Metamorphosenlehre

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Die Metamorphosenlehre wurde von Goethe im Zuge seiner morphologischen Studien an Pflanzen und Tieren entwickelt.

Goethe erkannte, dass sich in der organischen Welt die Glieder der Erscheinungen nicht mehr nur gegenseitig bedingen, sondern jedes Einzelne vom Ganzen her gemäß dessen Eigenart geprägt wird. Beim Studium des Pflanzenwachstums bemerkte er, dass sich die Verwandlung (Metamorphose) der Blattorgane einer Pflanze von den Keimblättern über die Laubblätter, die Kelch-, Kron-, Staub- und Fruchtblätter aus einer Grundform (dem Typus) heraus vollziehen (Lit.: Bockemühl 1977; Adams, Whicher 1960); die äußeren Bedingungen wirken dabei lediglich modifizierend. Im gleichen Sinne werden die verschiedenen Arten als spezielle Erscheinungsformen der Gattung verständlich. Dies weist auf einen sinnlich-übersinnlichen Vorgang, der der Idee nach bei allen Pflanzen derselbe ist, der Erscheinung nach sowohl bei der einzelnen Pflanze als auch im ganzen Pflanzenreich verschiedene Formen hervorbringt und den Goethe die Urpflanze (den allgemeinen Pflanzentypus) nannte. Aus dieser lassen sich nach der entwickelnden Methode Goethes Pflanzen ins Unendliche erfinden, die konsequent sein müssen und eine innere Wahrheit und Notwendigkeit haben.

Im Gegensatz zur Pflanze entwickelt das Tier seelisches Innenleben, das sich nach außen in der instinkt- und triebgebundenen Eigenbeweglichkeit kundgibt; der Mensch hat darüber hinaus in seinem Inneren bewusst teil am Geistigen. Im Zusammenhang damit enthält der Wandel der tierischen und menschlichen Formen im Gegensatz zum Wandel der pflanzlichen Formen wesentliche Sprünge, die u. a. durch Einstülpung (z. B. bei der Bildung der inneren Organe) bzw. Umstülpung, z. B. von Röhrenknochen in den Schädelknochen (Lit.: Steiner 1926), verstanden werden können. Die entwickelnde Methode wird so zur Umstülpungsmethode erweitert, mit deren Hilfe u. a. die dreigliedrige tierische und menschliche Gestaltung erforscht wird (Lit.: Poppelbaum 1938; Schad 1971).

Die Metamorphose der Pflanzen

In seiner Metamorphosenlehre hat sich Goethe speziell mit den einjährigen Blütenpflanzen auseinandergesetzt, weil ihm in ihnen das pflanzenbildende Prinzip am deutlichsten offenbar zu werden schien. Sie sind alle, so erkannte Goethe, nach einem einheitlichen Gesetz gebaut. Hinter den einzelnen Typen wie Rose, Tulpe, Veilchen usw. steht ein gemeinsamer Urtypus, der sie alle umfasst und den Goethe die Urpflanze nennt. Eine solche müsse es doch geben, meint er, denn wie könnten wir sonst überhaupt erkennen, dass sie allesamt Pflanzen sind. Tatsächlich ist in jedem von uns, wenn wir eine Pflanze als Pflanze erkennen, diese Urpflanze in uns rege. Nur werden wir uns normalerweise ihrer nicht wirklich bewusst, sondern nur des fertigen Urteils: "Das ist eine Pflanze". Den eigentlichen lebendigen Denkprozess, der dieses Urteil hervorbringt, verschlafen wir. Dieser ist aber nichts anderes als das exakte seelische Abbild der in der Natur waltenden Urpflanze selbst.

Das ist das erste Gesetz, das Goethe in seiner Metamorphosenlehre aufstellt, dass alle Pflanzen einander ähnlich sind, weil in ihnen allen die Urpflanze gestaltend wirkt. Und so entfaltet sich jede einjährige Blütenpflanze aus dem Samenkorn so, dass sich zunächst der Spross oder Stängel bildet, an dem sogleich die Keimblätter oder Kotyledonen entspringen, die noch weitgehend ungestaltet und wie mit rohen Stoffen ausgestopft erscheinen. Hier dominiert die stoffliche Natur noch stark die Formkraft. Differenzierter erscheinen schon die Laubblätter, die am Spross aus den Knoten entspringen, und sie erscheinen zunächst um so reicher ausgestaltet, je höher, d.h. zugleich je später sie sich am Spross entfalten, um kurz, bevor es zur Blüte geht, sich wieder vereinfachen und verkleinern. Nun bilden sich die grünen Kelchblätter, die den Laubblättern vielfach noch ähnlich sind, aber nicht mehr nacheinander, sondern zugleich sich bilden und dabei eng an den Spross anschmiegen. Ähnlich dicht drängen sich dann die Blüten- oder Kronblätter selbst zusammen. In der Blüte offenbart sich der Typus der Pflanze am allermeisten. Die Blütenblätter sind dabei ganz zart gebaut und die grüne Blattfarbe weicht den verschiedensten Blütenfarben. Die Formkraft hat hier weitgehend über den Stoff gesiegt bzw. ihn veredelt. Es folgen die Staubblätter oder Antheren und Griffel, Stempel oder Pistill. Der Fruchtknoten endlich schwillt zur Frucht an die im Inneren den oft ganz harten, beinahe kristallin erscheinenden Samen trägt, in dem sich das Wesen der Pflanze wiederum fast vollständig verbirgt.

Das zweite Gesetz, das sich Goethes Anschauung ergab, hält fest, dass, obwohl in allen Pflanzen die selbe Urpflanze tätig wirkt, doch keine der anderen gleicht. Jede gehorcht dem gemeinsamen Gesetz, doch jede vollzieht es auf individuelle Weise. Und zwar so, dass dann alle Teile der Pflanze gleichermaßen auf charakteristische Weise verändert werden. Ändert sich die Form der Laubblätter, so muss auch die Blüte anders aussehen, und ebenso die Früchte usw. Ein Kastanienbaum mit seinen charakteristischen Blättern kann auch nur Kastanien als Früchte tragen, und keine, die irgendwie anders geformt wären. Es ist eine gute Übung seines inneren Anschauungsvermögens, zu sehen, wie sich etwa die Gestalt der Frucht ändern muss, wenn man die Form des Laubblattes schrittweise verändert. Eine derartige Erkenntnis ist der gängigen naturwissenschaftlichen Methode völlig unzugänglich, für die es letztlich eine entwicklungsgeschichtlich bedingte genetische Zufälligkeit ist, dass auf einem Apfelbaum Äpfel und nicht Birnen wachsen. Die Gentechniker, weil sie diese Zusammenhänge überhaupt nicht kennen oder akzeptieren, glauben derartige Schimären "konstruieren" zu dürfen, die den Gesetzmäßigkeiten des Lebens schlussendlich widersprechen.

Das dritte Gesetz, das Goethe fand, ist von zentraler Bedeutung:

"Es war mir nämlich aufgegangen, dass in demjenigen Organ, welches wir gewöhnlich als Blatt ansprechen, der wahre Proteus verborgen liege, der sich in allen Gestaltungen verstecken und offenbaren könne. Rückwärts und vorwärts ist die Pflanze immer nur Blatt..." (Lit.: zit. nach Sachtleben, S 69f)

Das Blatt ist die Grundform der Pflanze, mit der die Natur gleichsam nur spielt um deren verschiedene einzelne Organe hervorzubringen. Bei Laubblatt, Kelch und Blüte ist diese Verwandtschaft sofort deutlich zu sehen, aber auch Staubfäden, Griffel, Frucht und Samen sind nichts anderes als modifizierte Blätter. Nun darf man aber nicht annehmen, dass sich etwa ein physisch reales Laubblatt später in ein Kelchblatt und weiter in ein Blütenblatt verwandle, sondern das Gestaltungsprinzip, dass das Laubblatt bestimmt, findet sich in Kelch, Blüte, Staubfäden usw. gesetzmäßig umgestaltet wieder. Es handelt sich um einen ideellen, normalerweise nicht unmittelbar sinnlich beobachtbaren Vorgang. Nur in einigen wenigen, aber dafür für die Erkenntnis sehr hilfreichen Fällen, zeigt sich direkt dem Auge, was sonst nur das lebendige Denken zu erfassen vermag. Solche Fälle studierte Goethe besonders eifrig. So ist ideell in jedem ihrer Teile stets die ganze Pflanze anwesend, offenbart sich aber jeweils nur einseitig. Aus dieser Tatsache erhellt sich auch die große Regenerationsfähigkeit der Pflanzen. Goethe hat sich in diesem Zusammenhang besonders für die Pflanze Bryophyllum interessiert, die es vermag, an den Rändern ihrer Laubblätter vollständige kleine Tochterpflänzchen mit Würzelchen und Blättchen hervorsprießen zu lassen, und die seitdem auch als "Goethepflanze" bekannt ist.

Das vierte Gesetz, das sich aus Goethes Metamorphosenlehre ergibt, ist das von Polarität und Steigerung. Von Knoten zu Knoten, von Blatt zu Blatt breitet sich die Pflanze in rhythmischer Folge aus und zieht sich anschließend wieder zusammen. Aber nicht um eine beständige Wiederkehr des Gleichen handelt es sich dabei, sondern das vegetabile Gesetz, das die Pflanze bildet, tritt dabei immer mehr sinnlich in Erscheinung, um sich endlich bis hin zur farbenprächtigen und duftenden Blüte zu steigern. Im Fruchtknoten und im Griffel verengt sie sich wieder. Die Staubgefäße zeigen in gewisser Weise beide Tendenzen zugleich: das einzelne Staubgefäß ist ein bis zum dünnen Faden verengtes Blatt, zugleich aber weisen die Staubgefäße insgesamt zur Peripherie. Eine letzte Ausbreitung erfolgt in der anschwellenden Frucht, bis sich die Pflanze schließlich ganz in das oft winzige Samenkorn verengt. Fläche, Gerade und Punkt sind die geometrischen Elemente, die dabei das Pflanzenwachstum bestimmen. Das Samenkorn ist beinahe punktförmig, dann streckt sich der lineare Spross hervor. Aus dem punktartigen Knoten streckt sich der Blattstiel hervor und weitet sich endlich im Blatt zur breiten Fläche. Ausgedehnte räumliche Organe finden sich an der Pflanze, ausgenommen die Frucht, nicht. Das unterscheidet die Pflanzen wesentlich von den Tieren, für die gerade die räumlich ausgedehnte geschlossene Gestalt typisch ist. Dafür können aber die Tiere auch ein seelisches Innenleben entwickeln, das den Pflanzen mangelt. In der Fruchtbildung berührt die Pflanze jenen Bereich, der für die Tierwelt hauptsächlich bestimmend wird.

Spiral- und Lineartendenz: weibliches und männliches Prinzip

In seinen letzten Lebensjahren schrieb Goethe noch eine Abhandlung "Über die Spiraltendenz der Vegetation". Der Lineartendenz, mit der sich der Spross entfaltet, steht die Spiraltendenz gegenüber, mit der sich die Laubblätter am Spross seitlich ansetzen. So entsteht die aufsteigende Spirale der Laubblätter mit ihrer streng mathematisch geordneten und für die jeweilige Pflanze typischen Blattstellungszahl. Bei einfachen einkeimblättrigen Pflanzen findet sich häufig die 1/2-Stellung, d.h. auf einer Umdrehung bilden sich jeweils zwei Laubblätter, die folglich um 180° gegeneinander versetzt sind. Oft zeigt sich auch die 1/3-Stellung. Bei den komplizierteren zweikeimblättrigen Pflanzen finden sich kompliziertere Stellungszahlen, häufig etwa die 2/5-Stellung, d.h. auf zwei volle Umdrehungen verteilen sich regelmäßig fünf Blätter. In der Blüte drängt sich die Spirale zum Kreis zusammen, und hier ist auch die Zahl der Blütenblätter streng mathematisch geordnet. Einkeimblättrige Pflanzen wie die Liliengewächse haben meist drei bzw. sechs Blütenblätter, zweikeimblättrige oft fünf, wie etwa die Rosengewächse.

Die Spiral- und die Vertikaltendenz bedingen und ergänzen einander. Goethe erscheint dabei die Lineartendenz als männliches, die Spiraltendenz als weibliches Prinzip. Tatsächlich gibt es ein glückliches Beispiel, die Vallisneria, bei der die Vertikaltendenz überhaupt nur dem männlichen, die Spiraltendenz dem weiblichen Individuum eigen ist. Goethe folgert endlich:

"Kehren wir nun ins Allgemeinste zurück und erinnern uns an das, was wir gleich anfangs aufstellten: das vertikal- sowie das spiralstrebende System sei in der lebendigen Pflanze aufs innigste verbunden, sehen wir nun jenes als entschieden männlich, dieses als entschieden weiblich sich erweisen: so können wir uns die ganze Vegetation von der Wurzel auf androgynisch insgeheim verbunden vorstellen; worauf denn im Verfolg der Wandlungen des Wachstums die beiden Systeme sich im offenbaren Gegensatz auseinandersondern und sich entschieden einander gegenüberstellen, um sich in einem höheren Sinn wieder zu vereinigen." (Lit.: zit. nach Sachtleben, S 76)

Dass das Wechselspiel von Spiral- und Lineartendenz wesentlich daran beteiligt sind, die ganze Pflanzengestalt zu durchformen, kann nicht bezweifelt werden; ebenso wenig dass diese den Spross umkreisende Spiralbewegung nach streng mathematischen Gesetzen geordnet ist, die bis in die Blüten- und Fruchtbildung fortwirkt. Die die Pflanze gestaltenden Kräften zeigen sich hier als Bewegungsspur, die durch den aufstrebenden Spross und den ihn spiralig umkreisenden Blattansätzen in den Raum gezeichnet wird, und die, indem sie sich mit Materie erfüllt, diese gleichsam herbeisaugt, auch sinnlich sichtbar wird.

Aktualisierung der Metamorphosenlehre

Für die moderne goetheanistische Forschung stellen sich zwei Fragen: In wie ferne treffen Goethes Schlussfolgerungen heute, 200 Jahre später, noch zu? Die Morphologie hat sich weiter entwickelt, wichtige Entdeckungen gemacht, neue Begriffe gebildet. Die zweite Frage, welche Erfahrungen macht man, wenn man sich auf die vergleichende Methode einlässt und konsequent anwendet? Kann man dann auf Grund eigener Erfahrungen etwas zur anschauenden Urteilskraft sagen?

"Und das wird die Ausbildung der Metamorphosenlehre sein, das ist wirklicher Goetheanismus: das Aufsteigen von der bloßen illusorischen Kausalordnung zu der Auffassung der Natur durch Imagination. Indem man dasjenige, was man vor sich hat, als Bild erkennt von einem andern, erhebt man sich über die bloße Illusion." (Lit.: GA 184, S. 98)

anschauende Urteilskraft

Übt man die Tätigkeit des Vergleichens intensiv und mit genügend Ausdauer aus, dann entwickelt sich eine Fähigkeit Formen innerlich entstehen und sich verwandeln zu lassen. Diese Fähigkeit, ein innerliches Plastizieren, lässt sich steigern bis zu einem Punkt, wo schlagartig erfahren wird, dass die Kräfte, die man innerlich aufbringt, die gleiche Qualität haben wie die gestaltenden, plastizierenden Kräften in der organischen Natur.[1] Man kommt dann an dem Punkt, wo Goethe aus der Begeisterung heraus schrieb: " Die Urpflanze wird das wunderlichste Geschöpf von der Welt, um welches mich die Natur selbst beneiden soll. Mit diesem Modell und dem Schlüssel dazu kann man alsdann noch Pflanzen ins Unendliche erfinden, die konsequent sein müssen, das heißt: die, wenn sie auch nicht existieren, doch existieren könnten und nicht etwa malerische oder dichterische Schatten und Scheine sind, sondern eine innerliche Wahrheit und Notwendigkeit haben." Nun, soweit ist Goethe nicht gekommen. Goethe hat sich dann in seiner Arbeit auf das Studium der einjährigen Blütenpflanzen konzentriert und insbesondere die Blattmetamorphose beschrieben.[2] Die anschauende Urteilskraft versetzt einen in die Lage Formen und Formenverwandlungen ohne grosse Mühe innerlich nach zu vollziehen. Man kann sich aber nicht auf sie berufen um zu entscheiden, ob die beim Vergleichen gewonnenen Begriffe zutreffen, halbwegs zutreffen oder nicht zutreffen. Ein Beispiel: Goethes Aussage, das Staubblatt sei ein verwandeltes Stängelblatt, trifft nur halbwegs zu. Die Blütenstaubbildung lässt sich nicht aus den Eigenschaften des Stängelblattes ableiten. Die Qualität des Pollenkornes ist nicht im Stängelblatt enthalten, sie kommt hinzu. Die Aussage "Alles ist Blatt" ist nach heutigem Erkenntnisstand nicht haltbar.

die vergleichende Methode, Metamorphosen

Variable Proportionen Goethe spricht von Modell und Schlüssel. Eine Möglichkeit (Schlüssel) Formen in einander überzuführen praktiziert Goethe in seiner Blattmetamorphose. Bei dieser Art der Metamorphose kann man die Formen durch eine Änderung ihrer Proportionen in einander überführen. Für Wilhelm Troll gibt es nur diese eine Art der Metamorphosen, nach dem Prinzip der variablen Proportionen. Die Konsequenz davon ist, dass es für Troll keine Möglichkeit gibt Wurzel, Sprossachse und Blatt in morphologischem Sinne aufeinander zu beziehen. Deswegen heissen Wurzel, Sprossachse und Blatt Grundorgane. Bei Goethe gibt es diese Möglichkeit.

Organische Entzweiung Goethe unterscheidet eine zweite Art von Metamorphose. In seinem Nachlass findet sich eine Arbeit mit der Überschrift Versuche zur Methode in der Botanik. Hierin beschreibt er in Abschnitt IV die organische Entzweiung. In Abschnitt III beschreibt Goethe zunächst die organische Einheit. Dann fährt er fort (Abschnitt IV): [...]Diesen idealen Urkörper mögen wir ihn in unsern Gedanken so einfach konzipieren als möglich, müssen wir schon in seinem Innern entzweit denken denn ohne vorhergedachte Entzweiung des einen läßt sich kein drittes Entstehendes denken.[...]" Diese organische Entzweiung führt am Anfang der Embryogenese zur Bildung von Wurzel- und Sprossanlage und in der Blüte zur Trennung der Geschlechter. Wurzel und Spross sind zwei einander polare Gebilde. Sie bedingen sich gegenseitig. Anstelle von drei Grundorganen, die man morphologisch nicht aufeinander beziehen kann, führt die organische Entzweiung zu einer viergliedrigen vegetativen Pflanze, mit auf der einen Seite Blatt und Sprossachse und auf der anderen Seite Wurzelachse und Wurzelhaare und Wurzelhaube, beide zusammen entsprechen dem Blatt. Wir haben es mit einer morphologischen Polarität zu tun. Dieser Begriff gibt es in der vergleichenden Morphologie noch nicht.[3] [4]

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Schilperoord, Peer (2011): Metamorphosen im Pflanzenreich. Lesen im Buch der Verwandlungen. Stuttgart: Freies Geistesleben.
  2. Goethe, Johann Wolfgang von (1790): Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären. Gotha: Ettingersche Buchhandlung.
  3. Schilperoord-Jarke, Peer (1997): The concept of morphological polarity and its implication on the concept of the essential organs and on the concept of the organisation of the dicotyledonous plant. In: Acta Biotheoretica.
  4. Schilperoord-Jarke, Peer (2000): Goethes Metamorphose der Pflanzen und die moderne Pflanzengenetik. In: Heusser, Peter (Hg): Goethes Beitrag zur Erneuerung der Naturwissenschaften. S. 131-170.

Literatur

  • J. W. Goethe: Metamorphose der Pflanzen, mit Anmerkungen und Einleitung von Rudolf Steiner, 3. Auflage, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1985, ISBN 3-7725-0497-3
  • G. Adams und O. Whicher (1960): Die Pflanze in Raum und Gegenraum. Stuttgart 1960
  • J. Bockemühl (1977): Die Bildebewegungen der Pflanzen. In: Erscheinungsformen des Ätherischen, Stuttgart 1977, ISBN 3-7725-0401-9
  • J. Bockemühl (1983): Goethes Naturwissenschaftliche Methode unter dem Aspekt der Verantwortungsbildung. Elemente der Naturwissenschaft 38 1983, S. 50-52
  • J. Bockemühl (1994): Die Fruchtbarkeit von Goethes Wissenschaftsansatz in der Gegenwart. Elemente der Naturwissenschaft 61 1994, S. 52-69
  • J. W. Goethe (1891-1896): Naturwissenschaftliche Schriften. Sophien-Ausgabe, Weimar
  • J. W. Goethe (1883-1897): Naturwissenschaftliche Schriften. Hrsg. Joseph Kürschner, Bd. 114 - 117, 1883-1897, Fotomechanischer Nachdruck Dornach 1982, ISBN 3-7274-5210-2 (Reihe, 5 Bände)
  • P. Heusser (Hrsg.): Goethes Beitrag zur Erneuerung der Naturwissenschaften. Das Buch zur gleichnamigen Ringvorlesung an der Universität Bern. Bern Stuttgart Wien 2000, ISBN 3-258-06083-5
  • J. Kühl: Goethes Farbenlehre und die moderne Physik. In P. Heusser (Hrsg.): Goethes Beitrag zur Erneuerung der Naturwissenschaften. Bern Stuttgart Wien 2000, ISBN 3-258-06083-5
  • H. Poppelbaum (1938): Tier-Wesenskunde. Dornach 1954
  • P. Sachtleben: Mit den Augen denken lernen, Novalis Verlag, Schaffhausen 1994
  • W. Schad (1971): Säugetiere und Mensch. Stuttgart
  • W. Schad (Hrsg.): Goetheanistische Naturwissenschaft (4 Bände). Stuttgart 1982-1985
  • W. Schad (1986): Die Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung im Entwurf Goethes. Tycho de Brahe-Jahrbuch für Goetheanismus 1986, S. 9-30, ISBN 3-926347-00-7
  • W. Schad (1987): Der Goetheanistische Forschungsansatz und seine Anwendung auf die ökologische Problematik des Waldsterbens. In G. R. Schnell (Hrsg.): Waldsterben, Stuttgart 1987, ISBN 3-7725-0549-X
  • W. Schad (1999): Alles ist Blatt. Tycho de Brahe-Jahrbuch für Goetheanismus 1999, S. 9-33, ISBN 3-926347-21-X
  • W. Schad (2001): Was ist Goetheanismus? Tycho de Brahe-Jahrbuch für Goetheanismus 2001, S. 23-66, ISBN 3-926347-23-6
  • R. Steiner (1883-1897): Goethes Naturwissenschaftliche Schriften. Stuttgart 1962, GA-Nr. 1
  • R. Steiner (1886): Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung. Dornach 1984, GA-Nr. 2, ISBN 3-7274-6290-6
  • R. Steiner (1897): Goethes Weltanschauung. Dornach 1985, GA-Nr. 6, ISBN 3-7274-6250-7
  • R. Steiner (1917): Von Seelenrätseln. GA-Nr. 21
  • R. Steiner (1919): Die Kernpunkte der sozialen Frage. GA-Nr. 23, Dornach 1976, ISBN 3-7274-0230-X
  • Rudolf Steiner: Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben. Die kosmische Vorgeschichte der Menschheit., GA 184 (2002), ISBN 3-7274-1840-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • R. Steiner (1926): Das Verhältnis der verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebiete zur Astronomie. GA-Nr. 323, ISBN 3-7274-3230-6
  • A. Suchantke (2002): Metamorphose. Kunstgriff der Evolution. Stuttgart
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