die Gesundung des Organismus bewirken, wobei die eigentlichen Heilkräfte ihren Sitz im Ätherleib haben.

"Man muß in dem Wesen des Krankseins eine intensive Verbindung des astralischen Leibes oder der Ich-Organisation mit dem physischen Organismus sehen. Aber diese Verbindung ist doch nur eine Verstärkung derjenigen, die in einer loseren Art im gesunden Zustande vorhanden ist. Auch das normale Eingreifen des astralischen Leibes und der Ich-Organisation in den menschlichen Körper sind eben nicht den gesunden Lebensvorgängen verwandt, sondern den kranken. Wirken Geist und Seele, so heben sie die gewöhnliche Einrichtung des Körpers auf; sie verwandeln sie in eine entgegengesetzte. Aber damit bringen sie den Organismus auf einen Weg, bei dem das Kranksein beginnen will. Er wird im gewöhnlichen Leben sofort nach dem Entstehen durch eine Selbstheilung reguliert.

Eine gewisse Form des Krankseins tritt dann ein, wenn das Geistige oder Seelische zu weit nach dem Organismus vorstoßen, so daß die Selbstheilung entweder gar nicht oder nur langsam eintreten kann.

In der Geist- und Seelenfähigkeit hat man also die Ursachen des Krankseins zu suchen. Und das Heilen muß in einem Loslösen des Seelischen oder Geistigen von der physischen Organisation bestehen.

Das ist die eine Art des Krankseins, Es gibt noch eine andere. Es können die Ich-Organisation und der astralische Leib abgehalten sein, es zu der losen Verbindung mit dem Körperlichen zu bringen, die im gewöhnlichen Dasein das selbständige Fühlen, Denken und Wollen bedingen. Dann tritt in den Organen oder Vorgängen, an die Geist und Seele nicht heran können, eine Fortsetzung der gesunden Vorgänge über dasjenige Maß hinaus ein, das dem Organismus angemessen ist. Und der geistigen Anschauung zeigt sich in diesem Falle, daß dann der physische Organismus doch nicht bloß die leblosen Prozesse der äußeren Natur vollbringt. Der physische Organismus ist von einem ätherischen Organismus durchsetzt. Der bloße physische Organismus könnte niemals einen Selbstheilungsvorgang hervorrufen. Ein solcher wird in dem ätherischen Organismus angefacht. Damit aber wird die Gesundheit als der Zustand erkannt, der im ätherischen Organismus seinen Ursprung hat. Heilen muß daher in einer Behandlung des ätherischen Organismus bestehen." (Lit.: GA 27, S. 23f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner/Ita Wegman: Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, GA 27 (1991), ISBN 3-7274-0270-9; Tb 701, ISBN 978-3-7274-7010-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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