Mehazael

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Mehazael ist ein luziferischer Dämon, der beim Esoteriker ein Gefühl des Gefesseltseins an den physischen Leib erzeugt, wenn er versucht, seinem Karma aus dem Weg zu gehen. Beim Exoteriker äußert er sich durch körperliche Erkrankungen. Nach Agrippa von Nettesheim ist Mehazael einer der «vier Fürsten des bösen Geistes, in den Elementen verderblich»[1]; die anderen sind Samael, Azael und Azazel.

"Oft erlebt der Esoteriker Momente größter Seligkeit, weil sein Ätherleib sich ganz ausgebreitet hat in die geistige Welt hinein, und er fühlt nachher beim Zurückkommen ein Geknechtetsein, ein Gefesseltsein. Wie mit eisernen Ketten fühlt er sich geschmiedet an seinen physischen Leib. Ungezählte Scharen von Wesenheiten bewirken dies, Scharen, die man nach ihrem Anführer Mehazael nennt. Der Esoteriker wird stets wissen, wenn er dies niederdrückende Gefühl des Gefesseltseins empfindet, daß ihm entgegengearbeitet wird von den Scharen des Mehazael, die ihn herunterziehen wollen. Oft fühlt er sich wie mit glühenden Zangen durch sie gezwickt und gepeinigt. In der christlichen Einweihung wird das durch die «Geißelung» bezeichnet." (Lit.: GA 266b, S. 258)

"Als Viertes kommt hinzu eine Eigenschaft, die wir ebenfalls ablegen müssen, das ist das Dem-Karma-aus-dem-Wege-Gehen, statt ihm mutig entgegenzutreten. Wenn wir unter solchen Umständen in die Welt des Wahrhaftigen dringen wollen, so werden wir morgens beim Erwachen ein Gefühl des Gefesseltseins haben, als ob wir in einen Kerker zurückkehrten, und dazu Schmerzen über den ganzen Leib haben. Dies wird veranlaßt durch Mehazael. Auch Exoteriker müssen natürlich die Folgen ihrer Verfehlungen tragen; doch äußern sie sich bei ihnen anders, in körperlichen Krankheiten zum Beispiel, und es kommt ihnen nicht ins Bewußtsein, wodurch sie sich so etwas zugezogen haben. Dieses Ins-Bewußtsein-Bringen von allem soll sich eben der Esoteriker allmählich erringen, und dazu helfen ihm die esoterischen Schulen." (Lit.: GA 266b, S. 264)

"Nun gibt es noch ein viertes Wesen, Mehazael. Er bringt uns zum Bewußtsein und erweckt in uns die Empfindung, daß wir an Zeit und Raum gebunden sind. Wir können uns das am besten klarmachen, wenn wir uns einen Zustand vor die Seele stellen, den wahrscheinlich schon viele von uns im Leben durchgemacht haben. Nämlich wenn wir morgens erwachen und uns wie mit Ketten belastet fühlen durch die Pflichten und Sorgen, die der neue Tag mit sich bringt. Manche werden dieses Gefühl kennen, das zugleich mit einem anderen zusammengeht, die Ketten abschütteln zu wollen, die uns an diese Last gefesselt halten, die um so schwerer zu tragen ist, da wir wissen, daß wir dagegen machtlos sind, daß wir uns beugen müssen. Hier zeigt uns Mehazael unser Karma.

Sobald wir aber den esoterischen Weg gehen, werden wir diese Last leichter tragen können. Mehazael zeigt sie uns, damit wir uns nicht unnützerweise dagegen sträuben; denn dadurch würden wir unser Karma nur verschlimmern, anstatt es von uns abzuschütteln. So sind uns diese vier luziferischen Kräfte schließlich zum Segen." (Lit.: GA 266b, S. 285f)

Anmerkungen

  1. Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim: Die magischen Werke, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, S 198

Litertur

  1. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912, GA 266b (1996), ISBN 3-7274-2662-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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