Kultur

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Der Begriff Kultur (lat. cultura = Pflege (des Körpers, aber primär des Geistes), im Zusammenhang mit der Landwirtschaft (agricultur), aus lat. colere = bebauen, (be)wohnen, pflegen, ehren, ursprünglich etwa emsig beschäftigt sein, abgeleitet) umfasst im weitesten Sinn die Gesamtheit der durch menschliche Geistestätigkeit hervorgebrachten Leistungen, durch die er über die fertig gegebene Natur hinausschreitet.

Kultur schließt einerseits alle durch durch menschliche Arbeit hervorgerufene Veränderung der äußeren Natur ein, also die Herstellung physischer Dinge, von einfachen Werkzeuge bis hin zu monumentalen Bauwerken und ganzen Städten, überhaupt alle durch den Menschen bewirkten Verbesserungen der äußeren Lebensbedingungen, die sich unter dem Begriff Zivilisation zusammenfassen lassen.

Kultur im engeren Sinn umfasst anderseits alle geistigen Hervorbringungen der Menschheit wie Schrift, Wissenschaft, Religion und Kunst, insofern sie die geistigen Bedürfnisse der Menschheit befriedigen, sowie die sozialen Strukturen, die das menschliche Zusammenleben ordnen, wobei es aber weitreichende Überschneidungen zwischen den Bereichen der äußeren Zivilisation und der rein geistig orientierten Kultur im eigentlichen Sinn gibt und geben muss, wenn ein harmonischer Einklang zwischen dem physischen und geistigen Dasein des Menschen entstehen soll.

Anfänge der menschlichen Kultur finden sich bereits in atlantischer Zeit, eine ausgedehntere Kulturentwicklung begann aber erst in der nachatlantischen Zeit, insbesondere seit den Zeiten der ägyptisch-chaldäische Kultur, die etwa 3000 v. Chr. begann. Die nachatlantische Zeit wird von Rudolf Steiner in sieben Kulturepochen gegliedert, in denen sich die menschliche Kultur schrittweise entfaltet. Danach wird für einen größeren Teil der Menschheit eine noch geistigere Form der Entwicklung beginnen.