Lebensäther

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Der Lebensäther (auch Wortäther, skrt. Prana, von Rudolf Steiner gelegentlich auch als atomistischer Äther bezeichnet) ist der höchste ätherische Zustand. Er ist erst während der Erdenentwicklung zusammen mit dem festen Erdelement entstanden. Heute wirkt er gestaltend durch alle Elemente bis in das Erdelement herunter. Mit dem Lebensäther verbunden ist das, was man in der persischen Überlieferung Honover genannt hat, und was im Johannes-Evangelium als Logos bezeichnet wird - das schaffende Weltenwort.

Der Lebensäther zeigt sich nicht unmittelbar der sinnlichen Wahrnehmung, sondern nur indirekt durch seine gestaltenden Wirkungen in allem Lebendigen. Von unseren äußeren Sinnen entspricht ihm allerdings der Geruchssinn, durch den er sich indirekt offenbart. In unserem inneren Erleben ist es der Lebensäther, der unseren Gedanken ihren inneren Sinn gibt.

Während der Mensch in der Wahrnehmung den Lichtäther (vgl. → Farbwahrnehmungsprozeß) und den Wärmeäther abtötet, kann er den Klangäther und den Lebensäther nicht töten. Das ist mit den Worten der Genesis gemeint, dass der Mensch, nach dem er vom Baum der Erkenntnis gegessen hatte, nicht auch noch vom Baum des Lebens soll.

Bedeutsam ist der Lebensäther für das Leben des Menschen nach dem Tod, denn das Lebenspanorama, das der Mensch kurz nach dem Tod als Rückschau auf sein vergangenes Erdenleben erlebt, wird in den Welten-Lebensäther eingetragen, so dass der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt stets den Rückblick auf sein letztes irdisches Leben haben kann:

"Und wir nehmen einen Extrakt aus unserem Ätherleibe mit ..., damit wir immer eine Verbindung herstellen können zwischen uns selbst und diesem in den allgemeinen Lebensäther eingetragenen Lebenstableau." (Lit.: GA 133, S. 137)

Der Lebensäther steht damit auch in engem Zusammenhang mit dem Weltengedächtnis überhaupt, mit der Akasha-Chronik.

Gegenwärtige Trennung von Lebensäther und Erdelement

"Es fand ein enges Zusammenwirken des Lebensäthers mit dem erdartigen, also mit dem festen Elemente im Menschen während der griechisch-lateinischen Entwickelung bis ins 15. Jahrhundert statt. Und die Eigentümlichkeit des gegenwärtigen Menschen besteht darinnen, daß eine Lockerung eintritt zwischen dem Lebensäther und dem erdartigen Elemente. Also eine Lockerung tritt ein. Der Lebensäther beim heutigen Menschen ist nicht mehr so fest verbunden mit dem erdartigen Elemente, als er verbunden war mit diesem während der griechisch-lateinischen Kulturepoche.

Zeichnung aus GA 171, S 245

[...] Dadurch aber wird es herbeigeführt, daß die Erlebnisse vermöge des erdartigen Elementes bedingen das reine Hinschauen auf die äußere Welt. Gerade weil das erdartige Element herausgelockert wird, wird das Hinschauen auf die durch Hypothese ungetrübten Urphänomene ermöglicht. Und weil der Lebensäther sich absondert, wird in diesem abgesonderten Lebensäther erlebt werden können dasjenige, was den Menschen durchdringt mit Imaginationen, die da wurzeln in der übersinnlichen Welt. Gerade durch diese Lockerung ist dies der Fall." (Lit.: GA 171, S. 244f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Der irdische und der kosmische Mensch, GA 133 (1964), Achter Vortrag, Berlin, 18. Juni 1912
  2. Rudolf Steiner: Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts, GA 171 (1984), ISBN 3-7274-1710-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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